ETIKA D1B

BIBEL Auslegungen

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15.12.1999

Matthäus 27,11

Pilatus fragte Jesus: Bist du der König der Juden?

Rainer Lechner im Konstanzer Großdruckkalender 1996, Manuskript

Eine entscheidende Frage. Beklemmung. Das Herz beginnt zu stocken. Es geht um Tod oder Leben. Jesus hat von sich gesagt, er sei der Messias. Die Ankläger aber haben dieses Wort für den römischen Statthalter mit "König" übersetzt, um Jesus als politischen Aufrührer zu denunzieren. Pilatus muß sich vergewissern. Jesus erwidert: "Sy legeis - du sagst es." Seine Antwort läßt nach Meinung mancher Theologen zwei Deutungen zu, je nachdem, ob Jesus das erste oder das zweite Wort betont. Jedenfalls wird der König aller am Kreuz hingerichtet, wie dies für Rebellen vorgesehen war, wohl wegen Verletzung der römischen Majestät.


Kinder möchten so gern Prinz und Prinzessin sein. Wenn sie dann hören, daß diese ganz artig zu Tische sitzen müssen und wegen gesellschaftlicher Verpflichtungen nicht immer spielen dürfen, läßt die Begeisterung stark nach. Jede Medaille hat eben zwei Seiten, und nicht jeder ist imstand, die Verantwortung zu tragen. In den Apokryphen - "das sind Bücher, die der heiligen Schrift nicht gleich gehalten, und doch nützlich und gut zu lesen sind" - lesen wir bei Jesus Sirach 3,19: Liebes Kind, bleibe gern im niedrigen Stande; das ist besser denn alles, darnach die Welt trachtet. 21 Denn der Herr ist der Allerhöchste und tut doch große Dinge durch die Demütigen. - Demut! Das ist es! Wer heute Demut übt, wird morgen mit Jesus auf seinem Königsstuhl sitzen (Offenbarung 3,21).

 

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