ETIKA

JESUS SIRACH 41

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1BSI41

Von der Todesfurcht. Fluch der Gottlosen. Guter Name. Falsche und löbliche Scham

21.8.2001
Die Bibel. Nach der Übersetzung D. Martin Luthers. Stuttgart. Privileg. Württemb. Bibelanstalt. Ohne Jahr. Vermutlich um 1900.

In den heute gebräuchlichen evangelischen Bibeln hat man Jesus Sirach wie vieles andere weggelassen.

1.   Tod, wie bitter bist du, wenn an dich gedenkt ein Mensch, der gute Tage und genug hat und ohne Sorge lebt, 

2.    und dem es wohl geht in allen Dingen, und der noch wohl essen kann!

3.   O Tod, wie wohl tust du dem Dürftigen,

4.    der da schwach und alt ist, der in allen Sorgen steckt und nichts Besseres zu hoffen noch zu erwarten hat!

5.    Fürchte den Tod nicht! Gedenke, daß es also vom Herrn geordnet ist über alles Fleisch, derer, die vor dir gewesen sind und die nach dir kommen werden.

6.    Und was weigerst du dich wider Gottes Willen, du lebest zehn, hundert oder tausend Jahre?

7.    Denn im Tode fragt man nicht, wie lange einer gelebt habe.

8.    Die Kinder der Gottlosen und die sich zu den Gottlosen gesellen, werden eitel Greuel.

9.    Das Erbgut der Kinder von Gottlosen kommt um, und ihre Nachkommen müssen verachtet sein.

10.                      Die Kinder müssen klagen über den gottlosen Vater; denn um seinetwillen sind sie verachtet.

11.                      Wehe euch, Gottlose, die ihr des Höchsten Gesetz verlaßt!
(Sind nicht auch jene Millionen scham- und gottlos, die andere mit ihrer Kleidung oder Nichtkleidung in Versuchung führen?)

12.                    Ihr lebt oder sterbt, so seid ihr verflucht.

13.                      Gleichwie alles, so aus der Erde kommt, wiederum zu Erde wird, also kommen die Gottlosen aus dem Fluch zur Verdammnis.

14.                      Eines Menschen Leiden mag hier währen, solange er lebt; aber der Gottlosen Name muß vertilgt werden, denn er taugt nicht.

15.                    Siehe zu, daß du einen guten Namen behaltest; der bleibt dir gewisser denn tausend große Schätze Goldes.

16.                      Ein Leben, es sei wie gut es wolle, so währt es eine kleine Zeit; aber ein guter Name bleibt ewiglich.

17.                      Meine Kinder, wenn´s euch wohl geht, so sehet zu und bleibet in Gottesfurcht.

18.                      So schämet euch nun des, das ich nennen will.

19.                      Man schämt sich oft, da man sich nicht schämen sollte, und billigt oft, was man nicht billigen sollte.

20.                      Es schäme sich Vater und Mutter der Hurerei; ein Fürst und Herr der Lüge;

21.                      ein Richter und Rat des Unrechten; die Gemeinde und das Volk des Ungehorsams;

22.                      ein Nächster und Freund, Leid zu tun; ein Nachbar des Stehlens.

23.                      Schäme dich, daß du mit deinem Arm auf dem Brot über Tisch liegst.

24.                      Schäme dich, daß du übel bestehst, wenn du Rechnung tun sollst, und nicht dankst, wenn man dich grüßt.

25.                      Schäme dich, nach den Huren zu sehen und dein Angesicht von deinen Blutsfreunden zu wenden.

26.                      Schäme dich, Erbteil und Morgengabe zu entwenden und eines andern Weib zu begehren.

27.                      Schäme dich, eines andern Magd zu begehren und um ihr Bett zu stehen. (Anmerkung etika.com: Gott sei dank gibt es das Neue Testament. Jesus Sirach war Jude des Alten Testaments; natürlich gilt für Christen, Juden und alle anderen das göttliche Gesetz: Man darf weder eines anderen noch die eigene Magd begehren. Und keine Magd muß und darf sich ihrem sogenannten Arbeitgeber fügen, auch keine Angestellte, keine Arbeiterin, keine Studentin, keine Schülerin - denn sonst gereicht es zu ihrem Verderben.)

28.                      Schäme dich, deinem Freunde aufzurücken; und wenn du ihm etwas gibst, so verweise es ihm nicht.

29.                      Schäme dich, nachzusagen alles, was du gehört hast, und zu offenbaren heimlich vertraute Rede. Also schämst du dich recht und wirst allen Leuten lieb und wert sein.

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