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1CK101 |
Die hl. Karwoche |
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Offizium in der Passionszeit – Meditation zum Karfreitag
Jesus trug das Kreuz und starb für dich.
Trag du dein Kreuz und leb für ihn.
Der Palmsonntag
Wir
werden eingeführt in das Leiden Christi; wir begleiten den Herrn feierlich in
seinen Tod. Dies können wir aber nur tun, wenn wir zuerst selber zu Kämpfern
und Märtyrern geweiht werden. Darum ist die Liturgie heute ganz dramatisch;
Christus ist in unserer Mitte, wir fühlen uns als die Jünger. Wir geleiten den
Herrn vom Ölberg in die Hl. Stadt zu seinem Leiden.
Weiterer Text lateinisch / deutsch
Montag der Karwoche
Die
Absicht der Kirche ist: Wir wollen jetzt den ganzen Tag im Leiden des Herrn
leben. Das Hauptgeheimnis des Tages ist die Salbung der Magdalena. Maria
Magdalena salbt die Füße Jesu zum "Begräbnis" und trocknet sie mit
ihren wallenden Haaren ab. Judas nimmt Anstoß daran und beginnt seine Missetat.
"Salbe die Füße Jesu durch ein
gottgefälliges Leben, folge seinen Fußspuren; wenn du Überfluß hast, so gib dem
Armen, so hast du die Füße des Herrn getrocknet."
(Augustinus)
Dienstag der Karwoche
Der
Höhepunkt des Tages ist die Leidensgeschichte nach Markus. Szenen aus dem
Leiden Christi stehen vor unserer Seele: "Vor dem Festtag des Pascha war
es: Jesus wußte, daß seine Stunde gekommen war, und da er die Seinen liebte,
erwies er ihnen seine Liebe im höchsten Maße." (Ben. Ant.) Während im
Gerichtshaus der große Prozeß gegen Jesus geführt wird, geht im Hof das kleine
Drama einer Menschenseele vor: die Verleugnung des Petrus.
"Noch heute in dieser Nacht, ehe der Hahn
zweimal gekräht hat, wirst du mich dreimal verleugnen." Petrus leugnet es
heftig.
"Spottlieder singen über mich,
die am Tore Wein trinken."
Mittwoch der Karwoche
Die
Leidensgeschichte des Lukas. Die Überlieferung der Kirche macht den Tag, wie
überhaupt jeden Mittwoch, zum traurigen Gedenktag des Judasverrats.
"Umringt haben mich trügerische Menschen,
ohne Grund schlagen sie mich mit Geißeln,
du aber, o Herr, bist mein Anwalt, schütze mich.
Die Not ist gar so groß und niemand ist, der hilft."
Gründonnerstag
Reihenfolge
der Ereignisse: 1. Paschamahl, 2. Fußwaschung, 3. Entlarvung des Verräters, 4.
Einsetzung der heiligen Eucharistie, 5. Die Abschiedsreden und das
hohepriesterliche Gebet.
"Nichts ist heil an meinem Fleische vor deinem
Zorn,
kein gesunder Fleck an mir wegen meiner Sünden." (2.
Nachtwache, Psalm der Geißelung, 37)
Versöhnung
der Büßer:
"Stelle in ihnen wieder her, Apostolischer
Oberhirte, was auf Rat des Teufels verdorben ward. Kraft deiner Gebete und
Verdienste bringe diese Menschen durch die Gnade göttlicher Versöhnung wieder
nahe zu Gott. Sie mißfielen sich genug in ihren Vergehen; jetzt gefallen sie
dem Herrn im Lande der Lebendigen, und darüber mögen sie sich Glück wünschen,
nachdem der Urheber ihres Todes besiegt ist."
Heute
darf in jeder Kirche nur eine Messe gefeiert werden.
Im
Mittelpunkt: Jesu Leib, Jesu Leid, Jesu Liebe.
Karfreitag
Durch
das Holz kam Freude in die Welt.
Parasceve
= Rüsttag - in unserer Sprache: Karfreitag = Trauerfreitag, der große Trauertag
der Christenheit, der einzige Tag in der römischen Liturgie, an dem kein
Meßopfer dargebracht wird.
Die
zwei Leitlieder des Stundengebets versetzen uns auf Kalvaria:
"Sie setzten über sein Haupt eine Inschrift mit
dem Grunde seines Todesurteiles: Jesus von Nazareth, König der Juden." (Ben.
Ant.)
"Als er den Essig genommen, sprach er: ,Es ist
vollbracht´; er neigte sein Haupt und hauchte seinen Geist aus." (Magn.
Ant.)
Verehrung
des Kreuzes
Karsamstag
Der
heilige Ruhetag des Herrn. Die Kirche heißt ihn Sabbatum sanctum. Dieser Tag
ist und sollte sein der stillste Tag des Kirchenjahres; an diesem war bis ins
Mittelalter hinein kein Gottesdienst. Was heute in der Kirche am Karsamstag früh
gefeiert wird, gehört in Wirklichkeit in die Osternacht, vom Samstag auf
Sonntag; denn die ganze Karsamstagsliturgie ist schon Osterfeier! Es ist eine
große Aufgabe der liturgischen Erneuerung, der katholischen Welt die zweite
heilige Nacht wiederzugeben, die Osternacht, die "Mutter aller
Virgilien", wie sie der hl. Augustin nennt. Feiern wir die
Karsamstagsliturgie wenigstens im Geiste in der Nacht und als Täuflinge. Wir
erleben in dramatischer Entfaltung die Auferstehung Christi, den Sieg des
Lichtes über die Finsternis und die Auferstehung unserer Seele; Christus steht
in jedem von uns auf.
Aus:
Das Jahr des Heiles - Klosterneuburger Liturgiekalender von Pius Parsch, 12.
Auflage, II. Band Osterteil, 1938. Verlag Volksliturgisches Apostolat (Pius Parsch),
Klosterneuburg b. Wien