ETIKA

KIRCHENJAHR

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.3.2002

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OSTERN

 

Der Herr ist wahrhaft auferstanden. Alleluja!

Ostern, der heilige Frühling: Ostern ist das größte Christenfest. Jeder Sonntag ist Ostern im Kleinen. Doch, wenn wir ehrlich sind, ist uns abendländischen Christen diese Erkenntnis und Ergriffenheit abhanden gekommen.

Die Ostkirche hat sich da noch viel mehr von der Osterfreudigkeit und -feierlichkeit bewahrt. Unvergeßlich bleibt es mir, wie die Russen, die Ukrainer Ostern feiern. Während des Krieges hatte ich Gelegenheit, dies zu beobachten. Am Osterfest waren sie andere Menschen. Sogar die Kampfhandlungen standen still, die Russen kamen zu uns herüber, brachten Eier, Kuchen, umarmten unsere Soldaten. In Dorf und Stadt luden sie jeden zu Gaste, grüßten jeden mit dem Ostergruß: Christus ist auferstanden! (Anmerkung bei dieser Gelegenheit: Das sind bessere Kriegserinnerungen als jene an gewisse schmutzigen Gestalten in Polen, die die Wehrmachtssoldaten umschlichen und sagten „Willst du Frau?“, und dafür Waffen oder Geld verlangten.)

Wir liturgische Christen müssen wieder um ein überragendes Ostern ringen. Ich sehe eine dreifache Auferstehung: die symbolische in der Natur, die heilsgeschichtliche von Christus und die wesenhafte in der Kirche und Seele.

Der Frühling ist die Liturgie der Natur, die Ostern feiert. Wir Menschen sind nicht imstande, mit dem Aufwand von Poesie und Kunst, es der Natur auch nur annähernd gleichzumachen. Das ist tausendfaches, vielstimmiges Alleluja, das alle die neuerstandenen Geschöpfe singen. Ja, die ewige, sündenlose, heilige Natur feiert Liturgie des Osterfestes.

Vor diesem Hintergrund begibt sich wieder das große Heilswerk Christi. Im Gewande der Heilsgeschichte entscheidet sich ein harter Kampf: Leben und Tod, Licht und Finsternis ringen um die Siegespalme; Christus empfängt sie.

So soll denn zu Ostern diese dreifache Auferstehung für uns ein wunderbarer Dreiklang sein, ein dreimal gesungenes und gesteigertes Alleluja: Der Frühling ist ins Land gezogen, Alleluja! Der Herr hat sein Heilswerk vollendet, Alleluja! Unsere Seelen sind neuerstanden, Alleluja!

(Das Jahr des Heiles, Klosterneuburger Liturgiekalender von Pius Parsch, 12. Auflage, II Band, Osterteil, 1938, Verlag Volksliturgisches Apostolat (Pius Parsch), Klosterneuburg bei Wien, Seite 367 - 376)

 

1 Seid ihr nun mit Christus auferstanden...,
2 so trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist. 5 So tötet nun die Glieder, die auf Erden sind, Unzucht, Unreinheit, schändliche Leidenschaft, böse Begierde und die Habsucht, die Götzendienst ist. 6 Um solcher Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Ungehorsams. (Kolosser 3)
1 Así, pues, si resucitasteis con Cristo,
2 aspirad a las cosas de arriba, no a las que están sobre la tierra. 5 Mortificad, pues, los miembros terrenos: fornicación, impureza, pasión, concupiscencia mala y codicia, que es una idolatría; 6 por las cuales
viene la ira de Dios sobre los hijos de la rebeldía. (Colosenses 3)
1 If then you were raised with Christ,
2 set your minds on things above, not on things on the earth. 5 Therefore put to death your members which are on the earth: fornication, uncleanness, passion, evil desire, and covetousness, which is idolatry, 6 because of these things
the wrath of God is coming upon the sons of disobedience. (Colossians 3)

 

Preis dem Todesüberwinder! Uns vom Tode zu befreien, sank er in des Grabes Nacht;
unser Leben zu erneuern, steht er auf durch Gottes Macht.

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