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ETIKA |
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1CWSO2 |
Die
Sonntagspflicht (mit spannenden Geschichten) |
9.3.2002 |
Der frühere,
inzwischen verstorbene Pfarrer von Proveis mahnte
seine Schäfchen jahrelang fast jeden Sonntag in seiner Predigt daran, die Sonntagspflicht
einzuhalten, das heißt zur Messe zu kommen, als ob es nichts Wichtigeres gebe.
Andere Pfarrer wettern dagegen,
daß Naturfreunde am Sonntag bergsteigen. Einer von letzteren war der jüngst
verstorbene Chefredakteur der „Dolomiten“, Dr. Josef Rampold.
Dieser hatte schon vor der Einstellung mit seinem Arbeitgeber und vor der
Hochzeit mit seiner Frau ausgemacht: „Am
Sonntag gehe ich auf den Berg.“
Diese Dinge kamen dem Verfasser
(der selbst viele Jahre sonntagvormittags – im Schlater Wald - Fußball spielte und dann mit einer Gruppe
Waldlauf machte, später samstags oder sonntags oder an beiden Tagen wanderte
oder Ausflüge machte) kürzlich in den Sinn, als er eines Sonntagmorgens auf dem
Weg zur Kirche in den Obstwiesen zwei Bagger
dröhnen und scheppern hörte. Er dachte sich: Das muß wirklich nicht sein, und
es braucht sonntags auch keine frischen
Brötchen von der Tankstelle oder aus einer Bäckerei, und ebensowenig müssten die Jugendmannschaften am Sonntagvormittag Fußball
spielen.
Glücklicherweise gibt es heute
vielerorts eine Vorabendmesse am
Samstag, und mancherorts wird auch noch am Sonntagabend eine Messe gehalten. Da
heute sowieso alles nicht mehr so streng ist, könnten
unserer unmaßgeblichen Ansicht nach Bergfreunde die sonntägliche Messe sicher
auch einmal unter der Woche nachholen. Es gibt ja auch Bergfreunde, die das
Wandern zum Beten benutzen, ja eine regelrechte Wallfahrt daraus machen.
Dies muß jeder selbst mit Gott
ausmachen. Nachstehend jedenfalls eine Erinnerung an die Sonntagspflicht. Zur
Illustration dann noch ein paar Geschichten aus alter Zeit, die sich aber
selbst heute wiederholen könnten.
Die empfehlenswerte Zeitschrift
„Dienst am Glauben“ veröffentlichte
ein Gedicht von Pfarrer Franz Jetschgo, aus dem wir
zunächst einige Verse zitieren wollen:
Wo bleibt Gottes Ehr?
Sind viele Kirchen jetzt halb leer.
Die Glocke ruft zum hl. Ort,
doch muß man weg zu Spiel und Sport.
Mit Reisebus und mit der Bahn,
kein Gottesdienst im Tagesplan.
Der rast im Auto durch die Welt,
der andere sein Feld bestellt,
der 3. werkt an seinem Haus,
so treibt man Gottes Segen aus.
Ist Sonntag nicht mehr Tag des Herrn,
erlischt dem Leben Stern um Stern. …
Es löst sich alle Ordnung auf,
das Unheil nimmt nun seinen Lauf.
Nicht Gott läßt seine Welt im Stich,
nein umgekehrt verhält es sich. …
(Nr. 4/2007, S. 123, Jahresbezug für 15 Euro / SFr 26 bei P.
Franziskus Federspiel, Höttinger Gasse 15a, A-6020
Innsbruck)
Die „Katholische Handpostille“ von R. P. Leonhard Goffine beschreibt die heiligen
Tage, zuerst den Sonntag:
„Was ist der Sonntag?
Der erste Tag
in der Woche, an welchem der Mensch von der knechtlichen
Arbeit ruhen und sich dem Dienste Gottes und dem Heil seiner Seele besonders
widmen soll. – Tag des Herrn heißt der Sonntag, weil er der Verherrlichung und
dem Dienste Gottes, besonders aber Jesus Christus geweiht ist.
Warum wurde ein Tag in der Woche hierzu bestimmt?
Weil dieses
Gott selbst ausdrücklich befohlen und angeordnet hat durch sein Beispiel bei der
Schöpfung der Welt und durch sein wiederholtes Wort im Alten Testamente (I. Mos. 2, 2, 3; II. Mos. 16, 23;
20, 8-11; 23, 12.), und weil dies sowohl für die Seele, als für den Leib des
einzelnen Menschen und für die Wohlfahrt des Menschengeschlechtes naturnotwendig
ist.
Wodurch wird der Sonntag entheiligt?
Durch unnötige
knechtliche Arbeit,
durch Versäumnis des Gottesdienstes,
durch Müßiggang, durch zu häufigen und zu langen Wirtshausbesuch, durch Unmäßigkeit, durch unmäßiges,
gewinnsüchtiges Spielen, durch Tanzen, Markthalten und Marktbesuchen, durch
ausgeartete Vereinsfeste, auch durch sog. Ausflüge zu Schiff, auf der
Eisenbahn, durch sog. Bergtouren, wenn dabei, wie es häufig geschieht, der
Gottesdienst versäumt und dem Luxus, der Verschwendung, der Unmäßigkeit gefrönt
wird.
Wie kann die Sonntagsheiligung wieder mehr gefördert werden?
Dadurch, daß
die Kirche mit mütterlicher Strenge
ihre Kinder zur Sonntagsheiligung anhält,
die weltliche Obrigkeit durch weise
Gesetze die Sonntagsentheiligung verhindert, dem übertriebenen Vereinswesen,
dem zu langen Wirtshausbesuch, den Spekulationen der Bahn- und
Schiffgesellschaften durch billige Fahrgelegenheiten an Sonntagen, den vielen
Tanzgelegenheiten und dem Markthalten Einhalt thut,
die Eltern über ihre Kinder und
Dienstboten gehörig wachen und auch am Sonntag auf die Beobachtung einer christlichen Hausordnung dringen.
Welches sind die Folgen der Sonntagsentheiligung?
Die
Sonntagsentheiligung erzeugt unausbleiblich:
1) Irreligiosität.
2) Unsittlichkeit.
3) Gemeinheit, Sklaverei und Erbitterung.
4) Abstumpfung der geistigen und Schwächung der körperlichen
Kräfte.
5) Verarmung.
6) Allen Unsegen und alle Strafen Gottes.
Strafandrohungen Gottes gegen die Sabbatschänder.
“So haltet
meinen Sabbat! Denn er ist heilig; wer ihn entheiligt, der soll des Todes sein;
wer an demselben ein Werk thut, dessen Seele soll
ausgetilgt werden aus ihrem Volke.“ (II. Mos. 31,
14.)
„Sechs Tage sollt ihr arbeiten; der siebente Tag soll euch heilig sein, ein
Sabbat, und eine Ruhe im Herrn; wer ein Werk an demselben thut,
den soll man töten.“ (II. Mos. 35, 2.)
„Sie entheiligten meine Sabbate sehr; darum dachte Ich, meinen Grimm über sie
auszugießen in der Wüste und sie zu vertilgen.“ (Ezech.
20, 13.)
(R. P. Leonhard Goffine: Katholische
Handpostille. Kurze Auslegung aller sonn- und festtäglichen Episteln und
Evangelien, Darlegung der daraus folgenden Glaubens- und Sittenlehren,
Erklärung der hl. Messe und der wichtigsten Kirchengebräuche, Anleitung zum
Gebete in der Familie. Kleine billigste Auflage, bearbeitet nach der 65.
Auflage von P. Theodosius Florentini. Mit
bischöflicher Approbation. (25 – 30 Tausend.) Verlagsanstalt Benziger & Co.
A. G., Einsiedeln – Waldshut – Köln a/Rh. Typographen des hl. Apostol.
Stuhles.
New York, Cincinnati,
Die Strafen können auf dem Fuß
erfolgen oder – ungleich schlimmer – erst im Fegefeuer oder in der Hölle.
Nachstehend zitieren wir einprägsame Beispiele aus der
unvergleichlichen Sammlung: Neue
Gleichnisse, Beispiele und Erzählungen über die katholischen Glaubens- und
Sittenlehren für Religionslehrer, Prediger und Katecheten, zugleich ein
nützliches Lesebuch für christliche Familien. Gesammelt und alphabetisch
geordnet von P. Franz Ehmig, em.
Pfarrer zu Mosern, Leitmeritzer Diözese. Regensburg. Druck und Verlag von Georg
Joseph Manz. 1869. Vierter Band. S. 259 -267, Stichwort Sonntag)
Sonntagsentheiligung von Gott bestraft.
In Theresa, im
Staate Wisconsin in Nordamerika,
ereignete sich am 27. August 1865, wie von dort die Baltimorer
Volkszeitung schreibt, ein Fall der Sonntagsschändung, welcher sehr zur
Beherzigung empfohlen zu werden verdient. An diesem Tage, einem Sonntage, hat
ein Grundbesitzer, Namens K. von
dort, der da meinte, der liebe Gott könne den Weizen, der vom Regen naß
geworden ist, nicht auch wieder trocken machen, spöttische Reden über die
Sonntagsfeier geführt, wobei er unter Anderem sagte: Man ißt am Sonntage,
folglich muß man auch am Sonntage arbeiten. Er führte drei große Wagen voll
Weizen ein. Gegen Abend entlud sich ein furchtbares Donnerwetter, der Blitz
fuhr in den Weizenhaufen und brannte ihn nieder bis auf den Grund. Auch der
Spötter soll seinen Tod gefunden haben. (Gemeindezeitung 1865.)
Der Sonntag ist für den Gottesdienst.
Ein Richter in England, Namens Holt, einer
der ausgezeichnetsten Männer seines Standes, hatte in
seiner Jugend das Unglück, in
Gesellschaft schlechter Leute zu gerathen, welche
Religion und Tugend verachteten. Hauptsächlich luden sie dadurch eine große
Schuld auf ihr Gewissen, daß sie den Tag des Herrn auf die unverantwortlichste
Weise entheiligten und, statt den öffentlichen Gottesdienst zu besuchen, sich
in Wein- und Bierhäusern umhertrieben, durch Spiel und andere Geist und Herz verderbende
Dinge den Tag verschwendeten und Abends meist betrunken nach Hause kamen.
Eines Tages geschah es, daß Holt sich genöthigt sah,
einen Mann, in welchem er einen alten
Trink- und Spielkameraden erkannte, zum Tode zu verurtheilen.
Der Anblick dieses unglücklichen Menschen ergriff sein Gemüth
und da er selbst einst in Gefahr gewesen war, ein schlechter Mensch zu werden,
so fragte er diesen, der vor ihm stand: Mein Freund, sage mir, wo sind denn
deine übrigen Jugendfreunde geblieben? -
Der Unglückliche antwortete: Ach! außer Ihnen, mein Herr und mir, ist kein
einziger mehr übrig, der nicht unter dem Schwerte der strafenden Gerechtigkeit
gefallen, oder sonst eines gewaltsamen Todes gestorben wäre. Der Richter
seufzte tief gerührt und erkannte hierin, wie verderblich böse Gesellschaften –
besonders für die Jugend sind und welche schreckliche Folgen die
Vernachlässigung des Besuches des öffentlichen Gottesdienstes und die
Entheiligung der Sonn- und Feiertage mit sich bringt, indem daraus Verachtung
der Religion und endlich die schändlichsten Laster hervorgehen. (Hausen. 4. S.
47.)
Der Sonntag ist für den Gottesdienst.
Man bemerkt zu
Paris eine Anzahl Läden oder Waarengewölbe, über deren Eingang man die Anzeige liest:
Hier verkauft man des Sonntags Nichts; dieser Laden wird am Sonntage nicht
geöffnet. Will man wissen, wer die Bewohner dieser Häuser, die Inhaber dieser
Läden und Magazine sind? Wohlan! es sind Fremde, Deutsche, Schweizer, wovon
Mehrere sich zur lutherischen oder
kalvinischen Religion bekennen. Angenommen, daß Manche derselben lediglich
Gott zu lieb an Sonntagen ihren Handel unterlassen, wie sehr beschämen diese
Christen durch ihr Beispiel jene Katholiken, die eher (nun folgt ein Wort, das wir bei den heutigen strengsten Gesetzen kaum
mehr abdrucken können, ohne von der Justiz belangt zu werden) als
Katholiken genannt zu werden verdienen, da sie gerade den Sonntag benützen, um
Geschäfte zu machen! (Hausen 4. S. 47.)
Am Sonntage sollen alle knechtlichen
Arbeiten bei Menschen und Thieren ruhen.
In Aegypten ist ein
Brunnen, welcher bis auf diese Stunde den Namen: Jesusbrunnen hat, weil die Mutter Gottes, als sie vor Herodes floh,
das göttliche Kind darin gebadet hat. Von diesem Brunnen wird der
nächstliegende Garten bewässert; weil aber dessen Wasser nicht hinreichet, so schöpfen vier Ochsen mittelst eines Rades
anderes Wasser hinein. Diese Ochsen hören am Samstage Abends
auf, zu schöpfen, und machen von freien Stücken Feierabend bis zum Montag, und
können durch keine Schläge zur Arbeit gebracht werden. Der Sonntag ist ein
Ruhetag für Mensch und Vieh. (Andricom. de terra sancta.)
Sonn- und Feiertage sind Tage der Ruhe.
Ein Priester
traf am Feste Mariä Himmelfahrt einen Bauer
mit seinem Weibe auf dem Felde an, wo sie Getreide schnitten, worüber er ihnen
einen Verweis gab. Was, sagte der Mann, gestern war Sonntag, da mußten wir
feiern und heute sollen wir wieder nicht arbeiten? Was habt
ihr Geistlichen für eine seltsame Einrichtung, daß ihr die Leute von der nothwendigen Arbeit abhaltet? Aber wir Bauern müssen uns
mit harter Arbeit ernähren. Feiertag hin, Feiertag her, nach verrichteter
Arbeit ist erst gut feiern. Da er in noch größere Gotteslästerungen ausbrechen
wollte, und hiezu schon den Mund öffnete, da stürzte er des jähen Todes hin;
das Weib aber, weil sie auf Befehl des Mannes an diesem heiligen Tage
gearbeitet hat, kam mit einer gelinderen Züchtigung davon. Sie konnte weder
Sichel noch Getreide aus der Hand lassen, bis ihr Mann im Beisein einer großen
Volksmenge zur Erde bestattet wurde. Halte demnach Sonn- und Feiertage in
Ehren. (In vita Ottonis Episcop.
Bamberg.)
Sonntagsarbeiten bringen keinen Segen.
Der heilige Johannes, Patriarch von Alexandria,
hatte zwei Kirchendiener, welche
Schuhe machten und neben einander wohnten. Der Eine hatte ein Weib, viele
Kinder und seine Aeltern zu ernähren, versah seinen
Kirchendienst pünktlich und ernährte mit Gottes Hilfe von seinem Handwerke alle
seine Angehörigen. Der Andere dagegen, obgleich er gelehrter war, als Jener,
konnte sich nicht einmal allein ernähren, obgleich er an den Sonntagen
arbeitete. Er beneidete deßwegen seinen Nachbar und
da er einmal seines Neides nicht mehr mächtig war, sprach er zu ihm mit
gereizter Stimmung: Woher bist du doch so reich? Ich dagegen bin in Armuth gerathen, obgleich ich
mich mehr als du auf’s Handwerk verlege. Der Andere
wollte ihn zum Besuche der Kirche an Sonntagen bewegen und antwortete: Ich
finde mein Geld auf dem Boden und davon bin ich allmählich reich geworden; aber
wenn du willst, werde ich dich jederzeit rufen, komme dann mit mir, und du
wirst die Hälfte von dem erhalten, was wir finden. Als sich nun dieser
herbeiließ, ihn an den Sonntagen in die Kirche zu begleiten, segnete ihn Gott
und machte ihn wohlhabend. Einstens sagte der gute Rathgeber zu ihm: Siehst du,
mein Bruder, wie viel meine Unwahrheit deiner Seele und deinem Vermögen genützt
hat! Ich habe niemals Etwas auf dem Boden gefunden, wie du in Hinsicht des
Geldes gemeint hast, sondern weil der Herr gesagt hat: Suchet zuerst das Reich
Gottes und seine Gerechtigkeit und dieses Alles wird beigegeben werden: darum
nahm ich Veranlassung, um dich damit zu gewinnen; und siehe, ich habe mich
nicht umsonst bemüht, sondern du hast gefunden und zwar viel gefunden. Als der
heilige Johannes dieses vernommen hatte, machte er den klugen Rathgeber zum
Priester, denn er war bisher nur Lektor. (Anmerkung
ETIKA der Wahrheit zuliebe: Damals gab es also auch verheiratete Priester.)
Sonntagsentheiligung von Gott bestraft.
Einmal ging
ein gewisser Amulgerus
an einem Sonntage auf das Feld, um dort zur Zeit der Ernte Garben zu binden. Er
belud damit seinen Wagen und begann, unbekümmert um die Heiligung des Sonntags,
mit diesem nach Hause zu fahren. Da fiel ihm eine Aehrengräte
in’s Auge und er wurde auf dem rechten Auge blind. In dem Schmerz über das
verlorene Age schwächte er auch das andere dergestalt, daß er bald ganz
erblindete. Nun kam Erkenntniß, Reue, Vorsatz,
Wehklage über ihn. Ganze Nächte brachte er im Seufzen zu. Einmal vernahm er die
Worte: Gehe zu meinem Diener Remaklus, dort wirst du Hilfe finden. Remaklus
war Klosterabt im siebenten
Jahrhunderte. Schnell stand er am folgenden Tage auf und ließ sich zum
Grabe des Heiligen führen. Er kam an einem Sonntage bei dem Grabe an. In der
Nacht, da die Mönche die Psalmen sangen, betete er in der Kirche, wo er kein
Licht sah. Er öffnete nun beide Augen; er sah und lobte Gott den Herrn, der ihm
auf die Fürbitte seines Dieners solche Gnaden erwiesen. Er eilte nun freudig
nach Hause und erzählte, was der Herr an ihm gethan.
Gott straft knechtliche Arbeit am
Sonntage.
Zur Zeit des
heiligen Maurilius, Bischof von Angers, eines Zeitgenossen des heiligen Ambrosius, ging einst ein Handwerker an einem Sonntage an seine
gewöhnliche Arbeit, ohne auf die Heiligkeit des Tages Rücksicht zu nehmen. Zur
Strafe dafür blieb der Stiel der Axt,
deren er sich bediente, so fest an seiner Hand hängen, daß es unmöglich war,
sie davon zu trennen. Nachdem er fünf Monate lang unter den heftigsten
Schmerzen in diesem Zustande zugebracht hatte, nahm er seine Zuflucht zu dem
heiligen Bischof Maurilius,
bekannte ihm seinen Fehler und bat ihn unter Thränen,
sich seines Elendes zu erbarmen. Maurilius
hatte Mitleid mit ihm, berührte nun den Stiel der Axt, die durch keine
menschliche Bemühung hätte hinweggenommen werden können, und im nämlichen
Augenblicke streckten sich die Finger des Unglücklichen, seine Hand öffnete
sich, der Stiel trennte sich von derselben und er war vollkommen geheilt.
Sonn- und Feiertagsentheiligung von Gott bestraft.
Zur Zeit
Kaiser Heinrichs II. begleitete der Priester
Bokeus den Bischof von Bamberg auf seiner Reise,
die sie der nothwendigen Eile wegen auch am Feste des heiligen Laurentius
fortsetzen mußten. Da bemerkten sie Bauern,
welche an diesem Feiertage am Felde arbeiteten. Als Bokeus
dies sah, rief er sie an und sprach: Ihr Unbesonnenen, was macht ihr denn da?
Heute ist ja das Fest des heiligen Laurentius, ein gebotener Feiertag, und ihr
waget es, diesen Tag zu entheiligen! Da erwiederten (Anmerkung: wir schreiben alles wie im
Original) die Landleute: Wir können nicht alle Tage feiern. Bokeus sprach: Ich weiß es und bin fest überzeugt, daß
diese Entheiligung nicht ohne Strafe Gottes abgehen werde und daß ihr diese
Sünde schwer werdet büßen müssen; denn gewiß verzehrt euch das Feuer vom Himmel Alles, was ihr auf
diese unerlaubte Weise geerntet habet. Er hatte seine Rede kaum vollendet, als
das, was er ihnen angedeutet hatte, bereits in Erfüllung ging. Von nun an
hielten sie die Feier der Sonntage und Feste mit mehr Treue und Andacht.
Strafe Gottes für Entheiligung der Sonn- und Feiertage.
Ein deutscher Edelmann war dem Jagen so sehr ergeben, daß er auch an
Sonn- und Feiertagen mit seinen Hunden auf die Jagd ging. Seine fromme Gemahlin
mahnte ihn vielfältig davon ab. Endlich gab ihm der gerechte Gott zu verstehen,
wie mißfällig Ihm dieses sei. Als er einst wieder mit seinen Hunden
hinausgeritten war, wurde die Frau zu Hause Mutter eines Kindes, dessen Kopf vollkommen einem Jagdhunde ähnlich
sah. Dieß bewog den Edelmann, künftig das Jagen an
Sonn- und Feiertagen zu unterlassen.
Den Sonntag kennen selbst die Thiere.
Ein deutscher Protestant erzählt Folgendes: An Pfiffigkeit übertrifft wohl kein
Vogel die Elster. Ich erinnere mich
eines Beispiels davon aus meinen Knabenjahren. Ich pflegte unter die Vögel zu
schießen, deren eine Menge durch einige Vogelbeerbäume vor meinem Hause
herbeigelockt wurde. An den Tagen, wo ich schoß, ließen sich ein paar Elstern,
welche ganz in der Nähe nisteten, niemals auf dem Platze blicken; aber am
Sonntage hüpften sie furchtlos herum, weil da nie ein Gewehr losgeschossen
wurde. Sie schienen wirklich zu merken, daß an diesem Tage keine Gefahr zu
besorgen war. Ein Freund versicherte mich, dasselbe an Krähen beobachtet zu haben; sie kamen Sonntags an Orte, wo man sie
die Woche über niemals sah; und in England hat man wirklich das Sprichwort: So
glücklich wie eine Krähe am Sonntage. Es scheint dieß
darauf hinzudeuten, daß die Thiere allerdings im
Stande sind, wenn ich so sagen darf, einigermaßen die Zeit zu messen. Zur
Bekräftigung führe ich noch Einiges an.
Ein Pächter hatte einen Hund, der
ihn überallhin begleitete, nur Sonntags nicht. An
diesem Tage war er nie aus dem Hause zu bringen. Einmal trat ein hoher Festtag
ein; der Pächter legte deßhalb seine besten Kleider
an und begab sich in die Kirche. Der Hund ging, wie sonst, eine Weile mit,
schien aber zu merken, daß an seinem Herrn nicht Alles war, wie sonst. Er sah
ihm ängstlich und argwöhnisch in’s Gesicht und ging
dann langsam dem Hause zu. Der Pächter rief ihm und der Hund kehrte um; jetzt
aber läuteten die Glocken zur Kirche, nun schien der Hund auf einmal zu
begreifen, was es gebe und lief spornstreichs nach Hause. -
Auch weiß ich, daß vier Pferde,
welche sechs Tage in der Woche regelmäßig angespannt wurden, sich sehr ungeberdig zeigten, wenn sie an dem Tage hinaus sollten, an
dem sie zu ruhen gewohnt waren; an ihren gewöhnlichen Tagen waren sie durchaus
folgsam. -
Bekanntlich ist die den Engländern gehörige Felsenfestung Gibraltar, am
mittelländischen Meere in Spanien, der einzige Punkt in Europa, wo Affen hausen. Bekanntlich halten die
Engländer den Sonntag heilig und jagen an demselben nicht. Den englischen
Offizieren, welche in Gibraltar in Garnison lagen, ist es wohl bekannt, daß
jeden Sonntag und nur Sonntags, sich eine große Menge Affen an einem gewissen
Fleck des Felsens zeigt, von wo man den Platz übersieht, auf welchem die
Kirchenparade stattfindet.
Sonntagsarbeiten will Gott nicht!
Nothburga,
dieses Muster christlicher Dienstboten, trat bei einem Bauer, in der Nähe von Rottenburg in Tirol, in Dienst, stellte aber die Bedingung, daß sie an den
Vorabenden der Sonn- und Feiertage, sobald die Glocke das Zeichen zum
englischen Gruße gegeben, nicht mehr arbeiten dürfe. Gern willigte der Bauer in
diese Bedingung ein, weil er Nothburga als eine
fromme, fleißige und heiligmäßige Jungfrau kannte.
Einst arbeitete Nothburga an einem Samstag
Nachmittags mit den übrigen Dienstboten und ihrem Herrn auf dem Felde; es war
gerade Erntezeit und die Arbeit sehr dringend. Die Abendglocke läutete und Nothburga stellte ihre Arbeit ein; der Bauer aber
verlangte, daß sie bei diesem Ausnahmsfalle, bei so
dringendem Geschäfte, die Arbeit fortsetze. Da erhob Nothburga
ihren Blick gegen Himmel und betete:
Gott! sei Richter zwischen mir und
meinem Dienstherrn! Ist meine Bedingung, an Feierabenden nicht zu halten,
sondern Gott zu deinen, unrecht; so soll es die Sichel zeigen! Mit diesen Worten hob sie ihre Sichel in die Höhe,
ließ sie los, und siehe! o Wunder! die Sichel blieb frei in der Luft schweben,
zum Zeichen, daß Gott auf der Erfüllung der Bedingung bestehe und es Ihm
wohlgefällig sei, wenn Nothburga ihre Arbeit
einstelle. Sogleich ließ der Bauer die Arbeit auch einstellen, bat Nothburga um Verzeihung und versprach ihr, nie mehr zu verlangen,
daß sie an einem Vorabende nach dem Glockenzeichen
arbeite.
Erlaubte und nicht erlaubte Sonntagsarbeiten.
Im Jahre 1270
ist zu Magdeburg ein Jude, mit Namen Salomon, außer der
Stadt in eine morastige Grube
gefallen, hat aber, um den Sabbat nicht zu entheiligen, nicht gestattet, daß
ihn Christen herauszögen; er blieb also in seiner morastigen Herberge sitzen.
Darauf hat der Magistrat von Magdeburg noch an demselben Tage bei Strafe den
Christen verboten, ihn am darauf folgenden Sonntage herauszuziehen, da der
Sonntag den Christen ebenso heilig sei, wie der Sabbat den Juden. So mußte der
Jude bis zum Montage sitzen bleiben. Hier haben Beide gefehlt, der Jude und der
Magistrat; Beide legten das dritte Gebot zu scharf aus.
Auf Sonntagsarbeiten ruht kein Segen.
Im Leben des heiligen Leufred
heißt es: Nachdem er an einem Sonntage den Gottesdienst gehalten, ging er in’s Freie, sah Bauern
ackern, verwies es ihnen scharf, ließ sich noch weiter hinreißen und brachte
diesen Fluch aus: Herr, laß doch zu,
daß diese Erde unfruchtbar werde, daß sie ewig
nur Dörner und Disteln trage. Und so wurde es und blieb es bis auf heute.
Es ist kein Segen auf Sonntagsarbeiten; Petrus … Haltet doch den Sonn und
Feiertag heilig!
Soweit die Berichte und
Gleichnisse von P. Franz Ehmig.
·
In diesem Sinne und in seinem Geiste warnen wir alle Behörden, die Öffnung der Geschäfte an Sonntagen zu
erlauben. Ebenso warnen wir die Geschäftsinhaber.
Jenen Ladenbesitzern, Gemeindeverwaltungen, Verbänden, Gewerkschaften und
Politikern, die die Öffnung an Sonntagen bisher unmöglich gemacht haben, danken
wir. Sie werden von Gott belohnt werden. Freilich haben wir Verständnis für gewisse Berufsgruppen,
die sonntags arbeiten müssen, wie Angehörige der Hilfsdienste und der Polizei,
Journalisten und dergleichen.
Vicente F. Delmonte
erblickte während seiner Jenseitsreise, beschrieben in dem Roman „Jedem nach seinen Taten“ (zu beziehen
für 16,80 Euro plus Porto beim Verlagshaus Monsenstein
& Vannerdat, Am Hawerkamp
31, D-48155 Münster, oder über www.etika.com
), folgende Szene im Fegefeuer (S.
224):
Der Programmgestalter eines
Kirchensenders, der sonntags in aller
Früh nach den Nachrichten von Radio Vatikan und dem Heiligenkalender den
Schlager gespielt hatte: „Ein Sonntag im
Bett …“ .. war in einen Raum eingesperrt, wo es nichts anderes zu lesen und
zu hören gab als das Sonntagsgebot, das von allen Wänden prangte und durch ein
Mikrophon unaufhörlich wiederholt wurde.
Zwei Schlußappelle: Vergessen
wir nie das dritte Gebot Gottes! II.
Mose 20:
8 Gedenke des
Sabbattages, daß du ihn heiligest.
9 Sechs Tage sollst du arbeiten
und alle deine Werke tun.
10 Aber am siebenten Tage ist des Sabbat des
HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine
Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd,
dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt.
11 Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und
Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten
Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn.
Zweite Mahnung: Es ist zwar
wichtig, die Sonntagspflicht zu erfüllen. Aber dies ist umsonst, wenn man nach dem Gottesdienst nach Hause geht, die erhaltenen
Lehren vergißt und nicht nach dem Evangelium lebt. Es ist umsonst, wenn man das
Brot des Lebens ißt und nicht danach Christus nachfolgt, die Gebote Gottes
hält, sich in den Tugenden vervollkommnet.
Nachbemerkung 9.3.2008: Am Beginn einer Wanderung am Sonntag danach sagt ein
Nachbar: Früher mußten die Bauern den Pfarrer um Erlaubnis fragen, wenn sie am
Sonntag eine dringende Arbeit verrichten wollten. Und dann: Während unten im Dorf die Gläubigen beim
Gottesdienst sind, schrillt oben im Wald eine Motorsäge und stört die
sonntägliche Waldesruh. Die Leute haben keine Ehrfurcht
mehr.