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27SPF0

Fußball aktuell

6.8.2010

270 Spiele sollen im europäischen Fußball manipuliert worden sein, davon 53 in Deutschland. Dies hat die Staatsanwaltschaft Bochum ermittelt. Die Gauner – Wetter, Schiedsrichter, Spieler - kassierten bei Wetten Millionen Euro. (NWZ 15.7.2010) Wurden auch WM-Spiele manipuliert? Manchmal hatte man solche Gedanken: bei verschossenen Elfmetern, nicht gehaltenen Torschüssen, Hinausstellungen, Nicht-Hinausstellungen, nicht gegebenen Toren, fälschlich gegebenen Toren. Gott weiß es genau.

WM-Splitter

Anstandsregeln – oder das Fußballspiel geht unter. Das absichtliche Berühren des Gegners, Festhalten usw. sollten als Foul bestraft werden. Fußball soll schön, positiv, konstruktiv sein. Es ist unfair, den Gegner nicht zu seinem Spiel kommen zu lassen und durch Destruktion den Sieg zu erringen. Anständig ist es, durch die Überlegenheit des eigenen Systems und durch Schnelligkeit, vollendete Technik sowie Kampfgeist zu gewinnen. Ist es nicht etwas Schönes, wenn sich eine Mannschaft frei entfalten kann, zeigen darf, was in ihr steckt? Genauso wie es wunderbar ist, wenn sich ein Mensch, ein Volk frei entfalten kann. Bei der Weltmeisterschaft in Südafrika 2010 sind nur deshalb spielerisch hervorragende Mannschaften (besonders Lateinamerikaner und Osteuropäer) vorzeitig ausgeschieden, weil das von den meisten Schiedsrichtern tolerierte allgemeine Foul-Spielen talentierten Stürmern (wie Messi, Luis Fabiano, Ronaldo) kaum Bewegungsfreiheit gelassen hat. Schämt sich denn niemand mehr für Fouls? Beim Spiel Uruguay gegen die Niederlande erfuhr man, dass diese Südamerikaner bei der WM bis dahin 64 Fouls begangen und sechs gelbe Karten bekommen hatten; bei den Holländern waren sogar 72 Fouls registriert worden und sie hatten zwölf gelbe Karten kassiert. Am Rande bemerkt: Brasilien ist zudem deshalb gescheitert (1:2 gegen die Niederlande), weil Trainer Dunga das „jogo bonito“ (schöne Spiel) verboten hat. Und Argentinien hat sein Debakel (0:4 gegen Deutschland) auch deswegen erlebt, weil der zweite Mann im Betreuerteam den unmoralischsten Spruch dieser WM losgelassen hat und Maradona ebenfalls eine eher unmoralische Handlung begehen wollte im Fall eines Triumphes für Argentinien; bei solchen unchristlichen Verhaltensweisen kann kein Rosenkranz mehr helfen. Beim Endspiel Niederlande – Spanien (0:1) teilte der englische Schiedsrichter Howard Webb 13 Gelbe Karten aus und einmal Gelb-Rot. Wir wiederholen: Das Fußballspiel darf nicht weiter zu einem Gladiatorenkampf entarten. Es ist nur zu retten, wenn die FIFA das absichtliche Berühren des Gegners mit Foul ahnden lässt. Und um schönere Spiele und mehr Tore zu ermöglichen, wäre es sinnvoll, die Abseitsregel abzuschaffen.

Defensivfußball ist Primitivfußball. Otto Rehhagel (71) ist mit seiner „Betontaktik“ und der Mannschaft Griechenlands gegen Argentinien (Trainer Maradona) verdient gescheitert; die 0:2-Niederlage war auch eine Strafe für die unschöne Manndeckung des Stürmerstars Lionel Messi. Ebenso ist die von Trainer Ottmar Hitzfeld defensiv eingestellte Schweizer Elf vorzeitig ausgeschieden, während etwa die munter drauflos stürmenden Chilenen (unglaublich ihre Schnelligkeit und ihr Kampf um jeden Ball 75 Minuten lang im Spiel gegen Spanien, Trainer der mit wissenschaftlichen Methoden arbeitende Argentinier Marcelo Bielsa), die Paraguayos (Trainer der Argentinier Gerardo Martino) sowie die Slowaken (unter Trainer Vladimir Weiss) die Vorrunde überstanden. Defensivfußball ist, mit ethischen Augen betrachtet, unsportlich und unfair. Zwar gewann Inter Mailand kurz vor dem WM-Turnier das Pokalendspiel gegen die Ribéry-Elf von Bayern München, doch kann sich keine Mannschaft auf das Glück verlassen, dass bei gelegentlichen Kontern ein Tor erzielt wird. Der gesunde Menschenverstand sagt, dass es sicherer ist, das Spiel in die gegnerische Hälfte zu verlagern und den Ball solange zu halten, bis sich eine torreife Gelegenheit bietet. Alles Große ist einfach. Wenn geschossen wird, dann bitte konzentriert. Bei den vielen, vielen Schüssen über und neben das Tor kann man gar nicht glauben, dass es sich um hoch bezahlte Profis handelt. So viel Geld verdienen sie auf keinen Fall, niemand, das zeigt der bisherige Verlauf der Spiele. Mindestens die Hälfte der Gehälter und Ablösesummen sollte einem zu gründenden Armenfonds (siehe ETIKA 4) zugutekommen.

Elfmeterschießen. Erfunden 1970 von Schiedsrichter Karl Wald aus dem bayerischen Penzberg. 1976 von der Fifa eingeführt. (NWZ 26.6.2010 sid) 5 Spieler von jeder Mannschaft treten an. Danach wird abwechselnd weiter geschossen, bis ein Ball nicht ins Tor trifft. (ebd dpa) Was man bei der WM gesehen hat, war haarsträubend. Wir empfehlen, beim Training häufig sowohl auf Tore als auch auf Torwände zu schießen. Sinnvoll wäre es, Torwände mit doppelt oder dreifach so großen Löchern aufzustellen, auf die aus wechselnder Entfernung gezielt wird.

Endspieltip. Unsere bescheidene Meinung: Deutschland (oder Argentinien) gegen Brasilien. Sieger Brasilien. (1.7.2010) Nachbemerkung am 5.7.2010: Wir haben uns vertippt. Beim Fußball ist es wie bei den Wettervorhersagen.

Gerechtigkeit. Ja, auch sie kommt oft zum Vorschein, bei der WM ebenso wie im Fußball-Alltag. Weiter unten ist vom Aufstand der Kleinen und der Rache der Ersatzbänkler die Rede. Beispiel 1: Symptomatisch dafür ist der Fall des brasilianischen Kapitäns Lucio, ehemals Bayern München. Wie der überragende Abwehrspieler in Johannesburg sagte, hat es ihn „sehr glücklich gemacht, (mit Inter Mailand) gegen einen Verein zu gewinnen, der kein großes Vertrauen in meine Arbeit mehr hatte und auf diese Weise im Finale die passende Antwort zu geben.“ Beispiel 2: das Wembley-Tor 1966. Ein weiteres Exempel der göttlichen Gerechtigkeit erlebte jedermann beim Spiel England – Deutschland am 27.6.2010. In der ersten Halbzeit traf Frank Lampard die Latte. Der Ball sprang hinter der Linie auf den Boden und zurück ins Spielfeld. Es ging so schnell, dass weder Schieds- noch Linienrichter erkannten, was geschehen war. Die Uruguayer ließen weiterspielen. Kurz darauf erzielte Upson für die Engländer ein regelrechtes Tor. Hätte es 2:2 gestanden, hätten die Deutschen in der zweiten Halbzeit vermutlich nicht noch zwei Tore geschossen (Endstand 1:4, die größte Niederlage Englands gegen das andere Stammland des Fußballs). Wer ein bisschen Gerechtigkeitssinn besitzt, wird zugeben, dass das in Bloemfontein nicht gegebene Tor der Ausgleich für das Tor im Wembley-Stadion beim WM-Finale am 30.7.1966 war, das keines war. Beim Stand von 2:2 in der Verlängerung war ein Ball von der Latte auf die Torlinie und zurück ins Feld gesprungen. Der Schweizer Schiedsrichter hatte es nur wegen der Meinung des russischen Linienrichters als Tor gelten lassen. Damit war England Weltmeister geworden. Doch gestand „Torschütze“ Hurst 35 Jahre später in seiner Autobiographie, dass es kein Tor gewesen war. (Dolomiten 25.6.2010 dpa) –

Rooneys erneutes WM-Versagen … Der brutale Spielrhythmus des Insel-Fußballs wurde ihm zum Verhängnis.“ (Südwestpresse 29.6.2010 dpa) Rooney symbolisiert den Niedergang des englischen Fußballs.

Internationale Pressevertreter haben gerecht entschieden, als sie Uruguays Meisterschützen Diego Forlan zum besten Spieler der WM erklärten, Iker (Baske?) Casillas von Real Madrid zum besten Torhüter und Thomas Müller zum besten Nachwuchsspieler. (NWZ 13.7.2010) –

Warum die Holländer (mit Ausnahme von Arjen Robben und vielleicht Wesley Sneijder) den Weltmeistertitel nicht verdient haben? Ihr großer alter Mann Johan Cruyff kommentierte in „El Periódico“ (er hatte einst in Barcelona gespielt) das Endspiel gegen Spanien: „Das Spiel war hässlich, hart, grob und viel zu defensiv.“ (NWZ 13.7.2010) Die „Daily Mail“ freute sich: „Die Biester 0, die Schönen 1: Spanien erobert die Weltspitze und schlägt die holländischen Holzschuhe“. (Dolomiten 13.7.2010 dpa) Man wundert sich nicht, dass die Holländer 25 Spiele lang ungeschlagen waren. Die schwedische Zeitung „Expressen“ analysierte: „Die Niederländer entschieden sich für Aggressivität, die in Brutalität umschlug. Es hätten noch mehr von ihnen vom Platz fliegen müssen, nicht nur Heitinga.“ – Der sozialistische Ministerpräsident Zapatero hat die Lorbeeren zwar nicht verdient, wohl aber die Mannschaft von Vicente del Bosque. Wie aus dem Titel hervorgeht, den die „Dolomiten“ machten: „So gerecht kann Fußball sein. Die beste Mannschaft der Welt ist Weltmeister – Iniesta wird zum Symbol für ein tolles Team: Genial, erfolgreich und bescheiden“. (13.7.2010) In der 116. Minute gelang Andrés Iniesta das erlösende Tor, nachdem die millionenschweren Kicker allzuoft über oder neben das Tor oder auf den Torwart geschossen hatten – eigentlich unglaublich. Sollen wir ihnen das Toreschießen beibringen? Wir würden jeden stundenlang allein auf das Tor oder den Pfosten schießen lassen, wie wir selbst es in H. getan haben. Wenn man vorbeischießt, muß man den Ball von hinten holen, das wirkt. Übrigens gehörten dem spanischen Kader sieben Katalanen und drei Basken an.

Parasiten. Sportredakteure dürfen manchmal Dinge schreiben, die Politikredakteuren verwehrt sind. So lesen wir in der Südwestpresse vom 25.6.2010 die erstaunliche Überschrift „Kicker am Kap so parasitär wie die Politiker“. Am Schluss heißt es, dass der „Sportschreiber“ und Südafrika-Kenner John Carlin die südafrikanische Fußballmannschaft mit der „parasitären schwarzen Elite“ vergleicht: „Trittbrettfahrer, die ihren Reichtum fast nie durch harte Arbeit oder das Eingehen von Risiken erlangen, sondern durch gute Beziehungen in die Politik oder Referenzen aus dem Befreiungskampf. Sie stellten mit Vorliebe ihre teuren Autos und glamoureusen Freundinnen zur Schau… Viele Spieler würden … vor jedem Turnier mit Hingabe um Prämien feilschen, ohne später irgendeine Gegenleistung zu erbringen.“ (Südwestpresse, Wolfgang Drechsler)

Politik. Die Wechselwirkung Politik – Fußball ist nicht zu leugnen. So freute sich der iranische Außenminister Manouchehr Mottaki: „Diejenigen, die eine Schlüsselrolle bei der Verhängung neuer Sanktionen gegen den Iran gespielt haben, wie Amerika, England und Frankreich, wurden frühzeitig eliminiert.“ (Südwestpresse 1.7.2010) Das wird manchen Deutschen auf den Gedanken bringen, dass eigentlich auch die wichtigsten Gegner Deutschlands im Zweiten Weltkrieg zum Teil schmählich vorzeitig ausgeschieden sind, nämlich die Alliierten Russland, USA, Frankreich, Italien und England. – Bundeskanzlerin Angela Merkel flog mit einem eigenen Flugzeug auf Kosten der Steuerzahler nach Südafrika, um beim Spiel gegen Argentinien dabei zu sein, und jubelte über das 4:0. Nicht genug, auch der neugewählte Bundespräsident Christian Wulff hat sich zum Spiel gegen Uruguay um Platz 3 angesagt. Kommentar einer Hausfrau: „Sie vertun unser ganzes Geld, und die Bürger sollen sparen.“ (9.7.2010)

Prominenz. Rolling Stone Mick Jagger drückte Amerikanern, Engländern, Brasilianern und Argentiniern die Daumen. Alle verloren. Vor solchen Fans sollten sich alle Mannschaften hüten.

Reporter. Manche schlafen bei entscheidenden Szenen oder erkennen das Wesentliche des Spiels nicht, wie ein ungenannter Reporter beim sensationellen Auftritt der ununterbrochen stürmenden Weltklassemannschaft Chiles beim Treffen gegen Spanien, das die Südamerikaner nur infolge Pech 1:2 verloren. Andere Reporter entschuldigen Fouls als „übermotiviert“. Wenige sind in der Lage, schnell zu reagieren, eine komplizierte Situation richtig zu erfassen und am passenden Ort Hintergrundinformationen einzubauen; ein Lob für Béla Réthy vom ZDF. Etliche Reporter kommentieren die Spiele, als ob sie es mit einem Stammpublikum zu tun hätten. Es schauen und hören aber bei einem solchen Großereignis viele Millionen zu, die keine Vorkenntnisse haben, nicht wissen, wie irgendein Bundesligaspiel ausgegangen ist und für die auch der Begriff Relegationsspiel ein Fremdwort ist. Also bitte mehr erklären, die Reportage spannend gestalten, vor allem aber gerecht urteilen! Dies gilt besonders für die Kollegen von der schreibenden Zunft, wenn sie in Grafiken Einzelkritiken „sehr gut“, „solid“, „schwach“ und dergleichen vergeben. Wenn ein Moderator (Gerhard Delling, ARD) einem Experten Fragen stellt, wäre es fair, wenn er die Antworten nicht vorwegnimmt und selbst Vorträge hält. Der gepiesackte Ex-Real-Spieler Günter Netzer tat uns ganz leid, denn was sollte er noch sagen. Mustergültig übrigens die Grafik mit sämtlichen Terminen, Ergebnissen und Tabellen, welche die Südwestpresse täglich veröffentlicht. Man kann sie bei jedem Spiel zur Hand nehmen und hat den Überblick. – „Tore sieht man natürlich immer gern“, sagt Kathrin Müller-Hohenstein grinsend (sonst lächelt sie ja auf sympathische Weise). Eine Unverschämtheit, denn gerade hatte das ZDF eine Zusammenfassung des torlosen Spiels Paraguay – Japan gebracht und nur die letzten Tore des Elfmeterschießens gezeigt, statt die Zuschauer beim ganzen Elfmeterschießen mitfiebern und alle Tore erleben zu lassen (5:3 für Paraguay), zumal bis zum Abendspiel eine ganze Stunde dafür zur Verfügung stand. Es ist ja nicht die Schuld des Zuschauers, wenn gleichzeitig mit dem Spiel ausgerechnet der beste Soko-Krimi seit langem gezeigt wird, die anderthalbstündige Folge „Tod einer Polizistin“ (2006). Wegen der spannenden Handlung war es unmöglich, zum Beginn des Elfmeterschießens umzuschalten. – Beleidigungen der Gegner sollten auch in der Presse vermieden werden. Wenn die Bild-Zeitung am 3.7.2010 mit der Schlagzeile herauskam: „Adios Diego. Dein Messi kriegt heute auf die Fressi!“, so ist das primitiv. – Rundfunk- und Fernsehreportern sollte zur Pflicht gemacht werden, ausländische Namen richtig auszusprechen. Unerträglich war es, Dutzende Male den Namen Cacéres (Uruguay) anhören zu müssen statt Cáceres, was deutlich auf dem Trikot stand. Auch Puyol (Katalane vom CF Barcelona) dürfte etwas sein als Pujol. – Wenn Ex-Nationaltorhüter Oliver Kahn nach schlimmen Fouls im ZDF in einer Halbzeit noch immer dafür plädiert, Härte sei als Mittel im Fußball zu akzeptieren, dann hat er sich selbst disqualifiziert; man sollte ihn durch einen anderen Experten ersetzen. – Unglaublich, wie „La Gazzetta dello Sport“ noch in der Nacht so viele aktuelle Seiten über das Endspiel zusammenbrachte. (Ausgabe vom 12.7.2010)

Schiedsrichter. Der brasilianische Superstar Kaká wurde vom Platz gestellt, weil er im Spiel gegen die Elfenbeinküste „Kader Keita leicht mit der Hand vor die Brust stieß, der Ivorer fasste sich theatralisch ins Gesicht und fiel um“. (Südwestpresse 22.6.2010 Thomas Gotthardt) Kritik prallt an den WM-Schiedsrichtern ab, die ein „Kartell des Schweigens“ bilden. (ebenda, derselbe) Obwohl ein brasilianischer Schiedsrichter in seinem Land für sechs Wochen wegen Manipulationsverdacht gesperrt wurde und Flamengo Rio de Janeiro eine DVD mit dessen Fehlentscheidungen an die Fifa schickte, wurde dieser in Südafrika eingesetzt. (ebenda, sid) Von weiteren Fehlentscheidungen berichtete die Süddeutsche Zeitung: „Das große Frankreich hat sich in der Qualifikation gegen das kleine Irland durchgesetzt, weil Thierry Henry den Ball mit der Hand spielte; alle außer dem Schiedsrichter haben es gesehen.“ Ebenso kritisiert Christian Zaschke das Tor von Luis Fabiano gegen die Elfenbeinküste, „dem zwei Handspiele vorausgingen; alle außer dem Schiedsrichter haben es gesehen.“ Freilich beteuerte Fabiano, dass es ohne Absicht geschehen sei. Jedenfalls ist in der SZ auch von der „organisierten Wettkriminalität“ die Rede. Thomas Gotthardt geht noch einen Schritt weiter. Er kritisiert zunächst inkompetente SchiRis: „Die Rote Karte, die der kolumbianische Unparteiische Oscar Ruiz dem Franzosen Gourcuff in der Partie gegen Südafrika (nach einem normalen Kopfballduell) gezeigt hat, war einfach nur ein Witz.“ Und fährt dann fort im Zusammenhang mit dem Fifa-Maulkorberlass: „Das führt nur dazu, dass die Gilde als geheimbündlerisch wahrgenommen wird. Es wird Zeit, dass auch dort Transparenz einkehrt.“ (Südwestpresse 23.6.2010)

Schnelligkeit. Die Financial Times hat ausgerechnet, dass die jüngere deutsche Elf (Durchschnittsalter 25 Jahre) beim Spiel gegen England (Durchschnittsalter 29 Jahre) im Durchschnitt 25 km/h gelaufen ist, die englischen Verteidiger aber höchstens 21 km/h. Noch viel schneller kamen uns Chilenen, Slowaken, Ghanaer, Brasilianer sowie die anderen lateinamerikanischen Mannschaften vor. So ist es recht: Die Schnellsten und technisch Ausgereiftesten sollen gewinnen, wobei der Kampfgeist die entscheidende Rolle spielt. Lob dem Fleißigen, nicht dem Faulen!

Siegeswillen. Bei vielen Spielen der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika 2010 hat man gesehen, wie ein Rückstand eine Mannschaft plötzlich lähmt, zum Beispiel Uruguay gegen die Niederlande; erst als der Anschlusstreffer 2:3 erzielt war, erwachte Uruguay wieder, doch gelang der Ausgleich in der hektischen, kurzen Schlußphase nicht mehr. Die Südamerikaner hatten aber vorher Zeit genug gehabt, sich zu revanchieren, doch in einer Depressionsphase läuft nichts mehr. Wozu werden eigentlich Mannschaftspsychologen mitgeschleppt? Sie sind wohl für die Katz. Man darf es nie zu einer Depression kommen lassen, sondern muss, bis zur Schlusssekunde stets das Ziel vor Augen, mit dem Tempo und der Begeisterung der Chilenen (beim 1:0 gegen die Schweiz) drauflosstürmen. Es sind doch nur 90 Minuten; die sind auszuhalten. Das ist doch ganz einfach, da braucht es kein mentales Training, sondern nur den Willen. Es kommt also darauf an, dass der Geist den Körper beherrscht – wie im ganzen Leben. Mit dekadenten Spielern  (schon die Haartracht gibt Auskunft) ist kein Blumentopf zu gewinnen, denn sie sind am anfälligsten für momentane Krisen. - Der Siegeswille zählt. Mehr über den Willen bei Friedrich Schiller und Bruder Luis von Granada. Die Kunst des Trainers besteht darin, seiner Mannschaft einen solchen nicht ausrottbaren Siegeswillen einzupflanzen. Die Mannschaft muss natürlich kameradschaftlich zusammenstehen, es darf keine Rivalitäten geben.

System. Das schönste System ist auch das beste. Es ist das der früheren brasilianischen Mannschaften, das Klein-Klein-Spiel, das einfachste, dasjenige, das Buben weltweit anwenden, wenn sie zwei gegen zwei oder drei gegen vier auf kleine Tore spielen. Die Spanier unter Ex-Real-Mann Vicente del Bosque haben es aus der Mottenkiste geholt und haben damit ihre Erfolgsgeschichte geschrieben (sieht man von der 0:1-Niederlage gegen die Schweiz ab). Die Spanier verbinden es mit einer perfekten Ballbeherrschung, die es früher so nicht gegeben hat. Das ganze Geheimnis besteht, wenn man es in wenigen Worten zusammenfassen möchte, darin: Flachpass statt hohe Flanken und meist unproduktive Kopfballduelle, sich freistellen, genau zuspielen, die Gegner durch ständigen Positionswechsel und Körpertäuschung verwirren, Torchancen erjagen und nicht verschenken. Konzentration beim Schuß! Den Ball nicht übers Tor hauen! Bei den Spaniern hat sich beim siegreichen 1:0-Halbfinale gegen die in den deutschen Medien allzufrüh zum Weltmeister erklärte multikulturelle Löw-Elf immer jemand freigestellt. Und wer sich angeboten hat, hat den Ball auch meist bekommen. Laufen, laufen, laufen heißt das in der Praxis. Aber noch schneller als jeder Spieler muss der Ball laufen, von einem zum andern. Es war fantastisch, wie die Spanier in Durban zauberten. Das schönste Spiel der WM. Wie blass und unerfahren wirkten die jungen Deutschen! Nur selten verfielen die Iberer in den Fehler des Egoismus. Das genaue Zuspiel gehört ebenso zum System wie die perfekte Ballannahme. Sie kannten sich auch gut, gehören doch die meisten den Spitzenmannschaften CF Barcelona und Real Madrid an. Da können sich sämtliche anderen europäischen Mannschaften eine Scheibe abschneiden. „Lässig und leicht ließen sie den Ball gekonnt in ihren Reihen zirkulieren … und versuchten mit viel Geduld, eine Blöße im deutschen Team zu finden.“ (Gerold Knehr, Südwestpresse, 8.7.2010) Freilich dribbelten sich Pedro (von uns bekommt er die Note 1-; schlecht war nur sein Eigensinn, als er in der 83. Minute den Ball nicht an den schussbereit stehenden Fernando Torres weitergab), Iniesta oder Villa auch manchmal durch die deutschen Abwehrspieler, wenn es nicht anders ging, wobei sie meist auch dann torgefährlich blieben. Xavi dirigierte meisterhaft das „tiqui-taca“ genannte Klein-Klein-Spiel (für jede Mannschaft empfehlenswert). – Treffend analysierte Gerold Knehr: Die Deutschen verstanden es zwar in den vorigen Spielen, „die Schwächen der Gegner zu erkennen und sie auszunutzen… Bietet der Gegner jedoch wie Spanien keine Blöße, tut sich Joachim Löws Mannschaft schwer.“ Die Deutschen „kamen meist gar nicht in die Zweikämpfe, weil der Gegner den Ball unerreichbar schnell zirkulieren ließ“. (NWZ 9.7.2010) Gut beobachtet, Gerold Knehr. Und damit weiß jetzt jeder Gegner, wie er solche Mannschaften wie die deutsch-multikulturelle Truppe schlagen kann. Zumal sie beim Spiel gegen das „eine Nummer zu große“ Spanien (Dolomiten 8.7.2010) „vorwiegend mit hohen Bällen (agierten) und viel zu ideenlos“ (ebenda, APA) - Auch wenn gegnerische Mannschaften nur mauern, viel foulen oder sonstwie das „jogo bonito“ im Ansatz stören, so kommen sie langfristig doch nicht so weit wie die Vertreter des guten, flachen, schönen Fußballs. Fernando Torres von Real Madrid fasst zusammen: „El estilo es tener la pelota, jugarla y buscar el gol.“ (El País, 20.6.2010. S. 52) Also: den Ball halten, abspielen und das Tor suchen.

Tierquälerei. Leider nichts Gutes ohne Böses. So hat auch der Fußball Schattenseiten. „Die Nigerianer malen .. Hähne grün an und binden ihnen die Füße zusammen, dann schwenken sie sie über dem Kopf. … jeder nigerianische Hahn … garantiert das Glück …“ (Süddeutsche Zeitung 21.6.2010 Holger Gertz)

Verletzungen. Der Sport darf nicht ausarten zu Gladiatorenkämpfen. Vor einem halben Jahrhundert durften Fußballspieler den Gegner kaum berühren; danach kam die Ära der für Stürmer äußerst unangenehmen Manndeckung; und heute gipfelt die Rohheit in brutalen Zweikämpfen. Das von den Engländern eingeführte und von Herberger und Szymaniak leider salonfähig gemachte Tackling ist bei der WM in Südafrika zum zerstörendsten Element des Fußballspiels geworden. Der Angriff sollte immer dem Ball gelten, aber es hat sich in den vergangenen Jahrzehnten eingebürgert, dass die Gegner reihenweise gelegt werden. Mit gestrecktem Fuß gegen das Schienbein – wie oft kommt das vor, und wie viele Fußballerkarrieren sind dadurch vernichtet worden! Die Schiedsrichter lassen allzuviel ungestraft durchgehen. Möge folgende Meldung vom Handball zur allgemeinen Warnung dienen: Der für die Rhein-Neckar Löwen spielende polnische Nationalspieler Karol Bielecki ist bei einem Testspiel gegen Kroatien so schwer verletzt worden, dass er auf dem linken Auge blind bleibt. (Sonntag aktuell 20.6.2010)

Wahnsinnige Fans. In einem Vorort von Nairobi in Kenia stritten sich Jugendliche wegen des Spiels Ghana – Uruguay (Asamoah Gyan hatte einen Elfmeter in der letzten Minute an die Latte geknallt, worauf die Südamerikaner mit mehr Glück als Verstand das Spiel beim Elfmeterschießen gewannen, Endstand 2:4). Ein Mann wurde erstochen, der Mörder von den anderen erschlagen. (Sonntag aktuell 4.7.2010) Hier Selbstjustiz, dort Selbstmord. Auf Haiti warf sich ein 18-jähriger Fan der Brasilianer nach deren 1:2-Niederlage gegen die Holländer vor ein Auto und wurde überfahren. (Südwestpresse 5.7.2010) In Göppingen spazierte ein schwer Betrunkener (45) im Siegesrausch nach dem Spiel gegen Argentinien auf dem 30 Meter hohen Ausleger eines Krans herum. Erst nach 25 Minuten konnte er zum Aufgeben überredet werden. (NWZ 5.7.2010) Vernünftig wäre es, seine Emotionen bei einem Spiel auf kleine Tore in den Griff zu bekommen. Auch luftverpestende Autokorsos sind überflüssig. „Selber spielen!“ sollte die Botschaft der WM lauten, nicht: wochenlang unbeweglich auf die Glotze starren! – Ein deutscher Frührentner (42) aus Hannover soll wegen eines Fußballs-Streits zwei Italiener erschossen haben. Er stellte sich auf Mallorca. (NWZ 8.7.2010)

ETIKA-WM-Kommentar 2: Der Aufstand der Kleinen - Die Rache der Ersatzbänkler -
Blamagen und Brutalitäten

Warum dieses Favoritensterben? Weil viele Spieler kleiner Nationen endlich die Chance haben, aus dem Schatten von Großen herauszutreten. Allzuviele sind von finanzstarken Clubs nur eingekauft haben, damit diese genügend Ersatzspieler zur Auswahl haben. Wer jahrelang auf der Ersatzbank gesessen ist, aber mit den Stars trainiert hat oder an Zweitligavereins ausgeliehen worden ist, brennt darauf zu zeigen, was er kann. Alle Welt soll wissen: „Ich, der Gedemütigte, bin genauso gut wie jener Stammspieler, der zehnmal mehr verdient als ich und ständig im Rampenlicht steht.“ Die Zurückgesetzten bersten vor Ehrgeiz und Kampfesmut. So erklären wir die vielen erstaunlichen Spielergebnisse und Sonderleistungen zu Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika. Beispiele: Robert Vittek, der für die Slowakei zwei Tore gegen Italien schoss (beim 3:2-Ko); nach dem Abgang bei 1. FC Nürnberg war er vom OSC Lille an einen türkischen Verein ausgeliehen worden. Welche Genugtuung für den Herumgeschobenen das Doppeltor!

Große Fußballnationen werden plötzlich Zwerge. Zum Beispiel England (Zusammenfassung aus dem sid/dpa-Bericht der Südwestpresse vom 19.6.2010):

„Blamables 0:0 der müden Engländer (gegen Algerien). Die ausgebrannte englische Nationalmannschaft steht vor dem Aus. Totalausfall von Wayne Rooney. Noch müder als im ersten Spiel gegen die USA. Wenig Durchschlagskraft. Wirkte ausgelaugt.“

Und gerade dieser Wayne Rooney sagte vor der „Verabredung mit dem alten Feind“ (Daily Mail), „es wäre nett, die Deutschen aus dem Turnier zu werfen“. (Südwestpresse 25.6.2010) Andere Presseorgane bliesen zur Schlacht gegen die Hunnen, wie die Deutschen in England gern genannt werden. Diese nationalen Rivalitäten verleihen dem Fußball ihren besonderen Reiz. Wie amüsant, wenn man erfährt, dass „die keltischen Teile des Vereinigten Königreichs voll hinter jedem Team (stehen), das dem ,englischen Erzfeind´ eins auf den Deckel gibt. (Südwestpresse 26.7.2010 Hendrik Bebber) Wie man derselben Zeitung entnehmen konnte, geht die Fehde auf das WM-Finale 1966 im Londoner Wembley-Stadion zurück. Ein Ball prallte von der Latte auf die Torlinie, der russische Linienrichter erkannte auf Tor. Weshalb auf diesem Sieg ein Fluch zu liegen scheint, weil die Engländer danach in mehreren Endrunden scheiterten. (Südwestpresse 26.6.2010 Gerold Knehr) Spannungen innerhalb einer Mannschaft sind für die Gegner immer ein beliebtes Fressen. So war die erfreuliche Nachricht zu vernehmen, dass Innenverteidiger Terry, im Frühjahr als Kapitän abgesetzt wegen eines Sex-Skandals, einen Putsch gegen Trainer Fabio Capello begann, aber scheiterte. Würde Capello doch noch gehen müssen wegen der schlechten WM-Spiele, wäre ihm freilich eine Abfindung von 13,8 Millionen Euro sicher, weiß der Sportinformationsdienst sid (NWZ 22.6.2010).

Ein Detail zum Spiel Deutschland gegen Serbien, das die Serben sensationell 1:0 gewannen. Ein Prozent des serbischen Sieges ist unter der Sparte Historisches zu verbuchen: Er war eine Art späte Rache dafür, dass das deutsche Kaiserreich dem österreichischen Kaiserreich beigestanden ist, um die multikulturelle Habsburger-Monarchie gegen das Selbstbestimmungsrecht der Völker (hier der Serben) zu verteidigen. Und weil das Dritte Reich es versäumt hat, im Zweiten Weltkrieg die serbischen Patrioten gegen die serbischen Kommunisten ausreichend zu unterstützen (siehe Juan Maler, dessen Absichten als Abwehrmann auf dem Balkan von Berlin durchkreuzt wurden). Mit höchstens einem Promille schlagen wir die Möglichkeit an, dass der aus Pamplona stammende Schiedsrichter mit vermutlich baskischen Wurzeln (das U im Namen) und damit vielleicht politischen Sympathien für die Serben diesen mit der zweiten gelben Karte für Miroslav Klose (= Hinausstellung) einen Gefallen tun wollte. (19.6.2010)

Unseren ersten Kommentar (siehe unten) bestätigt Martin Haar in „Sonntag aktuell“ vom 20. Juni: „Fußball ist langweilig geworden. Und Spieler sind Opfer von Systemzwängen. Dass Italiener mauern, ist nichts Neues. Aber jetzt fängt auch noch Brasilien an. Nie sind weniger Tore in einer WM-Vorrunde gefallen. Es gibt nichts Neues mehr, nichts Unvorhergesehenes …“

Doch: Der Neuseeländer Shane Smeltz (gebürtig aus Göppingen, eigentlich eine Handballstadt, kein Ort des Fußballs im Vergleich zur Nachbarstadt Eislingen; sein Vater diente in der US-Armee auf dem inzwischen stillgelegten Flugplatz, seine englische Mutter war Pilotin) schockiert die Italiener nach sieben Minuten mit dem 1:0. Als Humorist des Sonntags hatte der italienische Stürmer Vincenzo Iaquinta vor dem Spiel gegen Neuseeland geprahlt: „Nach den Leistungen von Spanien, Frankreich, England und auch Deutschland können wir erneut Weltmeister werden.“ (Sonntag aktuell 20.6.2010) Als ob es andere Europäer und die Südamerikaner nicht gäbe! Deshalb der Titel des Vorberichts in „Sonntag aktuell“: Stolze Italiener spucken schon wieder große Töne“. Doch mehr als ein 1:1 (Elfmetertor nach Festhalten am Trikot) sprang nicht heraus. Wieder eine Blamage für den klaren Favoriten. „Ich kann gar nicht glauben, was da passiert ist“, gab der ehemalige deutsche Nationalspieler Günther Netzer zu. (ZDF 20.6.2010 19.50 h) Lippi carica l´Italia: „Non c´è crisi, basta avere terrore.” (www.corriere.it 21.6.2010) Der Appell von Lippi, nicht in Panik und Terror zu verharren, blieb unerhört. Im letzten Spiel unterlagen die „Azzurri“ den unerhört forsch, schnell und sicher aufspielenden Slowaken mit 2:3; nur in der besonders spannenden Schlussphase zeigten die Italiener, was sie einmal gekonnt haben. Unterdessen machten sich neuseeländische Schüler nach dem sensationellen 1:1 ihrer Nationalelf gegen Italien einen Spaß daraus, zu „fallen wie ein echter Italiener“ (Schüler üben Schwalben, Südwestpresse 22.6.2010).

Noch schlimmer lief es bei den zerstrittenen Franzosen. „Die Equipe Tricolore gleicht einem Tollhaus“, meldete das ZDF (20.6.2010, 19.09 h) nach der 0:2-Niederlage gegen Mexiko. Etwas vom Amüsantesten, was bisher zu lesen war, schrieb Stefan Ulrich in der Süddeutschen Zeitung vom 21.6.2010, S. 1. Daraus erfahren wir, dass selten eine Nationalelf von den eigenen Landsleuten so verachtet, ja gehasst wurde wie „Les Bleus“. Diese Mannschaft vermittle der Welt „ein vernichtendes und trostloses Bild von Frankreich“, sei kein Ruinenfeld mehr, sondern „eine Art Nichts“ (Le Parisien). Die Franzosen seien angewidert vom Spektakel des Vizeweltmeisters, und laut Figaro wünschten sich 80 Prozent, dass die Nationalmannschaft aus dem Turnier fliege. Ist angewidert nicht ein zu starkes Wort? Nein. Stürmerstar Anelka attackierte Coach Domenech (58) in der Kabine mit wüsten sexuellen Beleidigungen, berichtete „L´Equipe“. (Sonntag aktuell 20.6.2010) „Va te faire enculer, sale fils de pute!“ Domenech schickte ihn zu Recht sofort heim. Der zweite Skandal: Kapitän Patrice Evra wittert in der Mannschaft einen Verräter, der dies der Presse weitergeleitet haben soll, und fordert: „Er muss gefunden und ausgeschlossen worden.“ (Südwestpresse 21.6.2010 sid/dpa) Solche Typen sind Kapitän einer Nationalmannschaft. Schande über diese Elf! Franck Ribéry (seine Visage verrät ziemlich viel) und Kollegen leisteten sich sogar einen Trainingsstreit, um gegen den Ausschluss Anelkas zu protestieren. Unter dem Titel „Aus Helden werden Strolche. Der Fall des französischen Fußball-Nationalteams zerstört einen Mythos“ analysierte Peter Heusch mit Humor in der Südwestpresse vom 22.6.2010: „Ganz Frankreich wirft den Auswahl-Spielern vor, sich wie rotzige Gossenbengel aufzuführen. … ,Gespött des internationalen Sports´ … „neureich, verzogen, ehrvergessen, unwürdig´ … Fassungslos wohnen die Franzosen der Selbstdemontage ihres multikulturellen Aushängeschildes bei. … Außerhalb des Fußballfelds hat die Realität dem schönen Bild von der Harmonie zwischen Blanc (Weiß), Black (Schwarz) und Beur (Maghrebinisch) nie entsprochen. Sie war immer eine Illusion. … Feigenblattfunktion … Ausschweifungen, Rotlichtaffäre … aus den Vorstadtghettos stammendes, proletenhaftes Auftreten“. Als „ein Trümmerfeld, physisch, technisch und moralisch“ bezeichnete Sportministerin Roselyne Bachelot die Nationalelf, und „La Presse de la Manche“ beschimpfte die Spieler gar als „Bande von traurigen Trotteln“. (Südwestpresse 24.6.2010 sid, Erschütterungen bis in den Elysée-Palast). Über die Affäre Ribérys, Benzemas und Gocous mit der minderjährigen Prostituierten Zahia berichtete die römische Zeitung „la Repubblica“ am 21.7.2010 (Baby squillo). Am Rande notiert: „Après le match, mardi, Domenech refuse de serrer la main de (Carlos Alberto) Parreira (dem südafrikanischen Trainer). … On a toujours prêté à ce fils d´immigrés catalans arrivés en 1936 des idées anarchisantes.” (Le Monde, 24.6.2010, p. 28)

Da freuen wir uns auf die nächsten Spiele der Brasilianer, denen wir den WM-Titel wünschen, obwohl sie bei Trainer Dunga nicht so zaubern dürfen, wie sie eigentlich möchten. Wer die Fouls von Elfenbeinküstlern gegen die Brasilianer gesehen hat (das Spiel endete trotzdem 3:1 für die Südamerikaner), ahnt vielleicht, wie brutal es im dortigen Bürgerkrieg zugehen mag. Solche Fouls haben mit Fußball nichts zu tun. Der französische Schiedsrichter Stephan Lannoy kann es gar nicht verantworten, was er da mit seinem Laissez-faire angestellt hat, mit seinem Lied von der Toleranz auf Kosten der Schienbeine. Zwei Brasilianer schwer verletzt, wer ist schuld? Lannoy, weil er gewissen Afrikanern nicht gleich von Anfang an gelbe Karten gegeben hat. Und die rote Karte für Kaká, berechtigt? Die Süddeutsche Zeitung sagt: zu Unrecht, und nennt es besonders grotesk, dass Brasiliens Spielmacher den Platz verlassen musste, da Kader Keita auf ihn aufgelaufen war. (22.6.2010) Jedenfalls haben die Spieler von der Elfenbeinküste mit ihrer Brachialgewalt alle anderen Teams das Fürchten gelehrt. Christian Zaschke kommentiert in der Süddeutschen Zeitung: „überhart“, „eine üble Treterei“ und beschreibt anschaulich eine Schlüsselszene: „… billigend in Kauf genommen, dass sie ihre Gegenspieler schwer verletzten. Am brutalsten ging Cheik Tioté zu Werke, der … den Brasilianer Elano mit gestrecktem Bein fällte … man glaubte, das Krachen des Knochens bis unters Dach des riesenhaften Stadions zu hören. Elano wälzte sich vor Schmerzen … Vor schlimmerem bewahrt haben ihn seine Schienbeinschützer.“ (22.6.2010)

Ist das der Sinn des Fußballs, dass sich die Spieler gegenseitig um Gesundheit und Existenz bringen? Dann droht das Ende dieses schönen Ballspiels. Nicht wenige Schiedsrichter und Reporter zeigen sich ihren Aufgaben in keiner Weise gewachsen. Sie entschuldigen Fouls und würgen damit das „fair play“ ab.

Wenn die WM so weitergeht wie bisher, dann kann man entsprechend Agatha Christies Krimi die Geschichte von elf kleinen Negerlein schreiben: Dann waren es nur noch zehn, dann neun, dann acht, und zuletzt blieb keiner übrig … alle im Krankenhaus. Wenn man nicht mehr riskieren kann, ohne Schienbeinschoner den Rasen zu betreten, dann ist der Fußball tot.

R. L., 21.6.2010 und später

ETIKA-WM-Kommentar 1: Spielen statt holzen!
Ballbeherrschung, Schnelligkeit und Phantasie anstelle von rohen Gladiatorenkämpfen! Abseitsregel streichen!

Der weltbeste Fußballspieler Pelé, die pfeilschnellen Außen Garrincha und Gento, Real Madrids Mittelstürmer Alfredo Di Stéfano  (in 1000 Spielen 800 Tore), die Ungarn Puskas und Hidegkuti hätten keine Chance mehr gegen die im heutigen Fußball vorherrschenden rüden, hirnlosen Kraftprotze, die nur auf Tackling und Zweikampf ausgehen. Wie wenig Tore werden – mit Ausnahme weniger Spiele -  bei der derzeitigen Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika erzielt!

Die FIFA sollte, statt im Fernsehen und in den Stadien total überflüssige Eigenwerbung zu betreiben, die Abseitsregel abschaffen, dann würden die Spiele infolge Tormangels nicht derart verflachen und langweilig werden. Die Zuschauer wollen spannende Spiele und vor allem viele Tore sehen. Die seit einem halben Jahrhundert so beliebte totale Manndeckung mit unzählbaren Fouls machen den modernen Fußball unattraktiv.

Das spielerische Element sollte wieder vorherrschen, nicht die zunehmende Rohheit. Foulspiel ist alltäglich geworden. Völlig „neben den Schuhen“ stand Herbert Fandel, Leiter der Schiedsrichter-Kommission des Deutschen Fußball-Bundes, als er Kritik an den 30 Verwarnungen und vier Platzverweisen in den ersten acht WM-Spielen in Südafrika übte (Südwestpresse 15.6.2010). Zum Glück gibt es noch tapfere Unparteiische wie den Spanier Alberto Undiano aus Pamplona, der bei der Begegnung Deutschland – Serbien (18.6.2010, 0:1) jede Brutalität sofort unterband mit gelben Karten. Doch die Spieler wollten die Botschaft nicht hören, und so sah Miroslav Klose Rot. „Dabei hatte der Schiedsrichterausbilder der Fifa den DFB vor der WM über die strikte Linie unterrichtet, die den Unparteiischen auferlegt worden ist.“ (Sonntag aktuell 20.6.2010 Thomas Näher)

Auch scheint sich niemand darüber Gedanken zu machen, dass jeder Kopfstoß eine kleine Gehirnerschütterung ist. Jemand behauptete das Gegenteil mit der Überschrift „Kopfbälle schaden grauen Zellen nicht“ und widerlegte sich dann selbst mit dem letzten Satz des Artikels: „„Daher ist die Frage nicht abschließend zu klären, ob Kopfbälle wirklich dumm machen“, so Facharzt Dr. Ingo Tusk. Soll heißen: Wer jahrelang köpft, könnte doch im Nachteil sein.“ (Südwestpresse 17.6.2010) Das heißt: mit einem Dachschaden enden.

Kein Wunder, dass fast jede Mannschaft von Ausfällen infolge Verletzungen geplagt wird. Und wie viele Fußballer sind nach Ende ihrer Laufbahn Invaliden und fallen den Kranken- und Rentenkassen, sprich der Allgemeinheit zur Last. Zuvor haben viele Profis die leicht verdienten Millionen in einem Leben in Saus und Braus verschleudert, und sogar viele Amateure haben die Hand aufgehalten und gut verdient. Leider waren es zwei Deutsche, die das rohe Tackling der Engländer weltweit salonfähig machten: Szymaniak und Herberger. Von den Engländern können wir wenig lernen. Sie bevorzugen immer noch, wie jetzt auch Beckenbauer sagte, das „kick and rush“, den Ball stoßen und hinterherlaufen. Nehmen wir uns Real Madrid in seiner klassischen Zeit sowie die Brasilianer mit Pelé als Vorbild.

Unser Appell an alle Fußballfreunde: umdenken! Bitte künftig mehr Technik, Schnelligkeit und schönes Spiel mit Gelegenheit zu grandiosen Einzelleistungen statt das derzeitige Holzen, Wegschieben und sich gegenseitig Abschlachten! Die Europäer sollten das „jogo bonito“ in Lateinamerika lernen; wobei anzumerken ist, dass Bolivien die Argentinier 2009 mit 6:1 geschlagen hat.

Unmoralisch. Außerdem sieht man unter den Fußballstars allzuviele dekadente Gesichter und Haartrachten (dekadent: sie tragen deutliche Zeichen des Verfalls). Wie recht hatte doch schon 1969 ** aus G. mit der Bemerkung über den unmoralischen Lebenswandel vieler Fußballer.

Exkurs: Der brasilianische Torwart Bruno Fernandes Souza, Kapitän des Meisters 2009, Flamengo, schwängerte bei einer Orgie im Haus des Flamengo-Stürmers Adriano schwängerte der Familienvater das Porno-Model Eliza Samudio. Ihren Angaben zufolge ließ der verheiratete Tormann sie entführen. Sie kam wieder frei, verschwand aber später. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Profi vor, er habe sie ermorden lassen. Presseberichten zufolge soll sie erwürgt, zerstückelt und von Rottweilern gefressen worden sein. (Südwestpresse 14.7.2010 Sandra Weiss) Dieser Skandal wirft ein Licht auf das unbändige Leben vieler Fußballprofis.

Das Schönste an der Weltmeisterschaft in Südafrika sind die Blamagen für die bisher Gefeierten. England, Frankreich und Weltmeister Italien zählten zu den Favoriten. (Italien allerdings nicht in Südtirol, denn Hatto Schmidt kommentierte vor dem ersten Spiel der „Squadra Azzurra“ in den „Dolomiten“ vom 12.6.2010: „Freilich würde wohl niemand, der einigermaßen bei Verstand ist, auch nur eine Lira darauf setzen.“ Hat er damit nun einen Sieg Italiens gemeint oder den Verzicht auf Aufmärsche chauvinistischer Fanatiker zwischen Sieges- und Waltherplatz in Bozen?) Ironisch kommentiert Klaus Birk im Göppinger Stadtanzeiger: „Da heißt es Größe zeigen in der Niederlage und sich aufbauen an der miesen Leistung der anderen. Franzosen kicken unter der Erde. Engländer spielen im Koma. Italien rentnert hinter dem Ball her ... Eigentlich wollten wir uns im Vollrausch durch den Juni freuen, die Straße betanzen, die Krise, die Regierung und das Öl-Leck vergessen…“ (23.6.2010)

Sturz der Mächtigen vom Thron: Wen erinnern die Niederlagen der im Vorfeld Hochgejubelten nicht an das Magnifikat? (Heute leider 99 Prozent). Lukas 1, 52 ER stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen.

So haben auch kleine Länder eine Chance. Viele Zuschauer erfreuen sich an den Lateinamerikanern, die läuferisch stark sind und den Fußball im Blut haben, das heißt Spielfreude und Phantasie mitbringen.

Wie herrlich, wenn „Weltstars“, für die 40 oder 90 Millionen Euro Ablösesummen gezahlt werden, nicht imstande sind, ein Tor zu schießen, oder haushoch darüber zielen!

Letzteres ist so häufig, dass man freilich auch an ein Verschulden des modischen adidas-Balles Jabulani denken muss. „Der Ball ist einfach tückisch“, sagte „Three Lions“-Kapitän Steven Gerrard, und der englische Veteran David James verriet: „Die Torhüter haben Panik“. (Dolomiten, 15.6.2010) Wer den Fehler des englischen Torwarts Robert Green beim 1:1 gegen die USA gesehen hat, weiß warum. Dieser Ball „ist schrecklich für die Spieler. Für die Torhüter ist es unmöglich, die Flugbahn zu erkennen“, sagte der Italiener (Fabio Capello, Trainer der Engländer, NWZ 18.6.2010 sid). Kaum ein Spieler scheint gemerkt zu haben, dass man diesen Ball flach halten muss, wenn man aufs Tor schießt. – Wir haben es selbst gesehen. Ein Ball hätte am Tor vorbei gehen müssen, änderte aber unserer Ansicht nach seine Flugbahn und traf den Pfosten (in einem Spiel in den Tagen vor dem 21. Juni). Auch ein Reporter sagte einmal, dass der Ball flatterte.

Auch die multikulturelle Gesellschaft wird zum Problem. Wozu noch Nationalhymnen, wenn Europäer (aus Ländern, die früher Kolonien hatten) afrikanische Mannschaften trainieren, wenn umgekehrt die französische Elf überwiegend aus Schwarzen besteht, obwohl 90 Prozent der Franzosen keine Schwarzen sind, oder wenn Spieler und Trainer der deutschen Bundesliga in allen möglichen Mannschaften des Erdballs mitmischen? Wenig erstaunlich, wenn dann ein Jonathan Santana (VfL Wolfsburg), der wie andere Spieler wegen eines paraguayischen Elternteils einen südamerikanischen Paß bekommen hat, bekennt: „Zu sagen, dass ich mich als Paraguayer fühle, wäre eine Lüge.“ (NWZ 17.6.2010) Ist das nicht eine Beleidigung für den Nationalstolz der Kameraden? Franz Beckenbauer sagte der südafrikanischen „Times“ zu Recht: „Die Engländer werden dafür bestraft, dass es nur sehr wenige englische Spieler in der Premier League gibt, weil die Klubs sich besserer Spieler aus aller Welt bedienen.“ (NWZ 16.6.2010) Und auch darüber sollten die Mannschaften der kleinen Länder nachdenken: Die serbische Elf bestand gegen Deutschland nur aus Gastarbeitern im Ausland, bis in der letzten Viertelstunde gnädigerweise noch ein Landsmann von Partisan Belgrad mitspielen durfte.

·       Der neue Kolonialismus: hier werden Fußballer, dort Putzfrauen und Prostituierte gebraucht. Und die armen Länder sollen all dies liefern, weil die reichen Europäer keine Verantwortung mehr für Kinder übernehmen wollen.

Ist es nicht eine Schande für England, das Kernland des Fußballs, wenn es einen Nationaltrainer aus dem Ausland holt? Und wenn dessen Team dann noch eine schlechte Leistung bietet? Voller Wut beschimpfte das Boulevardblatt „The Sun“ den italienischen Trainer Fabio Capello mit den Worten: „Das Irrenhaus wartet“. (Dolomiten 15.6.2010 dpa)

Wie soll ein zusammengewürfelter Haufen – Australien als ein Beispiel von vielen – einen Nationalcharakter ausdrücken, eine Nation repräsentieren? Sollte man nicht nur solche Leute in einer Nationalmannschaft aufstellen, die sich zu dieser Nation bekennen und wenigstens ansatzweise die Nationalhymne mitsingen? Ist das wirklich Ausdruck und Wunsch der deutschen Volksseele, wenn es heißt: „Die deutsche International-Elf in Südafrika. Fußball vereint. 11 der 23 Spieler aus dem deutschen WM-Kader haben einen Migrationshintergrund. Migrationshintergrund fördert Kreativität“. Vielleicht sehen wir das besser bei den künftigen Spielen als beim Treffen gegen Serbien; die erste Begegnung gegen die nur zehn Australier zählt nur halb. Ganz am Rande: Aus Liebe zu Mesut Özil (21) lässt sich die 28jährige Ehefrau eines Ex-Werder-Bremen-Spielers scheiden und ist zum Islam übergetreten (Bild 25.6.2010); laut Südwestpresse vom gleichen Tag ist es die jüngere Schwester von Popstar Sarah Connor, die ihren Namen Anna-Maria abgelegt und den türkischen Namen für Engel angenommen hat.

Dass ein Bruder gegen den anderen spielen muss, der in der Mannschaft seines Vaterlandes spielt (Jerome Boateng für Deutschland gegen Kevin Prince Boateng – jener, der im englischen Pokalfinale den deutschen Spielmacher Michael Ballack mit einem rüden Foul für die WM außer Gefecht gesetzt hatte - für Ghana), ist wider die Natur. Solche Gewissenskonflikte sind zu vermeiden, aber Feinfühligkeit ist in dieser chaotischen Welt nicht mehr zu erwarten.

Schlimm kann es werden, wenn sich Sportjournalisten auf die religiöse Ebene begeben. Nachdem die Schweizer Spanien geschockt hatten, berichtete sid: „Ottmar Hitzfeld bekreuzigte sich nach einem der größten Siege seiner Trainerkarriere, der Schütze des Siegtreffers (Gelson Fernandes) fiel auf die Knie, streckte die Arme in den Himmel und dankte Gott. Himmlischer Beistand aber war nicht nötig. Mit großer Leidenschaft, etwas Glück, großem Geschick und einem überragenden Torhüter Diego Benaglio sorgten Hitzfeld und seine wackeren Schweizer mit einem 1:0 gegen Europameister und Turnierfavorit Spanien für die erste große Sensation …“ (Südwestpresse 17.6.2010) So etwas kann nur ein Mensch schreiben, der bar jeden Glaubens ist. Himmlischer Beistand nicht nötig … Den gleichen Unsinn verzapfte irgend jemand in der ARD am 17. Juni, 20.12 h, als jemand behauptet: „dabei waren sie (die Argentinier unter Maradona) auf göttlichen Beistand gar nicht angewiesen“ (wegen der Schwäche des Gegners).

Trost für alle Verlierer und enttäuschten Zuschauer: Im Himmel gibt es vielleicht auch eine WM, bei der sogar jeder Interessierte mitspielen darf. Denn es wird ja eine neue Erde geben mit neuen Menschen und jede Menge Abwechslung. Lies das Buch „Himmels-Abc“.

R. L., 18.6.2010 nach dem 0:1 der hochgelobten multikulturellen Deutschland-Elf gegen Serbien; später ergänzt

Wissen Sportjournalisten mehr ? 274 Kollegen aus 80 Ländern beteiligten sich an einer Umfrage der internationalen Sportjournalistenvereinigung Aips. Wie La Gazzetta dello Sport (12.6.2010, S. 15) berichtete, sahen 79 Spanien als Weltmeister, 72 Brasilien, 41 Argentinien, 29 England, 21 Holland, 9 Italien, 8 Deutschland und 3 Frankreich.

Was Deutsche freut. „Für einen Holländer ist es immer die größte Freude, die Deutschen niederzumachen“, tönte der niederländische Trainer der australischen Fußballnationalmannschaft, Pim Verbeek (NWZ 10.6.2010). Australien verlor gegen Deutschland 0:4.

Birks Spottbod, veröffentlicht im Stadtanzeiger Göppingen, 9.6.2010, S. 1, ist so amüsant, dass wir den Lesern ein paar Stellen nicht vorenthalten können: „… Hochwasser … Öl … Vulkan. Schon quellen die Unker aus dem Sumpf der Unzufriedenen und beschwören den Untergang. Die Lust am Zusammenbruch tanzt nackt auf allen Tischen… Plötzlich steigt Hoffnung auf … Es ist Fußball-WM. Und alles ist gut. Vier Wochen lang… Oh wie wohl ist mir am Ahabend … wenn zum Spiel die Glocken läuhäuten  Bier, bam, Bier, bam, Tooooor.“ (Klaus Birk)

Die Sklavenhändler des Fußballs. Jedes Jahr locken skrupellose Vermittler hunderte Nachwuchsspiele aus Afrika nach Europa. (Südwestpresse 28.5.2010 Peter Heusch) Viele Familien haben sich ihretwegen hoch verschuldet. Nur wenige der Jungen bekommen eine Chance. Die anderen „irren als Obdachlose durch unsere Städte“.

Züchtung billiger Ausländer. Der FC Barcelona holt aus China 40 Kinder, um sie in drei Jahren zu Fußballern auszubilden. (NWZ 14.5.2010) Unser Kommentar: Wahnsinn.

Verfasser dieser Seite: von sechs bis 16 Jahren fast täglich Klein-Klein-Spiel auf kleine Tore; danach wunderschöner Freizeitfußball an Wochenenden in Süßen, dann in Schlat und mit Real Eislingen. Die Aktivitäten im Vereinsfußball sind nicht der Rede wert: A-Jugend und Junioren des 1. FC Eislingen; ganz kurz trainiert mit den Amateuren von 1860 München und noch kürzer als Trainerassistent mit der Fußballjugend in Jungingen/Hohenzollern. Teilnahme an einem Jugendtrainerlehrgang des Württembergischen Fußballverbandes in Ruit unter Trainer Pahlke.

ETIKA 27 - ETIKA 2