ETIKA

Die Weisheit der Welt

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28LS

DER MENSCH

30.10.2016

Anbeten
Gott schuf uns, damit wir ihn anbeten. Dies ist die erste Aufgabe des Menschen. Wenn die Betrachtung des Kreuzes – mit dem schrecklich gegeißelten, geschlagenen und blutenden Christus – die Menschen nicht ändert, wird es nichts geben, das imstande ist, sie zu ändern.

Esteban Harding: Dios nos creó para adorarle. Esa es la primera función del hombre. ¡Ese primer mandamiento debe ser lo primero de todo! Esteban señaló al crucifijo. Era de madera corriente, con un Cristo horriblemente azotado, golpeado y ensangrentado. Si la contemplación de la cruz no cambia a los hombres, no habrá nada capaz de cambiarlos, dijo el abad.
M. Raymond: Tres Monjes Rebeldes, Editorial Herder Barcelona, 1992, pág. 295

Arbeite an dir selbst, statt ständig etwas von anderen zu erwarten.
Konsumiere nicht nur, was andere produzieren. Du selbst bist schöpferisch veranlagt. Die Welt braucht deinen Beitrag.
ETIKA

Armut
Wer Gott wahrhaft liebt, begnügt sich nicht mit etwas, das weniger ist als Gott.
hl. Johannes vom Kreuz, Aviso (Ermahnung) 60

Je mehr Gott geben will, desto mehr sollen wir zu wünschen haben; er lässt uns erst leer ausgehen, damit er uns mit Gütern füllen kann.
hl. Johannes vom Kreuz, Aviso 45

Die unermesslichen Güter Gottes haben nur Platz in einem leeren und einsamen Herzen.
hl. Johannes vom Kreuz, Aviso 349

Wenig braucht der Mensch, wenn er Gott hat. Je weniger er Gott hat, desto mehr braucht er.
Robert Mieler, 486. Vinzenzbrief, 2.2.1980

Erinnere dich daran, dass du nicht mehr als eine Seele hast, nicht öfters als einmal sterben mußt, nicht mehr als ein kurzes Leben besitzt, und daß es insbesondere nicht mehr als ein Himmelreich gibt, und dieses ewig, und du wirst viele Dinge aufgeben.
Santa Teresa de Jesus (Avila), Obras completas, Ediciones Aguilar, Madrid, 1974, Avisos para sus monjas, n. 68, pag. 704

Aufgabe
Man sollte sich seinen Beruf stets so weit verstrengern, daß keine Zeit bleibt zum Grillenfangen. Das schwere Leben ist am leichtesten zu ertragen, wenn man sich schwere Aufgaben stellt.
Peter Rosegger, Heimgärtners Tagebuch, Verlag von L. Staackmann, Leipzig, 1913, S. 28

Augen

Deine Blicke – hüte sie!
Zügle auch die Phantasie!

„Jenes Fischlein (Vierauge) … lehrte mich, daß, wenn ich Glauben und Vernunft besitze, ich gleicherweise auch nach oben und nach unten schauen soll. Nach oben, weil es einen Himmel gibt, nach unten, weil dort die Hölle ist.“
Padre Antonio Vieira: Die Predigt des heiligen Antonius an die Fische, Union Verlag Berlin, DDR, 1968, S. 33f

Ausdauer
Was man nicht aufgibt, hat man nie verloren.
Friedrich Schiller, 1759-1805, Dichter, Maria Stuart II, 5

Bezahlen
Für alles im Leben muss man bezahlen. Und je später man es tut, desto höher werden die Zinsen.
John Steinbeck

Bildnis Gottes
Mach uns deinem Bilde gleich; Denn zu deinem Himmelreich / Wirst du, Herr, nur die erheben / Die im Glauben heilig leben.
Evangelisches Gebetbuch, um 1900 oder später, 24. März, S. 144

Buße
Weil ich selbst keine Buße übte, darum vielleicht hat Gott mir so viele Krankheiten geschickt und selbst mir dadurch eine Buße auflegen wollen (laut Beichtvater).
hl. Teresa von Avila, Leben, 24. Kapitel, S. 309

Gott lädt dich zur Buße ein.
Trink nicht seinen Zorneswein!

Büßen will ich jetzt auf Erden,
will nicht der Hölle Beute werden.

Charakter
Der Charakter des Menschen ist ihren Gesichtern eingeprägt. Alle Leidenschaften verursachen besondere Züge in dem Gesicht. Sind sie von langer Dauer, so werden die Züge unauslöschbar.
Ewald Christian von Kleist, 1715-1759, Schriftsteller, Gedanken über verschiedene Vorwürfe

Die Kleidung des Menschen, das Lachen der Zähne und sein Gang zeugen, was an ihm ist.
Eccli. XIX, 30

Wie in dem Wasser das Angesicht der Hineinschauenden sich abspiegelt, so sind die Gesinnungen der Menschen offenbar den Weisen.
Sprüchwörter XVII, 19, zit. LG gp, Aachen 1853, S. 238

Dank

Danke Gott für jede Gnad´!
Bleibe auf dem Demutspfad!

Demut
Die Demut tut kund, daß der Mensch gehorsam sein und allen Geboten Gottes folgen muß, und daß er jeden Tag zu größerer Vollkommenheit in Ergebung (Fügsamkeit) und göttlicher Liebe wachsen und außer iesem nichts anderes suchen, sondern mit dem Stand zufrieden sein soll, den Gott ihm beschieden hat.
Girolamo Savonarola, Dominikaner und Märtyrer, Abhandlung von der Demut

Verharre immer in tiefer Demut, erkenne dabei deine Kleinheit und dein Elend und wünsche zutiefst und beständig, daß du Meinen Willen tust. Baue dir eine Zelle Meines Willens, in welcher du immer wohnst, und wohin du dich auch wendest, strenge dich immer an, Meinen Willen zu sehen und zu tun; auf solche Weise, daß du nichts denkst und nichts sprichst und nichts tust als das, von dem du glaubst, daß es Mir gefällt: und dann wird dich der Hl. Geist alles lehren.
hl. Caterina von Siena, Kirchenlehrerin, Breve Dialogo S. 536

Ich getrawe mir zu reden / daß zu gleich wie alles Guts Gott dem Herren / dessen es ist / seye: Also alles Böse der Mensch ihme selbsten zuzumessen habe. (Anmerkung ETIKA: in vielen, nicht allen Fällen).
Der Cronicken der Minderen Brüder / Das sibent Buch. Bruder Egidius von Assisi. Discurs von der Demut. Cap. 25. Costantz, 1604, S. 290

Denken

Gedanken sind nicht stets parat,
Man schreibt auch, wenn man keine hat.
Wilhelm Busch, 1832-1908, Maler, Zeichner und Dichter, Reime und Sinnsprüche

Der Denker braucht grade ein solches Licht wie der Maler: hell, ohne unmittelbaren Sonnenschein oder blendende Reflexe, und, wo möglich, von oben herab.
Friedrich von Schlegel, 1772-1829, Kulturphilosoph, Athenaeum, Fragmente 308

Depression

Bist du traurig und voll Gram,
umfasse Jesu Kreuzesstamm.

Dienen
Hilf, dass ich heut und alle Tag, So viel ich noch erleben mag, Ja, hier und dort in Ewigkeit / Dir diene in Gerechtigkeit.
Evangelisches Gebetbuch, um 1900 oder später, 6.10., S. 430

Dummheit
Die Dummheit ist die ergiebigste Quelle des Übels auf Erden.
ETIKA

Außer der Schlechtigkeit ist die Dummheit der größte Feind des Fortschritts. Der Mensch lernt nicht und vergißt seine schlechten Erfahrungen, bis er wieder in der Patsche sitzt.
ETIKA

Hercule Poirot: „Ihre Dummheit brachte sie um.“
Agatha Christie: Triangle at Rhodes, 1936. Urlaub auf Rhodos. Scherz Verlag Bern, 1995, S. 87

Poirot: “Dummheit ist die unverzeihlichste aller Sünden und wird immer bestraft.”
Agatha Christie: Cards on the Table, 1936. Mit offenen Karten. Scherz Verlag Bern, 1998, Seite 135

Egoismus
Herrschsucht oder Hoffart des Lebens, Liberalismus. Hinter diesen Begriffen steht die ganze Dunkelwelt der willentlichen Auflehnung gegen die rechte Ordnung, letztlich gegen Gott. Seit dem Sturz der Engel steht das „Ich will nicht dienen“ gegen die Gewissensordnung im Menschen in stetem Aufruhr. Alle Unordnung, jegliches Leid, Gewalttätigkeit und Grausamkeit erfließen aus dieser Quelle. Der egoistische Mensch wird zum Tyrannen in der Familie, am Arbeitsplatz, an ganzen Völkern …
P. Rudolf Haindl, 511. Vinzenzbrief, 25.3.1982

Der Mensch hat die lebenslange Aufgabe, ein Raubtier zu bändigen, und kommt darin nie völlig zu Rande. Dieses Raubtier heißt Egoismus …
hl. Franz von Sales, zit. von P. Rudolf Haindl, 511. Vinzenzbrief

Eigentum
Etwas muß er sein eigen nennen, oder der Mensch wird morden und brennen.
Friedrich Schiller (entdeckt am Muckensee, Lorch)

Einfachheit
Alles Große und Edle ist einfacher Art.
Gottfried Keller, 11

Je einfacher eine Sache ist, desto vollkommener ist sie. – Quanto più una cosa è semplice, tanto più è perfetta.
Girolamo Savonarola, 114

Einfachheit ist das Resultat der Reife.
Friedrich Schiller, größter deutscher Dichter

Nichts, was der Materie und den Körper gehört, ist eins. Vielmehr ist alles, was als eins erscheint, gespalten, geteilt, getrennt in mehrere Stücke, welche die Einheit verloren haben. Einzig ist das Gute, vielfach sind die entehrenden Dinge; eins ist die Wahrheit, vielfach die Lügen; eins ist die Gerechtigkeit, vielfach ihre Fälschungen; eins ist die Weisheit Gottes, vielfach sind die Weisheiten dieses Jahrhunderts und der Fürsten dieses Jahrhunderts; eins ist das Wort Gottes, vielfach die Worte, die Gott fremd sind.
Origenes, La Preghiera, 96

Einfaches Leben
Versuche, mit dem auszukommen, was du hast. Beschaffe dir nur das, was du wirklich brauchst.
ETIKA

Einfalt
Wir könnten viel Ruhe und Friede haben, wenn wir uns Kopf und Herz nicht so marterten mit dem, was andere reden und tun, und was doch unser Gewissen gar nicht berührt. Wie kann der lange im Frieden leben, der sich so gern in fremde Geschäfte mischt, der von außen so viele Anlässe (zur Unruhe) aufsucht, der sich so selten oder nur flüchtig in sich sammelt? Selig, die die rechte Einfalt des Herzens besitzen, denn sie werden viel Frieden haben.
Nachfolge Christi, I, 11. Kapitel

Laß uns einfältig werden
Und vor dir hier auf Erden
Wie Kinder fromm und fröhlich sein!
Matthias Claudius, Abendlied, Der Mond ist aufgegangen, 5. Strophe

Einsamkeit
Hat man niemanden mehr auf der Welt, bleibt einem immer noch Gott.
P. Hilarius im Kath. Sonntagsblatt, Bozen, 18.1.1981

Meide du den unnötigen Umgang mit Menschen.
Nachfolge Christi, I, 8. Kapitel

Folge deinem Weg und lass die Leute reden. –Segui il tuo corso, e lascia dir le genti.
Dante Alighieri, 1256-1321, Wahlspruch des Dichters der Göttlichen Komödie

Einsamkeit ist das Los aller hervorragenden Geister.
Arthur Schopenhauer, 1788-1860, Philosoph

Elend

Wenn dir hundeelend ist,
rufe zum Herrn Jesus Christ.

Essen
Leibliche Ergötzungen, maßvoll genossen, erheitern den Geist und regen ihn an, seine Aufgaben zu erfüllen.
P. Peter Rigler OT

Es ist traurig, wenn über einem Leben keine andern Sterne stehen als Mahlzeiten.
Jeremias Gotthelf

Feinde

Der Feinde viel belagern mich.
Herr, wehr sie ab, ich bitte dich.

Ferien
Ferien sind nutzlos, wenn das Gift in der Seele nicht ausgeschieden wird. Und darum kann sich auch der Körper nicht wahrhaft erholen.
P. Berchmans Eglof: Das Gebet der Vielbeschäftigten, 33

Freiheit
Der Herr: Mein Sohn, danach mußt du mit allem Fleiße trachten, daß du überall und in allem, was du tust, in jedem äußeren Werke, bei dir im Innersten zu Hause bist, frei und deiner mächtig; daß alle Dinge unter dir sind, und du nicht unter ihnen; daß du der Herr und der Regent deiner Handlungen bist und nicht Knecht und gekaufter Sklave derselben.
Nachfolge Christi, III, 38

Christus ist Jener, der die Freiheit bringt.
Romano Guardini, Das Bild von Jesus dem Christus im Neuen Testament, 53

So weit deine Selbstbeherrschung geht, so weit geht deine Freiheit.
Marie von Ebner-Eschenbach

Niemand ist frei, der nicht über sich selbst Herr ist.
Matthias Claudius

Freiwillig
Aller Herrschaft Druck ist schwer; man muss den Menschen immer freiwillig handeln zu lassen scheinen.
Johann Jakob Wilhelm Heinse (1746-1803), Schriftsteller und Übersetzer

Früchte bringen
Kein Baum, der nur mit Blättern prangt, / Die Frucht ist´s, die der Herr verlangt.
Evangelisches Gebetbuch, um 1900 oder später, zu Lukas 3,9; 5.9., S. 387

Furcht
Halte dir vor Augen das vergangene Leben, um es zu beweinen, und die gegenwärtige Lauheit, und das, was dir fehlt, um von hier in den Himmel zu kommen, und lebe in Furcht deswegen, was von großem Nutzen ist.
hl. Teresa von Avila, Kirchenlehrerin, Aviso 48

Gedanken
Wer heute einen Gedanken sät, erntet morgen die Tat, übermorgen die Gewohnheit, darnach den Charakter und endlich sein Schicksal.
Gottfried Keller, Schweizer Dichter

Mit dem Gedanken jagen wir den Gedanken, das heißt mit Gedanken von Gott jagen wir jene des Teufels.
hl. Caterina von Siena, Lettere 335, Pensieri 502

Geduld

Nichts soll dich ängstigen, nichts dich erschrecken! Alles vergeht. Gott, er bleibt derselbe. Geduld erreicht alles. (La paciencia todo lo alcanza.)
hl. Teresa von Avila, zit.
Haindl, 483. VB

Mit der wahren und heiligen Geduld werdet ihr nicht die kleinen Dinge groß sehen, aber die großen werden auch klein erscheinen und leicht zu ertragen für den gekreuzigten Christus. Die Geduld beweist sich nur im Leid, und die Geduld ist verbunden mit der Liebe.
hl. Caterina von Siena, 1347-1380, Kirchenlehrerin, Il Libro, cap. 5

Bist du nicht imstande, im Leiden froh zu sein, so lerne wenigstens  geduldig tragen, was auf dir liegt.
Nachfolge Christi, III, 57

Geduld, bis Gott will. Wir müssen dem allmächtigen Gott folgen, ihm nicht vorauseilen wollen.
Mary Ward, Ordensgründerin

Wird die Luft auch trüb und trüber:
Wandellos bleibt Gottes Huld;
Glaube mir, es geht vorüber,
Wenn du einst gelernt: Geduld.
Emanuel von Geibel, 1815-1884, Dichter, zit. Große Geister 388

Gefahr
Nah ist / Und schwer zu fassen der Gott. / Wo aber Gefahr ist, wächst / Das Rettende auch.
Friedrich Hölderlin

Der Furchtsame erschrickt vor der Gefahr, der Feige in ihr, der Mutige nach ihr.
Jean Paul, 1763-1825, Schriftsteller, Das Kampaner Tal oder Über die Unsterblichkeit der Seele

Gefahren lauern überall.
Herr, bewahr mich vor dem Fall!

Spiele nicht mit der Gefahr!
Sie frisst dich sonst mit Haut und Haar.

Gegenwart
Die Gegenwart ist die einzige Zeit. die uns in Wahrheit gehört, und die wir in Verantwortung vor Gott gebrauchen müssen.
Blaise Pascal

Gehorsam
Tu, was Gott will!
Das neue Groschenblatt 1/1985

Was nützt es, wenn du Gott eine Sache gibst, wenn Er dich um eine andere bittet?
Johannes vom Kreuz, Juan de la Cruz, Aviso 83

Das soll die Grundregel des Gehorsams sein: Alles aus Liebe tun und nichts aus Zwang.
hl. Franz von Sales, Briefe I 58

Die erste Pflicht ist die Liebe, und der Beweis, daß man sie erfüllt, ist der Gehorsam.
Charles de Foucauld, Méditations sur les Saints Evangiles (171), zit. S. 79

Wir leben, um zu dienen. Wer nicht dient, verdient eigentlich nicht zu leben.
P. Nordhues, Weihbischof, zit. im 497. Vinzenzbrief

Geist
Es ist der Geist, der sich den Körper baut.
Friedrich Schiller

Gerechter
In jedem von uns steckt etwas von einem Phidias. Jeder Mensch ist ein Bildhauer, der seinen Marmor oder Lehm bearbeiten muß, bis daß aus der wirren Masse seiner rohen Triebe eine geistvolle, freie Persönlichkeit entsteht: der Gerechte.
Edgar Quinet

Gewissen

Unterdrückst du dein Gewissen,
wird dich bald der Teufel grüßen.

Der Mensch kann vor Allem entfliehen, aber nicht vor seinem eigenen Herzen: denn Niemand kann sich von sich selbst trennen; wohin sich auch der Sünder flüchten mag, nirgendwo verläßt ihn das Bewußtsein seiner Schuld.
hl. Isidor, zit. Luis von Granada, Führer für Sünder, Aachen 1853, S. 264

Gut Gewissen,
Wer es hat, und wer´s bewachet,
In den Blitz vom Weltgericht
Schaut er, und erbebet nicht,
Wenn der Grund der Erde krachet.
Johann Peter Hebel: Sommerlied, 1807, in: Schatzkästlein des Rheinischen Hausfreundes, Winkler Verlag München 1961, S. 64

Gleichmut, Gelassenheit

Gleichmütig will ich von Deiner Hand annehmen Gutes und Böses, Süßes und Bitteres, Freudiges und Trauriges, und Dir danken für alles, was mit begegnet. Bewahre mich nur vor aller Sünde: dann fürchte ich weder Tod noch Hölle.
Nachfolge Christi, III, 17

Unter zwei Übeln muß man immer das geringere wählen. Damit du also nicht den Strafen der Ewigkeit anheimfällst, so übe dich darin, daß du die Leiden dieser Zeit, im Aufblicke zu Gott,  und für die Sache Gottes, gleichmütig tragen lernst.
Nachfolge Christi, III, 12

Gleichmut muß in allen Dingen des natürlichen Lebens geübt werden, in Gesundheit, Krankheit, Schönheit, Häßlichkeit, Schwäche, Kraft; in Dingen des bürgerlichen Lebens: in ehre, Rang, Reichtum; im Wandel des geistlichen Lebens: in Trockenheit, Trost, Freude und Dürre.
hl. Franz von Sales, Abhandlung über die Gottesliebe, II 130

Stets hielt ich die Gelassenheit für eines der höchsten Güter, welche der Mensch auf dieser Erde erringen kann; aber die Gelassenheit unter allen Umständen, die Gelassenheit jedem Wesen und Dinge gegenüber, die Gelassenheit in jeder Lage, sei sie bequem oder unbequem, drohend oder lächelnd … Wenn die Selbstüberwindung das Höchste ist, was der Mensch in ethischer Beziehung erreichen kann, so ist die Gelassenheit, die absolute Gelassenheit, eine sehr hohe Stufe oder Leiter, von welcher der Mensch auf das Weltgewirr hinabsieht.
Wilhelm Raabe, Dichter, zit. S. Hauskalender 1975

Glück
Das Glück hängt nicht davon ab, daß man viel hat und genießt, sondern daß man zufrieden ist; und die Zufriedenheit kommt, weißt du wie? Wenn man sein Kreuz willig auf sich nimmt! Denn zum Kreuztragen, sagt der gottselige Thomas a Kempis, sind wir geschaffen; durchs Kreuz sollen wir eingehen zum inneren Frieden auf der Welt und zur ewigen Glorie drüben.
Karl Domanig: Kleine Erzählungen, Kösel, Kempten, 1905, S. 35

Eines nur ist Glück hienieden,
Eins: das Innern stiller Frieden
Und die schuldbefreite Brust!
Franz Grillparzer, 1791-1872, Dichter, der Traum ein Leben

Das einzige Glück, das wir auf der Erde haben, ist Gott zu lieben und zu wissen, daß Gott uns liebt.
Pfarrer von Ars, 111

Das Glück ist nur im Herzen möglich, und nicht anderswo. Es liegt in der inneren Stimmung und nicht in der Äußerlichkeit.
Johannes Tauler, 1294-1361, Dominikanerprediger, zit. Abbaye s. J. d. Clairval, 22.2.1996

Gottes Wille. Poirot: „Zweifellos weiß le bon Dieu, was er tut. Aber es ist komisch, daß er sich gestattet hat, gewisse menschliche Wesen zu erstatten.
Agatha Christie: Triangle at Rhodes. Urlaub auf Rhodos. Scherz Verlag Bern, 1995, S. 81

Gott ist dir worden Mensch, wirst du nicht wieder Gott,
So schmähst du die Geburt und höhnest seinen Tod.
Johann Scheffler, genannt Angelus Silesius: Der Cherubinische Wandersmann

Gottlos
Wenn man Glauben und Vertrauen zu Gott verliert, wird man gottlos, und wenn man Glauben und Vertrauen zu den Menschen verliert, so wird man lieblos, und wer gottlos und lieblos ist, um den ist es finstere Nacht, und wenn er schon noch nicht in der Hölle ist, so ist doch die Hölle in ihm.
Jeremias Gotthelf

Große Männer
Sehr viele große Männer sind irre und niemand weiß es. Sie wissen es ja selbst nicht.
Agatha Christie: Ein gefährlicher Gegner, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt/Main, 2008, S. 218

Muchos grandes hombres están locos, y nadie lo sabe … ni siquiera ellos mismos.
Agatha Christie: El misterioso Sr. Brown. Editorial Molino, Barcelona, 1982, pág. 248

Gutes tun
Nicht viel leisten ist wichtig, sondern Gutes tun.
P. Peter Rigler O. T., Erneuerer des Deutschen Ordens, 1796-1873

Der Herr sieht nicht so sehr auf die Größe der Werke als auf die Liebe, mit der sie verrichtet werden.
hl. Teresa von Avila

Alles, was der Mensch denkt, spricht und tut, hat in sich etwas Lebendiges, das fortwirkt zum Guten oder zum Bösen.
Anna Katharina Emmerich, Visionen 48

Was ein Mensch an Gütigkeit in die Welt hinausgibt, arbeitet an den Herzen und an dem Denken der Menschen.
Albert Schweitzer, 4. Rundbrief

Keiner von uns ist einzig für sich auf der Welt, er ist auch für alle andern da.
Gregor von Nazianz

Die innere Welt, das Allerheiligste im Menschen, ist die unsichtbare Werkstätte, aus welcher das äussere Leben trittet; sie zeuget auch vor Gott über des Menschen Wert und Bedeutung.
Jeremias Gotthelf

Habsucht
Homines quo plura habent eo cupiunt ampliora. Je mehr die Menschen haben, desto mehr wollen sie.
Marcus Iunianus Iustinus, 2. Jh. v. Chr., römischer Geschichtsschreiber

Härte
Willst du, daß Gott dich schone, dann schone dich selbst nicht.
hl. Augustinus

Lerne jetzt geringere Leiden tragen, damit du dir einst größere ersparst.
Nachfolge Christi, I, 24. Kapitel

Je mehr der Mensch sich selbst überwindet, und mit der Übermacht des Geistes die Werke des Fleisches ertötet, desto weiter schreitet er im Guten voraus. (Wie viel du dir selbst Gewalt antust, gerade so viel nimmst du im Guten zu.)
Nachfolge Christi, I, 25. Kapitel

Halbe Hingabe ist in der Liebe keine Hingabe. Nur wer fähig der Härte ist, ist fähig Gottes, denn nur die Harten sind fähig der Lieben.
Josef G. Cascales, Jesus heute. Prophet der Liebe und der Freiheit. Missionswerk St. Claret, 1983, S. 38

Handeln
Was wir selbst tun können, sollen wir uns nicht von anderen tun lassen.
Maria Ward, englische Ordensgründerin

Dies ist die rechte Stärke und Tapferkeit, unter allen Umständen ins Werk zu setzen, was man als gut erkennt, und sich durch keine Widerwärtigkeit davon abhalten zu lassen.
Maria Ward, Ordensgründerin

Du mußt noch viele Prüfungen durchlaufen, mancherlei Übungen hier auf Erden aushalten. Trost wird dir gereicht werden, aber ein Genuß, der dein ganzes Leben sättigt, kann dir nicht gegeben werden. Fasse also neuen Mut und sei Mann, stark zum Leiden und stark zum Handeln, wenn sich gleich deine Natur noch so sehr dagegen sträubt. Du mußt in einen neuen Menschen verwandelt, du mußt noch ganz „ein anderer Mann“ werden. Du mußt tun lernen, was du nicht willst, und verlassen, was du behalten möchtest.
Nachfolge Christi III, 49

Wie schwank ich stündlich,
Läßt Du von mir,
Unüberwindlich
Bin ich mit Dir!
Joseph von Eichendorff, Dichter

Sapiendo la volontà del Signore e non faccendola, sarà gravemente battuto; perocché el fine delle scienze morali – como dice Aristotele – non è il sapere, ma l´operare.
Girolamo Savonarola, Trattato dell´umiltà, 1492, S. 118

Heiterkeit
Der Gerechte bleibt heiter und unverwirrt - in allem, was der Herr über ihn kommen läßt.
Nachfolge Christi III, 46

Der stumme Jubel (der Kinder Gottes) äußert sich im Alltag als stille, von innen kommende Heiterkeit; sie ist geradezu das Erkennungszeichen echten Christentums.
P. Rudolf Haindl OFM, 483. Vinzenzbrief, 23.11.1979

Herzen

Es liebt die Welt, das Strahlende zu schwärzen
Und das Erhabene in den Staub zu ziehn.
Doch fürchte nichts! Es gibt noch schöne Herzen,
Die für das Hohe, Herrliche erglühn.
Friedrich von Schiller

Himmel

Wichtig ist nur eins im Leben:
dass wir nach dem Himmel streben.

Himmelsleiter
Sei heiter! Es ist gescheiter als alles Gegrübel: Gott hilft weiter – zur Himmelsleiter werden die Übel.
Theodor Fontane

Hoffart
Die Hoffart stürzt aus des Himmels Höhen in die tiefste Tiefe, die Demuth aber hebt aus der Tiefe zur Höhe empor. Der Engel fiel durch Stolz vom Himmel herab in die Hölle, der Mensch steigt durch die Demuth gegen Himmel an.
hl. Bernhard, zit. von Ludwig von Granada, Die Lenkerin der Sünder, Zweite Abtheilung, Erstes Buch, II., §. 1., Aachen, 1853, S. 153
Darum lerne, o Mensch, dich selbst erniedrigen; lerne, o Erdenstaub, gehorsam sein; lerne, o Asche, dich selbst verachten!
vermutlich von Ludwig (Luis) von Granada, ebenda

Hoffnung
Wer auf Gott die Hoffnung setzt, Findet endlich und zuletzt, Was ihm Leib und Seel ergötzt.
Evangelisches Gebetbuch, um 1900 oder später, 2. 10., S. 425

Ichsucht
Viele treiben Götzendienst mit sich selbst, wollen immer und überall im Mittelpunkt stehen, sind selbstsüchtig.
Obergasser, Vinzenzbrief Bozen, Nr. 535, zitiert im Handbuch des einfachen Lebens

Interview
L´intervista non è stata un´invenzione felice ed è forse il più povero dei modi per scoprire l´essenza di un uomo.
Mark Twain, cit. Il Giornalista pensionato, Roma, 5/2010

Kampf
Ohne Arbeit gelangt man nicht zur Ruhe, und ohne Kampf nicht zum Sieg.
Thomas von Kempen

Poco durará la batalla y el fin es eterno. – Kurz dauert die Schlacht und der Endzustand ist ewig.
hl. Teresa von Avila, Kirchenlehrerin

Vivere militare est. Zu leben heißt zu kämpfen.
Lucius A. Seneca, 4 v. Chr.-65 n. Chr., römischer Dichter

Oft wird der Seele ein widerspenstiger, ihr selbst gleichsam feindseliger Leib verliehen, um im Kampf mit den zeitlichen Gebrechen der ewigen Bestimmung desto besser eingedenk zu werden, zur Prüfung, zur Buße, zur Erhebung.
Wolfgang Menzel, 1798-1873. Schriftsteller und Goethe-Kritiker, Die Naturkunde im christlichen Geiste aufgefaßt, III

Leben heißt – dunkler Gewalten Spuk bekämpfen in sich …
Henrik Ibsen, 1828-1906, norwegischer Schriftsteller, „Ein Vers“

Diese Welt ist für euch kein Ruheplatz, sondern ein Schlachtfeld.
Sadhu Sundar Singh, zit. Melzer, Indische Weisheit 150

Dass ich stets in Waffen bleibe, Alle Feinde von mir treibe, Und in Freude, Furcht und Weh / stets zu dir nach oben seh.
Evangelisches Gebetbuch, um 1900 oder später, 26.8., S. 373

Keim zum Heiligen und zum Verbrecher
Nicht einer ist unter uns, der nicht den Keim zu einem Heiligen, aber auch zu einem Verbrecher in sich trüge.
Larcordaire

Klage
Niemand hat auf mich gehört. Ich habe wohl zuviel gestört, wollt die Menschen führ´n zu Gott und reißen aus dem Wohlstandstrott.
der Betreiber dieser Webseiten

Klugheit
Cui bono? Wem nützt es? (Diese Frage stellt sich der Kluge bei vielen Anlässen, um nur an die Terroristen zu denken. Sie sind die nützlichen Idioten. Eingeweihte wollen ein Chaos verursachen, damit alle nach dem Antichrist schreien, der ihnen Ruhe und Wohlstand verspricht.)
Marcus Tullius Cicero, 106-43 vor Christus, römischer Redner, Politiker und Schriftsteller

Schenkt Worten keinen Glauben, wenn nicht Werke dahinter stehen.
Maria Ward, Ordensgründerin

Öffne dein Herz nicht vor jedem Auge.
Nachfolge Christi, 8. Kapitel

Ein Dummkopf findet immer einen noch Dümmeren, der ihn bewundert. Un Sot trouve toujours un plus Sot qui l´admire.
Nicolas Boileau-Despréaux, 1636-1711, französischer Schriftsteller, L´art poétique, 1. Gesang

Konzentration auf das Gute
Laß alles Vergängliche, such das Ewige.
Nachfolge Christi III, 1

Der heilige Pfarrer von Ars sagte einmal, daß die Seelen im Fegefeuer am meisten darunter leiden, daß sie so viele kostbare Zeit auf Erden vertrödelt haben, anstatt sie gut zu nützen, zur Ehre Gottes und zum Heil der Seelen, denn sie hätten viele gute Werke tun und Sündenstrafen abbüßen können.
P. Petrus Pavlicek OFM, Betendes Gottesvolk, Wien, 4/1981

Anhaltende Selbstprüfung und Hinblick auf die Barmherzigkeit Christi, immerwährender Kampf mit unserm Eigenwillen und tief verstecktem Hochmut und Förderung des Reiches Gottes in und außer uns – das soll unser anhaltendes Geschäft sein, bei dem wir uns nicht unnötig mit anderen Dingen zerstreuen und dadurch von dem engen Pfade abwendig machen  sollen.
Ludwig Richter, 1803-1884, spätromantischer Maler

Krankheit

Eine kranke Seele macht auch den Leib krank: Mach Ordnung in deinem Innern.
Katholische Glaubensinformation, Wien

Vergänglich ist das Leben hier.
Die Krankheit hilft zur Reife dir.

Bedenke, daß übermäßiges Glück nicht selten den Menschen in Stolz aufbläht; die Widerwärtigkeit hingegen das Herz durch einen heilsamen Schmerz läutert, so daß … diese den Menschen demütig macht, er auch an Gott denkt; und daß durch diese die seit vielen Jahren begangenen Missethaten oft abgebüßt werden und die Seele vor neuen Rückfällen in die Sünde geschützt wird. Bist du z. B. von einer langen Krankheit befallen, so denke, daß Gott der Herr, da Er weiß, wie viel Uebels wir begangen haben würden, wenn wir gesund geblieben wären, uns die Flügel abschneiden und uns durch Krankheit davor hüten will. Und wahrlich, viel besser scheint es mir zu sein, daß der Mensch krank darnieder liege, als daß er gesund in seinen Sünden beharre und zu den bisherigen Missethaten neue häufe. … Jedem aber ist es bewußt, daß unser Herr, der Seiner Natur nach unendlich barmherzig ist, sich unserer Qualen nicht freut, sondern auf alle mögliche Weise unsere Wunden durch solche Mittel heilt, die das Widerspiel unserer Krankheit sind, so daß, wenn uns die sinnliche Lust in eine Krankheit gestürzt hat, wir durch Schmerz und eine strenge und enthaltsame Lebensweise müssen geheilt werden, und wenn unsere Schwäche aus dem Genusse unerlaubter Dinge herrührt, wir dafür auch die Entbehrung dessen, was uns sonst erlaubt gewesen wäre, zu ertragen haben.
Luis de Granada, Guía de Pecadores. Ludwig von Granada, Die Lenkerin der Sünder, Zweite Abtheilung, Zweites Buch, XV. Kapitel, § 3. Aachen 1853, S. 298f.

Kreuz
Für viele Menschen ist Kreuz und Leid der einzige Weg zur Rettung und Umkehr: Erst wenn sie eigene Ohnmacht und Hilfslosigkeit und Erbärmlichkeit dem Leid gegenüber erkennen und verspüren, erst dann finden sie zu Gott, ihrem Vater, und zum Heiland und Erlöser heim! Blindheit und Stolz und Verstocktheit müssen durch Kreuz und Leid niedergerungen werden.
Sellemond: Goldenes ABC, 84

Die Sinne haben schreckliche Angst vor dem Leiden, der Glaube segnet es als Geschenk aus der Hand Jesu, als Teil seines Kreuzes.
nach Charles de Foucauld, Retraite à Nazareth, S. 98

Laue

Die Lauen werden ausgespien (Offenbarung 3,16),
doch die Masse hört nicht hin.

Leben
Das Leben ist uns gegeben, um Gott zu suchen, der Tod, um ihn zu finden, die Ewigkeit, um ihn zu besitzen.
hl. Gregor der Große

Ach, wie ist das Leben schwer.
Gib Kraft und Mut uns, guter Herr!

Ich begreife nicht, wie ein Mensch, der über sich nachdenkt und doch von Gott nichts weiß oder wissen will, sein Leben vor Verachtung und Langeweile tragen kann.
Brief des Fürsten Otto von Bismarck von 3.7.1851 an seine Gattin

Dein Leben hängt am seid´nen Faden.
Willst auf dich noch mehr Schuld laden?

Lebensregeln
Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung dienen könne.
Immanuel Kant, 1724-1804, Philosoph, Kritik der praktischen Vernunft, § 7, Kategorischer Imperativ

Laßt uns also unser Leben wie ein Kinderspiel ansehen, in welchem nichts ernsthaft ist als die Redlichkeit, ein gut Herz und Wohlanständigkeit (Pflicht gegen sich selbst).
Immanuel Kant, Reflexionen zur Anthropologie, Nr. 489

Carpe diem – Nutze den Tag.
Horaz, gestorben 8 vor Chr., Oden I 11, 8

Meide wie das Feuer üblen Umgang und die schlechte Lektüre.
Msgr. de Ségur, 129

Üb immer Treu und Redlichkeit
Bis an dein kühles Grab
Und weiche keinen Finger breit
Von Gottes Wegen ab!

Dann wirst du wie auf grünen Au´n
Durchs Pilgerleben gehen;
Dann kannst du sonder Furcht und Grau´n
Dem Tod ins Antlitz sehn

Ludwig Heinrich Hölty, 1748-1776, Dichter, Der alte Landmann an seinen Sohn

Leiden
Es gibt nichts in der Welt, was sich mehr als wahre Tugend kenntlich macht, wie das Ertragen von Leiden aus Liebe zu Gott. Denn der beste Beweis der wahren Liebe ist geduldiges Leiden für den Geliebten.
Ludwig von Granada, Gebet und Betrachtung, Herder Verlag Freiburg i. Br., 1912, Erstes Bändchen, Morgenbetrachtung Samstag, 3., Seite 161

Leiden sind Lehren. – Pathemata mathemata.
Es wurden an verschiedenen Orten zwei Quellen angegeben: Äsop, 6. Jh. v. Chr., griechischer Fabeldichter, Fabel 232 Der Hund und der Koch. Und Herodot, um 490-425 v. Chr., griechischer Geschichtsschreiber, Histories apodexis 1, 207, 1

Wenn wir wüßten, was Gott weiß, würden wir mit Tränen darum bitten, was wir nun mit Tränen von uns abzuwenden suchen.
Franz von Sales, zit. Der Tiroler, 6.10.1934

Wenn du sehr an Leib und Seele leidest, so demütige und bekenne, daß du tausendmal mehr zu leiden verdient hast. … leide alles … aus Liebe zu Gott …. opfere es auf mit den Verdiensten des Leidens Christi.
Maria Ward, Ordensgründerin

Lernen
Wer nicht sein Leben lang dazu lernt, ist verloren.
ETIKA

Das Menschenleben ist eine ständige Schule.
Gottfried Keller, Schweizer Schriftsteller

Wahrhaft unser Eigen wird nur, was wir selbst erarbeitet haben. - Schwankend wird der Gang der Männer, die im Wirrwarr ihres Vielwissens zwar viele Rederei finden, ihr aber den stillen Sinn reiner Menschenweisheit aufopfern.
Heinrich Pestalozzi, Schweizer Erzieher, 1746-1827, zit. Deutsche Wochen-Zeitung 18.2.1977

Der Durchschnittsmensch entwickelt nicht mehr als zehn Prozent der in ihm schlummernden Geisteskräfte.
William James, Psychologe, zit. P. Berchmans Egloff: Das Gebet der Vielbeschäftigten, S. 7

Lesen
Was man ißt, das ist man. Was man liest (und anschaut), das wird man.
ETIKA

Liebe
Wir leben, um zu lieben.
hl. Teresa von Avila, zit. Weigl: Maria Lichtenegger 44

Der Christ muss bis in die letzten Wurzeln seines Seins hinab ein Mensch der Sehnsucht sein. Ein stilles Leuchten von drüben liegt über ihm, ein leises, unausgesprochenes Heimweh. „Maranatha – komm, unser Herr.“
P. Peter Morant OFMCap, Betendes Gottesvolk Nr.103, September 1975

Mensch, was du liebst, in das wirst du verwandelt werden. Gott wirst du, liebst du Gott, und Erde, liebst du Erde.
Angelus Silesius

… Solle derohalben der Mensch / was himlisch ist / erwehlen und lieben / und die eigenthumblichen Güter verachten. Dann was kann höher seyn / dann die Göttlichen Wolthaten zu loben? und sich seiner selbst Boßheit wissen zu straffen?
Der Cronicken der Minderen Brüder / Das sibent Buch. Bruder Egidius von Assisi. Discurs von der Liebe. Cap. 24. Costantz, 1604, S. 289

Lüge

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht.
Verloren hat er sein Gesicht.

„In was für ein unentwirrbares Lügenknäuel hatten wir uns alle verstrickt, seit die Wahrheit zum erstenmal unterdrückt worden war! Daraus hatte sich mit fataler Folgerichtigkeit eine Vertuschung nach der anderen ergeben, kleine Peinlichkeiten hatten sich summiert und schließlich zur Katastrophe verdichtet.“
Wilkie Collins: Lucilla. Roman einer Blinden. Henry Goverts Verlag, Stuttgart, 1969. S. 333f

Maß
(Wahre Christen) bemühen sich,  jedes Ding mit Maß zu tun, damit der Körper der Seele unterworfen bleibt.
Girolamo Savonarola, SVC I, 1

Blinder Eifer schadet nur.
Magnus Gottfried Lichtwer, 1719-1783, Dichter, die Katzen und der Hausherr

Warnsignale des Körpers sollten wir nicht überhören. Wenn uns die Augen schmerzen: hören wir auf zu lesen; leiden wir unter Stress, dann lassen wir die Arbeit eine Zeitlang liegen und schöpfen innerlich Kraft. Und so weiter.
Handbuch des einfachen Lebens, Kapitel 108, Eislingen 1985, S. 151

Niemand soll denken, dass seine Kräfte für alles ausreichen.
Luis von Granada

Sich Zeit nehmen und sich Zeit lassen. Gott hetzt die Menschen nicht. Das machen nur die Menschen selbst. Nicht mehr leisten wollen als Zeit und Kraft erlauben.
Günther m 34f

Vor Übertreibungen soll man sich hüten. Der heilige Franziskus von Assisi vergötterte geradezu die Tugend der Armut und verbot einem Mitbruder, ein Psalterium zu besitzen; einen andern, der sich zu sehr Büchern und der Wissenschaft widmete statt dem Gebet, verfluchte er. Die hl. Paula verschenkte all ihr Hab und Gut den Armen, so dass wir bei Hieronymus lesen müssen: Sie „ließ ihre Tochter in großen Schulden zurück, an welchen diese heute noch trägt, die sie aber, wenn nicht aus eigenen Kräften, dann im Glauben an die Barmherzigkeit Christi zurückzuzahlen hofft.“ Das ist nicht unsere Auffassung von Nächstenliebe, denn wir setzen die Familie an erste Stelle. Vergleiche damit die Beschreibung der Mutterliebe Mariens zu ihrem Sohn, den sie vom Kreuz in ihre Arme aufnimmt y. Die hl. Teresa von Avila überschritt nach unserer Auffassung ebenfalls das Maß in mancher Hinsicht. „Keine Klosterfrau durfte etwas Eigenes haben. Wenn die Priorin bei Einer besonderen Anhänglichkeit zu etwas z. B. zu einem Geebetbuch und dergleichen bemerkte, so mußte sie es ihr nehmen und ein anderes dafür geben.“ (Alban Stolz, Legende, 15. Oktober, S. 109, Herder Verlag Freiburg 1859)
ETIKA

Mensch

Das größte Wunderding ist doch der Mensch allein:
Er kann, nach dem er´s macht, Gott oder Teufel sein.
Angelus Silesius

Es hat wohl jeder Mensch seine Zeit, in der und für die er lebt, „aber sie ist nicht die einzige seines Bereiches. In seinen Kindern wirkt er noch auf Generationen und, wem Gott es beschieden, in seinen Werken auf ein Volk. Ja, wie manches Menschen Werk ist sogar erst nach seinem Tode nutzbar geworden; wie manche Schätze sind durch Jahrhunderte mißkannt oder vergessen gelegen und wir haben ihre Auffindung erlebt! Vergrabene Schätze, jetzt neu entdeckt zu nachhaltigem Gewinn für unsere Zeiten und eine ferne Zukunft...“
Karl Domanig: Kleine Erzählungen, Kösel, Kempten, 1905, S. 205

Menschentypen
Vier Geistesströmungen durchziehen die Menschheit:

1.   Die klugen Weltmenschen: Menschen, die sich von ihrem Verstand leiten lassen und deren Schicksal noch nicht entschieden ist.

2.   Die laue Masse: Menschen, die dumm sind und dumm bleiben.

3.   Die Bösen: Menschen, die sich von bösen Geistern inspirieren lassen und deren Opfer werden und Andere mit ihrer Bosheit anstecken.

4.   Die Tugendhaften: Menschen, die sich den guten Einflüssen von oben öffnen und auf dem Weg der Tugenden gen Himmel streben.

Rainer Lechner, ETIKA, 18LS1

 

Mittelweg
Einer der erfolgreichsten Tricks des Satans ist die Lüge vom „goldenen Mittelweg“. … Denn Gottes Wort sagt uns klar, daß es nur zwei Lebenswege gibt: der eine zum ewigen Leben und der andere zur ewigen Verdammnis. Frage dich: Woher komme ich? Wozu lebe ich? Wohin gehe ich?
Konstanzer Großdruckkalender, 27.7.1993

In Gefahr und Not
bringt der Mittelweg den Tod.
Friedrich von Logau, 1604-1655, schlesischer Dichter

Mühe
Der Herrgott verlässt keinen, der sich Mühe gibt.
Karl May: Kapitän Kaiman, Band 19, Karl-May-Verlag Bamberg, 1955, S. 84: Mutter Dodd in Hoboken

Mut

Wenn etwas ist, gewalt´ger als das Schicksal,
So ist´s der Mut, der´s unerschüttert trägt.
Emanuel Geibel, 1815-1884, Dichter

Nacht
Die Nacht ist zum Schlafen da, umso mehr, da man am Tag sinnigerweise wachen soll.
hl. Franz von Sales, Vie dévote, 192

Not
Not lehrt beten. Adversae res admonuerunt religionem.
Titus Livius, 59 v. Chr. – 17 n. Chr., römischer Historiker, V, 51, 8

Opfer
Wenn dir etwas schwer fällt, so denk daran, dem lieben Gott die Mühe aufzuopfern. Unsere Arbeit ist ein Geschenk, das wir Jesus machen müssen.
Anna de Guigné, zit. Wilhelm Schamoni, Jung und heilig – Wahre Bildnisse. St. Augustin, Leutesdorf, 1980, S. 51

Frohe, freiwillige, kleine Opfer allein erlangen uns Mut und Kraft, auch große Schwierigkeiten zu überwinden.
Friedrich Wilhelm Foerster

O Herr, ich opfere Dir auf meine Leiden zur Buße für meine Sünden und die meiner Lieben und aus Liebe zu Dir, Jesus am Kreuz.
Rainer Lechner, Guter und gerechter Gott, Gebete, 2014, S. 90

Pflicht
Sich seine Pflicht in ein seliges Spiel verwandeln, das ist das Höchste!
Gertrud Prellwitz

Phantasie
Eng ist die Welt und das Gehirn ist weit.
Friedrich Schiller

Plagen
Wärst du so klug, die kleinen Plagen / des Lebens willig auszusteh´n, / so würdest du dich nicht so oft genötigt seh´n, / die größer´n Übel zu ertragen.
Christian Fürchtegott Gellert

Politiker
Es ist angebracht, daß der Mensch, der über andere herrscht und regiert, zuerst sich beherrscht und regiert. Wie könnte der Blinde andere führen?
hl. Caterina von Siena, Lettere 121, Pensieri 230

Probleme
Manchmal ist Kranksein ganz gesund. Die Krankheit löscht die Probleme aus, und als einzige große Sorge bleibt der Wunsch nach Gesundheit. … Das beste Miittel gegen Probleme sind neue und größere Probleme. Spielend löst man dann die vorhergehenden und lacht fast über sie.
Luise Ulrich, 1911-1985, Filmschauspielerin, Sehnsucht wohin führst du mich – Mein südamerikanisches Tagebuch (1941), S. 68

Rätsel
Die Rätsel Gottes sind befriedigender als die Lösungen der Menschen.
Gilbert Keith Chesterton

Reden
Es wird zu viel und zu schnell geredet. Man nimmt sich keine Zeit mehr zum Denken und Handeln.
ETIKA

Sokrates lehrte, dass Reden durch ein dreifaches Sieb gehen müssen: das der Wahrhaftigkeit, der Güte und der Notwendigkeit.
Konstanzer Großdruckkalender, 1.7.1987

Vox, et praeter eam nihil. Stimme, und nichts dahinter.
(Name des Autors im Computer verloren gegangen)

Das zuviel Sprechen ist nie frei von Sünde.
P. Pio

Mensch, gib du acht, eh du es sprichst,
daß du am Worte nicht zerbrichst.
Ina Seidel, 1885-1974, Schriftstellerin, zit. Konstanzer Großdruckkalender 25.10.1994

Mehr zu hören als zu reden,
solches lehrt schon die Natur.
sie versah uns mit zwei Ohren,
doch mit einer Zunge nur.
Gottfried Keller, 1819-1890, Schweizer Dichter

Scaramucca non pensa che a una cosa sola. Il dottore parla ancora per un quarto d´ora dopo aver detto tutto, tanto è pieno della voglia di dire.
Blaise Pascal, Pensieri, 12

Wenn die Menschen nur von dem sprächen, was sie verstehen, würde bald ein großes Schweigen auf der Erde herrschen.
Das Neue Groschenblatt, Wien, 12/1997

Die Rede der Toren ist abscheulich, ihr Lachen schwelgt in sündhafter Lust.
Jesus Sirach 27,13

Reinheit
Rein bleiben und reif werden – das ist die schönste und schwerste Lebenskunst.
Walter Flex

Der heilige Paulus sagt: Das ist der Wille Gottes: eure Heiligung. Er erklärt diese Heiligung auch, indem er weiterhin uns sagt, daß wir rein und keusch leben sollen wie Jesus Christus.
Don Giovanni Bosco, zit. in: Selig, die reines Herzens sind

Es gibt nichts, was so schön ist wie eine reine Seele.
Pfarrer von Ars, 55

Reue
Meine Sünden bereiten mir das meiste Leid. Aus diesem Leid kommen alle anderen Leiden. Nimm, Herr, meine Sünden von mir.
Girolamo Savonarola, Meditation über: In te domine speravi

Die Menschen sollen sich bessern und um Verzeihung ihrer Sünden bitten.
Maria am 13. Oktober 1917 in Fatima

Das größte Wunder, das Du tust, mein Gott, ist zuzulassen, daß die Erde mich trägt.
hl. Gertrud

Was wir auch gefehlt haben mögen, immer bleibt der Rückweg hin zu Gott für den reuigen Menschen offen.
P. Rudolf Haindl OFM im 499. Vinzenzbrief, 8.3.1981

Ich bereue meine Sünden.
O wie sie mich quälen, binden.

Meine Sünden: zentnerschwer.
Fürcht´ das Höllenfeuer sehr.

Meine Sünden stehn vor mir,
versperren mir die Himmelstür.

Sünden wie der Sand am Meer!
Verdammst Du mich, o strenger Herr?

Erkenne es nur, daß du des göttlichen Trostes unwürdig bist, und daß du viel mehr Trübsal und Plage verdient hast. Ist das Herz eines Menschen von Reu und Leid durchdrungen und wie zermalmt, so ist ihm die ganze Welt weiter nichts als - Last und Bitterkeit. Ein guter Mann findet zum Trauern und Weinen immer Stoff genug. Er mag sich oder seinen Nachbarn ansehen, so begreift er gar bald, daß hier Niemand ohne Trübsal und Herzeleid leben kann. Und je strenger er mit sich selbst zu Gericht geht, desto mehr Ursache zu trauern hat er. Den tiefsten Herzensstich geben uns, nach dem Gesetze der Gerechtigkeit, unsere Sünden und Laster, in denen wir so tief begraben liegen, daß wir uns sehr selten zum Anblick himmlischer Dinge emporschwingen können.
Nachfolge Christi I, 21

Scheitern
… So macht auch Gott oft einen Strich durch unsere (Sünden-)Pläne, um uns vor dem Absturz zu bewahren.
Konstanzer Großdruckkalender, 29.8.1992

Schicksal
Es geht mit dem Guten wie mit dem Bösen; hat man einmal beginnen, so folgt eine Handlung auf die andere wie die Ringe einer Kette.
Botschaft des Herzens Jesu an die Welt durch Schwester Josefa Menéndez, 1890-1923, Parvis, S. 15

Schmerz
Der Schmerz ist ein heiliger Engel, und durch ihn sind Menschen größer geworden als durch alle Freuden der Welt.
Adalbert Stifter, Dichter

Kommt dir ein Schmerz, so halte still
und frage, was er von dir will.
Emmanuel Geibel, Dichter

Klage nicht zu sehr über einen kleinen Schmerz; das Schicksal könnte ihn durch einen größeren heilen.
Friedrich Hebbel, 1813-1863, Dramatiker

Wie Gott nicht die Gottlosigkeit geschaffen hat, so hat Er auch nicht Krankheit und Schmerzen des Leibes geschaffen. Diese sind vielmehr die natürliche Frucht des menschlichen Ungehorsams. Auch Schmerz und Krankheit sind nichts Eingebildetes, sondern sind die äußeren und sichtbaren Früchte der verborgenen unsichtbaren  Krankheit der Sünde, sei es der eigenen Sünde oder der Familie, der man angehört.
Sadhu Sundar Singh, indischer evangelischer Pilger und Prediger, zit. Melzer 127

Schriftsteller
„Der Schriftsteller ist jemand, der außerhalb der Gesellschaft steht.“ (Don DeLillo) „Schreiben ist eine konzentrierte Form des Denkens“
Don DeLillo, Schriftsteller, in: Paris Review. Entnommen der NWZ vom 19.11.2011: Gisela Ostwald, dpa: „Chronist der Ängste und Verschwörungstheorien.

Die Schriftsteller entwickeln meist viel mehr Verstand, wenn sie die Gedanken ihrer Gegner, als wenn sie ihre eigenen analysieren.
Ernst von Feuchtersleben, 1806-1849, Dichter, Arzt und Philosoph

Schutzwall
Hinter Krankheit, Hässlichkeit und so mancher angeborenen Schwäche liegt ein großes Geheimnis verborgen. Wie sie uns zur inneren Reife zu führen vermögen, so bilden sie oft auch einen fast unüberwindlichen Schutzwall gegen Versuchungen und Angriffe von außen.
F. G. Aymara

Schweigen
Man rede wenig und mische sich nicht in Dinge ein, nach denen man nicht gefragt wird.
hl. Johannes vom Kreuz, Aviso 286

Qui tacet, consentire videtur. Wer schweigt, stimmt dem Anschein nach zu.
Decretalia VI, 5, 12, 43. In: Corpo iuris canonici. Sammlung kirchlicher Gesetze aus dem 12. Jahrhundert

Wenn du jetzt die Augen verschließt, wirst du morgen sagen: das habe ich nicht gewusst, und übermorgen: das habe ich nicht gewollt.
Quelle?

Sekretäre
Wir haben immer zwei Sekretäre, den Dämon, der unsere schlechten Taten aufschreibt, um uns anzuklagen, und unseren guten Engel, der die guten aufschreibt, um uns am Tag des Gerichts zu rechtfertigen.
Pfarrer von Ars, 105

Selbstbeherrschung
Die Wurzel aller Sittlichkeit ist die Selbstbeherrschung.
Johann Gottlieb Fichte (1762-1814), Philosoph

Niemand ist frei, der nicht über sich selbst Herr ist.
Matthias Claudius, Dichter

Ein Mitarbeiter Gottes muß Selbstbeherrschung, Selbstüberwindung und maßvollen Verzicht üben … Kraft, Liebe und Zucht stehen im Zusammenhang, um uns den Geist Gottes, seine Wirklichkeit erkennen zu lassen.
Liselore Löffler, Schriftleiterin, Jahreslosung 1984: 2. Timotheus 1, 7; Konstanzer Großdruckkalender 1984, Vorwort

Selbsterkenntnis
Imago est animi vultus. Das Gesicht ist ein Abbild der Seele.
Marcus Tullius Cicero, 106-43 v. Chr., römischer Redner

Nicht nötig, auf den Spiegel zu schelten, wenn die Fratze schief ist.
Russisches Sprichwort, zitiert von Gogol im Revisor

Meine blinden Augen konnten das Licht nicht sehen; aber nicht den Augen gab ich die Schuld, sondern der Sonne.
hl. Hieronymus, Brief XXII an Eustochia, zit. Lorit: Verzeiht, ich bin Dalmatier, 142

Man ist, was man vor Gott ist – nicht mehr und nicht weniger.
hl. Pfarrer von Ars, zit. in Ferien mit Gott, 66

Unruhig ist unser Herz, bis es ruht, Gott, in Dir.
hl. Augustinus, Bekenntnisse

Ich bin berufen, etwas zu tun oder zu sein, wofür kein anderer berufen ist. Ich habe einen Platz in Gottes Plan auf Gottes Erde, den kein anderer hat. Ob ich reich oder arm bin, verachtet oder geehrt, Gott kennt mich und ruft mich bei meinem Namen.
Kardinal Newman

Wir werden dankbar sein, wenn uns klar wird, daß die schlimmste Situation, die uns überhaupt treffen kann, immer noch tausendmal besser ist als diejenige, die wir eigentlich – von Gott aus gesehen – verdienen. Danken schützt vor Wanken, Loben zieht nach Droben.
Evangelischer Konstanzer Großdruckkalender, 30.3.1988

Es kommt nicht darauf an, ob du krank oder gesund, schön oder häßlich bist, sondern darauf, daß du den Weg erkennst, denn Gott dir weist, und daß du alle deine Kräfte in seinen Dienst stellst. Oft verbirgt sich hinter einem unschönen Antlitz mehr Barmherzigkeit, bildet ein unvollkommener Körper das reinere Gefäß für Seele und Geist, vermögen sich nur im Leid jene Kräfte zu entfalten, die der Mensch zur Erfüllung seiner Aufgabe braucht.
Francisco Gerónimo Aymara, Wege zu Gott

Selbstsucht
Viele scheinen in sich selbst verliebt zu sein und treiben Götzendienst mit sich selbst. Sie wollen immer und überall im Mittelpunkt stehen. Und natürlich lassen sie auch keinen Nebenmenschen etwas gelten. Sie sind asozial – mit einem Worte „selbstsüchtig“.
Pfarrer Josef Obergasser, Meran, 535. Vinzenzbrief

Selbstüberwindung
Der größte Sieg: sich selbst besiegen. - La mayor victoria: el vencerse uno á si mismo.
Pedro Calderón de la Barca, 1600-1681, spanischer Dramatiker, El segundo Scipion

Es ist leichter, die eine Begierde zu unterdrücken, als allen folgenden Genüge zu leisten.
Jean Paul, Ludwig Richter, Titan, zit. Größte Geister 311

Es gibt nichts, was die Gelüste dieses verderbten Fleisches so sehr abtötet wie die Vorstellung, wie eben dieses nach dem Tode aussieht.
hl. Gregor, zit. Luis von Granada, Meditation am Mittwochabend

Bemühe dich tugenthafft /und Christo JESU angenem zu seyn / und streite mannlich wider die Laster / ubertrage mit Gedult die Trübsal unnd Widerwärtigkeiten / dann in diesem Leben nichts grössers / dann die Uberwindung sein selbstens / und ist dem Menschen gar schwer die Seel zu Gott zu bringen / wann er sich selbst zuvor nit uberwindet.
Der Cronicken der Minderen Brüder / Das sibent Buch. Bruder Egidius von Assisi. Discurs von der Gedult. Cap. 27. Costantz, 1604, S. 297

Selbstverachtung
Wenn ein Mensch bei sich die größte Sünde erkennt und sich am tiefsten verdemütigt, wenn es ihm scheint, als sei alle seine Schönheit verschwunden und alle seine Gnaden vertrocknet, wenn er sich vor sich selbst ekelt, sich beim Gedanken an sich selbst aufbäumt, da er ganz Staub und Asche, ganz Kot und Unflat zu sein scheint, dann steigt er wahrhaft im Reiche Gottes.
Fulton J. Sheen, Weihbischof von New York

Sicherheit

Sicherheit in diesem Leben
wird es nie und nimmer geben.

Wie kannst du nur so sicher sein?
Ein Himmelsplatz statt ew´ger Pein?

Sittlichkeit
Treibe alles in Maßen und Sittlichkeit.
Bismarcks Rat an die Nachwelt, 1889 aufgenommen auf der Wachswalze eines von Thomas Alva Edison erfundenen Phonographen (Bild am Sonntag, 5.2.2012, S. 44)

Sorgfalt
Nur keine aufgeregte Hast bei unserer Arbeit! Sie wird gut ausfallen, wenn wir uns bemühen, sie in aller Ruhe eifrig und gewissenhaft zu tun, nicht von ihr den Erfolg erwarten, sondern von Gott und seiner Gnade.
hl. Franz von Sales, Kirchenlehrer, Geistliche Gespräche 101

Gott liebt an dir den mindesten Grad an Gewissenhaftigkeit mehr als alle deine Werke, die du vollbringen kannst.
hl. Johannes vom Kreuz, V 60, 2, zit: Günther: Maria 88

Strafe
Welche Strafe ist schwerer als die Wunde des innern Gewissens? Soll man diese nicht eher zu fliehen suchen, als Tod, Verbannung, Krankheit und Körperschmerz?
hl. Ambrosius, Kirchenlehrer, zit. Luis von Granada, Führer der Sünder, Aachen 1853, S. 264

Strom
Um an die Quelle zu kommen, muß man gegen den Strom schwimmen.
Polnisches Sprichwort

Sühne
Trag dein Leid zur Sühne deiner Sünden!

Sünden meiden
Wer an Jesus Leiden denkt, der wird die Sünden meiden. 1914.
Inschrift auf einem Kreuz an einem Kirchweg in Hinterpasseier

Tat
Das Wort hat dann nur Wert, wenn es sich zur Tat gestaltet. Laß uns also von nun an mehr in Taten als in Worten sprechen.
Karl May: Das versteinerte Gebet. Karl-May-Verlag Bamberg, 1957, S. 174

Selbst die schönsten Gottessaaten
reifen nur durch edle Taten.

Tra il dire e il fare, c`è di mezzo il mare.
Agatha Christie, Poirot non sbaglia, 110

Traum
Ein Traum, ein Schaum, er weht, vergeht.

Trübes
Wie schön das Helle ist, zeigt erst das Trübe...
Jeremias Gotthelf

Tugenden
Diese sieben Dinge sollen wir üben: gerecht im Leben, barmherzig in der Not, getreu in der Gemeinschaft, hilfsbereit im Verborgenen, in Not und elend schweigen, voll der Wahrheit sein, der Lüge Feind sein.
Mechthild von Magdeburg, 113

Leider!
So ist´s in alter Zeit gewesen,
So ist es, fürcht ich, auch noch heut:
Wer nicht besonders auserlesen,
Dem macht die Tugend Schwierigkeit.

Aufsteigend mußt du dich bemühen,
Doch ohne Mühe sinkest du.
Der liebe Gott muß immer ziehen,
Dem Teufel fällt´s von selber zu.
Wilhelm Busch, Zeichner und Dichter, 1832-1908

Unglück

Vom Unglück erst zieh ab die Schuld!
Was übrig bleibt, trag in Geduld!
Theodor Storm, Dichter

Unterscheiden
Beurteile einen Menschen lieber nach seinen Handlungen als nach seinen Worten, denn viele handeln schlecht und sprechen vortrefflich.
Matthias Claudius, Dichter

Entweder – Oder ist das Zeichen, das uns den Zugang zum Unbedingten erschließt: - Gott sei gelobt! Ja, Entweder – Oder ist der Schlüssel zum Himmel! Was ist, was war und was bleibt dagegen das Unglück des Menschen? Dieses „bis zu einem Grade“, das vom Satan, von der Erbärmlichkeit oder der feigen Klugheit stammt und – auf das Christentum angewandt – dieses zu einem Geschwätz verwandelt!
Sören Kierkegaard, 1813-1855, dänischer Philosoph, Entweder – Oder, 1843; zit. Reclams Literaturkalender 1963, 74

Wir werden aufhören, uns weiter zu entwickeln, in dem Augenblick, wo wir aufhören zu unterscheiden zwischen Tugend und Laster.
M. K. Gandhi, Young India 15.9.1921, zit. Rolland 341f

Nicht die schlechten Triebe und Absichten des Menschen sind die wesentlichen Hilfsmittel der Hölle (denn gegen die erhebt sich in jeder gesunden Menschenseele eigener Widerstand und eigenes beschämtes Zögern), sondern die listige, verführerische Umdrehung der an sich guten Absichten. „Wir haben es doch eigentlich so gut gemeint!“ – das werden die Verführten und so zu Verführern Gewordenen am Ende der Geschichte im Rückblick sagen müssen. … Gefallene Engel sind die Teufel – mißbrauchte gute Antriebe machen die Menschen zu Dienern des Bösen.
Christa Meves und Joachim Illies, Dienstanweisung für Oberteufel, 147f

Gott schenke mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann; den Mut, Dinge zu ändern, die in meiner Macht stehen; und die Klugheit, beides voneinander zu unterscheiden.
C. F. Oetinger

Die Gnade, unbekümmert um alles, was durch Neuheit die Neugier reizt, vergißt es nicht, daß all das Neue ein Beweis des alten Verderbens ist, dass es im Grunde nichts Neues sowie nichts Dauerhaftes unter der Sonne gibt.
Nachfolge Christi III, 54

Verantwortung
Eure Verantwortungen werden im gleichen Schritt mit euren Kräften wachsen.
Jakob Schaffner, 1875-1944, Schweizer Dichter, Johannes, Roman einer Kinderheit

Vergebung
Sündenvergebung bedeutet noch nicht völlige Erlösung, denn diese kann nur kommen durch vollkommende Freiheit von der Sünde.
(Sadhu Sundar Singh, evangelischer indischer Prediger, zit. Melzer, Indische Wesieheit, 129; dem Papst Bergoglio ins Stammbuch)

Vergessen

Denk an deinen Schöpfer, Christ,
weil er sonst auch dich vergisst.

Vernunft
„Die schrecklichste Folge der Entchristianisierung ist nicht der Verlust des Glaubens, sondern der Verlust der Vernunft.“
Erzbischof von Bologna, zitiert von Pfarrer Michael Dobler †, ca. 1985-1995

Das Herz hat seine Gründe, die die Vernunft nicht kennt.
Blaise Pascal

Wachsamkeit
Widerstehe dem Anfang; zu spät kommt die Kur. – Principiis obsta, sero medicina paratur.
Ovid, gestorben 17 n. Chr., Mittel gegen die Liebe, Remedia amoris

Wachen, wachen müssen wir besonders im Anfang der Versuchung. Anfangs ist es ein einfacher Gedanke, der dich angreift; hernach kommt eine lebhafte, mächtige Einbildung dazu; zur Einbildung gesellt sich die Lust, zur Lust die Begierde; jetzt sagt der Wille: Ja(- und die Sünde ist vollbracht). So nimmt der Feind nach und nach die ganze Festung ein, wenn man ihm nicht gleich anfangs Widerstand leistet. Und je länger du säumst, Widerstand zu leisten, desto schwächer wirst du, desto übermächtiger dein Feind.
Nachfolge Christi, I, 13. Kapitel

Tue nie etwas, was du nicht vor Allen tun könntest.
Teresa von Avila, Aviso 43

In den Zeiten zwischen den Versuchungen seien wir fest und bereiten uns vor auf alles, was uns zustoßen könnte.
Origenes, La Preghiera XXIX, 19

Zur Wachsamkeit gehört, daß wir die Gelegenheit zur Sünde meiden. Es gibt in der Welt gesunde und ungesunde Gegenden. Es gibt Orte, von denen ein anständiger Mensch sich sagen muß: Da gehöre ich nicht hin. Wer trotzdem solche Orte aufsucht oder sich dorthin mitziehen läßt, begibt sich in die nächste Gelegenheit zur Sünde und gefährdet seine Tugend.  es gibt Personen, die das gute Gewissen deutlich als Gefahr und Gelegenheit zur Sünde erkennen läßt. Auch Bilder und Bücher können eine Gefahr sein.
Günther, Maria, die Widersacherin Satans 55

Einmal ist keinmal. Dies ist das verlogenste und schlimmste unter allen Sprichwörtern. Einmal ist wenigstens einmal.
Johann Peter Hebel, Nützliche Lehren, 1806, Schatzkästlein

Wahnsinn

Gefährlich ist´s, den Leu zu wecken,
Verderblich ist das Tigers Zahn.
Jedoch der schrecklichste der Schrecken,
Das ist der Mensch in seinem Wahn.
Friedrich Schiller, 1759-1805, Dichter, Das Lied von der Glocke

Though this be madness, yet there ist method in it.
Ist dies schon Tollheit, hat es doch Methode.
William Shakespeare, 1564-1616, englischer Dramatiker, Hamlet II, 2

Wahrheit
Weh dem, der zu der Wahrheit geht durch Schuld; sie wird ihm nimmermehr erfreulich sein.
Friedrich Schiller
(1759-1805), Deutschlands größter Dichter, Das verschleierte Bild zu Sais

Wechsel
Der Wechsel allein ist das Beständige.
Arthur Schopenhauer, Philosoph (1788-1860)

Weg
Gottes Kraft geht alle Wege mit.
Odile Widerstein

Der Weg nach innen ist die längste und abenteuerlichste Reise, die es für den Menschen geben kann.
Dag Hammarskjöld

Weisheit
Tanto es uno cuanto sabe, y el sabio todo lo puede. Hombre sin noticias, mundo a escuras.
Jeder ist so viel, als er weiß, und der Weise vermag alles. Ein Mensch ohne Kenntnisse; eine Welt im Finstern.
Baltasar Gracián: Oráculo manual y arte de prudencia. En: Tratados, Casa Editorial Calleja, Madrid, 1918. - Hand-Orakel und Kunst der Weltklugheit. Übersetzt von Arthur Schopenhauer. Reclam-Verlag Stuttgart, 1953

Welt
Gott ruft uns, die Welt lockt uns. Das Rufen und das Locken voneinander zu scheiden, keines mit dem andern zu verwechseln, wie schwer ist das, und wie leicht nehmen es die Leute.
Jeremias Gotthelf

Weltveränderer
„An alle, die anders denken: die Rebellen, die Idealisten, die Visionäre … die sich in kein Schema pressen lassen … Sie beugen sich keinen Regeln, und sie haben keinen Respekt vor dem status quo. Wir können sie … ablehnen. … während einige sie für verrückt halten, sehen wir in ihnen Genies. Denn die, die verrückt genug sind zu denken, sie könnten die Welt verändern, sind die, die es tun.“
Steve Jobs in einem Apple-Werbespot „Think Different!“, 1997, zitiert in Bild am Sonntag, 9.10.2011 Auch ETIKA schwimmt gegen den Strom, aber man muss zum Establishment gehören, um von den Medien wahrgenommen und zitiert zu werden.

Werkzeug
Schon in dieser unvollkommenen Welt frohe Werkzeuge der Liebe Gottes zu sein, ist ihr Beruf.
Albert Schweitzer über die Bestimmung der Menschen, Aus dem Leben und Denken, 1974

Wille

Wie Du willst, so will auch ich.
In Demut beug ich Sünder mich.

Wolken über dem Gemüt
An den Wolken am Himmel kann der Mensch nichts machen, aber den Wolken über seinem Gemüte zu gebieten, fände da nicht jeder Mensch in sich die Macht, wenn er sie suchte?
Jeremias Gotthelf

Wünsche – Deseos
Las cosas pierden al ser poseídas todo el valor que tuvieron al ser deseadas, porque el deseo es un artista engeñador y mentiroso.
Ricardo León
(cit. en: El Barco Vikingo, Barcelona, número 17, mayo-junio 2002, p. 38)

Wurm
Ich aber bin ein Wurm, kein Mensch, der Leute Spott und vom Volk verachtet.
hl. Franziskus von Assisi, Terz an Werktagen, Psalm IV im Offizium vom Leiden des Herrn

Ein Wurm bist du, vor Gott ganz klein.
Sollst demütig, bescheiden sein!

Zeit
Denk immer an das Ende, und daß die verlorene Zeit nie wieder kommt.
Nachfolge Christi, I, 25. Kapitel

Ziel
Jeder braucht ein Ziel, für das er sich einsetzen kann.
Adolf Karlinger, präsent, Innsbruck, 18.3.1982, zit. im 512 Vinzenzbrief, 23.4.1982

Zucht
Hüte jeder das wilde Tier in seiner Brust, daß es nicht plötzlich ausbricht und ihn selbst zerreißt.
Joseph Freiherr von Eichendorff

Gib in unser Herz und Sinnen / Weisheit, Rat, Verstand und Zucht, daß wir anders nicht beginnen / als nur, was dein Wille sucht. (Heinrich Held, 1658, im alten Evangelischen Gesangbuch Nr. 134) Die alte christliche Kirche: Gebote, Zucht, Gottesfurcht, Frömmigkeit, Wahrheit. Die moderne Weltreligion: Keine Gebote, kein Sündenbewusstsein, Unzucht, Toleranz, Dialog.

Zufriedenheit
Der Mensch ist so groß, daß nichts auf der Welt ihn zufriedenstellen kann. Er ist erst zufrieden, wenn er sich an die Seite Gottes stellen kann. - Lorsqu´il se tourne du côté de Dieu qu´il est content.
hl. Pfarrer von Ars, 110

O wie selig ist die Seele, welche, auch wenn sie im sterblichen Körper, das unsterbliche Gut schmeckt! Alles ist ihr recht (in reverenzia); die linke Hand gilt ihr gleichviel wie die rechte, die Drangsal soviel wie die Tröstung, Hunger und Durst soviel wie Essen und Trinken, die Kälte soviel wie die Hitze, das Leben soviel wie der Tod, die Ehre soviel wie die Schmach, und die Betrübnis soviel wie die Erquickung. In allem ist sie standhaft, fest und stabil, denn sie ist auf den lebendigen Felsen gegründet.
hl. Caterina von Siena, Kirchenlehrerin, Dialogo 141

Man glaube nicht, daß ich in Tröstungen schwimme, oh nein!, mein Trost ist, daß ich keinen habe auf Erden.
Thérèse von Lisieux, Geschichte einer Seele, Kap. IX, S. 214

Nie sich beklagen. Das Klagen schadet stets unserm Ansehen.
Baltasar Gracián, 1601-1658, Oráculo manual y arte de prudencia, Hand-Orakel und Kunst der Weltklugheit, 129

 

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