ETIKA

KARL MAY

www.etika.com
4.8.2003

28B435

Unter Geiern -
Karl Mays Höllenvision – Gerechtigkeit für Indianer!

Auszüge aus "Unter Geiern" (Band 35), Karl-May-Verlag Bamberg (nur von diesem Verlag kaufen, am besten alle Bände!). 2080. Tausend

Karl May: Unter Geiern  (Band 35)
Typische Zitate
Höllenszenario im Yellowstone-Nationalpark

„Ja, ihr Deutschen seid eigenartige Kerle. Mild, weich wie Butter! Wenn es aber sein muß, stellt ihr euern Mann wie sonst einer. Ihr möchtet alle Welt mit Samthandschuhen anfassen, und doch schlagt ihr gleich mit dem Kolben drein, wenn ihr meint, dass ihr euch endlich wehren müsst.“ (S. 15)

Der Indsman ist zu stolz, vor Fremden oder gar Feinden seine Gefühle merken zu lassen. (S. 29)

WINNETOU
Der Nahende war genauso gekleidet wie Old Shatterhand, nur dass er anstatt der hohen Stiefel Mokassins trug. Auch hatte er keine Kopfbedeckung. Sein langes, dichtes, schwarzes Haar war in einen hohen, helmartigen Schopf geordnet und mit einer Klapperschlangenhaut durchflochten. Keine Adlerfeder schmückte seine indianische Figur. Dieser Mann bedurfte keines solchen Zeichens, um als Häuptling erkannt und geehrt zu werden.

Um den Hals trug er den Medizinbeutel, die Friedenspfeife und eine dreifache Kette von Bärenkrallen, Siegeszeichen, die er sich mit Lebensgefahr erkämpft hatte. In der Hand hielt er ein doppelläufiges Gewehr, dessen Holzteile dicht mit silbernen Nägeln beschlagen waren. Das war die berühmte Silberbüchse, deren Kugel niemals ihr Ziel verfehlte.

Die Züge seines ernsten, männlichschönen Gesichtes waren fast römisch zu nennen. Die Backenknochen standen kaum merklich vor, und die Hautfarbe war ein mattes Hellbraun mit einem leisen Bronzehauch.

Das war Winnetou, der Apatschenhäuptling, der herrlichste der Indianer. Sein Name lebte in jeder Blockhütte und an jedem Lagerfeuer. Gerecht, klug, treu, tapfer bis zur Verwegenheit, ohne Falsch, ein Freund und Beschützer aller Hilfsbedürftigen, gleichviel, ob sie rot oder weiß von Farbe waren, so war er bekannt über die ganze Länge und Breite der Vereinigten Staaten und selbst über deren Grenzen hinaus. (S. 83)

ÜBUNG
Das Zirpen der Grille wird mittels eines Grashalms nachgeahmt. Man faltet die Hände so zusammen, dass die Daumen nebeneinander zu liegen kommen, und klemmt dazwischen einen Grashalm so ein, dass er straff angespannt ist. Zwischen den beiden unteren Gliedern der Daumen befindet sich eine schmale Lücke, worin der Grashalm schwingen kann. Bläst man nun mit einem kurzen „Frr-frr-frr“ auf den Halm, indem man den Mund fest an die Daumen legt, so entsteht ein Zirpen, das dem der Grille ähnlich ist. Eine längere Übung gehört freilich dazu. (S. 106)

ÜBUNG
Das Anschleichen eines Westmanns an seine Feinde
ist keine leichte Sache. Wenn man nicht in besonders gefährlichen Fällen Ursache hat, keine Spur zurückzulassen, so kann man ja auf Händen und Knien kriechen. Das gibt dann allerdings eine erkennbare Fährte, besonders im Gras. Ist man aber gezwungen, jede Spur zu vermeiden, so darf man sich nur auf den Fingerspitzen und Zehen fortbewegen. Da man dabei die Arme und Beine lang ausstrecken muß, damit der Körper ganz nahe am Erdboden gehalten wird, den er aber nicht berühren darf, so ruht die ganze Last eben nur auf den Finger- und Zehenspitzen. Es gehört eine ungewöhnliche Körperkraft, Gewandtheit und langjährige Übung dazu, das auch nur für kurze Zeit auszuhalten. Wie die Schwimmer von einem Schwimmkrampf sprechen, so reden die Westmänner von einem Anschleichkrampf, der gewiß nicht weniger gefährlich ist. Er kann ja die Entdeckung und den Tod zur Folge haben.

Während sich der Westmann auf diese Weise an den Feind schleicht, muß er den Boden genau berücksichtigen und darf weder Hand und Fußspitze eher niedersetzen, als bis er die betreffende Stelle gewissenhaft untersucht hat. Wenn zum Beispiel Hand oder Fuß auf einen kleinen Zweig treffen, der dürr ist und knickt, so kann dieses leise Knacken die schlimmsten Folgen nach sich ziehen. Es gibt geübte Jäger, die sofort unterscheiden können, ob das Geräusch von einem Tier oder einem Menschen hervorgerufen wurde. (S. 108)

Ein im Anschleichen Geübter wird auch die Zehenspitzen ganz genau auf die Stelle setzen, die er vorher mit den Fingerspitzen berührte, weil dadurch eine weniger sichtbare Spur entsteht, die sich dann auch leichter und schneller wieder verwischen lässt. ... Hat man sich an ein Lager geschlichen, so beginnt auf dem Rückweg erst der anstrengendste und schwierigste Teil des Unternehmens. Niemand soll erfahren, dass man hier war. Darum muß man sich auf allen Vieren, mit den Füßen voran, rückwärtsbewegen und dabei jeden Eindruck auslöschen, den man hinterlassen hat. Das geschieht mit der rechten Hand, indem man auf den beiden Fuß- und auf den Fingerspitzen der linken Hand das Gleichgewicht hält. (S. 109)

Das Wigwamfeuer des Großen Geistes
In jenen Gegenden ist die Sicht oft so klar... Und dabei ist die Luft so voll von Elektrizität ... Diese elektrische Spannung strebt nach Ausgleich, den sie in immerwährenden Entladungen findet. Es wetterleuchtet unausgesetzt rundum, ohne dass Wolken vorhanden sind. Oft scheint der ganze Gesichtskreis in Flammen zu stehen... Ist die Dunkelheit ... hereingebrochen, so bietet dieses immerwährende Leuchten und Glühen einen unbeschreiblichen Anblick, und selbst der ... Westmann ..., der gelernt hat, sich nur auf sich selbst zu verlassen, fühlt sich klein und ohnmächtig solchen geheimnisvollen Kräften gegenüber. Er denkt an Gott, dessen er vielleicht seit langer Zeit vergessen, und als fromme Jugenderinnerung steigen in seinem Gedächtnis die in der Schule so oft gehörten Worte des Psalmisten auf:

„Wo soll ich hingehen vor deinem Geist, und wo soll ich hinfliehen vor deinem Angesicht? Führe ich gen Himmel, siehe, so bist du da; bettete ich mich in die Hölle, siehe, so bist du auch da; nähme ich Flügel der Morgenröte und flöge ans Ende der Welt, so würde doch deine Hand daselbst mich führen und deine Rechte mich halten!“

Ganz dasselbe denkt und fühlt auch der Indianer, ,Wakan-tanka-wakuon-pehta´, das ,Wigwamfeuer des Großen Geistes´, nennt der Sioux dieses Wetterleuchten. ,Manitou nimeh warrenton´, zu deutsch: ,Ich habe Manitou im Blitz gesehen´, sagt der Utah-Indianer...

Diese elektrischen Entladungen können im Kriegsfall sehr gefährlich werden. Der Indianer glaubt nämlich, dass der Krieger, der des Nachts getötet wird, in den ewigen Jagdgründen in immerwährender Finsternis leben müsse. Deshalb sucht er jeden nächtlichen Kampf möglichst zu vermeiden und führt den Angriff am liebsten im ersten Morgenlicht aus. Wer aber im ,Feuer des Großen Geistes´ im Wetterleuchten stirbt, der ist nicht im Dunkeln in das Jenseits gegangen... Aus diesem Grund scheut sich der Indsman nicht, beim Schein zuckender Wetter anzugreifen. (S. 135ff.)

Der humorvolle Hobble-Frank:
“... Aber es will dennoch alles gelernt sein, und was man noch nich gesehen und betrieben hat, das kann man ooch nich kennen. Ein Bankier zum Beispiel, und wäre er noch so gescheit, kann nich so mir nischt dir nischt gleich die Oboe blasen, und ein gelehrter Professor der Experimentalastronomie kann nich ohne Unterweisung in den nötigen Kunstgriffen sofort Weichensteller werden.“ (S. 162f.)

Im Kapitel 8 ist auf Seite 171 eine Streichung aus Jugend- und Tierschutzgründen unerlässlich: Bob streifte ... berühmter Jäger.“

Winnetous Antwort auf eine Beleidigung durch den Hundertfachen Donner:
“Meinen Namen werde ich deiner Seele nennen, wenn sie dir aus dem Leib entweicht. Dann wird sie jammern vor Entsetzen und sich nicht in die ewigen Jagdgründe wagen. Sie wird in den Klüften der Berge wohnen, um vor Angst mit den Winden zu heulen und mit den Lüften zu klagen!“ (S. 210)

Der edle Old Shatterhand
“Ihr sollt eure Skalpe und euer Leben behalten. Ihr hättet uns getötet, wenn wir unterlegen wären; wir aber sind nur scheinbar auf eure Bedingungen eingegangen. Wir sind Christen und morden nicht. Steht auf! Geht hin, nehmt eure Waffen und eure Pferde! Ihr seid frei und könnt reiten, wohin es euch beliebt!“ (S. 217)

Im Yellowstone-Nationalpark
Karl Mays Höllenvision

Eine reine und stärkende Luft umweht die Höhen, und Hunderte von kalten und heißen, chemisch verschieden zusammengesetzten Quellen bieten durch ihre wunderbare Heilkraft den Kranken Genesung und Erneuerung der gesunkenen Lebenskraft. Geiser werfen ihre Wasserstrahlen mehrere hundert Fuß hoch empor. Berge, ganz aus natürlichem Glas bestehend und in allen Farben schillernd, glänzen in den Strahlen der Sonne. Schluchten, wie sie so schauerlich keine andere Gegend aufzuweisen hat, scheinen eingeschnitten zu sein, um einen Einblick in die Eingeweide der Erde zu gestatten.

Der Erdboden bildet Blasen, die sich heben und senken. Oft scheint er nur zolldick zu sein, so dass der Reiter sein entsetztes Pferd nur mühsam vorwärts bringt. Riesige Löcher öffnen sich, gefüllt mit kochendem Schlamm, der langsam auf- und niedersteigt. Es ist unmöglich, hier auch nur eine Viertelstunde weit zu gehen, ohne auf irgendein staunenswertes Naturwunder zu stoßen. ... Während an einer Stelle siedendes Wasser dem Boden entströmt, perlt in nächster Nähe ein heller kalter Quell hervor. Gute und böse Geister, Engel und Teufel scheinen unter der Oberfläche gegeneinander zu kämpfen. Staunt man jetzt das Erhabene an, so weicht man wenige Schritt weiter vor dem Schrecklichen zurück. ... Und zwischen den Bergen schlummern herrliche Seen. Der größte und schönste ist der Yellowstonesee ... An den Ufern entspringen unzählige heiße Quellen, aus denen die Dämpfe der Unterwelt hervorpfeifen, laut und schrill...

Ein ängstliches Gemüt kommt da leicht auf den Gedanken, diesem Gebiet den Rücken zu kehren. Die im Innern der Erde ruhelos arbeitenden Gewalten machen sich hier gar zu sehr bemerkbar. Man fühlt sich nicht mehr sicher auf der Erde. Es ist, als müsse das ganze meilenweite Land im nächsten Augenblick entweder versinken oder als gewaltiger feuerspeiender Krater weit über die Spitzen der Rocky Mountains emporgehoben werden. (S. 221f.)

Die Gesellschaft war über den Pelican- und den Yellowstonefluß herübergekommen, wollte morgen Vormittag über den Bridge Creek und dann westlich zum Feuerlochfluß reiten. Dort arbeitete der Geiser, der von den Indianern Koso-tip-tupa, das ist Höllenmaul, genannt wird, und in seiner Nähe lag das Häuptlingsgrab als Ziel des weiten Rittes. (S. 223)

Schwefelige Gerüche entströmen den zahlreichen Spalten des Erdbodens, und die Luft ist stets voll heißem Wasserdampf. Schneeweißer Sinter ... An anderen Stellen besteht die Erdoberfläche ... aus dickflüssigem, übelriechendem Schlamm... Hier und da hebt sich der Erdboden plötzlich in Haubenform, steigt langsam, blasenartig empor und zerplatz sodann, ein weites, unergründliches Loch zurücklassend, worauf die Schwaden des Dampfes hoch emporschießen. Diese Blasen und Löcher entstehen und vergehen, bald hier, bald dort. Sie wandern also. Wehe dem, der auf eine solche Stelle gerät! Soeben hatte er noch festen Boden unter sich; da beginnt die Erde plötzlich heiß zu werden und sich zu heben. Nur ein todesmutiger Sprung, nur die schnellste Flucht vermag da den Menschen zu retten.

(Aktueller Hinweis von etika.com: Solche Szenen können überall und jederzeit auftreten. Wir erinnern nur an den Einsturz einer Tanzhalle in Westjerusalem am 24. Mai 2001. Junge Frauen tanzten, wie man auf einem Video sah, halbnackt zwischen 600 Hochzeitsgästen, und auf einmal brach der Boden der Tanzfläche im dritten Stock ein. „Es war, als ob die Erde sich plötzlich öffnet, ein Riesenloch“, erzählte Sarah Pinchas. Wer sich mitten auf der Tanzfläche befand, wurde mitgerissen. Mindestens 26 Menschen starben. Einige klammerten sich an Pfeilern fest und ließen sich dann an zusammengebundenen Tischtüchern in die Tiefe. (D 26.5.2001.)

Aber während man der einen Blase entflieht, steigt daneben eine zweite, eine dritte auf. Man steht eben nur auf einer ganz dünnen Kruste fast unmittelbar über den fürchterlichen Tiefen des Erdinnern.

Und wehe ebenso dem, der den erwähnten Schlamm (Anmerkung etika.com: Wir erinnern an unseren Werbespruch: etika.com: rettende Insel in einem Meer von Schlamm) von weitem für eine Masse hält, die ihn trägt! Dieser Schlamm sieht zwar aus wie sumpfiger Moorboden, den man gerade noch zu überqueren vermag; aber er ist nur gehalten von vulkanischen Dämpfen, wie beim Fleischkochen der graubraune Schaum vom Wasser gehalten und bewegt wird.

Überall gibt der Boden unter dem Fuß nach, und die Tapfen füllen sich sofort mit einer dicken, grüngelben stinkenden Flüssigkeit.

Überall rauscht, kocht, brodelt, pfeift, zischt, braust und stöhnt es. Riesige Flocken von Wasser und Schlamm fliegen umher. Wirft man einen schweren Stein in eine so entstehenden und wieder vergehende Öffnung, so ist es, als fühlten sich die Geister der Unterwelt beleidigt. Wasser und Schlamm kommen in eine wilde Aufregung. Sie steigen empor, sie wallen über, als wollten sie den Übeltäter ins grauenhafte Verderben ziehen.

(Anmerkung: Derartige Geister der Unterwelt lauern auch im Internet, bis sich Opfer nähern...)

Das Wasser dieser Hexenkessel ist ganz verschieden gefärbt: milchweiß, knallrot, himmelblau, schwefelgelb, oft auch hell wie Glas. Obenauf sieht man große, weiße, seidenartige Fäden oder einen dicken, bleifarbenen Schleim, der jeden erreichbaren Gegenstand in wenigen Minuten mit einer dicken, harten Kruste überzieht. ... Es ist herrlich, unvergleichlich, himmlisch, und doch auch wieder erschütternd, angsterregend, höllisch! (S. 253f.)

(Anmerkung: Uns kommt es vor, als habe sich Karl May bei dieser Höllenvision mit der hl. Teresa von Avila abgesprochen und der Schilderung ihrer Eindrücke seine eigenen Beobachtungen hinzugefügt.)

Die Augen des entzückten Indianers hingen noch staunend an dem prächtigen Schauspiel, da tat es plötzlich einen .. Donnerschlag... Die Wassersäule fiel in sich zusammen. Einige Sekunden wurde das Erdloch frei, aus dem sie sich erhoben hatte. Man hörte einen dumpf rollenden Ton, und dann stieß das Loch in einzelnen Rucken braungelbe Dampfringe aus... bis sie sich zu einem schrillen Zischen vereinigten. ... schwarzen Rauchsäule, und nun wurde eine dunkle, schlammartige Masse ausgeschleudert, die beinahe ebenso hoch stieg wie vorher der Wassersprudel und einen entsetzlichen Gestank verbreiteten. Einzelne feste Körper flogen weit über die flüssigen Massen hinaus, und sooft das geschah, ertönte ein brüllendes Knurren, wie man es in Menagerien von hungrigen Raubtieren hört, kurz ehe sie gefüttert werden. Diese Ausbrüche erfolgten stoßweise, einer nach dem andern, und in den Zwischenpausen erklang aus dem Loch ein Wimmern und Stöhnen, als hätten da unten in der Tiefe die Seelen der Verdammten ihren Aufenthalt. (S. 273)

 

Indianermord: Ströme von Blut und Brandy

 „... Es handelt sich ja nur um Indianer.“

“Nur um Indianer?“ wiederholte Jemmy. „Nur? Sind die Indsmen etwa keine Menschen?“

“Daß sie Menschen sind, bestreite ich nicht. Doch sie stehen so tief unter uns, dass es eine Beleidigung wäre, uns mit ihnen verglichen zu sehen.“

Kommentar etika.com anno 2001: Wenn nicht schon damals, so stehen die Indianer jedenfalls heute weit über uns, denn unter gottlosen Frevlern kann kaum noch jemand stehen.

Jemmy entgegnete mit erzwungener Ruhe: „Wenn es so ist, Sir, dann kommen wir freilich nicht in die Lage, euch zu beleidigen, denn es kann uns nicht einfallen, einen Vergleich zwischen euch und ihnen zu ziehen. Diese beiden Roten haben sich wie Helden benommen... Es ist gar nicht möglich, solch unerfahrene Leute, wie ihr seid, mit ihnen zu vergleichen. Haltet euch aber um Gottes willen nicht für bessere Menschen als sie!

Die Weißen sind in dieses Land gekommen, um die eigentlichen Besitzer, die Indianer, daraus zu verdrängen. Es sind Ströme von Blut und Brandy vergossen worden, unter denen der Massenmord bewerkstelligt wurde. Gewalt, List, Betrug, Wortbruch haben unausgesetzt daran gearbeitet, die Scharen, die die Prärien bevölkerten, zu lichten. Man jagt sie von Ort zu Ort, von Territorium zu Territorium.

Kaum hat man ihnen ein neues Gebiet angewiesen, wo sie angeblich in Ruhe und Frieden leben sollen, so findet man erneut irgendeinen Grund, sie wieder auf- und fortzujagen. Man verkauft ihnen Schwerspat als Mehl, Kohlenstaub als Pulver, Kinderflinten als Bärenbüchsen. Wollen sie sich das nicht gefallen lassen, so nennt man sie Empörer und schießt sie in Massen nieder. Ergeben sie sich in ihr Schicksal, so nennt ihr sie stumpfsinnig und verkommen. Wehren sie sich ihrer Haut (Anmerkung etika.com: Wir erinnern an den Apatschenhäuptling Geronimo), so heißt ihr sie Räuber und Mörder, die man ohne Gnade und Barmherzigkeit ausrotten müsse. Es geht hier wie unter den wilden Tieren zu: Eins frisst das andere auf, und das stärkste meint: ,Ich habe recht!´ Ich aber sage euch, Mesch´schurs, dass ich unter diesen Verachteten und Verfolgten Männer kennengelernt habe, von denen einer zehnmal mehr wert war als ihr alle sechs und noch hundert Dutzend eurer Art dazu.“ (S. 380ff.)

Geisterstunde

Der kleine Wolkenring hatte sich unten geöffnet und die Form eines Hufeisens angenommen, dessen Schenkel sich zusehends verlängerten, so dass sie zwei langgestreckte, schmale Schichten bildeten, die fast den nördlichen Rand des Blickfeldes bildeten. Zwischen ihnen sah man den reinen, klaren Himmel. Die eine, näherliegende Schicht senkte sich, und da färbte sich der südliche Horizont mit einem staubigen Orangerot, Es sah aus, als wüte dort ein Sturm, der den Sand bis zum Himmel wirble.

Im Osten wurde es dunkel wie von schwerem Dunst, und doch waren keine Wolken zu sehen. Da plötzlich sprang der Komantsche auf und schrie, die höchste Tugend des Indianers, die Selbstbeherrschung, ganz vergessend, indem er auf die schwarze Wand im Osten deutete:

„Pijänowit-natscho – der Geist des Llano Estacado!“

Die anderen erschraken und sprangen gleichfalls auf. Sie bemerkten erst jetzt die Veränderung des Himmels. Ihre Blicke erstarrten vor Entsetzen. Scheinbar wohl drei Manneshöhen über der Linie des Himmelsrandes jagte ein Reiter dahin. (S. 440)

Sich nicht selbst verirren

Winnetou: „Wer einen Verirrten finden will (Anmerkung: wen oder was suchst du?),  muß darauf achten, sich nicht selbst zu verirren.“ (S. 485)

Jedermann sei empfohlen, sich im Lauf der Zeit alle Originalbände Karl Mays aus dem Karl-May-Verlag Bamberg zuzulegen, am besten zunächst Band 7 oder Band 1.

Gerechtigkeit für die Indianer!
Die Veröffentlichung obiger Texte erfolgt im Sinne Karl Mays, des größten deutschen Schriftstellers, und soll auch dem Ziel dienen, den Indianern endlich Gerechtigkeit zu verschaffen. Das Unrecht muß wiedergutgemacht werden.
Viele Texte Karl Mays sind von hohem ethisch-pädagogisch-religiösem Wert und dürfen niemandem vorenthalten werden.

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