ETIKA

Leo Tolstoi

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28B6

Grausame Vergnügungen

Übersetzung R. L. (nicht aus dem Russischen)

28B6P2

Die Fleischesser (Teil II): Im Schlachthaus

spanisch
22.11.2010

Möge kein Christ diesem Text ausweichen. Dem wahren Kind Gottes sagt diese Lektüre: Vermeide es so oft wie möglich, Fleisch zu essen, sonst macht du dich mitschuldig an den unnötigen Leiden der Kreatur! Nur wenige haben sich zu dieser letzten Konsequenz der christlichen Barmherzigkeit durchgerungen. Mahatma Gandhi war diesbezüglich größer als die meisten Christen und wird — so hoffen wir — nach dem Fegefeuer in das Himmelreich aufgenommen.

Leo Tolstoi: Grausame Vergnügungen
Die Fleischesser (Teil I)

IX

Es gibt keinen Geruch, so ekelhaft er auch sein mag, an den der Mensch sich nicht gewöhnt. Es gibt keinen Lärm, an den er sich nicht gewöhnt, noch eine Schurkerei, über die er nicht gleichgültig hinwegsieht . . .  Dasselbe geschieht im Bereich der Moral.

Vor kurzem besuchte ich die Schlachthäuser von Tula. Sie sind nach einem neuen, verbesserten Modell gebaut, wie in den großen Städten, auf eine Weise, daß die toten Tiere am wenigsten leiden.

Schon vor langer Zeit, als ich das ausgezeichnete Buch Ethics of Diet las, entstand in mir der Wunsch, Schlachthöfe zu besuchen . . . Ich verschob die Besichtigung immer.

Aber kürzlich traf ich unterwegs einen Metzger, der nach Tula ging. Es war ein einfacher Arbeiter ohne besondere Ausbildung, und seine Aufgabe bestand darin, den Todesstoß auszuführen. Ich fragte ihn, ob ihm das Vieh nicht leid tue.

„Was hätte ich davon? So wie es ist, muß ich es töten.“

Aber als ich ihm sagte, dass es nicht notwendig ist, Fleisch zu essen, das ein Luxusnahrungsmittel ist, gab er mir recht. "Aber was soll ich machen? Man muß sich ja den Lebensunterhalt verdienen. Vorher hatte ich Angst vor dem Töten; mein Vater tötete nie, nicht einmal ein Huhn.“

In der Tat widerstrebt es der Mehrheit der Russen, zu töten; es tut ihnen leid, und sie drücken dieses Gefühl aus mit dem Wort „Angst“. Auch er hatte Angst gehabt, hatte aber aufgehört, Angst zu haben, und er erklärte mir, daß der Freitag der Tag mit der meisten Arbeit sei.

Vor kurzem unterhielt ich mich mit einem Soldaten, der Fleischhauer war. Er wunderte sich ebenfalls, als ich ihm sagte, daß es ein Jammer sei zu töten. Er erwiderte mir, daß es sich um eine notwendige Gewohnheit handle; aber zum Schluß gab er zu, daß es einem leid tun müsse, und fügte hinzu:

„Vor allem wenn das Vieh sich schicksalsergeben und zahm verhält, wenn es voller Vertrauen zu jenem geht, der ihm die Kehle durchschneidet. Ja, das flößt einem viel Mitleid ein.“

Es ist schrecklich! Schrecklich sind in Wirklichkeit nicht die Leiden und der Tod des Viehs, sondern die Tatsache, daß der Mensch ohne jedwede Notwendigkeit sein gehobenes Gefühl des Mitleids mit lebenden Wesen wie er selbst zum Verstummen bringt und grausam wird, seinen natürlichen Widerwillen überwindet. Wie tief steckt im Herzen des Menschen das Verbot, ein lebendes Wesen zu töten!

Eines Tages kehrten wir von Moskau zurück. Einige Erntearbeiter nahmen uns in ihren Gefährten mit. Es war Gründonnerstag; ich saß hinten im Wagen. Der Fuhrmann war kräftig, Sanguiniker, plump: offensichtlich war er ein Bauer, der dem Trunke ergeben war.

Wir kamen in ein Dorf und sahen ein Mastschwein, weiß-rosa, das sie aus einem Anwesen zerrten, um es zu töten. Es quiekte auf verzweifelte Weise, mit Schreien, die menschlich erschienen; genau in dem Augenblick, als wir vorbeikamen, fingen sie an, es niederzumetzeln. Ein Mann stieß ihm das Messer in die Kehle. Das Grunzen des Schweins wurde stärker und schriller; das Tier riss sich los, triefend vor Blut. Ich bin kurzsichtig und sah nicht alle Einzelheiten der Szene; ich sah nur einen Körper, rosig wie der eines Menschen, und ich hörte das verzweifelte Grunzen. Der Kutscher beobachtete alles, ohne den Blick abzuwenden. Sie ergriffen das Schwein erneut, warfen es zu Boden und töteten es wieder. Als seine Schreie aufhörten, sagte der Kutscher mit einem tiefen Seufzer:

"Wie kann Gott dies zulassen?"

Dieser Ausruf zeigt den tiefen Abscheu, den das Töten dem Menschen einflößt. Aber das Beispiel, die Gewohnheit des Sichvollfressens, die Bejahung, dass Gott solche Dinge zulässt, bewirken, dass die Menschen dieses natürliche Gefühl vollständig verlieren.

Es war ein Freitag. Ich befand mich in Tula und traf einen Freund, einen guten und feinfühligen Menschen, und fragte ihn, ob er mich zum Schlachthaus begleiten wolle.

„Ja, ich habe gehört, daß er sehr gut ausgestattet ist; aber wenn sie schlachten, werde ich nicht hingehen.“

„Und warum nicht? Genau das ist es, was ich sehen will; wenn man schon Fleisch isst, muss man sehen, wie man das Vieh schlachtet.“

„Nein, ich kann nicht.“

Es ist anzumerken, daß mein Freund Jäger ist und deshalb ebenfalls tötet.

Wir kamen an. Kaum waren wir am Tor angelangt, nahmen wir einen starken, widerlichen Geruch von Verwesung wahr.

Je weiter wir gingen, desto stärker der Geruch. Das Gebäude ist aus roten Backsteinen erbaut, mit Gewölben und hohen Kaminen. Wir traten durch die Garagentür ein. Zur Rechten ist ein großer runder Hof, ein Viertel Hektar groß. Er füllt sich zweimal in der Woche mit dem verkauften Vieh. Am Ende dieses Hofes ist die Verwaltung, zur Linken sind zwei Hallen mit spitzbogigen Toren; der Boden ist aus Asphalt; er ist zweigeteilt und schräg, und dort gibt es besondere Vorrichtungen, um die toten Tiere aufzuhängen.

Neben dem Verwaltungstrakt saßen auf einer Bank sechs Schlachter. Ihre Schürzen waren blutbespritzt, auch ihre Ärmel waren blutig, hochgekrempelt, ließen ihre kräftigen Muskeln sehen. Sie hatten ihre Arbeit schon eine halbe Stunde vorher beendet, so daß wir an diesem Tag nur die leere Halle sahen.

Trotz der offenen Türen herrschte ein Ekel erregender Gestank von heißem Blut; der Boden war dunkel, glänzend, und in den Ablaufrinnen floß geronnenes Blut.

Einer der Metzger erklärte uns, wie geschlachtet wird, und zeigte uns den Ort, wo dies geschieht. Ich verstand nicht alles und machte mir eine falsche, aber schreckliche Vorstellung vom Enthaupten; ich dachte, wie es oft vorkommt, dass die Wirklichkeit weniger Eindruck auf mich machen würde als das, was ich mir eingebildet habe, aber es war ein Irrtum.

Ein anderes Mal kam ich zu früher Stunde am Schlachthof an. Es war der Freitag vor Pfingsten, ein heißer Junitag. der Blutgeruch war noch stärker wie beim anderen Mal und man arbeitete mit Hochdruck; der große Hof war voller Schlachtvieh, und auch in den Schuppen neben der zentralen Halle befanden sich viele Tiere.

Auf der Straße fuhren Wagen voller Ochsen, Kühe und Kälber heran.

Auf anderen Wagen, gezogen von stämmigen Pferden, waren lebende Kälber aufeinandergehäuft, die Klauen nach oben. Sie fuhren in den Schlachthof und wurden abgeladen.

Es gab noch andere Gefährte mit toten Ochsen, deren Füße sich im Takt bewegten, den Erschütterungen des Fahrzeugs entsprechend. Regungslos die Köpfe, rot die Lungen, bräunlich die Leber.

Neben der Einfriedung waren Reitpferde, die den Viehzüchtern gehörten. Diese, mit ihren weiten Hemden und der Peitsche in der Hand, gingen und kamen oder bezeichneten mit Teer die Rinder, die ihnen gehörten; sie feilschten um die Preise und überwachten die Viehtransporte, von dem umzäunten Gelände zu den Schuppen, und von dort zur großen Halle.

Alle diese Leute schienen sich nur um ihre Geschäfte zu kümmern und keiner stellte sich die Frage, ob es eine gute oder schlechte Sache wäre, diese Rinder zu töten; sie dachten ebenso wenig daran, wie sie sich um die chemische Zusammensetzung des Blutes kümmerten, das auf den Boden rann.

Im äußeren Hof waren keine Metzger. Alle waren bei der Arbeit. An jenem Tag schlachteten sie ungefähr hundert Ochsen.

Ich trat in die Haupthalle ein und blieb am Tor stehen; ich blieb stehen, weil im Innern kaum noch Platz war wegen des Viehs, das dort zusammengetrieben war, und weil das Blut vom Dach tropfte und die Metzger bespritzte. Wäre ich ganz eingetreten, wäre auch mein Anzug voller Blutflecken geworden.

Einige Männer nahmen ein Rind vom Haken, andere ließen ein anderes über eine Bahn rutschen , und dort war ein toter Ochse mit weißen Klauen, den ein Schlachter abhäutete.

Durch das Tor gegenüber kam ein roter und dicker Ochse herein. Man schleifte ihn. Kaum war er über der Schwelle, verwundete ihn einer der Schlächter, der mit einer langstieligen Axt bewaffnet war, am Hals. Als ob man ihm plötzlich alle vier Füße weggeschnitten hätte, fiel der Ochse schwer auf den Boden, drehte sich auf die Seite und bewegte krampfhaft die Beine und den Schwanz. Dann warf sich ein Schlächter auf ihn, nahm ihn bei den Hörnern, drückte den Kopf auf den Boden, und ein anderer Schlächter schnitt ihm die Kehle durch. Aus der offenen Wunde schoss das Blut, das von dunklem Rot war, wie aus einer Quelle, und ein Bub fing es in einem metallenen Schüssel auf. Unterdessen hörte der Ochse nicht auf, sich zu bewegen und den Kopf zu schütteln und krampfartig mit den Füßen zu zucken.

Die Schüssel füllte sich rasch, aber der Ochse lebte noch und schlug weiter die Luft mit den Klauen, was die Fleischhauer zwang, zur Seite zu gehen. Sobald die Schüssel gefüllt war, setzte der Bub sie sich auf den Kopf und trug sie zur Eiweißstoff-Fabrik, während ein anderer Bub mit einer weiteren Schüssel herankam, die ihrerseits gefüllt wurde.

Der Ochse lief sich weiter verzweifelt die Beine ab. Als das Blut aufhörte zu fließen, hob der Metzger das Haupt des Ochsen auf, und fing an, ihm buchstäblich das Fell über die Ohren zu ziehen, das heißt ihn  zu enthäuten; das Tier bewegte sich noch. (Anmerkung des Übersetzers: Das ist nicht etwa ein Einzelfall; er hat selbst zusehen müssen, wie eine Ziege am Galgen enthäutet wurde, während sie noch lebte.)

Es hatte den Kopf schon enthäutet, rot, mit den weißen Adern, und nahm die Stellung ein, die ihm die Schlächter gaben. Das Fell hing zu beiden Seiten herab, und der Ochse hörte nicht auf, sich zu bewegen. Ein anderer Metzger nahm dann den Ochsen bei einem Bein, brach es und kürzte es: der Bauch und die anderen Beine  erzitterten mit Krämpfen; danach kürzten sie die anderen Glieder und warfen sie auf einen Haufen zu den Beinen der anderen Ochsen des gleichen Viehzüchters. Dann schleiften sie den Ochsen zu einer Laufrolle und hängten ihn auf. Von da an gab der Ochse kein Lebenszeichen mehr.

Ich sah, wie auf dieselbe Art und Weise drei weitere Ochsen geschlachtet wurden. Bei allen gingen sie auf gleiche Weise vor; allen schnitten sie den Kopf ab, dessen Zunge zwischen den Zähnen heraushing; der Unterschied bestand darin, dass dem Metzger der Schlag nicht immer gelang; der Ochse widersetzte sich, brüllte und versuchte, von Blut triefend, den Händen der Fleischer zu entkommen. Dann schleiften sie ihn in die Mitte des Schlachtschiffes, verletzten ihn von neuem und er fiel.

Ich kehrte um und näherte mich dem anderen Tor, und ich sah, wie die gleiche Operation wiederholt wurde, aber aus größerer Nähe und mit größerer Klarheit. Ich sah vor allem, was ich vom anderen Standort aus nicht hatte sehen können: auf welche Weise man die Tiere dazu brachte, in die Halle hereinzukommen. Jedes Mal, wenn sie einen Ochsen unter dem Vordach ergriffen und ihn herzerrten mit einem Seil, das um die Hörner gewickelt war, leistete das Tier, welches das Blut roch, Widerstand, brüllte und wich zurück; zwei Männer hätten es nicht gewaltsam herziehen können; und deshalb näherte sich dann einer der Schlächter, ergriff den Ochsen beim Schwanz, drehte ihn um und brach einen Wirbel; das Tier ging furchtsam vorwärts.

Wenn sie mit den Ochsen eines Viehzüchters fertig waren, kamen die des nächsten an die Reihe.

Das erste Tier dieses neuen Viehzuchtbetriebes war ein schöner, kräftiger Stier, schwarz gescheckt; ein junges, muskulöses, energisches Tier. Sie zogen den Stier am Strick, er senkte den Kopf und blieb fest entschlossen stehen; aber der Metzger trat hinter ihn, und wie ein Schmied, der den Griff eines Blasebalgs hält, ergriff er den Schwanz und drehte ihn um; die Wirbel krachten, der Stier griff an und warf jene, die das Seil hielten, zu Boden. Dann blieb er von neuem stehen und schaute mit seinen schwarzen Augen voll Feuer nach beiden Seiten; von neuem knirschte der Schwanz, der Stier bewegte sich vorwärts — und war dort, wo man ihn haben wollte; der Schlachter kam heran, stieß zu und verletzte ihn; doch war der Stoß schlecht geführt, er ließ das Rind nicht stürzen, das kräftig das Haupt schüttelte, brüllte und sich blutend und wütend losmachte und sich nach hinten warf. Alle, die an dem Tor waren, flohen; aber die Schlachter, gewöhnt an die Gefahr, bemächtigten sich rasch des Strickes, brachen von neuem den Schwanz, und erneut befand sich der Stier in der Halle, an dem gewünschten Ort. Er konnte nicht mehr entkommen. Der Schlachter stieß rasch zu, fand die Stelle, die er wollte, und das schöne Tier, voller Leben, fiel zu Boden, bewegte das Haupt und die Beine, während sie ihm die Kehle durchschnitten und es enthäuteten.

„Verfluchter Teufel! Er ist nicht dort gestürzt, wo es vorgesehen war“, murmelte der Metzger und schnitt dem Kopf die Haut ab.

Fünf Minuten danach war der schwarze Kopf rot, und jene Augen, die fünf Minuten vorher mit solcher Kraft gestrahlt hatten, schienen glasig und erloschen.

Dann ging ich zu der Stelle, wo sie die Hammel töteten. Es war eine große Halle mit Asphaltboden und Tischen mit Rückenlehnen, auf denen man die Hammel und Kälber schlachtete. In jener mit dem Geruch des Blutes imprägnierten Räumlichkeit war die Arbeit getan, und es waren nur noch zwei Metzger da. Einer von ihnen rieb mit der Hand den angeschwollenen Bauch des Tieres; der andere, noch ein Bursche, hatte die Schürze voller Blut, er reichte eine Zigarette.

Ein Mann folgte mir, der ein alter Soldat zu sein schien. Er trug ein schwarzes Lämmchen, das gerade einen Tag alt war; es hatte einen Fleck an der Kehle, die Beine waren gefesselt, und der Mann legte es auf einen Tisch.

Der Soldat, der — wie zu erfahren war — viele Male an diesen Ort gekommen war, wünschte guten Tag und begann ein Gespräch, wobei er erklärte, daß er seinen Vorgesetzten um Erlaubnis fragen müsse. Der Bursche mit der Zigarette näherte sich, mit einem Messer in der Hand. Das lebende Lamm war so unbeweglich wie der tote, aufgeblähte Hammel, mit dem Unterschied, daß sich seine Rippen schneller als sonst bewegten. Der Soldat legte ohne jede Anstrengung den Kopf des Tierchens auf den Tisch, und der Metzger, ohne seine Rede zu unterbrechen, ergriff mit der linken Hand den Kopf des Lammes und schnitt ihm die Kehle durch. Das Opfer schüttelte sich, der Schwanz stellte sich auf, und jede Bewegung hörte auf. Der Metzger zündete, während das Blut herablief, von neuem eine Zigarette an. Als das Blut herausgelaufen war, bewegte sich das Lamm von neuem, und die Konversation wurde, ohne auch nur einmal unterbrochen zu werden, fortgesetzt.

Und die Hühner und Hähnchen, die zu Tausenden täglich in den Küchen geopfert werden und die mit abgeschnittenen Köpfen, Blut verströmend, erschaudern und mit den Flügeln schlagen auf eine ebenso komische wie schreckliche Weise!

Und trotzdem, die Hausherrin, im Herzen sensibel wie dieses Geflügel, aber sich in ihrem Recht vollkommen sicher wähnend, bekräftigt zwei Meinungen, die sich widersprechen: die erste, so delikate, wonach ihr Arzt  ihr versicherte, dass sie eine reine pflanzliche Ernährung nicht vertrage, und dass ihr schwacher Organismus Fleisch braucht; die zweite, so gefühlvolle, dass sie nicht will, dass Tiere ihretwegen leiden, und dass sie den Anblick ihrer Leiden nicht ertragen kann.

In Wirklichkeit ist diese arme Frau schwach, weil man sie daran gewöhnt hat, sich von Lebensmitteln zu ernähren, die der menschlichen Natur entgegengesetzt sind; und sie kann es nicht lassen, Tiere leiden zu machen, aus dem einfachen Grund, weil man sie isst.

X

Die Quintessenz Tolstojs steht im Kapitel X:

·       Wer ernst und aufrichtig den moralischen Weg gehen will, für den ist das erste, was er tun muss, sich zu enthalten, Fleisch zu essen; denn abgesehen davon, dass es die ungeordneten Neigungen (Triebe, Leidenschaften) aufstachelt, ist seine Verwendung unmoralisch, weil der Fleischverzehr eine Tat erfordert, die gegen das sittliche Gefühl gerichtet ist: das Töten, und weil er das Vielessen und die Esssucht fördert.


„Hummer-Qual für das Festtagsmahl“

Aktueller Nachtrag: Die Tageszeitung „Dolomiten“ berichtete am 29.12.2007, dass Hummer, Krebse und andere Krustentiere ungeheure Qualen erleiden müssen, bevor sie auf dem Teller landen. Die Liga gegen Tierversuche (LAV) hat deshalb fünf Supermärkte wegen Tierquälerei angezeigt.

Wir zitieren aus dem Artikel:

„Bozen (wib) – Hummer werden lebend in siedend heißes Wasser geworfen. Im Körper toter Tiere bilden sich nämlich sehr schnell Giftstoffe. Oft daure der Todeskampf drei bis fünf Minuten.“ Zuvor würden die Tiere in engen, dunklen Kisten mit zusammengebundenen Scheren, ohne Futter, verpackt und in den Geschäften auf Eis gelegt.

Uns wurde auch berichtet, dass Hummer oft aus dem kochenden Wasser in ihrer Verzweiflung gegen den Deckel springen. Aber die meisten Leute sind ohne Mitleid und haben Spaß an den Künsten der Fernsehköche.

Wie es Tierquälern im Jenseits ergeht, schildert Vicente F. Delmonte in seinem Roman „Jedem nach seinen Taten“ — auch dort geht es um den Wechsel von kalt und heiß — sowie in dem geplanten Folgeband „Die kommende Gerechtigkeit“.

 

Hier die Druckfassung auf 4 Seiten im RTF-Format

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