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26.9.2001 – 10.9.2013

28B8H900

FRANZ J. HENDRICKS
Dem Kriege Krieg

1. Hunger am Wolchow, 2. Auf einem Soldatenfriedhof, 3. Leben und Tod, 4. Ihr, die ihr ruht... 

Hunger am Wolchow

Die nie den Hunger "Du" genannt,
was wissen die vom Brot?
Die nie in dunkle Nacht gebannt,
was die vom Morgenrot?
Die nie in harter Fron geächzt,
was die vom freien Gang?
Die niemals noch danach gelechzt,
was die vom frischen Trank?
Und die das Schicksal nicht
gespielt auf´s dampfende Schafott,
- in tausend Ängsten aufgewühlt,
den Satan im Genick gefühlt -
was wissen die von Gott?

Auf einem Soldatenfriedhof -
D
em Kriege Krieg!

Gedenket der Toten in aller Welt,
Zerschossen, zerfetzt und zerschunden!
Zum Leben berufen, zur Tat bestellt,
Bewirkt, daß der Krieg überwunden! -

Das Opfer der Vielen erhält nur Sinn,
wenn ihr ihn in euch habt erfahren,
Dann wächst aus dem Sterben neuer Beginn
Und Hoffnung nach bitteren Jahren.

(Original enthält Fehler: Den Opfern die Kriege (?)  ,)
Dem Kriege Krieg, dem Kriege Krieg!
Das wollen die Kreuze uns lehren. -
Soldaten, das sei euer größter Sieg:
Der Menschheit den Krieg zu verwehren.

Leben und Tod
Der Gedanke an den Tod ist keiner, der besonders beliebt ist. Für alle Menschen bleibt der Tod zunächst das Grauen, die finstere Grube, das unentrinnbare Elend nach kurzem, ach so kurzem Aufleben.

Viele schieben den Gedanken an den Tod am liebsten ganz beiseite, suchen dem Unentrinnbaren eben doch eine Weile zu entrinnen, eine falsche Zeit herauszuschlagen, die nicht bleiben und bestehen kann.

Der Tod hat viele Gesichter, unzählige. Genau genommen so viele, wie es Menschen gibt. Er hat auch immer einen Namen, er gehört zur Biographie jedes Menschen, ist ein Teil seiner Identität. Dennoch bleibt er lebenslang ein Unbekannter, anonym, bis zum kurzem Augenblick, da er unfaßbar ins Dasein tritt.

Jener Augenblick, der Schritt ins andere Leben, der Sprung ins andere Sein, die Passage zur Ewigkeit.

Was ist nicht schon Tröstliches darüber gesagt worden - und dennoch, der Eiseshauch der Fremde, die quälende Stille beim Sturz ins Bodenlose, es ist zu spüren, wenn er plötzlich im Raume steht.

*

Der Mensch ist so hochintelligent, daß er im Blödsinn landet. Mit seiner großartigen Wissenschaft und Technik hält er alles für machbar. Der Mensch hält sich für den lieben Gott - und zwar genauso lange, bis dieser böse wird und ihm zeigt, wer der wirkliche Herr der Schöpfung ist.

Wer die Spielregeln der Natur (Fremdwort aus dem Lateinischen für deutsch: Schöpfung) gröblich und hochmütig verletzt, der muß dafür zahlen. Meist erst mit Verzögerung, dann aber desto ärger.

Jeder alte Bauer weiß, daß man Rinder und Schafe nicht zusammenlassen darf. Aber was weiß ein alter Bauer gegen die neueste Agrarwirtschaft. Sie erfand die Ernährung der Rinder mit Schafskadavern. Jeder normale Mensch denkt sich, wenn man pflanzenfressende Rinder mit pulverisierten Leichenteilen ernährt, kann das nicht gut ausgehen. Ein Rindvieh denkt sich das auch, waber was hilft´s ihm. Ein normaler Mensch und ein Rindvieh kommen halt nicht auf gegen die Kosten-Nutzen-Rechnung der Ökonomen.

Die Kosten waren wirklich sehr günstig. Tierkadaver sind billiger als ordentliche Pflanzenkost. Ja, und den Nutzen, den sieht man jetzt.

Der Rinderwahrnsinn ist ein Menschenwahnsinn, und der Menschenwahnsinn ist ein Fleischfresswahnsinn.

Ihr, die ihr ruht...

Ihr, die ihr ruht, unter dunkelschattenden Bäumen

Unter Hügeln, von Blumen bedeckt,
Sagt, wißt ihr mehr als wir,
Die wir hier unten träumen,
Von einem Sein - jenseits von Grab und Tod?
Ist alles Irrtum nur - und alles Wahn,
Wenn in das müde Aug´
Der letzte Strahl der Erdensonne loht?
Tönt keiner Stimmen tröstender Gesang
Hinein ins Dunkel schwer und bang:
"Seele, o Seele, fürchte dich nicht!
Warte! Bald strahlt dir das neue Licht!"
?

Ihr, die ihr ruht unter dunkelschattenden Bäumen,
Unter Hügeln von Blumen bedeckt,
Hört uns´rer Seele dunkle Frag:
"Sagt, wißt ihr mehr?"

Auf einem Friedhof in Berlin-Dahlem aus dem Jahre 1850 findet man die Grabinschrift:

"Wer hat euch Wandervögel die Wissenschaft geschenkt,
daß ihr auf Land und Meeren nie falsch die Flügel lenkt?
Daß ihr die alte Palme im Süden nie wieder wählt,
daß ihr die alten Linden im Norden nicht verfehlt???"

Verfasser: Franz J. Hendricks, Heilpraktiker

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