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Nicht Alle sind Gottes Kinder

26.1.2013
Prof. Dr. Georg May, Ludwig Hofacker, Il buon seme

 

„Alle Menschen sind Kinder Gottes“, sagte P. Basilius Schlögl im katholischen Kirchenradio Grüne Welle (Bozen, 10.1.2013, 10.58 h).

Da erhebt sich Widerspruch sowohl bei Katholiken als auch Protestanten.

Der in konservativen Kreisen weitum bekannte, höchst verdienstvolle Theologe Prof. Dr. Georg May legt unter der Überschrift „Im Anfang war das Wort (Logos)“ das 1. Kapitel des Johannes-Evangeliums diesbezüglich wie folgt aus:

Der Logos war Leben und Licht. „Es war das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, der in diese Welt kommt.“

Doch in der Bibel heißt es: „Die Welt erkannte ihn nicht, die Seinen nahmen ihn nicht auf.“

Wobei es Ausnahmen gibt: „So viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Vollmacht, Kinder Gottes zu werden.“ Also nicht alle haben das Licht nicht erkannt, sondern einige haben es erkannt. Nicht alle haben ihn abgewiesen, sondern einige haben ihn aufgenommen.

Da hat einmal ein Mainzer Theologieprofessor gesagt: „Alle sind Kinder Gottes, wenn sie geboren werden.“

Nein! Wenn sie geboren werden, sind sie Geschöpfe Gottes.

Kinder Gottes werden sie durch die Aufnahme des Logos. Es ist also ein Unterschied zwischen den Geschöpfen Gottes und den Kindern Gottes. Kind Gottes wird man dadurch, daß man sich dem Logos zuwendet, daß man – das wird ganz deutlich gesagt - an seinen Namen glaubt. Aufnehmen heißt, an ihn glauben. … Diese Zuwendung zu Jesus ist völlig verschieden von der geblütsmäßigen Abstammung der Menschen, „die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches noch des Mannes, sondern aus Gott geboren wurden“. Es gibt eben eine neue Geburt, die von der biologischen, natürlichen, ganz und gar verschieden ist.

Soweit Professor May. Im evangelischen Kalender „Il buon seme“ finden wir unter dem 9.1.2013 folgenden Kommentar zu 1 Johannes 3,1:

Zwar heißt es im 1. Römerbrief 3,12: „Sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben. Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer.“ Doch Gott liebt uns trotzdem, er weist uns nicht zurück, er will von jedem von uns als Vater betrachtet werden. Wofür es zwei Bedingungen gibt: Dass wir uns als Sünder bekennen und dass wir an das Opfer Jesu Christi glauben; so steht es in dem Kalender. Nur „jenen, die ihn (Christus) aufgenommen haben, hat er das Recht gegeben, Kinder Gottes zu werden“ (Johannes 1,12).

Italienisch: „… ci sono due condizioni: che ci riconosciamo peccatori e che crediamo nel sacrificio di Gesù Cristo. Soltanto “ tutti quelli che l´hanno ricevuto (Cristo) egli ha dato il diritto di diventar figli di Dio” (Giovanni 1:12).”

Wer verkündet nun das wahre Evangelium? In diesem Punkt sowohl Prof. May als auch der evangelische Kalender, nicht aber die beiden anderen Erwähnten.

Die Allerlösungslehre ist ein Verrat am Evangelium und an Christus, unserem Herrn.

Vergleiche ETIKA 98K45 Es gibt auch Kinder des Teufels.

 

Pietist Hofacker: Es gibt zwei Gattungen von Menschen

„Man hat in neuerer Zeit die unerhörte Lehre aufgebracht, daß alle Menschen von selbst Kinder Gottes seien“

Der schwäbische Erweckungsprediger Ludwig Hofacker, ein evangelischer Pietist, erklärte:

„Es gibt nur zweierlei Gattungen von Menschen in der Welt: einmal Knechte der Gerechtigkeit, die im Lichte wandeln, die ihre Glieder begeben haben zu Waffen der Gerechtigkeit, die als gute Bäume in den Garten Gottes gepflanzt sind.

Fürs andere gibt es Knechte der Sünde oder der Finsternis, welche die Sünde mit ihrem inwendigsten Wollen umfassen und liebhaben, und die, weil sie faule Bäume und Kinder des Verderbens sind, auch nichts anderes hervorbringen können als faule und verdorbene Früchte, Früchte, die den Tod bringen, wie sie selber Kinder des Todes sind. Das sind die zwei Klassen unter den Menschen: es gibt geborene, dabei wiedergeborene – und geborene, aber dabei noch nicht wiedergeborene.“

(Entnommen der Biographie von Arno Pagel: Ludwig Hofacker – Gottes Kraft in einem Schwachen, Verlag der Francke-Buchhandlung, Marburg an der Lahn, 1977, S. 83)

„Von Natur sind wir nicht mehr Kinder Gottes, sondern Kinder des Zorns, von der Sünde, vom satanischen Element durchzogen. Wenn ein Mensch bleibt, wie er ist, wenn in ihm nicht dasjenige vorgeht,  was man Wiedergeburt heißt, so ist und bleibt er ein Kind des Zorns und hat keinen Anteil an der Seligkeit noch am Reiche Gottes, sondern er ist ein finsterer Geist und muß einst dahinfahren in der Finsternis seines Herzens in die ewige, undurchdringliche Finsternis, wo Heulen und Zähneknirschen ist.

Ich weiß wohl, daß dies nicht die Lehre der Neuerer und falschen Propheten ist; denn diese sucht die hochmütigen, leichtsinnigen Menschen nur einzuwiegen in falsche Sicherheit und fleischliche Ruhe, damit sie doch ja nicht zu sich selber kommen …

Man hat in neuerer Zeit die unerhörte Lehre aufgebracht,  daß alle Menschen von selbst Kinder Gottes seien und von Natur Ansprüche haben auf das Reich Gottes – ja sogar, daß gerade dieses der Hauptvorzug der Liebe Christi sei, daß er alle Menschen ohne Unterschied lehre, Gott sei ihr Vater und sie samt und sonders seine Kinder. – Nein, nein! So wird vom Heiland das Reich Gottes und das Reich des Teufels nicht miteinander vermengt! – Ich fühle mich zur Erklärung gedrungen, daß dieses lauter antichristliche, verfluchte Lügen sind… Nur wiedergeborene Menschenseelen sind Kinder des lebendigen Gottes. (aaO 44f)

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