ETIKA

HUMOR / Vinzenz Ferrer

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2.3.2003

38HU31

Wunderwasser für Frau ...

Aus: St. Josef´s Bote, A-3491 Straß, Postfach 21, sehr empfehlenswert, zit. im Engelsbote 2-2001

„Wunderwasser“ aus dem Kloster
Aus: St. Josef´s Bote, A-3491 Straß, Postfach 21

Zum heiligen Vinzenz Ferrer kam einst eine Frau. Sie beklagte sich bitter über ihren Mann, er sei so jähzornig; man könne es fast nicht mehr bei ihm aushalten. Vinzenz möge ihr doch ein Mittel geben, damit der Friede wieder in ihr Haus einziehe.

„Geh zu unserem Kloster“, sprach der Heilige, „und sag dem Pförtnerbruder, er soll dir etwas Wasser vom Klosterbrunnen geben. Kommt dann dein Mann nach Hause, so nimmst du einen Schluck von diesem Wasser. Behalt es aber vorsichtig im Mund. Dann wirst du Wunder erleben!“

Getreulich tat die Frau, was der Heilige befohlen hatte. Als der Mann abends heimkam, begannen gleich wieder Missmut und Ungeduld sich in ihm zu regen. Schnell nahm die Frau von dem geheimnisvollen Wasser und presste die Lippen zusammen, um ja das Wunderwasser gut im Mund zu behalten.

Wirklich! Bald schon schwieg der Mann. So war für heute das Ungewitter schnell vorüber. Noch mehrmals versuchte die Frau dieses Mittel: immer wieder der gleiche wunderbare Erfolg! Ihr Mann war seitdem wie umgewandelt. Er gab ihr wieder liebe Worte und lobte sogar ihre Sanftmut und Geduld.

Die Frau, ganz selig über ihres Mannes Sinnesänderung, eilte zum Heiligen und berichtete ihm freudestrahlend über den Erfolg des Geheimmittels.

„Das Wasser vom Klosterbrunnen, das ich dir geben ließ, liebe Frau“, sprach Vinzenz lächelnd, „hat dieses Wunder nicht bewirkt, sondern dein Schweigen. Früher hast du deinen Mann durch Widerreden gereizt: dein Schweigen hat ihn besänftigt.“

Noch heute gibt es in Spanien das Sprichwort: „Trinkt Sankt-Vinzenz-Wasser!“

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