ETIKA

Franz Ehmig: ELTERN-SERIE

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Den Kindern keine Unzucht gestatten

28.10.2007

Eltern sollen den Kindern keine Unzucht gestatten in der Hoffnung auf Versorgung.

Lernet, ihr christlichen Eltern, von der Henne, mit welcher mutigen und entschiedenen Festigkeit ihr den Verführern euerer Kinder entgegen treten sollet. Die Bruthenne setzt sich Hunden, Katzen und Raubvögeln zur Wehr, wenn ihre Jungen durch sie in Gefahr kommen. Zwar ist sie viel schwächer, als diese, ein Biß könnte sie töten; aber sie fliegt ihnen mit kühnem Mut in’s Gesicht, diese großen und bösen Tiere fürchten sich und entfliehen. O wie beschämend ist dies Verhalten der Henne für christliche Eltern!

Sie hören und sehen, wie man ihre Kinder zu Spiel, Liederlichkeit, Ausgelassenheit und Unzucht verführt; sie mißbilligen es zwar im Herzen, aber sie trauen sich nicht, dem Verführer entgegen zu treten; denn er ist ihr Dienstgeber und Brotherr, er ist ein Angesehener, der viel Einfluß hat, und sie schweigen!

Sie sehen, daß sich zwischen ihren und des Nachbars Kindern ein unzüchtiges Liebesverhältnis anknüpft; aber sie zerstören es nicht, weil ein schwacher Schimmer von Versorgung da ist!

·        Fürchtet euch durchaus nicht, jedem Verführer den Zutritt in euer Haus zu verbieten, weiset seine Anschläge mit Entrüstung zurück!

Gott, welcher der Henne ein Ansehen gibt, daß sich Hunde vor ihr fürchten, wird auch euch unterstützen!

Unzucht gestatten um einer schwachen Aussicht auf Versorgung willen, ist höchst sündhaft!

Verdient Gott nicht mehr Vertrauen?

Kann die Sünde und der Teufel eine gesegnete glückliche Ehe stiften?

Werden die glücklichen Ehen nicht im Himmel geschlossen?

Kann Gott jene Eheleute segnen, welche ihn in ihren ledigen Jahren und in ihrem Brautstande mit Sünden der Unzucht gröblich beleidigten? (Anmerkung: das heutige Verhängnis der Gesellschaft, 2007 ist es dasselbe Problem wie 1867, nur in millionenfachem Ausmaß)

O ihr Toren, bewahret euere Kinder in Unschuld und Keuschheit, und Gott wird ihnen einen Gatten bescheren, mit dem sie auf Erden zufrieden leben und im Himmel selig sein werden.

·        Opfert ihr aber aus zeitlichen Rücksichten euere Kinder durch Gestattung der Unzucht dem Teufel, so werden sie unglückliche Ehen eingehen, ihr werdet mit ihnen Kreuz und Leid erleben, und vielleicht geht euer ganzes Geschlecht ewig zu Grunde! (Anmerkung: Beweise liegen in Hülle und Fülle vor.)

Die Henne beschützt ihre Hühnchen mit Mut und Christen gestatten solche Todsünden!

Welch ein Schmerz für die Kirche, in unzähligen christlichen Familien eine solche Sorglosigkeit bei der Gefahr der ewigen Verdammnis der Kinder, solche stumpfe Gleichgültigkeit gegen die Todsünde erblicken zu müssen! Man sollte glauben, die Eltern hielten es für ihre Aufgabe, mit ihren Kindern mehr die Hölle, als den Himmel zu bevölkern!

Aus: Neue Gleichnisse, Beispiele und Erzählungen über die katholischen Glaubens- und Sittenlehren für Religionslehrer, Prediger und Katecheten, zugleich ein nützliches Lesebuch für christliche Familien. Gesammelt und alphabetisch geordnet von P. Franz Ehmig, em. Pfarrer zu Mosern, Leitmeritzer Diözese. Regensburg. Druck und Verlag von Georg Joseph Manz. Erster Band 1867. S. 37f

Statt muthig schreiben wir mutig, statt Wehre Wehr, statt tödten töten, statt Thiere Tiere, statt dieß dies, statt Brodherr Brotherr, statt Liebesverhältniß Liebesverhältnis, statt Verdammniß Verdammnis, statt Gleichgiltigkeit Gleichgültigkeit, statt Aeltern Eltern.

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