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Franz Ehmig: ELTERN-SERIE

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Kinder, die Freude machen

28.10.2007

Eltern, welche ihre Kinder christlich erziehen, erleben an ihnen Freude.

Kein Geschäft ist so lohnend, als eine gute christliche Erziehung. Kinder, welche Religion haben, fromm, andächtig und gottesfürchtig erzogen sind, welche frühzeitig gewöhnt wurden, die Gebote Gottes zur Richtschnur ihres Lebens zu nehmen und die Sünde sorgfältig zu meiden, o welche Freude machen sie Gott, den Eltern und allen guten Menschen.

Wie folgen sie willig, wie ehren sie die Eltern, wie machen sie ihnen Ehre und Freude! Wenn dann die Eltern betagt sind, wie liebevoll behandeln und pflegen sie dieselben, wie beraten sie sich mit ihnen und achten sie auf jede Weise! Es kömmt hierin Vieles, ja Alles auf die Erziehung an.

Wenn sich Eltern über die Rohheit, Unfolgsamkeit und Ungezogenheit ihrer Kinder beklagen; wenn sie von ihnen verachtet, verspottet, wohl gar geschlagen werden; wenn sie im Alter von den Kindern nicht unterstützt und gepflegt werden; wenn ihnen das Plätzchen im Hause nicht gegönnt und das Ausgedinge so schlecht als möglich und dann nur mit Amtsgewalt gereicht wird: so sind gewiß die Eltern meist selbst schuld.

Kann der Storch seine Jungen gut erziehen, und ihnen kindliche Liebe und Dankbarkeit einflößen, also, daß die Jungen ihre altern Eltern, wenn sie nicht mehr scharf sehen und schnell fliegen können, ernähren und ihnen Frösche, Nattern, Maulwürfe, Mäuse und Schnecken, Krebse und Fische zutragen; warum sollte das nicht auch bei menschlichen Kindern der Fall sein können, und hier um so eher, als sie vernünftig sind?

·        Aber ihr Eltern habet keine Strafe angewendet, keine Furcht Gottes eingeflößt, nicht von der Sünde abgehalten, nicht zum Guten gewöhnt, vielmehr zum Geiz abgerichtet: kein Wunder also, wenn ihr die Früchte einer gottlosen Erziehung zuerst fühlen müsset.

Wäre aber auch die Erziehung minder gut gewesen, immerhin bleibt es für ein christliches Kind eine Sünde und Schande, sich gegen die Eltern roh, hart, lieblos, unehrerbietig und undankbar zu beweisen.

Ist es nicht eine Sünde und Schande, sich an Liebe und Dankbarkeit von den Störchen beschämen zu lassen? Der Vogel weiß nichts vom vierten Gebote Gottes; dir aber ist gesagt worden: Ehre Vater und Mutter, damit es dir wohlgehe und du lange lebest auf Erden!

Siehst du nicht, wie Gott die kindliche Liebe selbst beim Tier belohnt? Weil der junge Storch seine Eltern verpflegt, so wird ihm, wenn er alt ist, Gleiches mit Gleichem vergolten.

Aus: Neue Gleichnisse, Beispiele und Erzählungen über die katholischen Glaubens- und Sittenlehren für Religionslehrer, Prediger und Katecheten, zugleich ein nützliches Lesebuch für christliche Familien. Gesammelt und alphabetisch geordnet von P. Franz Ehmig, em. Pfarrer zu Mosern, Leitmeritzer Diözese. Regensburg. Druck und Verlag von Georg Joseph Manz. Erster Band 1867. S. 38f

Statt Aeltern Eltern.

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