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ETIKA |
Franz
Ehmig: ELTERN-SERIE |
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Schwere Pflicht der Aufsicht |
28.10.2007 |
Eltern
haben die schwere Pflicht der Aufsicht auf ihrem Gewissen.
Es ist zum Erstaunen, wie sorglos manche
Eltern in der Aufsicht über die Kinder sind; man läßt sie ausgehen, wann sie
wollen, wohin sie wollen; man duldet
ihre nächtliche Abwesenheit, man gestattet verdächtige Zusammenkünfte, läßt
sie ohne Begleitung in die Wirtshäuser zur Musik gehen, erlaubt ihnen Spiel und
Trinkgelage. Niemand sieht ihnen nach, Niemand schafft sie nach Hause, man
überläßt sie unbesorgt sich selbst.
O ihr Sorglosen! Euere
Hausenten werden euch vor Gericht verdammen! Diese gehen Stunden weit den
Bächen nach, werden von herumziehendem Gesindel geraubt, von Raubtieren
zerrissen, oder gelangen in andere Dörfer, wo sie bleiben. Daher sucht man sie
gegen den Abend, treibt sie nach Hause, schließt sie in festverschlossene
Ställe ein und verwahrt sie sorgfältig, damit Marder und Iltis, Wiesel und
Ratte ihnen nicht schaden können.
Aber den Kindern widmet man keine Aufsicht!
Haben sie nicht auch ihre Seelenfeinde?
Ist nicht der Leichtsinn der Jugend und die Heftigkeit
der erwachenden Leidenschaften der gefährlichste Feind? Liegt
ihnen die Verführung und das sittliche Verderben nicht sehr nahe? O welche
Verantwortlichkeit! Welche Gewissenslosigkeit!
Aus: Neue Gleichnisse, Beispiele und Erzählungen
über die katholischen Glaubens- und Sittenlehren für Religionslehrer, Prediger
und Katecheten, zugleich ein nützliches Lesebuch für christliche Familien.
Gesammelt und alphabetisch geordnet von P.
Franz Ehmig, em. Pfarrer zu Mosern, Leitmeritzer Diözese. Regensburg. Druck
und Verlag von Georg Joseph Manz. Erster Band 1867. S. 39
Statt Aeltern Eltern.