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ETIKA |
Franz
Ehmig: ELTERN-SERIE |
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38K112 |
Fortschritte verlangen |
28.10.2007 |
Eltern
müssen immer neue Fortschritte von den Kindern verlangen.
Eltern müssen die Erziehung der Kinder frühzeitig
beginnen und nach Maßgabe des Alters und ihrer Fähigkeiten in Betreff der
Kenntnis Gottes und der Religion, der Andacht, Frömmigkeit und Tugend, in
Betreff der Schulkenntnisse, des Fleißes und der Arbeitsamkeit stets mehr
verlangen; sie müssen sie belohnen durch Freundlichkeit und Liebe, durch Freude
und Geschenke; jedoch müssen sie die Sache so einzurichten suchen, daß ihre
Gunst nie verschwendet, sondern als verdienter
Lohn erscheint.
So macht es der Kamtschadale mit seinen Hunden;
er wendet dasselbe Mittel in der Abrichtung derselben an, um sie zum Zug
abzurichten. Ihre Erziehung beginnt, sobald sie sehen können. Frißt er, so
wirft man ihn in eine finstere Grube, wo er sechs Monate bleibt. Darnach holt
man ihn täglich heraus, bindet ihn mit einem dehnbaren Riemen an einen Pfahl
und setzet ihm sein Futter so weit hin, daß er es nur
erreicht, wenn er stark an dem Riemen dehnt. Täglich rückt man das Futter etwas
weiter. Dadurch erlangt das Tier die erforderliche Gliederstärke und wird an’s
Ziehen gewöhnt. Hat er das gehörige Alter erreicht, so wird er im Winter vor
den Schlitten gespannt.
Deine Kinder sind vernünftige Menschen und
du wirst klug tun, wenn du deine Forderungen immer höher spannst und wenn du
ihnen Gunst und Freundlichkeit, Lob, Liebkosungen, Freuden und Geschenke nur
dann spendest, wenn sie es durch ihren Fortschritt verdient haben. Dies wird
sie in jeder Beziehung mächtig anspornen.
Aus: Neue Gleichnisse, Beispiele und Erzählungen
über die katholischen Glaubens- und Sittenlehren für Religionslehrer, Prediger
und Katecheten, zugleich ein nützliches Lesebuch für christliche Familien.
Gesammelt und alphabetisch geordnet von P.
Franz Ehmig, em. Pfarrer zu Mosern, Leitmeritzer Diözese. Regensburg. Druck
und Verlag von Georg Joseph Manz. Erster Band 1867. S. 39f
Statt Aeltern
schreiben wir Eltern.