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ETIKA |
Franz
Ehmig: ELTERN-SERIE |
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Beständig für verdorbene Kinder beten |
28.10.2007 |
Eltern
sollen beständig für verdorbene Kinder beten.
Was die unablässigen Gebete der Eltern für
verdorbene Kinder bei Gott vermögen, lehrt das Beispiel der heiligen Monika. Sie hatte einen Sohn, Namens Augustinus, welcher in Folge seines
großen Talentes mit siebenzehn Jahren nach Karthago
auf die Studien kam.
Das böse Beispiel zuchtloser Gesellschafter
riß ihn zur Ausschweifung hin und überdies verfiel er in die abscheuliche Sekte
der Manichäer. Er und seine Mitschüler prahlten mit Lastertaten aller Art.
Zuletzt hielt er sich eine Beischläferin, mit der er einen Sohn zeugte.
Der Vater war schon gestorben; seine
heilige Mutter Monika grämte sich fast zu Tode. Tag und Nacht flehte sie zui Gott um seine Bekehrung und immer ermahnte sie ihn mit heißen Tränen zu
seiner Besserung.
Augustinus trieb aber sein Lasterleben so
arg, daß Monika nicht mit ihm zusammen wohnen und essen wollte. Einst ging sie
zu einem Bischof und bat ihn, seine Irrtümer zu widerlegen. Dieser erkannte,
daß Augustin noch keinen Sinn für Bekehrung habe, und ermahnte sie zu
fortgesetztem Gebete. Als Monika immer wieder in ihn drang, mit ihm zu reden,
sagte er unwillig:
Gehe in Gottes Namen, Mutter! Es ist unmöglich, daß ein Sohn verloren
gehe, für den eine Mutter mit solchen Tränen betet.
Monika nahm dieses Wort wie einen Zuspruch
des Himmels, und fuhr fort, mit Gebet und Tränen um die Bekehrung ihres Sohnes
zu flehen. Gott erhörte sie; er führte Augustin als Professor nach Mailand, wo er die Predigten des heiligen
Ambrosius hörte, sich gänzlich
bekehrte und endlich ein heiliger Bischof wurde.
·
Habt
ihr ein mißratenes Kind, mit oder ohne euere Schuld verdorben, so betet fleißig
für dasselbe, wie Monika; wir dienen demselben Gott, der also auch euer Kind
bekehren wird.
Nichts ist so gewiß, als dieses.
Aus: Neue Gleichnisse, Beispiele und Erzählungen
über die katholischen Glaubens- und Sittenlehren für Religionslehrer, Prediger
und Katecheten, zugleich ein nützliches Lesebuch für christliche Familien.
Gesammelt und alphabetisch geordnet von P.
Franz Ehmig, em. Pfarrer zu Mosern, Leitmeritzer Diözese. Regensburg. Druck
und Verlag von Georg Joseph Manz. Erster Band 1867. S. 23f
Statt Thränen
schreiben wir Tränen, statt Aeltern Eltern.