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Franz Ehmig: ELTERN-SERIE

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Eltern nach ihrem Tod um Kinder besorgt

30.10.2007

Eltern sind noch nach ihrem Tode um die Tugend ihrer Kinder besorgt,
um so mehr sollen sie dies in ihrem Leben sein.

Einst erzählte ein Mädchen ihrem Pfarrer folgende denkwürdige und wunderbare Geschichte.

„Durch Schmeicheleien und Präsente ward ich so weit gebracht, in eine schwere Sünde einzuwilligen. Die Schlange der Verführung hatte mich umstrickt, und blind und verblendet stand ich am Rande des Verderbens. In der Nacht, bevor die schreckliche Sünde mit meiner Einwilligung geschehen sollte, erschien mir meine selige Mutter. Ich sah sie, in völlig wachendem Zustand, leibhaftig vor meinem Bette stehen. Drohend hob sie den Finger empor und sah mich mit einem Blicke an, der meine Seele erbeben machte.

Von kaltem Schweiße überrieselt, kniete ich in meinem Bette nieder, hob die gefalteten Hände zur Mutter empor, bat schluchzend um Verzeihung und gelobte Besserung. Da sank die drohend erhobene Hand der Mutter, sie neigte sich wie zum Abschied und verschwand. Kaum war der Morgen angebrochen, schickte ich die Präsente zurück und gab die Bekanntschaft auf; meine selige Mutter hatte mich gerettet.“

Darum wachet, ihr Eltern, um so sorgfältiger im Leben über die Tugend eurer Kinder, sonst habet ihr nach dem Tode keine Ruhe!

Aus: Neue Gleichnisse, Beispiele und Erzählungen über die katholischen Glaubens- und Sittenlehren für Religionslehrer, Prediger und Katecheten, zugleich ein nützliches Lesebuch für christliche Familien. Gesammelt und alphabetisch geordnet von P. Franz Ehmig, em. Pfarrer zu Mosern, Leitmeritzer Diözese. Regensburg. Druck und Verlag von Georg Joseph Manz. Erster Band 1867. S. 63

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