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Sexualität

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Der Testosteronspiegel
oder die Ungleichheit von Mann und Frau

23.3.2007 

Verheerende Folgen der sexuellen Revolution

Augustinus hat geschrieben: „Die Dinge sind nur deshalb ungleich, um Alles zu sein.“ Dies war für uns Anlass zu folgenden Gedanken.

Besonders dramatisch erscheint uns die Erkenntnis des Augustinus für den Unterschied zwischen den Geschlechtern. Den Sexualtrieb bedingt der Testosteronspiegel. Hierüber ist in der Schweizer „Weltwoche“ (Nr. 6, 8.2.2007) ein fesselnder Artikel erschienen, und zwar ein Vorabdruck aus dem Buch der amerikanischen Hirnforscherin Louann Brizendine.

Ihren Angaben zufolge ist der Testosteronspiegel im Durchschnitt bei Männern zehn- bis hundertmal höher als bei Frauen. Auch sind die auf Sexualität ausgerichteten Teile des Gehirns beim starken Geschlecht doppelt so groß als beim schwachen. Demzufolge sind Männer ungleich häufiger auf Sexualität konzentriert als Frauen, bei denen stattdessen die Gefühle eine Hauptrolle spielen. Männer müssen hierauf Rücksicht nehmen. Die weibliche Sexualität ist sehr komplex, und auch das Hormon Östrogen spielt eine Rolle. Sinkt der Testosteronspiegel bei der Frau weit ab, verliert sie jedes Interesse an Sex. Dies scheint bei immer mehr Frauen der Fall zu sein, vor allem wohl aufgrund falschen Verhaltens der Männer und der Fehlentwicklung der Gesellschaft infolge der sexuellen Revolution von 1968: Sie werden asexuell.

Wir schließen aus dieser Stelle bei Augustinus: Gott hat den Ehepaaren eine schwere Aufgabe gestellt, besonders den Männern, gerade heute in einer übersexualisierten Gesellschaft. Das Wesen der Männer ist ja der Kampf, auch der Kampf gegen sich selbst. Frauen wissen meist gar nicht, was sie anrichten, wenn sie freizügig jedermanns Augen ihre Reize darbieten. Es sind Versprechen, die sie nicht einhalten, gar nicht gegenüber allen einhalten können, die aber viele Männer zur Verzweiflung treiben. Und das ist es, was der Teufel will. Oberdämon Asmodai oder Asmodi hat ein raffiniertes Netz der Verführungen ausgelegt, um die Männer zu fangen. So irren viele Millionen Männer Fata Morganas hinterher.

Gott lässt das alles zu. Er lässt den bösen Geistern freie Hand, um die Menschen auf Herz und Nieren zu prüfen. Offenbar soll der meist notwendige Verzicht seitens der Männer die wahre Liebe ermöglichen; der dauernde Kampf mit dem Fleisch, die Selbstüberwindung sowie die Entlarvung der Untreuen scheinen hier in der Schöpfung programmiert zu sein.

Gleichzeitig beginnt die göttliche Gerechtigkeit schon auf Erden zu wirken. Der Missbrauch der Sexualkraft, das Ausleben macht schlaff und alt. „Die Sünde macht hässlich“, meint Tatjana Goritschewa zu Recht. Das Bändigen der Kraft (das wussten schon die Yogis), der siegreiche Kampf gegen die Versuchung macht stark und erhält jung. Ausnahmen (künstlich geschönte Hollywood-Filmstars) bestätigen die Regel.

Man sehe sich nur die Zahlen der Seitenzugriffe (page hits) der Anbieter von Sex-Fotos an. Dann kommt man darauf, dass ein großer Teil der Männerwelt pornographiesüchtig ist. Deshalb Oswald Kolles Seufzer. Das haben manche Propagandisten der sexuellen Revolution von 1968 nicht erwartet. Aber die Revolution frisst ihre Kinder. Die sexuelle Emanzipation ist zum Fluch der ganzen Gesellschaft geworden. Die 68er-Revolution fordert immer mehr Opfer: Männer wie Frauen. Denn an die Stelle der Liebe mit Sex ist der Sex ohne Liebe getreten, an die Stelle der Ehe und Familie die so genannten nichtehelichen Lebensgemeinschaften und Millionen vereinsamter, verstörter Kinder ohne Ideale. Die Ordnung Gottes wurde ersetzt durch eine schranken- und hemmungslose Freiheit, die den Einzelnen und die Einzelne ruiniert.

Info:

Louann Brizendine ist Direktorin der Women’s Mood and Hormone Clinic in der Psychiatrischen Abteilung der University of California, San Francisco. Ihr Buch ist erschienen im Verlag Hoffmann und Campe, hat 359 Seiten, kostet in der Schweiz 34,90 Franken und hat den Titel: Das weibliche Gehirn. Warum Frauen anders sind als Männer.

Dazu ein aktueller Artikel aus der „Repubblica“ online 22.3.2007: Italia, 7 milioni con problemi sessuali
http://www.repubblica.it/2006/04/sezioni/scienza_e_tecnologia/sessualita/chirurgia-intima/chirurgia-intima.html

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