ETIKA

Untreue Männer

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Die größte Tragödie in der Geschichte der Menschheit

18.2.2009
Über Mary Westmacott alias Agatha Christie

Die größte Tragödie in der Geschichte der Menschheit beschreibt Agatha Christie in ihren Liebesromanen, die sie unter dem Pseudonym Mary Westmacott veröffentlicht hat, zum Beispiel in „Das unvollendete Porträt“ (Celias), und in vielen ihrer Kriminalromane.

Es gibt unzählige untreue Männer, die Frauen unglücklich machen, und erheblich weniger untreue Frauen, die Männer unglücklich machen. Man hüte sich vor ihnen wie vor einer …

Der Rat der Vernunft könnte einfacher nicht sein und wird doch millionenfach mißachtet: Man verliebe sich nicht in den Falschen oder die Falsche, sondern in jemanden, mit dem man mindestens ein großes Ideal teilt, für das man ein Leben lang gemeinsam arbeiten kann.

Doch Verliebte sind blind, und oft ist es unmöglich, ihnen die Augen zu öffnen.

Attraktivität, das ständige Bewundertsein und Angehimmeltwerden, ist die größte Gefahr für den Charakter des Menschen. Er findet tausendmal mehr Gelegenheiten zu fallen als jemand, der nicht so stark auf das andere Geschlecht wirkt.

Doch die Menschen sind dumm und wollen dumm bleiben und diese einfache, klare Erfahrung nicht zur Kenntnis nehmen; sie lassen sich so gerne blenden. Daher das ganze Elend.

Dies bestätigt Agatha Christie auf Seite 236 des Romans „Das unvollendete Porträt“ (von Mary Westmacott. Tosa Verlag Wien, 1997):

„Die Welt ist nur deshalb so voll Brutalität und Schmerz, weil die Menschen zu dumm sind.“

Leider ist Agatha Christie durch und durch Realistin; ihr fehlt der Idealismus (an einer Stelle verdammt sie sogar Idealisten, weil ihnen alles zuzutrauen sei). So unterläßt sie es im Gegensatz zu Edgar Wallace oft, die große, wahre Liebe siegen zu lassen.

Sie ist Analytikerin und es gefällt ihr mehr, Ehen, die sie kennengelernt hat, in ihren Romanen zu sezieren. In ihrer Autobiographie bekennt sie, nur von vier oder fünf ganz glücklichen Ehen zu wissen.

Das soll aber für niemand ein Hindernis sein, nicht selbst an die große Liebe zu glauben, auf sie zu warten, und wenn es Jahrzehnte dauern sollte, und selbst ein Stück Himmel auf Erden zu verwirklichen. Denn nichts ist unmöglich, und es gibt Wunder. Man muß nur das Seine beitragen und sich nicht vorzeitig aufgeben.

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