ETIKA

Liebe

www.etika.com

38K28

Das Geheimnis des Glücks

21.6.2009. 24.10.2010.
12.5.2011

 

Wer gibt, dem wird gegeben. (vgl. Lukas 6,38 Gebt, so wird euch gegeben.)

Doch wer ist imstande, daraus ein Spiel ohne Ende zu machen?

Wenn ein Mann und eine Frau sich treffen, bringt er zwei Dutzend Interessen mit (Fähigkeiten, Gewohnheiten, Lieblingsbeschäftigungen, Bedürfnisse, Wünsche, Sehnsüchte, Schwächen, Krankheiten, Süchte), sie ebenfalls. Dazu kommen unterschiedliche Informationen aus Tausenden zuverlässigen sowie fragwürdigen Quellen.

Im Alltag kollidieren zumindest einige dieser Interessen und Informationen, und schon ist das Malheur da. Die gegenseitige Entfremdung beginnt und schreitet fort, wenn nicht Verständnis, Nachsicht, Verzeihung Platz greifen oder einer der beiden nachgibt.

Allzu oft gibt es Streit, und die Liebe erkaltet.

Wenn die gegenseitige Achtung verloren ist, kann nur noch die Gnade Gottes helfen: zur Versöhnung oder zur Trennung.

Wer sich aber selbst überwindet, dem oder der anderen Opfer bringt bis zum Schluß, ja sich selbst aufgibt – vorausgesetzt, der oder die andere verdienen es -, der hat es geschafft. Die Liebe und damit das Spiel „Wer gibt, dem wird gegeben“ dauert fort bis ins Jenseits, in endloser Seligkeit.

Wer aufs Glücklichwerden wartet, wartet vergebens. Glücklich wird, wer glücklich macht.

Das Geheimnis des Glücks: Beide geben sich alles. Jeder gibt dem Anderen das, was ihm fehlt, was er braucht. Jeder leidet mit, wenn der Andere krank ist, und teilt alle Mühsale mit ihm. Beide opfern sich füreinander auf. Aus Liebe verschmelzen sie ineinander, werden eins in Gedanken, Gefühlen und Taten. Worte braucht es immer weniger, weil sich beide immer besser verstehen.

Große Liebe wartet. Für sie gibt es kein Hindernis, weder irdische Gesetze, Krankheiten (Süchte ausgenommen) noch Zeit und Raum. Je stärker und länger die Sehnsucht, desto größer dann das Glück.

Oft ist es so, dass zwei Menschen in Not leichter zueinander finden. Für jede Situation in diesem Leben gibt es Auswege. Selbstmord ist der kurzsichtigste, dümmste und verhängnisvollste (man denke an den Wald der Selbstmörder in Dantes „Inferno“ und in Delmontes Roman „Jedem nach seinen Taten“). Viele resignieren in tiefster Depression wegen irgendeiner Krankheit. Man darf jedoch die Hoffnung niemals aufgeben. Eine Heilung ist manchmal gar nicht unbedingt erforderlich. Es können sich andere Lösungen auftun. Ein Beispiel: Manchmal ist es so, dass gerade zwei Menschen, die unter den lästigsten, schwersten oder gar tödlichen Krankheiten leiden (als Beispiel sei genannt Magdalena Kade 1866, die vierte Geschichte bei den Wundern), füreinander bestimmt sind, einander verstehen wie sonst niemand und deshalb imstande sind, das Leid des anderen mitzutragen.

Und manchmal hat ein Mensch ein Herz überfließenden Mitleids, so dass dieses Gegenliebe erzeugt und beide das Boot der großen Liebe besteigen können. Wie überhaupt das Mitleid eine große Rolle spielt in der großen Liebe: mit wem nämlich jemand Mitleid hat und mit wem nicht. Hier spielt das Gerechtigkeitsgefühl mit hinein. Gleiches Mitleid, etwa mit Notleidenden, Armen, Tieren usw.,  schweißt die Liebenden zusammen. Denn daraus erwächst eine gemeinsame Aufgabe, eine Mission, die beide auf dem Weg zur Vollkommenheit vorwärtsbringt. Gott hat für jeden Menschen eine Bestimmung, und sehr oft für zwei sich liebende Menschen dieselbe.

Auch die Weite des Horizonts ist entscheidend. Viele Menschen liefern sich den falschen Informanten aus. TV-Konsumenten haben einen recht engen Horizont – man denke nur an die auf allen Kanälen gleiche politische Indoktrination – und finden leichter einen passenden Partner, mit dem sie zumindest allabendlich das mehr oder weniger primitive Fernsehvergnügen genießen. Viel schwerer haben es da selbständig denkende Menschen, die auch gern hinter die Kulissen des Sichtbaren schauen.

Zwei Liebende müssen sich für ein gemeinsames Ideal begeistern. Dann wird ihr Leben erfüllt sein mit Freude beim gemeinsamen Wirken, für die Familie, für Haus und Garten, für einen Bauernhof, für ein Unternehmen, für Musik, Kunst oder Wissenschaft, für Sport oder Wandern, für ein hehres Ideal, für Heimat und Volk, für Kranke und Behinderte, für die Opfer von Armut, Unterdrückung oder Verbrechen, für Tier- und Naturschutz, für Gerechtigkeit, für den Glauben etc.

Sie zeigen einander ihre jeweilige Welt und wandern dann gemeinsam durch neue Welten. Sie verwirklichen sich miteinander, ineinander und in Gott.

Also Tip: Gleichgesinnte suchen, oder eben gleich Leidende. Und sich bemühen, in die Ordnung Gottes einzutreten. Denn außerhalb der Ordnung Gottes herrscht nur Elend.

Jeder folge dem Ruf, den er im Innersten verspürt, nicht den Ratschlägen, die andere geben, auch wenn sie noch so gut gemeint sind. Die Liebe ist allein eine Sache des Herzens, und eine unglückliche Ehe kann zur Hölle auf Erden werden.

Viele können nur beten und hoffen, dass sie, wenn es schon hienieden nichts mehr mit dem Glück werden sollte, im Jenseits ihr ersehntes anderes „halbes Ich“ finden, mit dem sie glücklich werden – die große Liebe für die Ewigkeit. Vergleiche dazu das Himmels-Abc.

Um Wunder muß man beten, natürlich zum wahren und lebendigen Gott.

In den „Pilgerschritten auf dem Himmelssteig“ finden wir die Worte:

Gesundheit schenk, und zweisam Glück! Führ uns ins Paradies zurück!

Index 38 - Index 3