ETIKA

Geben

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Das Urprinzip des Glücks

21.6.2009

 

Wer gibt, dem wird gegeben. (vgl. Lukas 6,38 Gebt, so wird euch gegeben.)

Doch wer ist imstande, daraus ein Spiel ohne Ende zu machen?

Wenn ein Mann und eine Frau sich treffen, bringt er zwei Dutzend Interessen mit (Fähigkeiten, Gewohnheiten, Lieblingsbeschäftigungen, Bedürfnisse, Wünsche, Sehnsüchte, Schwächen, Krankheiten, Süchte), sie ebenfalls. Dazu kommen unterschiedliche Informationen aus Tausenden zuverlässigen sowie fragwürdigen Quellen.

Im Alltag kollidieren zumindest einige dieser Interessen und Informationen, und schon ist das Malheur da. Die gegenseitige Entfremdung beginnt und schreitet fort, wenn nicht Verständnis, Nachsicht, Verzeihung Platz greifen oder einer der beiden nachgibt.

Allzu oft gibt es Streit, und die Liebe erkaltet.

Wenn die gegenseitige Achtung verloren ist, kann nur noch die Gnade Gottes helfen: zur Versöhnung oder zur Trennung.

Wer sich aber selbst überwindet, dem oder der anderen Opfer bringt bis zum Schluß, ja sich selbst aufgibt – vorausgesetzt, der oder die andere verdienen es -, der hat es geschafft. Die Liebe und damit das Spiel „Wer gibt, dem wird gegeben“ dauert fort bis ins Jenseits, in endloser Seligkeit.

Wer aufs Glücklichwerden wartet, wartet vergebens. Glücklich wird, wer glücklich macht.

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