ETIKA

LIEBE, FAMILIE, MORAL

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21.11.2003

38R0001

Ratgeber

 

38R0006 An einen vom Dämon des Fleisches Besessenen (E.)

Du brauchst alle sieben Methoden gegen Versuchungen. Und suche dir eine gute Frau, die ist wie du. Verzeiht euch, was gewesen ist. Opfere dich für sie auf. Gib nicht auf, sie zu suchen, bis du sie irgendwo auf der Welt gefunden hast. Sei ihr jetzt schon treu. Jede Sünde entfernt dich von ihr.

AIHS, 16.11.2003

Zusatzfrage: Nochmals vielen Dank für die Vorschläge. Es ist bestimmt leichter, wenn man einer Gruppe von Brüdern angehört. Obwohl ich es mir stark überlege, in einen Order einzutreten, fällt es mir schwer, mit meiner Natur zurechtzukommen. Manchmal sind die bösen Triebe zu stark und überwältigen mich. Ich frage mich, wozu das alles? Was bringt es, dass ich so stark leide? ... das Leben ist unerträglich. Gebete, um meinen Willen zu stärken, wären willkommen. Ich bilde mir ein, dass es besser wäre in einem Orden, wo es keine Versuchungen gibt und wo man sich sein ganzes Leben dem Gebet widmen kann. Meinen Sie, dass meine “Schwäche” darauf hindeutet, dass ich ganz ungeeignet bin für das klösterliche Leben? Sollte ich diese E-Mail auch an Pater ... schicken?

 

Ja, schreibe an Pater ... Wenn, dann würde ich es mit einem Laienorden versuchen. ... denke, daß es besser ist für dich zu heiraten. Der Trieb lässt mit dem Alter nicht nach, jedenfalls bei vielen. Und wenn es ein schlechtes Kloster ist, wie so viele heute, mit Fernsehen, Zeitschriften usw., kommst du immer wieder in Versuchung. Selbst in der Wüste wurden die Kirchenväter versucht. Die Einsamkeit kann gefährlich sein.

Aber heirate nur aus Liebe! Deine Seele muss mit der Seele der Frau in Harmonie verbunden sein. Warte, bis du eine solche findest, und wenn es viele Jahrzehnte dauert. Heirate nicht aus der Begierde heraus. Das rächt sich sehr bald, und beide werden unglücklich.

Das Glück finden Mann und Frau nur,

·        wenn sie einander wirklich lieben,

·        wenn sie verzehrt werden von der Sehnsucht, im anderen aufzugehen (also das Gegenteil des energetischen Vampirismus im tantristischen Lamaismus)

·        wenn sie sich gegenseitig schenken, aufopfern für die beziehungsweise den anderen.

Und wenn das in voller seelischer Harmonie gleichzeitig geschieht, werden beide so glücklich wie Menschen nur sein können.

Der Herr gebe dir Frieden in deinem Kampf und schenke dir Weisheit, die richtige Wahl zu treffen! In der „Nachfolge Christi“ liest du, dass es ohne Kampf nicht abgeht. Das ganze Leben ist ein Kampf.

AIHS 19.11.2003

Aus der Antwort des Betroffenen:
Ich dachte, dass es dem edelsten Motiv am nächsten wäre, in ein Kloster einzutreten. Geht es nicht darum, dass man den schlechten Trieb zügeln muss, damit der Geist in Christus lebt? Sollte ich nicht mit und für Christus leiden und damit etwas leisten, was an der Kreuzigung Anteil hat? Ich stimme dem zu, was Sie sagen über bestimmte Klöster, wo man auf jede Weise versucht, es sich gemütlich zu machen. Ich bin ... einer, der seine Aufgabe sehr Ernst nimmt und der mit und für Christi leiden will. (21.11.2003)

 

38R0005A Soll ich meine Freundin verlassen?
Ich habe seit neun Monaten eine Freundin. Ich muss gestehen, dass ich eigentlich nicht verliebt bin in das Mädchen. Ich finde es wohl sympathisch. Ich habe dann einen grossen Fehler begangen... Nun weiss ich nicht, ob ich mit dem Mädchen aufhören soll. Was mir das Aufhören auch schwer macht, ist die Tatsache, dass das Mädchen sehr in mich verliebt ist. Darf ich nach einer anderen Frau suchen oder muss ich bzw. soll ich mit meiner jetzigen Freundin zusammenbleiben?

In Spanien gab es früher die Sitte: Wer ein Mädchen küßt, heiratet es auch. Wenn man eine Freundschaftsbeziehung abbricht, schmerzt dies immer, und oft ist es fast nicht zu verwinden, einen Menschen enttäuscht zu haben. Nur wenn man das Gefühl hat, daß der/die andere einen in die Tiefe zieht, dann soll man die Beziehung abbrechen. Ansonsten soll man das in einen gesetzte Vertrauen nicht enttäuschen, weil der andere daran zerbrechen könnte, sondern gemeinsam versuchen, etwas aufzubauen.

Gemeinsame Grundanschauungen und Interessen sind wichtig. Regelmäßiger gemeinsamer Gottesdienstbesuch. In der Gestaltung des Alltags muß man sich einig sein, im Verhalten gegenüber Freunden (Familie geht vor), in der Freude auf die Kinder; man sollte gemeinsam dieselben Sportarten betreiben (ideal ist Laufen, Wandern und dergleichen), Aktivurlaub zum Beispiel in den Bergen machen statt faul am Meer herumliegen und dem Müßiggang verfallen, die gleiche gute Musik lieben, die gleiche Abneigung gegen schlechte Einflüsse haben, Einigkeit im Kampf gegen den Fernsehgötzen. Christliche Erziehung der Kinder, vor allem sollen sie mindestens bis zum siebten Lebensjahr ohne Fernsehen aufwachsen. Man muß über fast alles reden können (ausgenommen intime Dinge).

Zwei Menschen, die sich ähnlich sind, kommen auf Dauer besser miteinander aus als zwei Menschen, die sich wegen ihrer Gegensätzlichkeit anziehen. Denn die Jugend und äußere Schönheit schwinden, der Kern bleibt. Treue ist das Wichtigste, auch wenn der/die andere Alzheimer etc. bekommt.

Wichtig ist es von Anfang an, nicht zu weit zu gehen, damit man jederzeit zurück kann. Jedenfalls ist kein Schritt so wichtig wie die Wahl des richtigen Ehepartners. Er kann das Glück bringen, aber auch verhängnisvoll sein. Drum prüfe lange, wer sich ewig bindet. Man entscheidet seine Zukunft. Die große Liebe ist sehr selten, aber es gibt sie. Oft wächst sie erst - langsam, in der Bewährung im Alltag, beim gemeinsamen Meistern der Schwierigkeiten. Wenn viele Menschen nur nicht immer schwächer und egoistischer und damit lebensuntüchtiger würden. Wenn man denkt, was frühere Generationen vor, in und nach den Weltkriegen alles aushalten mußten! Kürzlich las man, daß jene Ehen, die eine ganz große, verrückte Liebe haben, oft gescheitert sind, weil die gegenseitigen Erwartungen zu groß waren.

Bleiben Sie bei ihr, ist mein Rat. Wenn sie Sie verläßt, haben Sie keine Schuld. Aber kein Unrecht tun. Die Liebe steht bei Ihnen jetzt auf dem Prüfstand, und in der Krise zeigt sich, ob Sie beieinander bleiben sollen oder ob es nur eine bedauerliche vorübergehende Verbindung ist, die später schmerzt und das spätere Glück verkleinert. Ich wünsche Ihnen beiden, daß Sie die Verantwortung erkennen und das tun, was Gott will. Also kein Bruch, das empfehle ich, aber gemeinsames Orientieren an Gottes Geboten und Hören auf die Stimme des Gewissens. Opfer bringen, um das große Ziel zu erreichen. Ein Ziel haben, gemeinsam, nicht vor sich hin leben und genießen, sondern ein gemeinsames Leben überlegt planen und dann eine Familie aufbauen. Die Welt braucht gesunde Familien. Der Herr helfe Ihnen.

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