ETIKA

DIE GANZE WAHRHEIT

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7.8.2012

49NS22

Nationalsozialismus: Personen A -Z

Nationalsozialisten, Verführte, Christen, Opfer, Gegner, Vorläufer

Buchstaben G H K R S extra

Altmann, Klaus,

unter dem Namen Klaus Barbie als Gestapo-Chef von Lyon für die Verschleppung und für den Tod Tausender Franzosen verantwortlich. In Frankreich in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Nach Bolivien geflüchtet. Auf die Frage nach seiner Schuld antwortete er: "Bereuen? Warum? Im Krieg tötet jeder. Im Krieg gibt es weder Gute noch Böse." Er fügte hinzu: "Ich bin überzeugter Nazi. Ich bewundere die Disziplin der Nazis und bin stolz, eine führende Stelle bei der SS, der wertvollsten Truppe des Dritten Reiches, innegehabt zu haben." Altmann/Barbie bestritt, an der Ausrottung der Juden direkt teilgenommen zu haben. "Ich leitete ein Spezialkorps und war mit der Bekämpfung des Widerstands beauftragt. Man darf mich nicht mit Bormann oder Mengele vergleichen." (Südwestpresse 24.4.1973)

Amann, früherer Reichsleiter

Otto Skorzeny berichtet: "Es war für mich erschütternd, daß es gerade in Nürnberg (Anm. 1945) viele ehemalige hohe Führer gab, die sich jetzt als erbärmliche Schwächlinge zeigten... Dieser (Amann) entblödete sich nicht, allen Ernstes zu behaupten, er sei von Adolf Htler förmlich gezwungen worden, sich für anderthalb Millionen Reichsmark seinen Besitz am Tegernsee aufzubauen. Ihm sei dieser Luxus gar nicht gelegen." (Wir kämpften - wir verloren, Kriegsberichte der Waffen-SS, Ring-Verlag Siegburg-Niederpleis 1962, S.238)

Antonescu

Zusammenarbeit mit den Deutschen. "Nach einem dramatischen Auftritt mit dem jungen König Michael im August 1944 von der Schloßwache verhaftet, verurteilte ihn ein rumänisches Volksgericht zum Tode. Am selben Tag, an dem der König sein Gnadengesuch verworfen hatte, wurde der degradierte Marschall am späten Nachmittag des 1. Juni 1946 hingerichtet, während .das Schicksal des verschwunden Horia Sima, des einstigen Führers der "Eisernen Garde" Rumäniens, weiterhin im Raum der Vermutungen schwebt." (Schwäbisches Tagblatt Tübingen 23.1.1948)

Bach-Zelewsky, Erich von dem, SS-General

1933 Chef des SS-Oberabschnitts Frankfurt/Oder, ließ fünf Kommunisten auf der Flucht erschießen. Nach dem Röhm-Putsch 1934 ließ er in einem schlesischen Wäldchen den SA-Führer Freiherrn Anton von Hohberg und Buchwald auf der Flucht erschießen. Im Krieg Chef der Partisanenbekämpfung im besetzten Osten.Stand fassungslos vor dem Massenmord an Russen und Juden, intervenierte mehrmals erfolglos bei Himmler. 1944 warf er den Warschauer Aufstand nieder, "fair und human", sagte sein Gegner, der polnische General "Bor" Komorowski. Belastete in den Nürnberger Prozessen als Kronzeuge seine ehemaligen Kameraden, verschaffte Göring das Gift. 1951 frei. Nachtwächter. 3.8.1962 in Nürnberg wegen Mordes zu lebenslanger Zuchthausstrafe verurteilt. (Ab 1964?) im Zuchthaus Straubing. 1971 Haftverschonung, Proteste, Haft, Tod am 8.3.1972 mit 73 Jahren im Harlachinger Krankenhaus.(Heinz Sünder in der Abendzeitung, München, 20.3.1972, Süddeutsche Zeitung 21.3.1972).

Bonhoeffer, Dietrich (1906 - 1945) evangelisch-lutherischer Theologe
*1906, im Morgengrauen des 9. April 1945 im KZ Flossenbürg hingerichtet als Mitglied der Bekennenden Kirche. Von ihm stammt das Gedicht: Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiß an jedem neuen Tag. - B. sagte am 1.2.1933 kurz nach der Machtübernahme im Radio: "Läßt sich ein Führer dazu hinreißen, sich von den Geführten als Idol darstellen zu lassen, dann gleitet das Bild des Führers über in das Bild des Verführers. Führer und Amt, die sich selbst vergotten, spotten Gottes." Der letzte Satz konnte nicht mehr gehört werden, weil in der Sendeanstalt abgeschaltet wurde. (Konstanzer Großdruckkalender 13.8.1998) Cousin bringt ihn in den Kreis um Spionageabwehrchef Admiral Canaris. Später entscheidet sich Bonhoeffer für den gewaltsamen Widerstand gegen das NS-Regime.

Bormann, Martin, Reichsleiter, Sowjetagent (?)

Vergewaltiger (siehe Biographie von J. Wulf)

Der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes, Reinhard Gehlen, bezichtigte Bormann in seinen Memoiren "Der Dienst", in den letzten Kriegsjahren Sowjetagent gewesen zu sein (Süddeutsche Zeitung 6.9.1971) Dr. Otto Strasser erinnerte 1971 in seiner "Vorschau" daran, daß der baltische Rittmeister Dietrich von Kuenheim, Mitarbeiter des weißrussischen Geheimdienstes, schon 1955 in seiner Schrift "Sowjetagenten überall" (Widar-Verlag Roeder, Oberreuth/Allgäu) geschrieben hatte: "In der Person Martin Bormanns fanden die sowjetischen Agenten jenen Mann, den sie als Provokateur in die engste Umgebung Adolf Hitlers zu dirigieren vermochten." Die National-Zeitung titelte entsprechend am 1.10.1971: "Der Verräter im Führerhauptquartier". Ebenfalls eine nationale Zeitschrift (vermutlich "Deutscher Anzeiger") brachte in der 2. Oktober-Ausgabe 1971 den Hinweis auf eine Stelle in "General Psychologus" von Alexander Scronn (Deckname, 1965 in Brasilien verlegt), wo es heißt: "Daß Bormann ein sowjetischer Agent sein müsse, erkannten wohl erstmalig russische monarchistisch eingestellte Emigranten..." Bormann starb 1945. ("Deutsche Gemeinschaft" 13.1.1973: "Das Ende einer Gespenstersuche")

Bormann, Martin P., M.S.C., misionero en el Congo desde 1961, hijo del que fue secretario general del partido nazi: libro: Entre la cruz y el fetiche, Plaza-Janés, S.A. Barcelona 1968

Brandt, Willy, de las Brigadas Internacionales al Premio Nobel de la Paz. En la Cruzada Española formó en las Milicias del P.O.U.M. (Partido Obrero de Unificación Marxista, trotskysta) y luchó moral y fisicamente contra Franco. Desde Noruega, a donde había huído por su filiciación comunista al subir al Nacional-Socialismo al Poder, combatió al ejercito alemán, y habiendo sido hecho prisionero fue puesto en libertad. Llegó a ser alcalde de Berlín ... y máxima autoridad en la Alemania Federal ... Willy Brandt (de verdadero nombre Frahm) empezase inmediatamente su "Ostpolitik" (Blau Division, Boletin informativo de la Hermandad Provincial de la División Azul, Alicante, núm 149)
Schreibt 1946 in seinem Buch "Verbrecher und andere Deutsche", Seite 143 (norwegischer Originaltitel: Forbrytere og andre Tyskere), über die Vergewaltigungen deutscher Frauen durch Sowjetsoldaten: "Man soll sich weiterhin klar darüber sein, daß Schändungsgeschichten die Eigenschaft haben, die Phantasie der Leute in Schwung zu bringen. Ich werde nie eine Frau unter den Flüchtlingen in Hamburg vergessen, die es offenbar genoß, vor einem zahlreichen Publikum zu berichten, wie oft sie vergewaltigt worden sei." An anderer Stelle: "Ich habe mich nie zu einer Begeisterung für Todesfälle aufraffen können, aber so wie die Welt, in der wir leben, nun einmal ist, rechnete ich damit, daß es notwendig sein werde, eine ganz große Anzahl von wertlosen nazistischen Leben auszulöschen."
David Binder, der ehemalige Bonner Korrespondent der "New York Times", unterstellt dem SPD-Vorsitzenden, auch eine persönliche Abhängigkeit von dem sowjetkommunistischen Kanzlerspion Guillaume gehabt zu haben: Nach der Verhaftung Guillaumes habe der Brandt-Leibwächter Ulrich Bauhaus ausgesagt, der Agent habe dem Kanzler auch "Frauen zugeführt". Brandt-Buch-Autorin Viola Herms-Draht erwähnt entsprechende Vorgänge im Schlafwagen des Kanzler-Sonderzuges." (neue bildpost, 7.12.1975)
Energisch dementiert hat der SPD-Vorsitzende Brandt Presseberichte (Bob Woodward, "Washington Post", Victor Marchetti, John Marks), in denen es geheißen hatte, neben dem jordanischen König Hussein habe auch er, Brandt, vor Jahren Gelder vom amerikanischen Geheimdienst CIA erhalten. (Schwäbische Zeitung 21.2.1977)

Braun, Eva. Eva Braun aveva un amante. Hitler lo fece uccidere. Rivelazioni dagli archivi russi. Adolf Hitler veniva regolarmente tradito dalla sua amante, Eva Braun, che aveva una relazione segreta con Otto Hermann Fegelein, ufficiale delle SS e noto donnaiolo, che cercò fino all´ultimo di sottrarla al fuhrer, Hitler però scoprì tutto, fece arrestare e giustiziare il suo rivale in amore. Hitler ordinò: "Ammazzatelo come un bastardo." L´ufficiale giustiziato nel giardino della Cancelleria. Nei giorni successivi il fuhrer si suicidò con Eva. (Il Messaggero, Roma, 19.9.1995, Bild)

Brunner, Alois
SS-Hauptsturmführer, als „rechte Hand Eichmanns“ laut APA für die Deportation von rund 120.000 Juden in ganz Europa verantwortlich, am 2.3.2001 in Paris in Abwesenheit wegen der Deportation jüdischer Waisen 1944 in die KZ Auschwitz und Bergen-Belsen zu lebenslanger Haft verurteilt. Zuletzt 1993 in Syrien gesehen, wo er Kauf- und Geheimdienstmann war.

Celine, Louis-Ferdinand (1894 - 1961), französischer Romanschriftsteller

NS-Sympathisant, Nihilist, Anarchist, Antisemit. "Der NS-Staat imponierte ihm eine Zeitlang. Nachdem er die Endphase des Krieges in Deutschland verbracht hatte, änderte er einige seiner Meinungen, so auch über die Juden. ,Sie sind mir sympathisch geworden´, sagte er, ,seit ich die Arier, Fritzen und Franzen bei der Arbeit gesehen habe. Welche Diener-Seelen!´" (6.2.196 dpa)

Conti, Leonardo, Dr., Reichsgesundheitsführer
kletterte im Gefängnis von Nürnberg am 6.10.1945 auf einen Stuhl und erhängte sich mit einem Handtuch am Fenstergitter (Burton C. Andrus: I Was the Nuremberg Jailer)

Degrelle, Leon, jefe rexista, General con el collar de la Ritterkreuz y las Hojas de Roble, escritor, poeta

Almas ardiendo - Notas de paz, de guerra y de exilio, traducción y prólogo de Gregorio Marañon de la Real Academia Española de la Lengua, Editorial Fuerza Nueva Madrid 1978: "Sólo el alma cuenta, y ella tiene que dominar a todo lo demás." (p. 33) - "No somos más que una unidad con los demás hombres de nuestra patria." (p. 38) - "Cada día es más injusto el mundo, más egoísta y más brutal. Los hombres se odian entre sí, y las clases sociales unas a otras, y los pueblos: porque todos se aferran al fantasma de los bienes limitados, cuya posesión, furtiva, se desvanece de nada." (p. 71s.) "La caída es sólo el final de muchas traiciones." (75) "Los Santos han sentido el goce sobrehumano de saberse, al fin, vencedores de su cuerpo y de su pensamiento. Su lucha nos enseña que la felicidad en la tierra, y más allá de la tierra, está al alcance de cada cual." (78) "¿Quién sufrirá, quién estará allí, junto a Cristo, en los días de su nueva agonía? (79) Cristo muere solo, completamente solo. El mundo perece porque su espíritu se ahoga.El mundo tiene necesidad de esperanza, de caridad, de justicia, de humildad, para recobrar un poco de aliento. (80s.) La fé solo vale lo que es capaz de conquistar; el amor, mientras arde; y la caridad, en tanto que salva..." (81) "No hay treinta y seis caminos para dirigirle (el hombre) hacia el bien sino uno sólo: el del corazón." (120) "Morir veinte años o después, importa poco. Lo que importa es morir bien. Entonces es, tan sólo, cuando empieza la vida." (131) "El heroismo consiste en resistir, en luchar calladamente, en estar siempre alerta, alegre y fuerte, en medio de ese fango, de esos montones de excrementos, de esos cadáveres, de esa niebla de agua y de nieve, de esos campos interminables y descoloridos, de esa ausencia total defelicidad eterna..." (132s.) "La verdadera victoria, la victoria sobre sí mismo!" (158) "Tu camino es duro." (199) "Arriba es donde hay que mirar." (200) "La victoria será tuya." (210) "¡Aprieta los dientes y pon una mordaza a tu corazón! ¡Y sube!" (211) Analyse: Fast alles ist ein einziger Widerspruch zur nationalsozialistischen Praxis und Theorie. Besonders die letzten Sätze sind die geheime Botschaft an jene, die sich guten Glaubens noch immer von den NS-Ideen versklaven lassen und bewußt die Augen vor der Wahrheit und Barmherzigkeit und Gerechtigkeit verschließen.

Dietrich, Marlene
Tänzerin, Sängerin, Schauspielerin von schlechtem Ruf. Warnt in dem Lied „Nimm dich in acht vor blonden Frau´n“ (Friedrich Holländer/R. Rillo) vor sich selbst: „Achtung vor dem Raubtier“. Viel mehr war sie nicht.

Dönitz, letzter Reichspräsident

Im Nürnberger Prozeß zur niedrigsten Strafe von zehn Jahren verurteilt

Drexler, Anton, Wegbereiter des NS

Arbeiter, Schlosser, gründet 1918 Freien Arbeiterausschuß, dann D(S)AP, verschwindet 1928, 1935 Memoiren, stirbt während des Krieges

Drieu La Rochelle, Pierre (1893 - 1945)

NS-Sympathisant, Schriftsteller. "Als Dandy und Ästhet gefiel ihm an Hitlers Deutschland zuerst mehr das äußere Gewand als die Doktrin. Kollaborateur. Tagebücher zeigen ihn zuletzt als Bewunderer Stalins." (6.2.1996 dpa) Selbstmord am 15.3.1945.

Eckart, Dietrich

Publizist in Hitlers Umkreis, ab 1916 starr auf die Juden fixiert, Antisemitismus in seiner Zeitschrift "Auf gut Deutsch", seit 1919 auf Suche nach Führer, den er durch Rat der Ältesten eingeschränkt sehen wollte (sein Idealkandidat war erst Wolfgang Kapp, dann erst Hitler), spielte bedeutende Rolle für die NSDAP als Geldvermittler . 1921 Buch " Der Bolschewismus von Moses bis Lenin. Zwiegespräch zwischen Adolf Hitler und mir" (nach einer Dissertation von Margarete Plewnia, StZ 20.3.1971) Dichter: Metaphysik, Seele. Deutsche Bürgergesellschaft = Vorläufer der NSDAP. Seine Theorie: "Der Jude = Diesseitsgedanke, Arier = Jenseitsgedanke". Brachte Adolf Hitler das Schreiben bei, führte ihn in Burschenschaften ein, brachte ihn in die Gegend des Berghofs, wo er auch starb. A. H. "väterlicher Freund". (Prof. Hans Maier, Universität München, 11.12.1968)

Ehrenburg, Ilja, sowjetischer Schriftsteller

Sein Aufruf wurde auf Befehl Stalins allen Einheiten der Roten Armee verlautbart: "Mordet! Mordet! - Unter den Deutschen, unter den Lebenden und noch Ungeborenen gibt es niemand, der unschuldig ist. Folgt den Anweisungen des Genossen Stalin und zertretet in seiner eigenen Höhle das faschistische Wildtier! Vergewaltigt die sich in rassischem Größenwahn befindenden deutschen Weiber! Reißt sie an euch als berechtigte Beute! Ihr tapfer vorwärtsstürmenden Roten Soldaten! - Wenn du im Laufe des Tages keinen Deutschen tötest, ist dieser Tag für Dich verlorengegangen. - Für uns gibt es nichts Schöneres als die Leichen der Deutschen. - Nicht Bücher, Liebelei oder die Sterne sind interessant, nichts ist interessant außer dem einzigen Gedanken: die Deutschen zu töten! Alle töten! Begraben"..." (Leserbrief von Prof. i. R. Adam Balogh aus Bad Ischl in: Der 13., April 1996)

Eichmann, Adolf

leitete Judenreferat der Gestapo, entführt und in Israel zum Tode verurteilt und hingerichtet

Elias, Hendrik, flämischer Nationalistenführer
Wenige Wochen nach Kriegsende von Belgiern hingerichtet.

Faulhaber, Michael, Kardinal (1869 - 1952). 1936 längeres Gespräch mit Hitler. F. nannte die Attentate auf Hitler (als von Gott eingesetzte Obrigkeit) 1938 und 1944 "himmelschreiende, verabscheuungswürdige Verbrechen" und ließ für den Führer beten. Dies behauptet Rudolf Reiser in seiner Biographie "Kardinal Michael Faulhaber . Des Kaisers und des Führers Schutzpatron", erschienen 2000.

Feder, Gottfried, Wegbereiter des NS

12.9.1919 Hauptreferent bei Versammlung in München über "Brechung der Zinsknechtschaft", für Bedarfsdeckung, nicht Rentabilität; spielt ab 1933 keine Rolle mehr, stirbt 1941 unbeachtet

Frank, Hans, Generalgouverneur von Polen

nach dem Nürnberger Prozeß hingerichtet. Der Journalist H. Setaffahn schrieb: Aus einem der furchtbarsten Gewaltmenschen - "Wir müssen die Juden vernichten, wo immer wir sie treffen" - wurde im Gefängnis ein gläubiger Katholik: Hans Frank..." (4.12.1965, vermutlich Neue Württembergische Zeitung) Bei den Andachten in einer Doppelzelle in Nürnberg betete Frank, der zuletzt das Generalgouvernement Polen verwaltet hatte, am inbrünstigsten. (nach Burton C. Andrus, dem Gefängnisleiter von Nürnberg, Der Spiegel, ohne Datum, S. 48) dpa-Hintergrundkorrespondent Rudolf Grimm berichtete: Hans Frank, der sich während der Haftzeit zu seiner Schuld bekannt, Reue gezeigt und mit dem Leben abgeschlossen hatte, betrat mit lächelndem Gesicht die Halle (Anm. Nürnberger Prozeß) und sagte: "Ich bitte den Herrn, mich gnädig aufzunehmen." Er fügte noch hinzu: "Ich bin dankbar für die gute Behandlung, die mir im Gefängnis zuteil wurde." Gehängt am 16.10.1946 zwischen 1.11 und 2.45 Uhr. (Dolomiten 16.10.1986)

Frick, Wilhelm, Innenminister
in Nürnberg von den Siegern gehängt am 16.10.1946 zwischen 1.11 und 2.45 Uhr
Fritsche, Hans
, Goebbels´ Chefkommentator

Im Nürnberger Prozeß im Sinne der Anklage als nicht schuldig befunden

Funk, Walter, Wirtschaftsminister

im Nürnberger Prozeß zu lebenslänglich Gefängnis verurteilt

G

H

Illing, Euthanasie-Arzt

Direktor der Außenstelle Spiegelgrund des Psychiatrischen Krankenhauses Steinhof in Wien, wegen des Mordes an über 200 behinderten Kindern 1946 zum Tod verurteilt und gehängt.

Jägerstätter, Franz, Märtyrer + 9.8.1943

Der tiefgläubige Katholik und Landwirt aus St. Radegund im Innviertel war im Sommer 1940 zum aktiven Wehrdienst in die Wehrmacht eingezogen worden und leistete zunächst seine Grundausbildung ab. Zwischenzeitlich war er als unabkömmlich zur Bewirtschaftung seines Hofes nach Hause entlassen worden. Im Februar 1943 wurde Jägerstätter erneut eingezogen, um Wehrdienst in einer Kraftfahrzeug-Abteilung zu leisten. Diesem Einberufungsbefehl kam er nicht nach. Jägerstätter erklärte seinem militärischen Vorgesetzten, daß er den Kampf mit der Waffe aus religiösen Gründen ablehne, da ihm sein christliche Glaube die Tötung von Menschenleben verbiete. Er sei jedoch bereit, aus christlicher Nächstenliebe Dienst als Sanitäter zu tun. Aufgrund dieser Einstellung wurde er durch ein sogenanntes Feldurteil des Reichskriegsgerichts wegen "Zersetzung der Wehrkraft zum Tode und zum Verlust der Wehrwürdigkeit und der bürgerlichen Ehrenrechte" verurteilt. Das Urteil wurde am 9. August 1943 in der Justizvollzugsanstalt Brandenburg an der Havel vollstreckt. Das Berliner Landgericht hob das Todesurteil auf Antrag der Witwe und ihrer drei Töchter nach 54 Jahren 1997 auf. In der Begründung hieß es, das damalige Urteil sei aus "politischen und religiösen Gründen" ergangen. Der Betroffene sei ein "erklärter Gegner des Nationalsozialismus" gewesen und habe als "einziger in seiner österreichischen Gemeinde den sogenannten Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich" öffentlich abgelehnt. (Presseberichte vom 13.5.1997 APA Wien). Zu dem Fall entwickelte sich eine heftige Diskussion in der erzkatholischen Zeitschrift "Der 13.". OSR Ferdinand Brunnbauer aus Ried im Innkreis schrieb in einem Leserbrief: "Auch dem christenfeindlichen Staat, so (der Moraltheologe) Mausbach, habe die Kirche niemals bestritten, in erlaubten Dingen die Gewissen zu binden (Sp. 402). Zu den erlaubten Dingen gehört u. a. der Wehrdienst. Gregor XVI. ("Mirari vos") erwähnt das Beispiel der aus Christen bestehenden Thebaischen Legion unter der Führung des heiligen Mauritius. Dem heidnischen Kaiser, der die Christen verfolgre, verweigerte sie den Gehorsam erst, als er auch sie zur Christenverfolgung einsetzen wollte. Nichts dergleichen verlangt wurde indes von Jägerstätter. Das Militärstrafgesetzbuchhätte ihm sogar ausdrücklich das Recht eingeräumt, jeden verbrecherischen Befehl zu verweigern. Verweigert aber hat er keinen verbrecherischen Befehl, sondern den regulären Wehrdienst. Als Hitler 1940 auf dem Höhepunkt seiner Macht stand, hatte Jägerstätter die Uniform anstandslos angezogen. 1943 aber ging es nicht mehr um Eroberungen, sondern nur darum, nicht erobert zu werden. Was am 24. März 1945 geschah, als die Rote Armee die Stadt Neiße eroberte, dokumentiert der Augenzeugenbericht eines Priesters: "Bereits in der ersten Nacht wurden viele Schwestern und Frauen gegen 50 mal vergewaltigt. ... So warf man Ordensschwestern auf den Boden, bearbeitete sie mit Fußtritten, schlug mit Pistolen und Gewehrkolben auf den Kopf und ins Gesicht, bis sie blutüberströmt, zerfleischt und verschwollen bewußtlos zusammenbrachen und in diesem Zustand ein hilfloses Objekt einer Leidenschaftlichkeit waren, die uns in ... ihrer Perversität unbegreiflich war. Die gleichen grausamen Szenen spielten sich in Krankenhäusern und Altersheimen und anderen Niederlassungen ab. Selbst 70- bis 80jährige Schwestern, die krank oder vollständig gelähmt in ihren Betten lagen, wurden von diesen Wüstlingen immer wieder schändlich vergewaltigt und mißhandelt. Nicht etwa im geheimen, in verborgenen Schlupfwinkeln, sondern vor den Augen aller, selbst in Kirchen, auf Straßen und öffentlichen Plätzen waren Schwestern, Frauen, ja selbst achtjährige Kinder immer wieder der gemeinen Gewalt preisgegeben. Mütter vor ihren Kindern, Mädchen vor ihren Brüdern, Ordensschwestern selbst vor halberwachsenen Jungen wurden bis in den Tod und noch als Leichen mißbraucht. (Dokumentation der Vertreibung der Deutschen aus Ost-Mitteleuropa IV/2, S. 223f.). Auf diese und ähnliche Weise von sowjetischer Soldateska geschändet wurden insgesamt zwei Millionen Frauen und Mädchen. 16 Millionen Menschen wurden aus der Heimat vertrieben und drei Millionen gingen bei der Vertreibung zugrunde. Hätten sich alle Soldaten verhalten wie Jägerstätter, wären der Roten Armee auch jene zum Opfer gefallen, die sich, solange die Front noch hielt, im Schutze des Widerstandes der Wehrmacht in den Westen absetzen konnten. Keinem Wehrpflichtigen ging es damals um das Wohlergehen des Diktators. Die Soldaten kämpften, um einen unbarmherzigen Feind von der Heimat fernzuhalten (ETIKA-Anmerkung: Wäre Deutschland nicht zuvor in Rußland einmarschiert, wären die Russen schließlich auch kaum nach Deutschland gekommen. Wäre Stalin Hitler zuvorgekommen und seine angeblich an der Westgrenze wartenden 300 Divisionen der Roten Armee in Deutschland einmarschiert, hätte sie gegen die konzentrierte Wehrmacht nicht viel ausrichten können.) Bis zuletzt harrten sie aus, um in der Not der Niederlage das Leben möglichst vieler Menschen retten zu können. Jägerstätter aber hat sich der militärischen Mitwirkung an diesen guten Werken tätiger Liebe verweigert und spektakuläres Martyrium dem anonymeren Dienst am Nächsten vorgezogen. Die Frage, ob es selig ist, Hilfeleistung deshalb zu unterlassen, weil das Staatsoberhaupt der Hilfsbedürftigen Hitler hieß, möge jeder für sich beantworten." (Der 13., April 1996) Ein anderer Leser, Günter Klinger aus Gaspoltshofen, behauptete, sein katholisches Bekenntnis sei für Jägerstätters Tod in keiner Weise kausal gewesen. "Von vornherein stand fest, daß ihn sein Verhalten den Kopf kostet, ohne daß sich an den politischen Verhältnissen auch nur das geringste ändern würde. Jägerstätters ,Widerstand' mit untauglichen Mitteln war daher indirekt Selbstmord, aber keine gebotene Form des Widerstandes im Sinne der katholischen Glaubens- und Sittenlehre." (Der 13., Juli 1996) Der Innsbrucker Politikwissenschafter Andreas Maislinger warf Jägerstätter vor, daß er sich "nie über die Verfolgung der Juden geäußert" habe. Vielmehr habe er in seinen Aufzeichnungen aus den Jahren 1941 bis 1943 eine Querverbindung zwischen den Pharisäern bzw. dem "jüdischen Volke" bei der Verurteilung Jesu und den Nationalsozialisten hergestellt. (Zeitschrift des Christlichen Lehrervereins Oberösterreich, zitiert von der APA in Presseberichten vom 7.7.1993)

Jodl, Alfred, Chef des Wehrmacht-Führungsstabes

Nach dem Nürnberger Prozeß am 16.10.1946 zwischen 1.11 und 2.45 Uhr von den Siegern gehängt. Er grüßte vor der Hinrichtung (Burton C. Andrus)

Jünger, Ernst (1895 - 17.2.1998) Dichter und Philosoph
Kriegstagebuch "Stahlgewitter", setzt sich von 1925 bis 1930 für "neuen Nationalismus" ein, gegen Weimarer Republik, sympathisierte mit den Nationalsozialisten, später aber Gegner Hitlers. dpa bezeichnete seinen (schwer zugänglichen) Roman "Auf den Marmorklippen" als "ein Werk des geistigen Widerstandes".

Die "Welt am Sonntag" veröffentlichte (wie "Sonntag aktuell" am 17.1.1999, wohl am gleichen Tag, meldete) einen Brief von Adolf Hitler, in dem dieser Jünger als "einen der wenigen starken Gestalter des Fronterlebnisses" lobt. In einem anderen von vier im Nachlaß Jüngers aufgefundenen Briefen (heute im Schiller-Museum Marbach) antwortete Rudolf Heß, der Stellvertreter des Führers, am 10.10.1929 auf die Anschuldigung Jüngers, Hitler würde die nationale Revolution verraten. Die Nationalsozialisten hatten sich nämlich von den Anschlägen verarmter Bauern auf Behörden distanziert. Heß verteidigte die Haltung der NSDAP.
Ideen Jüngers: Im Krieg Sprengung aller bürgerlichen und moralischen Gesetze der Friedenszeit. Das Werden ist der Sinn der Welt und der Kampf seine beste Form.
(Hans Maier, WS 1968/69)

K

Laval, Pierre

Zusammenarbeit mit den Deutschen. Hingerichtet am 15. Oktober 1945 auf dem Gefängnishof von Fresnes von einem Militärkommando. Die spanier hatten den flüchtigen mit seinem Flugzeug aus Barcelona verwiesen. Bei der Landung in Linz verhaftet, bot er den Parisern durch sein ungehöriges Auftreten vor den Gerichtsschranken noch eine letzte Sehenswürdigkeit, bevor er angesichts der die Todeszelle betretenden Henker versuchte, sich der Urteilsvollstreckung durch einnehmen von Zyankali zu entziehen. Die Gegenmittel der Ärzte jedoch hielten den 62jährigen am Leben, sodaß er wankend den letzten Weg zur Richtstatt beschreiten konnte." (Schwäbisches Tagblatt Tübingen 23.1.1948)

Leander, Zarah (+ 1981) Ufa-Star
Die tiefe Stimme der schwedischen Filmschauspielerin und Sängerin war berühmt. Einer ihrer Schlager lautet: "Kann denn Liebe Sünde sein". Film: "Herz einer Königin". dpa schrieb, die Künstlerin, die im Dritten Reich von 1936 bis 1943 rauschende Erfolge feierte, sei im Ruf gestanden, überzeugte Mitstreiterin oder skrupellose Opportunisten gewesen zu sein. Dem schwedischen Rundfunk zufolge soll sie nach dem Weltkrieg für die Sowjetunion spioniert haben. (Zeitungen vom 3.3.1999)

Lehner, Bernhard

Beispiel eines Hitler-Jungen, der total von der Richtigkeit des Nationalsozialismus überzeugt war und zugleich ein frommer Christ war. Wir fassen aus einer spanischen Schrift zusammen: Geboren 1930 in Bayern, mit zehn Jahren ins Deutsche Jungvolk eingetreten, fühlte sich zum Priester berufen. "Mit den anderen katholischen Jungen der Hitler-Jugend ging er nach den politischen Treffen und Aktionen zur Kirche und zog die Soutane (Anm. vermutlich das Ministrantengewand) über die Uniform der nationalsozialistischen Jugend." (Daniel Gaudenzi) Er trat dann in ein Seminar ein und dachte: "Wenn das Vaterland seine Kolonien wiederbekommt, werde ich als Missionar nach Afrika gehen." Bei Kriegsausbruch schrieb er einem Kameraden der Hitler-Jugend: "Ich will ein guter katholischer Priester unseres Großdeutschland sein. Ich will mich der Bewahrung der Seelen widmen, um so das Reich schöner zu machen. Nie werde ich vergessen, was man mich gelehrt hat: Ih liebe das Vaterland und will ihm als guter Christ dienen." Eine plötzliche Krankheit - Diphtherie - streckte ihn 1943 aufs Krankenlager. Einem Onkel, katholischer Priester, sagte er: "Jesus hat mehr gelitten." Vor dem Tod kam sein Vater von der ungarischen Front zu ihm, und er erzählt ihm, welche schöne Zeit er bei der Hitler-Jugend verbracht hat. Seine letzten Worte sind: "Gott rette Deutschland!" und danach: "Mama, Mama, ich sterbe; ich gehe in den Himmel zu Jesus, weine nicht." Bernhard Lehner starb mit nur 13 Jahren in den Armen seiner Mutter.

Leisner, Karl, Bekenner, seliggesprochen
* 28.2.1915 in Rees am Niederrhein, aufgewachsen in Kleve. Als katholischer Jugendführer suchte er die ihm Anvertrauten so zu leiten, daß sie der Ideologie des Nationalsozialismus nicht verfallen sollten. Abitur 1934. Theologiestudium. Unter Kardinal von Galen war er Diözesanjungscharführer und erregte die Aufmerksamkeit der Gestapo. Sommer 1937 innere Kämpfe, ob er Ehe oder Priestertum wählen solle. Im März 1939 zum Diakon geweiht. Eine "staatsfeindliche Äußerung" gegenüber Mitpatienten bei einer Kur in St. Blasien führte zur Verhaftung. Im KZ Dachau brach die Krankheit erneut aus. Dort geheime Priesterweihe; nur einmal konnte er das hl. Meßopfer darbringen. Nach Befreiung aus dem KZ durch die Amerikaner Tod in Sanatorium in Planegg bei München am 12.8.1945. Lebensregeln des 15jährigen: "Ordnung: Mein Inneres: Keine unwürdigen, ungeordneten, vulgären Gedanken. Tugendhaftigkeit! Im äußeren Verhalten: Immer korrekte Haltung und Kleidung ... Vornehmheit und Höflichkeit ... Gegenüber anderen: Sei tugendhaft und klar, höflich und edel! Gegenüber Mädchen innere Disziplin und Haltung! Frömmigkeit und Liebe überall! Keine Heuchlerei, keine Prahlerei! Entschlossenheit in allem... Alles CHRISTUS anvertrauen!" Als Theologiestudent: "Auf, mit heiligem Mut, stolzer Kraft, tiefer Demut, glänzender Reinheit, festem Glauben, starker Hoffnung und glühender Liebe ans hohe Werk! ... So hast du mich armen, schwachen, sündigen Menschen durch eine Zeit der Versuchung und der Schwachheit hindurch geführt..." Nach einem Vortrag über den hl. Aloisius: "Die Augen beherrschen und manchmal wenigstens geistig niederschlagen... keine Menschenfurcht kennen... Die starke poenitentia (Bußgeist, Selbstzucht) soll uns zur innocentia (Unschuld) führen... Der hl. Aloisius fragte sich mit ganzer Seele bei allem was er tat: Quid hoc aeternitatem? Was nützt mir das für die Ewigkeit?" (Lieb-Frauen-Bote, Brixen/Kiens/St. Lorenzen, Nr. 48/1998)

Le Pen, Jean-Marie, Führer der französischen "Front National"
Das Europäische Parlament hat die Immunität seines Mitgliedes Le Pen mit 420 gegen 20 Stimmen aufgehoben. Das Parlament in Straßburg folgte damit einem Antrag des deutschen Bundesjustizministeriums, das seinerseits auf ein Ersuchen der Staatsanwaltschaft München zurückgeht. Hintergrund des Verfahrens ist, daß Le Pen in München auf die Frage eines Journalisten gesagt haben soll, "daß die Gaskammern ein Detail in der Geschichte des Zweiten Weltkrieges sind". Le Pen selbst bestritt, daß das Wort "Detail" eine Bagatellisierung der Gaskammern beinhalte. Vor einer "Bagatellisierung eines der schrecklichsten Verbrechen unseres Jahrhunderts" warnten auch die Liberalen. (Dolomiten 7.10.1998 Stephan Baier)

Ley, Robert, Dr., Chef der Arbeitsfront
in Haft Selbstmord: Am 25. Oktober knüpfte sich, die zerrissene Unterhose in den Mund gestopft, Robert Ley in seiner WC-Ecke am Wasserhebel auf. (zit. Burton C. Andrus, Der Spiegel, ohne Datum, S. 48)

Ludendorff, Held des Ersten Weltkrieges

1923 "Kriegführung und Politik", wohnte in München-Solln, vermutlich Gründer einer antichristlichen germanisch-esoterischen Geheimgesellschaft/Weltanschauungsgemeinschaft/Sekte

Mayer, Pater Rupert ( + 1945) Bekenner 3#21

(+ 1.11.1945 in München) ,Schwabe, Studium in Fribourg, München und Tübingen, Großstadtseelsorger in München. Frontkämpfer im Ersten Weltkrieg, schwer verwundet. 1923 wollten sich Nationalsozialisten von ihm die weltanschauliche Unbedenklichkeit bescheinigen lassen, doch erklärte er vor den Parteigenossen: Die Verwerfung des Alten Testaments und die Aufpeitschung des Hasses gegen Andersdenkende machen den Nationalsozialismus für den Katholiken unannehmbar. Später in Landsberg inhaftiert, kürzere Zeit im KZ Sachsenhausen, weil er sich weigerte, der Gestapo ein Beichtgeheimnis preiszugeben. Kirchenobere sorgten dafür, daß er ins Kloster Ettal kam, wo er streng von der Außenwelt abgeschirmt werden mußte. An Allerheiligen Gehirnschlag beim Acht-Uhr-Gottesdienst in der Münchner Kreuzkapelle. Sterbliche Überreste im Münchner Bürgersaal.

Mayr-Nusser, Josef ( + 1945), Märtyrer

Bozner Bauer, 1944 einberufen, weigerte sich aus religiösen Gründen, den SS-Eid auf Hitler abzulegen. Untersuchungshaft in Danzig. Er sollte ins Konzentrationslager Dachau gebracht werden. Während des Transportes verstarb er in den Morgenstunden des 24. Februar 1945 in einem Viehwaggon auf dem Bahnhof Erlangen. Seine Witwe Hildegard geb. Straub starb 90jährig im April 1998; sie hatten 1942 geheiratet. (Dolomiten 14.4.1998)  Rede am Herz-Jesu-Fest 1936

Moltke, Helmut James von

Widerstandskämpfer, im Zusammenhang mit dem Attentat auf Hitler zum Tod verurteilt

Letzter Brief an seine Frau: "Ich sage Dir zum Schluß kraft des Schatzes, der aus mir gesprochen hat und der dieses bescheidene irdene Gefäß erfüllt: Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit Euch allen. Amen."

Morgenthau, Henry, US-Finanzminister

Der Morgenthau-Plan (1944) sah die Aufsplitterung des Deutschen Reichs in mehrere Länder und "autonome Gebiete" vor. Die Führer Deutschlands sollten ohne Prozeß erschossen werden. Das verbleibende deutsche Volk sollte "umerzogen" worden, seiner gesamten Industrie entblößt und für unabsehbare Zeit auf dem niedrigstmöglichen Lebensstandard gehalten werden durch Agrarisierung und Verelendung. Im Osten sollte Deutschland um ein Fünftel seines Territoriums verkleinert werden. (Dr. Alfred Schickel in den "Dolomiten" vom 7.9.1994) Ein Teil der Bevölkerung (?) sollte als Zwangsarbeiter in fremde Länder geschickt werden. (dpa)

Mussert, Anton, Führer der niederländischen Nationalsozialisten

Zum Tod verurteilt und am 7. Mai 1946 auf dem Waalsdorpfeld bei Den Haag erschossen

Neurath, Konstantin von, Außenminister bis 1938

Reichsprotektor von Böhmen und Mähren, im Nürnberger Prozeß zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt

Neururer, Otto, Märtyrerpriester

Geboren 25.3.1882 in Piller im Tiroler Pitztal. 1932 Pfarrer von Götzens. Als er einer jungen Frau davon abriet, einen aus der Kirche ausgetretenen fanatischen SA-Mann zu heiraten, wurde er wegen Verhinderung einer "deutschen Ehe" angezeigt. Am 15.12.1938 verhaftet. Nach Polizeihaft in Innsbruck KZ Dach und Buchenwald. Weil er im Lager einem als "Taufbewerber" getarnten Spion Glaubensunterricht erteilte, kam er in den Todesbunker, wo er am 30.5.1940 einen qualvollen Tod erlitt. (Dolomiten 25.11.1996) Bis zum Tod 24 Stunden mit dem Kopf nach unten (aus anderer Quelle, vermutlich RAI oder Kath. Sonntagsblatt).

Nietzsche, Friedrich, antichristlicher Philosoph

Tod-Gottes-Philosophie, Christentum = Sklaverei, Wille zur Macht, Umwertung aller Werte. Moral sei Verneinung des Lebens, ein Erbe des Christentums. Das Christentum sei entstanden als Aufstand der Moral gegen Umwelt der Herrenmenschen. Starke brauchen keine Moral, Schwache nur zum Schutz vor den Starken. Übermensch soll selbst Leid schaffen. Sozialismus nicht notwendig. Führertier. Das Leben soll befreit werden durch die Vernichtung der Moral. Ziel ist Kultur des Übermenschen. (Hans Maier, Universität München, Wintersemester 1968/69): - Nietzsche beeinflußte Hitler und Mussolini, wie sich z. B. aus einer Stelle bei Otto Skorzeny: "Wir kämpften - wir verloren" (Ring-Verlag Siegburg-Niederpleis 1962, S. 266) ergibt: "Zufällig fielen mir auch zwei Zitate von Nietzsche ein, die ich aus dem Munde Hitlers und auch Mussolinis gehört hatte. Waren es Worte, die sich beide als Wahlspruch für ihr Leben gewählt hatten? "Strebe ich denn nach meinem Glück? Ich strebe nach meinem Werk!" Und das kurze, aber bedeutungsvolle Wort: "Lebe gefährlich!"

Papen, Franz von, Reichskanzler a. D.

Im Nürnberger Prozeß im Sinne der Anklage als nicht schuldig befunden

Papst Pius XII.

Der ehemalige SS-General Karl Wolff (71), Befehlshaber aller SS- und Polizeieinheiten in Italien, bestätigte der Mailänder Sonntagszeitschrift "Domenica del Corriere", daß Hitler ihm im September 1943 im Führerhauptquartier bei Rastenburg in Ostpreußen den Befehl erteilte, den Papst entführen zu lassen. (Pressemeldung 6.3.1972, dpa); siehe auch unter Nationalsozialismus und Christentum

Parnes, Judenchrist

"Kommen Sie schnell, sie wollen Herrn Parnes abholen!" Wir sind in einem kleinen Dorf am Fuße des Tuniberges in Baden. In Deutschland herrscht die braune Diktatur. Die Rassengesetze machen das Leben der jüdischen Mitbürger Tag für Tag unterträglicher. Nicht nur, daß sie den gelben Stern tragen müssen und in ihren Bürgerrechten beschnitten werden, ihnen drohen Konzentrationslager und Tod. Auch Herr Parnes ist Jude, gebürtig aus Ostgalizien. Gott führte ihn nach Hamburg ins Missionshaus "Jerusalem". Nach seiner Taufe wurde er Prediger. Als solcher war er im Breisgau segensreich tätig. Doch nun, sechzigjährig, wird er zum Untermenschen abgestempelt. Sein Leben ist in Gefahr. - Der Gerufene kommt. Es ist der NSDAP-Ortsgruppenleiter. Seinem Reden und Handeln ist es zu verdanken, daß die Häscher unverrichteter Dinge abziehen müssen. (Konstanzer Großdruckkalender, 1.12.1993)

Pohl, Oswald, Mitarbeiter Himmlers

setzte die Vorstellungen Himmlers von den Konzentrationslagern als auf Sklavenarbeit beruhenden Industriebetrieben in die Wirklichkeit um (28.1.1995 APA)

Pound, Ezra, Dichter

Amerikaner, lebte zwei Jahre in Italien und Südtirol (auf einer Meraner Burg). Der stets gut informierte dpa-Hintergrundartikler Rudolf Grimm beschrieb ihn wie folgt: "Pound sah im Faschismus eine Gegenposition gegen alles was, er haßte und für gefährlich hielt. Später schloß er auch Hitler, den er anfangs für einen ,epileptischen Hinterwäldler´ und ,Hunnen´ hielt, in seine Verehrung ein, ja sah in ihm einen Heiligen. Den Wucher nennt er in seinen seiner ,Cantos´ eine Todsünde. Er schrieb den Juden dabei eine besonders unheilvolle Funktion zu." (Presseartikel 6.2.1996) Lange nach dem Kriege, so Grimm, habe Pound sein antisemitisches Vorurteil als seinen schlimmsten Irrtum bezeichnet.

Priebke, Erich, Kriegsverbrecher

mißachtet rechtzeitige Guami-Warnung, sich freiwillig den italienischen Gerichtsbehörden zur Verfügung zu stellen, um auf das damalige (barbarische, auch von den Alliierten angewandte) Kriegsrecht hinzuweisen und durch Schuldeingeständnis (niemals dürfen Unschuldige getötet werden) und Buße zur Wiedergutmachung beizutragen. Kurz danach zur allgemeinen Überraschung von Argentinien an Italien ausgeliefert. 3/98 zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Il Giornale 8.3.1998: "Priebke (84) deve morire in carcere. La corte militare d´appello ha condannato all´ergastolo l´ex ufficiale delle Ss. Analoga sentenza per il maggiore Karl Hass (86) - La difesa presenterá ricorso. Lacrime di gioia dei parenti delle vittime."

Quisling, Vidkun, Ministerpräsident Norwegens

Arbeitete mit den Deutschen zusammen. Zum Tode verurteilt. "An einem kalten Oktobermorgen widerhallten die Mauern der mittelalterlichen Festung Akershus von den Schüssen eines Pelotons." (Schwäbisches Tagblatt Tübingen 23.1.1948)

R

S

Toaspern, Paul, Schilderung einer NS-Gerichtsverhandlung

Ich gehe mit dir. - Als ich mich im Verlauf des stundenlangen Kreuzverhörs weigerte, einen Revers zu unterschreiben, der nicht der Wahrheit entsprach, erklärte der leitende SS-Offizier: "Ob sie unterschreiben oder nicht, ist letztlich gleichgültig. Das Urteil über Sie steht fest. Der Platz im konzentrationslager Dachau ist für sie bereits reserviert." Im gleichen Augenblick aber sagte der Herr zu mir: "Mein Kind, sei ganz ruhig. Wenn du nach Dachau kommst, gehe ich mit dir durch das Tor des Konzentrationslagers." In der Mittagspause, als die Verhandlung unterbrochen wurde, hatte ich wieder Zeut zum Beten. Danach merkte ich, daß Jesus die Herzen der vernehmenden Offiziere lenkte, so daß sie mir nicht mehr so schroff entgegentraten. - So endete die Gerichtsverhandlung - unter Verhängung einiger Repressalien - mit einem Freispruch. (Aus: Paul Toaspern, Werft euer Vertrauen nicht weg..., zitiert im Konstanzer Großdruckkalender 1.6.1998)

Todt, Fritz, Dr., Reichsminister für Bewaffnung und Munition

Erbauer der Autobahn, Generalmajor der Luftwaffe, Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen und für Wasser und energie, Generalbevollmächtigter für die Bauwirtschaft. Geboren am 4.9.1891 in Pforzheim. Stürzte am 8. Februar 1942 mit seiner vom Piloten Hotz gesteuerten He 111 über dem Flugplatz Rastenburg ab.Die ganze Besatzung kam ums Leben. Wie ein Hohn klingen heute, da wir unter den Abgasen der Millionen Autos leiden, seine Worte: "Das Kostbarste an der Straße ist und bleibt unsere Landschaft... Der Einfluß, den eine gesunde Landschaft auf ein ganzes Volk und seine besten Menschen ausübt, wird in der Technik häufig nicht genügend berücksichtigt, weil er sich nicht in Zahlen ausdrücken läßt. Hier muß in noch stärkerem Maße als bisher das Gewissen aller technisch Schaffenden aufgerüttelt werden." (Erich Kern in der Deutschen Wochen-Zeitung, 4.2.1972) Heute ist ein großer Teil der Erde zubetoniert und zuasphaltiert.

Udet, Ernst, Kampfflieger und damaliges Vorbild der deutschen Jugend

Aufschlußreich für das Denken der damaligen Zeit sind Vorwort und Schlußkapitel seines Buches "Mein Fliegerleben", erschienen im Deutschen Verlag Berlin (Jahr unbekannt). Vorwort: Ich schreibe dieses Buch für die Jugend, die nach uns kommt. Denn sie wird einst der Richter unserer -Taten sein. Ich widme es meinen toten Kameraden. Denn sie haben das Beste von uns allen getan. Und wenn ich sonst noch einen Zweck mit diesem Buch verbinde, so ist es der: ich möchte zeigen, daß es das Schicksal jeden von uns in die eigene Hand gegeben hat, ob wir Krämer sein wollen oder Soldaten, ob wir das Leben genießen wollen oder unser Glück für nichts achten vor einer Idee, die die kleine Barke unseres Daseins in den ewigen Strom der Geschichte hinausträgt." Ausklang: "Die Generation, der ich angehöre, ist durch den Krieg (Anm.: den ersten Weltkrieg) geformt worden. Er traf uns in den entscheidenden Jahren. Die Schwachen sind daran zerbrochen. In ihnen ist nichts zurückgeblieben als lähmendes Entsetzen. In uns anderen aber - und hier spreche ich für fast alle Frontsoldaten - ist der Lebenswille härter und stärker geworden. Ein neuer Lebenswille, der weiß, daß das Dasein des einzelnen nichts, das Leben und die Zukunft der Gemeinschaft alles bedeutet. Vierzehn Jahre lang haben wir diese Erkenntnis durch eine fremde Welt getragen. Sie verstanden nichts von der Größe unseres neuen Glaubens. Sie wollten nichts wissen von den harten Tugenden des Soldaten, Kameradschaft, Pflichterfüllung und dem Geist des letzten Opfers. Wir waren fremd unter ihnen und arbeiteten ums Brot. Ich bin geflogen, um zu leben. Aber zugleich hatte ich die Hoffnung, durch meine Arbeit den Gedanken der deutschen Luftfahrt wachzuhalten. Ich bin in fremden Erdteilen gewesen. Überall habe ich Kameradschaft gesucht. Ich habe gesucht und habe sie gefunden, in Deutschland, in Amerika, im afrikanischen Busch und im Eise Grönlands: Fliegerkameradschaft!... Aber insgeheim war in mir und in uns allen die Sehnsucht, den Geist, der uns geformt hat, als lebendige Macht wirken zu sehen in dem Volke, dem wir zutiefst verbunden sind. Das ist geschehen, und deshalb schließe ich dieses Buch. Denn mein eigenes Leben ist unwesentlich geworden, ist eingeströmt in den Fluß unseres gemeinsamen deutschen Schicksals. Wir sind Soldaten ohne Fahne gewesen. Wir haben unsere Fahne wieder aufgerollt. Der Führer gab sie uns zurück. Für die alten Soldaten lohnt es sich wieder, zu leben." Arme Menschen ohne Gott!

Wessel, Horst, NS-Nationalheros
+ 1907 Bielefeld, + 1930 Berlin. Pfarrersohn, 1926 Jurastudent, Führer des SA-Sturmes 34 (Berlin-Friedrichshain), dem besonders viele Arbeiter angehörten. Nachfolgende Kurzbiographie entnehmen wir dem Buch von Hans Otto Meissner und Harry Wilde: Die Machtergreifung, Cotta Stuttgart 1958, S. 356: Dieser SA-Sturm hatte als einziger eine Schalmeienkapelle (Schalmeien waren eigentlich ein Reservat der Kommunisten.) W. dichtete nach einer alten kommunistischen Kampfweise das nachmals zur zweiten Nationalhymne erklärte Horst-Wessel-Lied. Eine Zeitlang lebte er mit einer Berliner Prostituierten zusammen, deren Zuhälter Ali Höhler gerade eine mehrjährige Gefängnisstrafe absaß. Doch ein Zuhälter war W. nicht, wie später von den Kommunisten behauptet wurde. W.´s Verhältnis zu der Frau läßt sich nur aus der damaligen Atmosphäre der Reichshauptstadt erklären. Als Ali Höhler, ein übelbeleumundeter Berufsverbrecher und Mitglied der "Einheit" Berlin-Mitte, wieder freikam, fand er seine "Braut" in den Armen eines politischen Gegners. Er ging in dessen Wohnung. W. sah Ali Höhler vor der Tür stehen und machte eine Bewegung, als wollte er nach seinem Revolver greifen. Höhler war schneller und schoß seinen Nebenbuhler nieder. Dann floh er mit Hilfe der KPD in die Tschechoslowakei, kam aber nach Berlin zurück und wurde verhaftet. Da Wessel erst einige Wochen später an Blutvergiftung starb, konnte Höhler nur wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang verurteilt. Nach der Machtübernahme noch im Gefängnis, wurde er kurz darauf "umgelegt", wie sich die SA brüstete. Dank der Propaganda von Dr. Goebbels, dem diese Eifersuchtstragödie - mehr war es nicht - gerade recht kam, wurde w. nach seinem Tode zu einer Art Nationalheros und als Opfer von Rot-Mord zu einem "Märtyrer der Bewegung" gemacht. Die "Braut" Horst Wessels ließ sich bis 1933 von den Kommunisten unterstützen.

Wlassow, General, Führer der russischen antikommunistischen "Befreiungsarmee"

"...der nach seiner Gefangennahme am Wolchow eine "Befreiungsarmee" ins Leben rief, um dann aber fünf vor zwölf in Prag gegen seine neuen Freunde und Gönner die Waffen zu erheben. In der Nähe des Böhmerwaldes holte man den einstigen Sowjetgeneral mit der glänzenden Karriere in der "Roten Armee" aus seinem Opel Kadett" (Schwäbisches Tagblatt Tübingen 23.1.1948)

Wurm, Theophil, evangelischer Landesbischof von Württemberg. Kirchenkampf in Württemberg. Siehe Nationalsozialismus und Christentum