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49NS61

Rassismus: Ahnenerbe - Lebensborn

29.11.1998 – 1.9.2012 

Die SS-Forschungs- und Lehrgemeinschaft "Ahnenerbe e.V."

Claus Heinrich Meyer berichtet in der Süddeutschen Zeitung (29.10.1970) über einen Prozeß in Frankfurt gegen drei Mitarbeiter der Organisation, die zur unmittelbaren Zuständigkeit des Hauptamtes Reichsführer SS gehörte. Er zitiert Himmler: "Die SS marschiert nach unabänderlichen Gesetzen als ein nationalsozialistischer Orden nordisch bestimmter Männer und als eine geschworene Gemeinschaft ihrer Sippen." In bezug auf den Briefwechsel Himmlers mit dem Kurator des Ahnenerbe, SS-Oberführer Professor Wüst, und dem Geschäftsführer, SS-Standartenführer Sievers, macht sich der Journalist u. a. über die Neugier Himmlers hinsichtlich der sogenannten "Fettvenus" lustig ‒ steinzeitliche Figuren schwangerer Frauen mit besonders starken Schenkeln und Gesäßen. Himmler hatte nämlich am 2.9.1941 an das Ahnenerbe geschrieben: "Nun fällt mir auf, daß bei einigen Stämmen wilder Völker, vor allem bei den Hottentotten, die Frauen noch dieselben Figuren, den Fettsteiß und alle anderen Attribute dieser Art haben." Er wollte wissen, ob hottentottenähnliche Völker vielleicht in den Fundgegenden gelebt und später vielleicht durch nordische Menschen vertrieben oder vernichtet worden seien. Später fragte Himmler nach: "Sind die Rassen Europas, Afrikas und vielleicht auch anderer Erdteile, die eine Fettvenus als Schönheitsidol in der Kunst oder im Leben haben, miteinander verwandt oder verwandt gewesen?"

Das Beispiel zeigt auf, wie absurd der Rassismus ist. Als ob es auf solche körperlichen Merkmale ankäme. Welche Primitivät im Vergleich zur christlichen Lehre, daß alle Menschen Gottes Kinder sind, nach geistigen Gütern streben sollen und eine unsterbliche Seele haben!

Welch düstere Seiten der Rassismus haben kann, wurde im weiteren Prozeßverlauf deutlich. Der SS-Hauptsturmführer Professor Hirt, Anatom an der Reichsuniversität in Straßburg und Leiter eines "Ahnenerbe"-Instituts, besaß von Himmler die Genehmigung, in den Konzentrationslagern Natzweiler und Struthof für Fleckfieber und Lostversuche sogenannte Berufsverbrecher und andere Häftlinge auswählen zu können. Drei Mitarbeiter waren Mitte 1943 (nach Ansuchen vom 2.11.1942) nach Auschwitz gefahren und hatten 115 Lagerinsassen ausgewählt, die ihnen für ein Forschungsvorhaben von Professor Hirt brauchbar erschienen. Im Prozeß bestritten sie, davon gewußt zu haben, daß diese 115 Häftlinge hernach im elsässischen KZ Natzweiler - Hirts Arbeitsfeld - umgebracht wurden. (Süddeutsche Zeitung 29.10.1970)

Um die Schädelformen des "charakteristischen Untermenschentums" studieren zu können, schlug bei Beginn des Rußlandfeldzugs Professor August Hirt dem Reichsführer SS Himmler vor, jedem aufgegriffenen "jüdisch-bolschwistischen Kommissar den Kopf abzuschneiden". Himmler bot dem Straßburger Professor für sein Experiment KZ-Insassen an.

Sievers wurde nach dem Nürnberger Ärzteprozeß hingerichtet, Hirt nahm sich vermutlich das Leben. (Olaf Ihlau in der SZ vom 28.10.1970)


Lebensborn e. V. der SS

Dr. Theodor Hellbrügge, Professor für Kinderheilkunde, inspizierte im Auftrag der Besatzungsmacht in der Umgebung von München ein Kinderheim, in dem lauter schöne, blonde, blauäugige Kinder lebten. Die Kinder, Produkte der Nazi-Organisation "Lebensborn", hatten alle einen teilnahmslosen Gesichtsausdruck und konnten nicht lachen. Zwanzig Jahre später untersuchte Hellbrügge dieselben Kinder erneut und fand bei ihnen "eine Häufung neurotischer Verwahrlosung, sexuelle Störungen und kriminelle Gefährdung"; keines der "Lebensborn"-Kinder hatte eine abgeschlossene Volksschulbildung oder Lehre, das Intelligenzniveau der schönen Blonden war besonders niedrig, im Leistungsbereich wurden schwere Störungen registriert. Etwa bei 90 Prozent aller von Hellbrügge in den letzten Jahren untersuchten Heimkinder wurden ähnliche Schäden festgestellt. (Rolf Henkel, Südwestpresse 2.1.1975) Die Schuld für diese Entwicklung, das geht aus dem Artikel hervor, liegt eindeutig im Fehlen der mütterlichen Zuwendung. Kinder, die ohne Eltern aufwachsen, sind besonders gefährdet. Prof. Hellbrügge hielt übrigens jahrelang einen Kinderärztekongreß in Brixen ab.

"Der ,Lebensborn´-Schwindel kann nicht sterben". Diese Überschrift war am 4.4.1975 in der "Deutschen Wochen-Zeitung" zu lesen. Erich Kern geht dabei auf den Prozeß des Internationalen Militärtribunals am 10.10.1947 in Nürnberg ein (wir fassen zusammen): SS-Standartenführer Max "Sollmann war Leiter vom ,Lebensborn´ und persönlich für die Leitung der Hauptabteilung A, die aus den Ämtern für die Unterbringung in Heimen, Vormundschaft, Pflegestellen und Adoption, Statistik und Anmeldung bestand, verantwortlich", laut Ankläger. Nach monatelanger Verhandlung und der Anhörung hunderter Zeugender fällte das Nürnberger Siegergericht am 10.3.1948 sein Urteil. Es sprach Max Sollmann sowie die drei anderen Angeklagten in den drei wichtigsten Punkten der Anklageschrift, der Entführung von ausländischen Kindern, der Wegnahme von Säuglingen der Ostarbeiterinnen und der Plünderung von öffentlichem und privatem Eigentum frei. In dem Gerichtsurteil stehen unter anderem folgende Erkenntnisse:

"Aus dem Beweismaterial geht klar hervor, daß der Verein Lebensborn, der bereits lange vor dem Krieg bestand, eine Wohlfahrtseinrichtung und in erster Linie ein Entbindungsheim war. Von Anfang an galt seine Fürsorge den Müttern, sowohl den verheirateten als auch den unverheirateten sowie den ehelichen und unehelichen Kindern."

"Aus dem Beweismaterial geht klar hervor, daß der Lebensborn unter den zahlreichen Organisationen in Deutschland, die sich mit ausländischen nach Deutschland verbrachten Kindern befaßten, die einzige Stelle war, die alles tat, was in ihrer Macht stand, um den Kindern eine angemessene Fürsorge zuteil werden zu lassen und die rechtlichen Interessen der unter seine Obhut gestellten Kinder zu wahren."

Kern gibt seiner Empörung Ausdruck, daß "die rund 11 000 Kinder und ihre Mütter, die durch den ,Lebensborn´ gegangen sind und ein unbestreitbares Recht auf die Feststellung haben, daß der ,Lebensborn´ kein Amüsier-und Zuchtbetrieb gewesen ist, ... immer wieder aufs neue beschimpft und verleumdet" werden, und zwar in Illustriertenschnulzen (z.B. Will Berthold in der "Revue"), in Zeitungsverleumdungen, in Filmen und im Deutschen Fernsehen. Die in dem Arthur-Brauner-Streifen "Dem Führer ein Kind schenken" als Zeugen gebrachten Heimleiterinnen, Schwestern und Helferinnen hätten genau das Gegenteil der "Verleumdungen" Robert Kempners ausgesagt, nämlich "daß sie in Entbindungsheimen für ledige Mütter Dienst versehen hätten, um sie der gesellschaftlichen Ächtung zu entziehen und vor Abtreibung und Selbstmord zu bewahren". Kern weiter: "Der als ,Kronzeuge´ angeführte bettlägerige und erkennbar nicht mehr geschäftsfähige frühere SS-Standartenführer Ebner lallte nur völlig Unverständliches." (DWZ 4.4.1975)

Programm zur Höherzüchtung nicht mehr verwirklicht

SS-Befehl Nr. 65 von Heinrich Himmler: Programm zur Höherzüchtung wurde nicht mehr verwirklicht. Zwei-Frauen-Ehe. Lebensborn. (Notizen aus einer Vorlesung von Prof. Dr. Hans Maier, Ludwig-Maximilians-Universität München 11.12.1968)

Uns sind all diese Informationen zu dürftig, und wir wollten dem Thema "Lebensborn" aus ethisch-christlichen Gründen gern auf den Grund gehen, weil wir dies als eine zentrale Frage ansehen.

3.11.1998: Ein Leser aus Köln machte uns auf eine wissenschaftliche Darstellung aufmerksam, die Interessierte abrufen können unter http://www.vho.org/D/dsdv/Seidler.html

Wir überflogen den langen Text, dem eine umfangreiche Liste mit Quellen angefügt ist. Der Autor wurde 1933 geboren. Wir entnehmen seinem Werk aus Zeitgründen hier nur folgende Einzelheiten in redigierter Form:

Franz W. Seidler: Lebensborn e. V. der SS - Vom Gerücht zur Legende

Himmler erließ im zweiten Kriegsmonat einen Befehl für die gesamte SS und Polizei, in dem die Männer aufgefordert wurden, "über die Grenzen vielleicht sonst notwendiger bürgerlicher Gesetze und Gewohnheiten hinaus" für Nachwuchs zu sorgen. Für alle ehelichen und unehelichen Kinder, die von SS-Männern gezeugt und deren Väter im Krieg fallen würden, werde die SS die Vormundschaft übernehmen. Das war ein Freibrief zur Zeugung von Kindern außerhalb der Ehe. Die sexuelle Freizügigkeit, die Himmler den Polizei- und SS-angehörigen anempfohlen hatte, stieß auch in der Wehrmacht auf Kritik.
Himmler selbst zeugte mit seiner Geliebten Hedwig Potthast zwei Kinder: Helge und Nanette Dorothea.

Laut Himmlers Masseur Felix Kersten soll Himmler im Gespräch vorgeschlagen haben, nach dem Krieg die Einehe aufzuheben, um die Kriegsverluste auszugleichen.

Ein offizieller Bericht im Auftrag des Bundesinnenministeriums enthielt keinen Hinweis, daß die Lebensbornheime zu etwas anderem gedient hatten als zur Entbindung von Schwangeren und zur Bewahrung von Kindern. Sie waren weder SS-Bordelle noch Rassenfarmen des Nationalsozialismus. Dasselbe ging aus einer Untersuchung der Alliierten im Rahmen der Nürnberger Prozesse hervor. Viel wurde gelogen und dazugedichtet.