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Nationalsozialismus und Juden

20.12.2003. Nach Sperre wieder frei am 1.9.2012 

Nationalsozialisten wollten Juden zuerst nur vertreiben
”Dem breiten Publikum ist nicht bekannt, was Shoa-Forschern bekannt ist: dass die Nazis in den Dreissigerjahren die Juden  ,nur´ vertreiben und dabei auch Geld kassieren wollten.“ (Shraga Elam: Eine Interpretation zum Fall Grüninger, 17.12.2003) 

Katholische Kirche und Juden- sowie Täuferverfolgungen in Tirol. Der Kirchengeschichtler Josef Gelmi gab der Bozner Sonntagszeitung "Zett" ein aufschlußreiches Interview, dem wir wir folgende Einzelheiten entnehmen: "Christen waren auch bei uns überzeugt, daß Juden kleine Kinder töten, um mit deren Blut die Speisen beim Paschamehl zu besprengen. So lastete man den Juden Ritualmorde an, die zu Verfolgungen führten. Es kam auch bei uns zu Hexenverbrennungen. Besonders brutal ging die Innsbrucker Regierung gegen das Täufertum vor. Bis 1532 dürften in Tirol und den Vorlanden 600 Täufer umgekommen sein. Ein trauriges Kapitel ist die Ausweisung der 427 Zillertaler Protestanten im Jahr 1837." Zur nationalsozialistischen Epoche meinte Gelmi folgendes: "Generalvikar Pompanin und der Brixner Bischof Geisler waren sicherlich keine Nazis. Sie waren deutschnational eingestellt. In der Zeit von 1943 bis 1945 haben sie (Anmerkung: in Südtirol) durch ihr gutes Verhältnis mit dem Obersten Kommissar Franz Hofer einen Kirchenkampf, wie er in Nordtirol tobte, verhindert. Aber sicher hat die Kirche zu wenig gegen den Antisemitismus und das Euthanasieprogramm der Nazis getan." ("Zett", 12.3.2000)

Ziel war anfangs Entfernung der Juden durch Auswanderung.

"Nach Bauers Ansicht war das Ziel der Nationalsozialisten anfangs die Entfernung der Juden durch Auswanderung. Noch bis zum Herbst 1941 gab es Ausreisegenehmigungen . Breitmann schreibt, man könne schwerlich behaupten, die ganze ,Endlösung´ sei im voraus geplant gewesen. Aber 1941 stand der Entschluß dazu nach Auffassung der beiden Historiker fest, nach der Breitmans etwas früher als nach der Bauers."

(Rudolf Grimm, dpa, in einer Auswertung der Bücher von Yehuda Bauer: Freikauf von Juden?, Jüdischer Verlag Frankfurt/Main, 1994, und Richard Breitman: Himmler und die Vernichtung der europäischen Juden, Verlag Schöningh Paderborn, in der Presse erschienen am 15.10.1996)

Enteignung der Juden in Deutschland

Von den 1933 bestehenden 100.000 jüdischen Unternehmern in Deutschland hatten bis April 1938 etwa 60 Prozent den Besitzer gewechselt. (Pressemeldungen 8.10.1998 dpa)

"Arisierung" in Österreich

In Österreich, das am 13.3.1938 zur deutschen Ostmark wurde, lebten 190.000 … Nach Schätzungen aus dem Jahr 1953 betrug das jüdische Vermögen in Österreich 1938 mehr als 2,4 Milliarden Reichsmark (120 Mrd. S). (Quelle: APA, veröffentlicht in österreichischen Zeitungen am 24.8.1998)

Holländische Juden beraubt

Einem vertraulichen Bericht des Reichsinstituts für Kriegsdokumentation zufolge raubten die deutschen Nationalsozialisten während der Besetzung der Niederlande Güter im Wert von mindestens einer Milliarde Gulden: 400 Millionen Gulden Aktien, 26 bis 55 Millionen Bankguthaben, Grundstücke im Wert von 150 Millionen, Hausrat im Wert von 78 Millionen sowie Kunst, Gold und Silber im Wert von sechs Millionen Gulden. Wie der TV-Sender RTL am 9.10.1998 weiter berichtete, seien heimkehrende Juden zum großen Teil entschädigt worden.

"Reichskristallnacht" - Novemberpogrome 1938

Dazu veröffentlichten viele Zeitungen am am 9. und 10.11.1998 dpa- und APA-Berichte samt Hintergrund.

Antisemitische Vorläufer: Schönerer und Lueger
In der katholischen Kirche herrschte damals eine stark ablehnende Haltung gegen die Juden, und der Wiener Pfarrer Joseph Deckert forderte 1897 sogar ein Fremdengesetz für die Juden: "Die Juden müssen für die christlichen Völker unschädlich gemacht werden. Man muß sie unter ein Fremdengesetz stellen. Die Emanzipation der Juden muß fallen." (Erich Kern: Adolf Hitler und seine Bewegung, Göttingen 1970, S. 31)
Doch während Luegers (Anm.: Wiens Bürgermeister Dr. Karl Lueger) Antisemitismus nur konfessionell bedingt war und bei zum Christentum übergetretenen Juden endete - von ihm stammt ja das später so oft fälschlich zitierte Wort: "Wer Jude ist, bestimme ich" -, predigte (der deutschnationale Reichtagsabgeordnete Georg Ritter von) Schönerer einen rassenpolitischen Antisemitismus: "Was der Jude glaubt, ist einerlei. In der Rasse liegt die Schweinerei", erklärte er. Da Schönerer in seinem Deutschnationalen Verein, der sich später in den Alldeutschen Verein verwandelte, diesen rassenpolitischen Standpunkt zur Grundlage machte, verlor er eine Reihe seiner bisherigen Gesinnungsfreunde, die Juden waren: Dr. Viktor Adler, den späteren Sozialdemokratenführer, den Musiker Gustav Mahler und den Historiker Friedjung. (Erich Kern: Adolf Hitler und seine Bewegung, Göttingen 1970, S. 31)


Splitter

Für Adolf Hitler war Marxismus identisch mit Judentum. (Prof. Hans Maier, Vorlesung an der Universität München 5.2.1969, sinngemäß)

Himmler verhinderte bis 1944 jede Definition des Wortes "Jude", um selbst jeden als Juden brandmarken zu können. (Prof. Hans Maier, Vorlesung an der Universität München 5.2.1969, sinngemäß)