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Euthanasie

27.10.1999 - 1.9.2012

Grundlagen: Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses vom 14.7.1933.
"Euthanasie-Befehl" Adolf Hitlers im Oktober 1939.

Bis Kriegsbeginn wurden 300 000 Menschen zwangssterilisiert. (Zeitungen vom 5.8.1999)

Laut dpa-Zeitungsmeldungen wurden von 1939 bis 1945 rund 200 000 Psychisch Kranke und Geistig Behinderte ermordet. (Ausstellung "Psychiatrie im Nationalsozialismus" beim Weltkongress der Psychiatrie vom 6. - 11.8.1999 in Hamburg; Michael von Cranach und Hans-Ludwig Siemen: Psychiatrie im Nationalsozialismus, Oldenbourg Verlag München, 1999.) Oben genannte Zahl wird wie folgt aufgeschlüsselt: Aktion T4 (Berliner Tiergartenstraße 4): 70.000 Menschen vergast. Kindereuthanasie: 5000 Tote. Nach Ende der Aktion T4 "wilde Euthanasie" teils durch Todesspritzen, teils (90.000 Tote) durch Hungerkost.

Schumann: "Die Vergasung ging menschlich vor sich" (Überschrift der Süddeutschen Zeitung, 24.9.1970). Dem Euthansiearzt- und KZ-Arzt wurde bei einem Prozeß in Frankfurt vorgeworfen, als Leiter der "Gnadentodanstalten" Grafeneck (Württemberg) und Sonnenstein (Sachsen) 1940/41 insgesamt 14 549 Geisteskranke vergast und später inden Konzentrationslagern Buchenwald und Auschwitz 765 arbeitsfähige Häftlinge für den Tod in den Gaskammern selektiert zu haben. Schumann schilderte seine Arbeit in Grafeneck: Sie bestand darin, zwei bis dreimal wöchentlich einen Hahn aufzudrehen, der über einen Schlauch Kohlenoxydgas in einen Raum strömen ließ, in dem 20 bis 25 Geisteskranke nackt auf dem Boden hockend eine Badedusche erwarteten. Schumann selbst hatte während der Vorgespräche in der "Führerkanzlei" von der Leitung der Euthanasie-Aktion mit dem Tarnnamen "T4" diese Form der Liquidierung vorgeschlagen, weil er sie im Gegensatz etwa zu Spritzen für die schmerzloseste und "humanste" hielt.

"Alle saßen friedlich da", berichtet Schumann..., "sie wußten nicht, worum es ging. Nach einer Minute wurden die ersten schläfrig. Das nahm stufenweise zu, bis der Kopf vornüber sank und sie nach etwa vier Minuten schließlich zur Seite fielen. Das war eigentlich der ganze Vorgang. Im Vergleich zu vielen Todeskämpfen, die ich gesehen habe, war das eine einfache und ruhige Angelegenheit." Der Führer selbst habe angeordnet, daß nur ärztliche Fachkräfte die Tötungen vornehmen durften. Todesfeststellungen nach dem Öffnen der Gaskammertüren waren "überflüssig", da die Wirkung des Kohlenoxyds als "absolut sicher" galt. Die Angehörigen erhielten in einem "Trostbrief" die Mitteilung über das plötzliche Ableben ihres Verwandten und die "aus seuchenpolizeilichen Gründen" erfolgte Einäscherung. Auf Wunsch wurden Urnen nachgeschickt. Schumann sagte, er sei bereits bei einer ersten "Probevergasung" Anfang 1940 in Brandenburg "schwer beeindruckt" gewesen.

Im September 1939 erhielt Schumann einen Anruf aus der Kanzlei des "Führers" und wurde zum Gespräch nach Berlin bestellt. Dort machten ihn Viktor Brack und andere Kanzleiangehörige mit dem Euthanasie-Programm, der "Sterbehilfe für die unheilbar Geisteskranken", bekannt. Um die Heimplätze der Pflege von Kriegsverwundeten zur Verfügung stellen zu können, sollten alle fälle von Schizophrenie, angeborenem Schwachsinn, manisch-depressivem Irresein, multipler Sklerose, fortgeschrittener Paralyse und selbst altersbedingter Geistesschwäche unter dieses Vernichtungsprogramm fallen. Nur Kriegsversehrte und Arbeitsunfallgeschädigte nahm der "Führer" von seiner "Gnadenaktion" aus. "Im Krieg hat ein Erlaß des ,Führers´ Gesetzeskraft", so wurden Schumanns juristische Bedenken zerstreut. (Süddeutsche Zeitung, 24.9.1970)

In Nord- und Südtirol wurden mindestens 1100 alte und behinderte Menschen aufgrund des Euthanasie-Befehls ermordet. Dies erklärte Univ. Prof. Hartmann Hinterhuber, Vorstand der Uni-Klinik für Psychiatrie. (Dolomiten 16.10.1999 APA)