ETIKA

FATIMA

www.etika.com
28.6.2000 – 15.8.2013

90A13VB

Die Vatikan-Version des dritten Geheimnisses: Blitzanalyse

 

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Vatikan-Version des dritten Geheimnisses von Fatima (www.vatican.va Aktualität)
Schwester Lucias Versionen
Fatima Aktuelles
etika.com-Blitzanalyse:
Das dritte Geheimnis ist verkürzt

  1. Die am 26.6.2000 von Joseph Kardinal Ratzinger, Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, veröffentlichte Version des dritten Geheimnisses von Fatima ist verkürzt. Es fehlen zumindest zwei Elemente: die Krise des Glaubens und ein Hinweis auf die Feinde. Wäre die Vatikan-Version vollständig, was sollen dann die Aussagen der Eingeweihten, die in etika.com zitiert sind, zum Beispiel: Kardinal Silvio Oddi: "Die selige Jungfrau warnte uns vor der Apostasie in der Kirche." Kardinal Ciappi: "Im 3. Geheimnis wird unter anderem vorhergesagt, daß der große Glaubensabfall in der Kirche von der Spitze ausgehen werde!" Bischof Cosme do Amaral von Leiria-Fatima am 10. September 1984 in Wien: "Das Geheimnis von Fatima spricht nicht von Atombomben... Der Verlust des Glaubens eines Kontinents ist schlimmer als die Vernichtung einer Nation..." Kardinal Ottaviani: "Was im 3. Geheimnis von Maria offenbart worden sein soll, kann Maria niemals gesagt haben." Und Papst Johannes Paul II. selbst widerlegte die jetzt bekannt gegebene Version als unvollständig, denn er sagte während seines Deutschlandsbesuchs 1980: "Es sollte jedem Christen genügen, wenn er folgendes weiß: Wenn zu lesen steht, daß Ozeane ganze Erdteile überschwemmen, daß Menschen von einer Minute auf die andere abberufen werden, und das zu Millionen, dann sollte man sich wirklich nicht mehr nach der Veröffentlichung des Geheimnisses sehnen." (Presseberichte vom 9.5.1992, dpa-Feature von Rudolf Grimm) - Warum dann das jahrzehntelange Schweigen und Verheimlichen, wenn es sich nur um ein übliches Martyrium von Papst und Gläubigen handelt wie in Ratzingers Kurzversion?
  2. Kardinal Sodano gibt zu Unrecht das Attentat auf Papst Johannes Paul II. am 13. Mai 1981 als Mittelpunkt der Botschaft aus und wendet den unerlaubten Kunstgriff an "Auch er fällt, von Schüssen getroffen, wie tot zu Boden", um den internationalen Medien die Richtung anzugeben. Im Original heißt es: "Da wurde er von einer Gruppe von Soldaten getötet, die mit Feuerwaffen und Pfeilen auf ihn schossen. Genauso starben nach und nach die Bischöfe, Priester, Ordensleute und verschiedene weltliche Personen...". (Anmerkung: "The Independent" in London hat sich gestern zu Recht darüber mokiert.) Die große Christenverfolgung beginnt erst.
  3. Der Kommentar Kardinal Ratzingers enthält Widersprüche. Er will alles einschließen und schließt doch mit einzelnen Behauptungen einen Teil der Wahrheit aus. So bezieht er das Martyrium der Christen auf "das abgelaufene Jahrhundert", die "Leiden des Jahrhunderts", und hält mit Sodano fest, daß die "Geschehnisse, auf die sich der dritte Teil des Geheimnisses von Fatima bezieht, numehr der Vergangenheit anzugehören scheinen..." Andrerseits gibt er bei der Erwähnung des Engels mit dem Flammenschwert zu, daß die Welt nach wie vor unter der Gerichtsdrohung steht. Mit dem Fall des Kommunismus ist das Böse, sind die Mächte der Zerstörung ja nicht verschwunden, vielmehr sind Gottlosigkeit und Sittenlosigkeit seitdem weltweit explodiert. Ausbeutung, Grausamkeit, Kindesmißbrauch schreien geradezu nach einem Eingreifen des Himmels. Nirgends mehr herrscht Ordnung. Jetzt erst recht sind Gebet und Buße nötig, um das drohende Verhängnis abzuwenden - wenigstens für einen Teil, denn ein Drittel der Menschheit ist schon vom apokalyptischen Mahlstrom ergriffen, in Armut und Schmutz, im ökologischen, ökonomischen oder moralischen Elend versunken - Opfer eines Infernos von Menschenhand. Die Gefahr ist nicht überstanden, wie den Lesern der Botschaft von Sodano und Ratzinger nahegelegt wird, sondern sie bedroht von Tag zu Tag mehr Menschen. Die Dämonen sind entfesselt.
  4. An einer Stelle wird von irgend jemand geschwindelt. Lucia konnte 1917 gar nicht wissen, daß es Papst Pius XI. geben würde. Sie schrieb angeblich: "Der Krieg geht seinem Ende entgegen, aber wenn man nicht aufhört, Gott zu beleidigen, wird unter dem Pontifikat von Pius XI. ein anderer, schlimmerer beginnen." (Schwester Lucia spricht über Fatima - Erinnerungen der Schwester Lucia, Übersetzt aus den portugiesischen Originalschriften und geordnet von P. Luis Kondor, SVD. Einführung und Anmerkungen von P. Dr. Joaquin M. Alonso, CMF. Postulação, Fatima, 3. Auflage 1977, S. 100). Papst Pius XI. regierte von 1922 bis 1939. Ihm folgte Pius XII. am 2.3.1939 (bis Oktober 1958). Unter diesem brach der II. Weltkrieg aus, am 1.9.1939. Mit dem Beginn des schlimmeren Krieges, also als Einleitung zum Zweiten Weltkrieg, ist nach Auffassung des Internetdienstes etika.com der spanische Bürgerkrieg gemeint, bei dem Liberale, Anarchisten und Kommunisten Tausende katholische Priester und Ordensleute umbrachten (etika.com hat mit der Veröffentlichung der Namen begonnen). Einen anderen Standpunkt vertritt P. Joaquin M. Alonso in seiner Anmerkung auf Seite 109: "Lucia hat nochmals ausdrücklich den Namen von Papst Pius XI. bestätigt. Auf den Einwand, dass der 2. Weltkrieg (1939-1945) doch unter dem Pontifikat Pius XI. begann, antwortete sie, dass die Besetzung Österreichs 1938 schon der eigentliche Beginn des Krieges war." Jedenfalls muß es Pius XI. heißen, was unseres Erachtens nach auch im Originaltext, der im Internet unter www.vatican.va gezeigt wird, ersichtlich ist.
  5. Wir danken dem Vatikan für die Veröffentlichung des ersten Teils des dritten Geheimnisses von Fatima. Er scheint uns echt zu sein und hilft, den verschwiegenen Teil zu rekonstruieren. So deutete Schwester Lucia an, daß das dritte Geheimnis mit den Kapiteln XII und XIII der Offenbarung (Apokalypse) zusammenhängt. Kapitel XII beschreibt den Kampf zwischen der Frau (Kirche) und dem Drachen (Atheismus), Kapitel XIII spricht von den zwei Bestien (wir kennen sie), die dem Drachen gegen die Frau zur Seite stehen (laut Maria Mensajera, Zaragoza, Nr. 232, S. 23).

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Schüler der Apostel der letzten Zeiten AIHS
27.6.2000