ETIKA

Diktatur der Religion der Humanität

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13.1.2005

90A67

Wehret den Anfängen!

 

 

(Nach den Agenturmeldungen Kommentar)

 

Behinderte sollen arbeiten. Deutschland/Finanznot. Deutscher Städte- und Gemeindenbund: In vielen Städten gelten bis zu 90 Prozent der Sozialhilfeempfänger als erwerbsfähig. (D 4.3.2005, S, 2)

Studie: Für Ruhestand länger arbeiten oder Einschränkungen im Alter oder eine Verdoppelung der derzeitigen Vorsorge-Sparquoten. Der Sozialwissenschaftler M. M. sieht nur diese Alternativen. (D 4.3.2005, S. 3)

Experten: Vielzahl älterer Menschen bedroht Gesundheitsversorgung
Gütersloh (dpa) – Die stark wachsende Zahl älterer Menschen bedroht nach Expertenansicht massiv die gesundheitliche Versorgung in dieser Altersgruppe. Mit Hilfe von Prävention – etwa Kraft-, Ausdauer- und Bewegungstraining – seien jährlich Milliardensummen einzusparen, sagte gestern der wissenschaftliche Leiter einer Expertenkommission der B.-Stiftung, Prof. A. K. von der Universität H. Heute seien 4 Prozent der Bevölkerung in Deutschland älter als 80 Jahre, 2050 zählten schon 11 Prozent zu den Hochbetagten. „Diese Zahlen zeigen den dringenden Handlungsbedarf.“ (D, 4.3.2005. S. 3)

 

Wehret den Anfängen!

 

Senioren bedrohen die Gesundheitsversorgung. (Anmerkung: Wer ist eigentlich für wen da?) Um diese Gefahr auszuschalten, ist es notwendig, dass endlich rigorose Gegenmaßnahmen ergriffen werden: Die alten Menschen  sollen Hanteln stemmen, Klimmzüge am Reck machen und Dauerläufe absolvieren. Anfangen sollten sie mit einfachen Kniebeugen und Liegestützen.

So könnte man die  Aussage des wissenschaftlichen Leiters einer deutschen Expertenkommission  in der obigen Meldung interpretieren. Vielleicht hat es der Universitätsprofessor nicht ganz so gemeint und bezeichnet die von ihm gewählte Formulierung als unglücklich.

 

Tatsache ist, dass sich die öffentliche Diskussion ganz in die geschilderte Richtung bewegt. Denn die wachsende Finanznot in den öffentlichen Kassen bringt  viele Verantwortliche auf geradezu abenteuerliche Gedanken.

 

Die Regierungen haben es sich schon vor Jahrzehnten angewöhnt, auf die Gelder der Rentenkassen zurückzugreifen, wenn sie Löcher in ihren Budgets stopfen mussten. Wären all die eingezahlten Rentenbeiträge von den Herrschenden unangetastet geblieben, hätten sie so viel Zinsen abgeworfen, dass die Rentenkassen vieler Länder jetzt nicht in einem solchen Schlamassel stecken würden (Anmerkung: Irgendwo haben wir gelesen, dass ein Riesenüberschuss vorhanden sein müsste) . Ähnlich ist es bei den Krankenkassen; auch dort wurde vielfach Misswirtschaft betrieben.

 

Und so werden  sich über Nacht die Begriffe Schwer- und Leichtathletik auf den Stundenplänen der Altersheime finden. Solange solche Aktivitäten auf Freiwilligkeit beruhen, ist nichts dagegen einzuwenden. Doch macht sich zunehmend eine seelenlose Bürokratie breit, die Werte wie Verantwortung, Nächstenliebe oder Mitleid einem materialistischen oder gar Profitdenken opfert, sprich: über Leichen geht.

 

Wie die Entwicklung in den Niederlanden und anderen laizistisch geprägten Staaten beim Umgang mit dem ungeborenen und alten menschlichen Leben zeigt, schreitet eine brutale Politik unaufhaltsam vorwärts, die keine Rücksicht mehr auf Schwache, Kranke und Alte nimmt.

 

Der britische Schriftsteller Robert Hugh Benson hat schon 1907 in seinem Roman über den Antichrist „Der Herr der Welt“ das kommende Szenarium beschrieben: Das Christentum  ist durch eine weltweite Religion der Humanität abgelöst, die den Menschen an die Stelle Gottes setzt. Anstelle der Priester kümmern sich die Angehörigen der in jedem Krankenhaus vorhandenen Euthanasie-Abteilungen um Unfallopfer, Schwerkranke und Alte und erlösen diese, ob sie wollen oder nicht, schmerzlos von ihren Leiden, denn darin sehen sie ein Zeichen wahrer Mitmenschlichkeit.

 

So weit darf es nicht kommen! Geben wir unsere christlichen Werte nicht auf, sondern wehren wir den Anfängen einer unmenschlichen  Diktatur, die keine Ehrfurcht vor dem Leben mehr kennt.
(D 4.3.2005, Seite 3, le, hier leicht verbessert)

 

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