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ETIKA |
APOSTASIE |
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90A89 |
Der Albtraum von Neustift: |
6.5.2009 |
Innsbrucker
Theologe gräbt die ketzerische Allerlösungslehre von Origenes
aus
und treibt sie mit einer Allvergebungslehre auf die makabre Spitze:
Alle Opfer sollen Stalin, Pol Pot,
Vergewaltigern und Kinderschändern verzeihen,
damit alle erlöst werden und sich gegenseitig innig lieben: der Himmel des
Nikolaus Wandinger.
Auf leisen Pfoten schleicht sich der Dämon in die Herzen.
Bei Origenes, bei Fanny Moissejewa,
heute bei Theologen, Päpsten und einem Großteil des Klerus und damit auch bei
einem Großteil ihrer Anhänger …
Gespannt lauschten wir den Ausführungen des Innsbrucker
Universitätsassistenten Dr. Nikolaus Wandinger am Samstag, 25. April, 14 bis 18
Uhr im Kloster Neustift bei Brixen. Er sprach im
Rahmen einer vierteiligen Veranstaltungsreihe „Glauben gestern – Glauben heute“
zum 200-jährigen Erinnern an die Tiroler Freiheitskämpfe über „Himmel, Hölle, Fegefeuer. Die letzten
Dinge und was sie für mein Leben hier und jetzt bedeuten“. Im Prospekt hieß es:
„Neben Inputs von Seiten des Referenten wird es im gemeinsamen Gespräch darum
gehen, ob und, wenn ja, was diese Jenseitsvorstellungen für unser Leben im Hier
und Jetzt bedeuten können.“ Das war der erste Schwindel. Es war kein
gemeinsames Gespräch, sondern ein Vortrag aus drei Teilen, wobei am Schluß ein
paar Minuten lang Fragen gestellt werden konnten.
Der zweite Schwindel war schwerwiegender. So gut es dem
Referenten gelang, im ersten Teil die traditionellen Vorstellungen
wiederzugeben, so sehr bemühte er sich im zweiten und dritten Teil, diese für
überholt zu erklären. Wer Einzelheiten über das Leben in der Hölle, im
Fegefeuer und im Himmel hören wollte, wurde enttäuscht, denn diese drei letzten
Dinge gibt es nach Meinung des Referenten gar nicht in der Form, wie sie die
Volksfrömmigkeit versteht. Schon gar nicht als Orte, sondern als reine
Beziehung, was ja auch die Päpste Ratzinger und Wojtyla behauptet haben im
Gegensatz zur 2000jährigen Lehre der christlichen Kirche.
Wandingers Doktorvater war der
Innsbrucker Theologe R. Schwager. Inwieweit auch dieser an der bizarren Theorie
mitgewirkt hat, die Wandinger im altehrwürdigen Augustinerkloster in Neustift vorgetragen hat, ist uns nicht bekannt. Beide
firmieren unter der Bezeichnung „Dramatische Theologie“.
I Drohbotschaften können lächerlich wirken
Nach 20 Jahren des Schweigens werde das Thema „Himmel,
Hölle, Fegefeuer“ wieder aktuell, berichtete der Referent. Er schilderte in
kurzen Zügen die klassische, im Frühmittelalter entwickelte Lehre von der
Auferstehung und dem Endgericht. Die Leibfeindlichkeit des Augustinus erklärte
er mit dessen früherer Zugehörigkeit zur Sekte der Manichäer. Für das Fegefeuer
gebe es keinen direkten biblischen Beleg mit Ausnahme von 1 Kor 3,12-15. Origenes sei für die Allerlösung eingetreten im Gegensatz
zum pessimistischen Augustinus, der die Welt im Chaos gesehen habe. Dieser habe
auch die Ansicht vertreten, die meisten Menschen hätten die Gnade nicht und
würden verdammt als „massa damnata“,
was die Kirche auch faktisch, aber nicht als Dogma übernommen habe. Im
Gegensatz zu Augustinus habe der Theologe Rahner den Sündenbegriff concupiscentia, als Folge der Erbsünde, nicht
ausschließlich auf das Fleisch bezogen.
Den Teil I über die Tradition beschloß das Bild von Hans
Memling (1433/40-1494): Das Jüngste Gericht, Brügge, Danzig, mit einer
Tonwiedergabe von Giuseppe Verdis eindrucksvollem „Dies Irae“
im Requiem. Danke dafür. Mehrmals warnte Wandinger das Christentum davor, mit
Drohbotschaften den Menschen Angst zu machen. Dies könne lächerlich werden,
wobei er den Münchner Engel Aloysius (auch erwähnt in unserem „Himmels-Abc“)
und das Bild von den Teufeln mit Kohlenschaufeln als Beispiele anführte.
II Jesus betet für seine Verfolger
In Teil II nahm er das Heilsdrama Jesu als Maßstab. Er
ging aus von der Feststellung „Der Richter wurde gerichtet“ (formuliert von dem
evangelischen Theologen Karl Barth und übernommen von Hans Urs von Balthasar).
Jesus sei gerichtet worden, weil den Juden der von ihm gepredigte Gott nicht streng genug gewesen sei,
weil er Zöllner und Sünder in die Gemeinschaft integriert, Kranke geheilt und
Sünden vergeben habe.
Jesus habe auf seine Verurteilung mit einem Gebet für seine Verfolger reagiert. Der
Vater habe reagiert, indem er seinen Sohn
auferweckt habe. Daß Jesus für seine Verfolger betete, bedeutet laut
Wandinger: Auch für die, die die Botschaft vom liebenden, verzeihenden Gott abgelehnt
haben, gibt es eine Heilshoffnung.
Laut Schwager seien die Jünger wegen ihrer Untreue
schuldiger gewesen als die für die Hinrichtung Verantwortlichen. Nach der
Auferstehung sei Jesus zu den Mitschuldigen mit einer Friedensbotschaft
gekommen. Die Jünger sollten nicht als Gerechte die Botschaft Jesu verkünden,
sondern als Bekehrte.
Und zwar sollten die Jünger die Vergebungsbotschaft weitertragen. Aus diesem Geschehen leitet
Wandinger einen neuen Deutungsrahmen für
alle Gerichts- und Höllengleichnisse ab. Letztere seien alle vor der
Auferstehung erzählt worden, und so die kühne These, durch die Auferstehung „transformiert“ worden: „Sie sind
Spiegelungen des menschlichen Selbstgerichts, nicht Drohungen Gottes“.
Faktisch seien die Worte Jesu über die Hölle Warnungen
vor dem menschlichen Selbstgericht. Richtet nicht …
Nicht Gott bereite die Hölle, die Menschen bereiteten
sich die Hölle selber, lautet die These Wandingers.
(Das Zweite stimmt ja zum Teil.) Wir sollten die Höllengleichnisse nur deshalb
ernst nehmen, weil sie uns vor einer realen Gefahr warnen. Die Hauptschuld der
Menschen, die sich ja gegenseitig leiden machen, sieht Wandinger darin, dass sie die Botschaft vom vergebenden Gott zurückweisen.
Kurz: Wandinger plädiert dafür, die Warnungen vor der Hölle
ernst zu nehmen, weil sich sonst die Menschen selbst die Hölle bereiten. Gott
bereitet sie ihnen nicht, weil er es nicht kann, denn er ist ja der vergebende
Gott (auf derselben Linie wie Benedikt XVI: „Deus Caritas est“).
III Die letzten Dinge neu gesehen
In Teil III „Himmel, Hölle, Fegefeuer – Die letzten Dinge
neu gesehen?“ stellte sich der Referent der „Herausforderung“: Was wollen uns
die traditionellen Begriffe sagen? Dabei setzte er Himmel, Hölle und Fegefeuer verräterischerweise in Anführungszeichen.
Den „Himmel“
definierte er als Beziehungswirklichkeit = liebende Gemeinschaft = Teilhabe am
Leben Gottes und seiner Gemeinschaft mit den Menschen. „Es geht nicht um Orte“,
betonte er, es handle sich um das Hochzeitsmahl. Der „Himmel“ sei „überall dort, wo es Glücksmomente gibt“,
zum Beispiel in der menschlichen Liebe, der ehelichen Liebe, auch der sexuellen
Liebe.
Und damit sind wir bei dem, was wir Ratzinger vorgeworfen
haben: Beide holen den Himmel auf die Erde herunter, sehen ihn nicht als
außerirdischen Raum, der den Menschen nach dem Tod erwartet, sondern bezeichnen
damit auch zum Beispiel das jetzige Glücksempfinden bei der sexuellen
Vereinigung (den folgenden Nebensatz haben wir später gestrichen, noch ist
nicht die Zeit gekommen).
Zur „visio beatifica“
merkte Wandinger an, es sei etwas Aufregendes, Spannendes, Gott zu schauen;
dabei verwies er auf spannende Filme im Fernsehen.
Das „Fegefeuer“ bezeichnete er als zweite Chance für
Unvollkommene.
Die „Hölle“
sei zwar eine Möglichkeit der Selbstverschließung, wenn der Mensch endgültig
die Liebesbotschaft Gottes ablehnt (Gott respektiert die menschliche Freiheit),
aber auch eine Herausforderung zur universalen Heilshoffnung.
Provokant fragte der Redner: „Wollen wir Heilshoffnung für Hitler, Stalin und Pol
Pot? Wir beten doch in jeder Messe für die Verstorbenen.“ Damit fordere die
Kirche zur Heilshoffnung für alle heraus.
„Endgericht im Zeichen des Kreuzes“ lautete der nächste
Abschnitt. Wandinger sah den damit verbundenen Zorn als „Zorn der Menschen wegen
erlittenen Unrechts/Leids. Jesus hat uns beigebracht, daß Gott nicht zornig
ist.“ Das Endgericht könne zu einer Orgie der gegenseitigen Anschuldigungen
führen, wobei der Referent die alte Erkenntnis unterstrich: „Je näher man sich
steht, desto tiefer kann man sich verletzen.“
Nun zur Rolle Jesu beim Jüngsten Gericht, wie wir es ja
im Credo bekennen. Und damit sind wir beim Kern der Botschaft Wandingers:
Der Weltenrichter, der Sohn Gottes, der unschuldig
Verurteilte „steht zu seiner Bitte am Kreuz“: Vergib ihnen, denn sie wissen
nicht, was sie tun. „Er vergibt. Seine Botschaft ist eine Vergebungsbotschaft.“
Freilich sei der Vergebungsprozess
schmerzhaft, denn Schuld müsse offengelegt und anerkennt werden. Damit, mit der
Offenlegung, sei dann aber dem Aspekt der Gerechtigkeit Genüge getan. (Anmerkung ETIKA: „Denkste“,
murmeln die Racheengel, die ja sonst arbeitslos wären.)
Das meint jedenfalls Nikolaus Wandinger, dem Gott leider
kein solches Gerechtigkeitsgefühl ins Herz gesät hat wie uns. Er weist, man höre
und staune, die Hauptaufgabe dem Opfer des Unrechts zu, von dem er einen „Prozess schwerster Trauerarbeit und spiritueller Reifung“
verlangt, damit er dem Bösewicht vergibt. Und noch mehr: Wenn das Opfer über
den Täter richtet, das heißt indem er ihm alles vergibt, dann heilt er sich
auch selbst. Das Unrecht ist dann aus der Welt geschafft, meint der Innsbrucker
Theologe. „Wir können nur hoffen, dass alle in den
Himmel kommen.“ Es gebe zwar die Möglichkeit des eigenen Ausschlusses, „aber
durch Jesu Verhalten auch die Herausforderung
zur Allerlösung“. Hier feiert nun, wie eingangs erwähnt, die von Päpsten
und Konzilien verdammte Allerlösungslehre des Origenes Auferstehung.
Mitleid mit Kinderschändern
Die dunkle Seite dieser Theorie, die Wandinger bisher verschwiegen
hatte, kam in der anschließenden kurzen Diskussion zum Vorschein. „Was ist mit Massenmördern, Vergewaltigern,
Kinderschändern?“ fragte eine Frau. Die Voraussetzung für ihre Erlösung sei
die Vergebung durch die Opfer, antwortete der Theologe und warb dafür, für
alle, die Böses getan haben und tun, zu beten und ihnen zu verzeihen. Dies sei
die Aufgabe der Christen. Von vorheriger Wiedergutmachung, Reue und Buße, wie
wir es fordern, sagte er nichts.
Als sich der Verfasser dieses Berichts zu Wort meldete,
war die Zeit für die Diskussion leider um, ein alter Augustiner-Chorherr
wartete auf das Einsingen für die nachfolgende Vesper mit dem halben Dutzend
der Augustiner-Chorherren, und ein junger Augustiner-Chorherr beglückwünschte
den Referenten zu seinen Ausführungen, die, wie er gehört habe, Anklang
gefunden hätten. Dass jener Mann ausgerechnet den hl.
Augustinus demontiert hatte, hatte er nicht mitbekommen.
In der Tat ließ sich das Publikum die uralte, von Päpsten
und Konzilien verdammte Irrlehre des Origenes von der „Allerlösung“ widerspruchslos vorsetzen.
Fast alle schluckten die Kröte. Niemand mehr scheint heute über die
allerwichtigsten theologischen Grundkenntnisse zu verfügen. So konnte der
Referent seine Weiterentwicklung dieser Theorie
der „Allvergebung“ ungehindert entfalten und die Geister verwirren.
Vom Mitleid mit den von menschlichen Bestien gefolterten
Kindern, Frauen und Männern war nichts zu spüren, dafür ein allgemeines Mitleid
mit den brutalsten Verbrechern. Als der Verfasser im Gespräch mit ein paar
Zuhörerinnen die Ansicht vertrat, Kinderschänder
kämen für alle Zeiten in die Hölle, reagierte eine alte Terziarschwester
mit Empörung: „Wissen Sie, wie schrecklich schon eine Stunde der Gottesferne
ist?“ Und eine andere Frau meinte mitleidheischend: „Aber die sind doch krank.“
Als der Berichterstatter erklärte: „Ohne Gottesfurcht ist alles nichts“,
antwortete wieder eine andere Frau: „Nicht Gottesfurcht, höchstens Ehrfurcht“.
Offenbar ist ein großer Teil der Christenheit seit dem II. Vatikanischen
Konzil und seit der 68er-Revolution umerzogen und kennt die eigene Religion
nicht. Der Verfasser hatte vorgehabt, dem Referenten vorzuwerfen, dass seine Theorie jene Verbrecher geradezu ermuntere,
weiter Kinder zu schänden, da sie ja nun wüssten, daß
sie alle erlöst würden und die Opfer für sie beten sollten. Er wollte an das
Bild vom Albino erinnern, das am 18. April in den „Dolomiten“ erschienen war;
dieser weiße Schwarze aus Benin war nach Spanien geflüchtet, weil er nicht bei
grausamen Opferritualen aufgefressen werden wollte.
Nein, jene Leute, um von den „satanischen Medizinmännern“
(„Dolomiten“) auf die Kinderschänder zurückzukommen, sind nicht krank, sondern
gehören ebenfalls zu den allerschlimmsten Verbrechern. Und wenn die Kirche auch
noch bis heute von keinem Menschen erklärt hat, er sei in der Hölle, so hat
doch Jesus zu dieser Spezies von Unmenschen nicht gesagt: „Ihr seid krank,
meine lieben Brüder, ich bete für euch und verzeihe euch, mögen alle, die mir
nachfolgen, dasselbe tun!“. Nein, der Sohn Gottes hat alle, die Kinder missbrauchen, in die Hölle versetzt, indem er sprach:
Wer einen dieser Kleinen, die an mich glauben, zum
Bösen verführt, für den wäre es besser, daß ein Mühlstein um seinen Hals gehängt und er im tiefsten Meer ersäuft
wurde. (Matthäus 18,6)
Wäre einer der Seminarteilnehmer in der Pause in die
prachtvolle Barockkirche gegangen und hätte das dort aufgeschlagene Evangelium
gelesen, hätte ihn dies von der Allerlösungslehre kuriert. Denn dort stand
geschrieben:
Matthäus 6,13 Geht ein durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt, und
der Weg dahin ist breit, und viele gehen auf ihm. 14 Aber das Tor, das zum
Leben führt, ist eng, und der Weg dahin ist schmal, und nur wenige finden ihn.
Angesichts der Mitleidlosigkeit der Zuhörer befiel
schließlich den Verfasser helles Entsetzen, und in der Nacht diktierte ihm der
Heilige Geist die Überschrift „Der Albtraum von Neustift“. Denn wenn diese Theorie sich durchsetzt, wenn
die Menschen glauben, dass es weder auf Erden noch im
Jenseits Gerechtigkeit braucht und gibt, dass es
allein darauf ankommt, dass alle Verbrechensopfer für
ihre Peiniger, Vergewaltiger und Mörder beten und ihnen verzeihen, um sie
danach liebevoll zu umarmen, dann steht die Erde auf dem Kopf und alles ist
verloren.
Auf diese Weise versuchen die Feinde Gottes, dem
Christentum den Todesstoß zu versetzen, indem sie es zur Selbstaufgabe führen. Die Christen in der
hinteren Türkei und in weiten Teilen des Nahen Ostens und Afrikas sollen sich
weiter totschlagen lassen und für ihre Verfolger beten, ohne daß jemand
versucht, ihnen beizustehen. Soll das der Wille Gottes sein? Daß wir immer und
überall vergeben, leiden, das Unrecht dulden, um mit Massenmördern wie Stalin
und Pol Pot, mit Kannibalen, Sadisten und Rohlingen, die Frau und Kinder zu
Tode prügeln, mit schleimigen Kinderschändern eine himmlische Beziehung
einzugehen in Liebe? Daß Gott bewahre …
Wir glauben, dass wir
Notleidenden, Unterdrückten, Verfolgten, Geknechteten, Ausgebeuteten, Missbrauchten aktiv helfen müssen, hier und jetzt, und daß
wir die Bösen aus unserer Mitte ausstoßen müssen, um die Schwachen zu schützen
und weil es der Apostel Paulus so anordnet. Wir glauben, daß Gott seine Kinder
liebt, aber nicht die Kinder des Teufels, die seine Ordnung zerstören. Wir
glauben, dass er allen Menschen irgendwie und
irgendwann hilft, die ihn anrufen („Herr Jesus Christus, erbarme Dich meiner!“)
und dass er früher oder später die Übeltäter richtet
und straft. Wir wünschen uns, daß auch dieses Kartenhaus, das sich die
Modernisten basteln, beim ersten Windstoß einstürzt unter Weh und Ach. Dann
wird es heißen: „Ach, hätte ich doch …“ (siehe „Jedem nach seinen Taten“).
Und jene, die mehr Mitleid hatten mit Verbrechern als mit
ihren Opfern, werden schwer dafür büßen müssen. Denn Gott ist gut und gerecht.
Wer den Glauben nicht verlieren will, lese den Roman Jedem nach seinen Taten und das Himmels-Abc.
P. S. 6.5.2009
Zentraler Begriff jeder Religion ist die Sünde. Wird
diese abgeschafft, hat die Religion keine Berechtigung mehr, sondern ist
lediglich Rechtfertigung der eigenen Sünde.
Nikolaus Wandinger hatte seine Theorie schon einmal in
der Cusanus-Akademie vorgetragen, worüber das Katholische Sonntagsblatt am
23.11.2008 auf Seite 3 berichtete. Als Thema hatte er gewählt: „Das Jüngste
Gericht – Gerechtigkeit oder Gnade?“. Die Ankündigung des Gerichts durch Jesus
selbst verstand der Referent „nicht als eine Drohung Gottes, sondern als die
Ankündigung des menschlichen Selbstgerichts“. Warum hat Jesus dies dann nicht
selbst gesagt? Wenn die Priester über 70 den Vortrag in der Cusanus-Akademie genauso
kritiklos aufgenommen haben wie die Zuhörer in Neustift,
können sie sich nach ihrem Tod auf einiges gefasst
machen.