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90A90 |
Angriffe auf Sühnemystik und Herz-Jesu-Bund |
18.7.2009 |
Angriffe moderner Theologen auf Herz Jesu und Sühnemystik
- Wider die Selbstvernichtung des Christentums
Im Herzen Tirols, in der
Urheimat Andreas Hofers, betete ein Schütze in Tracht am Herz-Jesu-Sonntag, dem
Höhepunkt des Gedenkjahres 1809-2009, (sinngemäß) vor:
„Herr, mach, dass wir
andere Religionen zulassen.“
Diese Fürbitte markiert
den Wendepunkt, das Ende des Bundes mit dem Herzen Jesu. Sie zeigt symbolisch
an, welchen Weg das Land eingeschlagen hat. Die öffentliche Schmähung der
Helden, die Verlästerung der ruhmreichen
Vergangenheit (der Aufstand der Tiroler spornte die Spanier an, sich ebenfalls
gegen Napoleon zu erheben, und erregte in der ganzen Welt Bewunderung), die
Verächtlichmachung des unter anderem von Reimmichl idealisierten Tirolertums vor allem durch Personen des öffentlichen
Lebens hat nun einen traurigen Tiefpunkt erreicht. Die Feinde Gottes – es sind
dieselben wie anno 1796 – ziehen den Kampf für Heimat und Glaube im Gedenkjahr
fast täglich ins Lächerliche, um die Neue Weltordnung durchzusetzen. Das Volk
soll ersetzt werden durch die multikulturelle Gesellschaft, die christliche
Religion durch die künftige Welteinheitsreligion des Antichrist.
Im Gelöbnis zum Heiligsten Herzen Jesu, dessen Erneuerung
in allen Teilen Tirols am Herz-Jesu-Sonntag vorgeschrieben ist, heißt es aber:
Wende dein göttliches Herz uns zu, auf daß wir in der
Kraft deines Armes den Anfechtungen unseres Glaubens widerstehen, in
Gerechtigkeit und Frieden dir dienen und unsere Heimat als christliches Land den Nachkommen erhalten.
Amen. (Siehe Herz-Jesu-Bund)
Die religiöse und
sittliche Entwicklung ist alarmierend. Dies geht auch aus den Worten von
Bischof Karl Golser hervor, der erklärte:
Es tue Gott weh, „wenn unser Volk, das vor über 200
Jahren das Gelöbnis zum Herzen Jesu ablegte, nicht mehr als Ganzes den Glauben
lebt, sich wie verirrte Schafe verlaufen hat“. („Dolomiten“, 22.6.2009, S. 4)
Golser sprach diese Worte bei
der Herz-Jesu-Feier in Bozen im Beisein der anderen Bischöfe des „alten Tirol“,
Bischof Manfred Scheurer von Innsbruck, Erzbischof Alois Kothgasser
aus Salzburg und Erzbischof Luigi Bressan aus Trient.
213 Jahre nach der
Ablegung des Gelöbnisses ist nun der Bund mit dem Heiligsten Herzen Jesu
gebrochen. Der Segen des Bundes liegt nicht mehr auf dem ganzen Land, sondern
nur noch auf jenen christlichen Familien und Einzelnen im Heiligen Land Tirol,
die Gott gehorchen, indem sie das erste Gebot halten:
„Ich bin der Herr, dein Gott, du sollst keine
anderen Götter neben mir haben.“
Die Kirche hat von Gott
die Pflicht zur weltweiten Missionierung, denn Jesus sagt:
„Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker, indem
ihr sie tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
und sie lehrt, alles zu halten, was ich euch befohlen habe.“ (Matthäus
28,19.20)
Doch katholische
Ordensleute gehen heute hin und fordern den Bau von Moscheen, sammeln gar
Gelder dafür. Was sind das für Christen, die die Mission, das heißt die
Verkündigung des Evangeliums nicht mehr für passend und zeitgemäß ansehen? Und
wenn sie schon keine Missionare mehr zu den Heiden, Moslems, Juden und so
weiter schicken wollen, welche bösen Geister treiben sie, wenn sie nicht einmal
ihr christliches Heimatland für den Glauben bewahren wollen? Verräter ihres
Glaubens sind jene, die vorgeben, man brauche andersgläubige oder gottlose Menschen
nicht mehr zu Jesus zu bringen, um sie vor der ewigen Verdammnis zu retten.
Es ist ein Unterschied, ob Politiker die
Religionsfreiheit per Gesetz vorschreiben, was ihr demokratisches Recht ist,
oder ob Katholiken in einer heiligen Messe den dreieinigen Gott, den lebendigen
und wahren Gott, anflehen, in diesem christlichen Land neben sich Götzen
zuzulassen, welche grausame Menschen- und Tieropfer fordern (dies tut nicht nur
die im Bund mit bösen Geistern stehende Voodoo-Religion; auch das rituelle Schächten
ist nicht mit dem Gottesgebot der Barmherzigkeit vereinbar – armes Südtiroler Almvieh!) sowie die Vielehe und die Versklavung von Frauen
und Mädchen erlauben.
Es ist auch ein
Unterschied, ob man andere Religionen stillschweigend duldet oder ob man Gott
um ihre Ausbreitung auf christlichem Boden bittet und diese nach Kräften
fördert, indem man den Leuten einredet, sie lebten in einem multikulturellen
Land.
Haben die heutigen
Tiroler Christen das Alte Testament nicht gelesen, wie Gott die Greuel der Götzen
(siehe den Roman von Vicente F. Delmonte: Jedem nach seinen Taten; sie werden in der Hölle
fortgesetzt) und ihrer Anbeter verabscheut und wie er sein Volk Israel –
heute ist es die Christenheit – gestraft hat, wenn es abtrünnig geworden ist?
Verstehen sie das Evangelium nicht mehr? Das ist die Apostasie, der von der
Jungfrau Maria in La Salette und Fatima (im bis heute
verschwiegenen 3. Geheimnis) vorhergesagte große Glaubensabfall.
Wer aber ausharrt und
Gott treu bleibt bis zum Ende, wird gerettet. Dies gilt besonders für die jetzt
auch im Heiligen Land Tirol beginnende Christenverfolgung. Aber Gott ist bei
jedem Einzelnen, der an ihn glaubt.
Matthäus 10,28 Fürchtet euch nicht vor denen, die
den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen; fürchtet vielmehr den,
der Seele und Leib ins Verderben der Hölle zu stürzen vermag.
Die heutige Spaltung des
Volkes ist nicht weniger bitter als jene bei der Option 1939. Die Verehrung des
heiligsten Herzens Jesu gehört zum Tirolertum. Papst
Pius XII. hat in seinem Rundschreiben „Haurietis Aquas“ gewarnt, derjenige „würde verwegen und vermessen
handeln, ja Gott selbst beleidigen, wer immer dieses kostbare Geschenk, das
Christus seiner Kirche machte, als minderwertig betrachten wollte“.
Tirols treue Christen werden
weiterhin bis zum Ende der Zeiten beten:
„Auf zum Schwur, Tiroler Land,
heb zum Himmel Herz und Hand!
Was die Väter einst gelobt,
da der Kriegssturm sie umtobt,
das geloben wir aufs neue:
Jesu Herz, dir ew´ge Treue!
Wundermächtig immerfort
warst du deines Volkes Hort,
stets in Not und Kriegsgefahr
schirmtest du den roten Ahr.
Drum geloben wir aufs neue,
Jesu Herz dir ew´ge Treue!
Fest und stark zu unserm Gott
stehen wir trotz Hohn und Spott,
fest am Glauben halten wir,
unsres Landes schönste Zier.
Drum geloben wir aufs neue,
Jesu Herz dir ew´ge Treue!
Auf dem weiten Erdenrund
gibt es keinen schönern Bund.
Lästern uns die Feinde auch:
Treue ist Tiroler Brauch!
Drum geloben wir aufs neue,
Jesu Herz dir ew´ge Treue!“
(Niemand wage es, diesen
Text zu modernisieren, wie es ein prominenter Südtiroler Katholik im St.
Antoniusblatt 6/1996, S. 13, angeregt hat)
Und die Engel und
Heiligen werden ihnen beistehen. Hl. Notburga, beschütze das Tirolerland! (Inschrift
einer Kapelle zwischen dem Sandhof und St. Leonhard) Hl. Korbinian, hl. Sebastian und alle anderen
Heiligen, Andreas Hofer, Katharina Lanz, ihr Sühneseelen Maria von Mörl und Domenica Lazzeri, helft
mit!
Herz Jesu, wegen unsrer Missetaten
zerschlagen … Gütiger Gott, aus dem geöffneten Herzen deines Sohnes kommt die
Fülle des Erbarmens. Hilf uns, daß wir seine Liebe nicht ohne Antwort lassen.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unsern Herrn. (Aus der Herz-Jesu-Litanei)
AIHS, 21. Juni 2009,
nach dem Erlöschen der Herz-Jesu-Feuer am Plattenspitz über St. Leonhard
(später ergänzt)
P.S. 3.7.2009
Offenbar geht die bei
der Messe gesprochene Fürbitte – den
Schützen trifft kaum Schuld, er mußte wohl kurzfristig den von jemand anderem
formulierten Text vorlesen, womit man der Heimatliebe der Schützen vielleicht
eins auswischen wollte - auf den Hirtenbrief
der vier Bischöfe zurück (Kath.
Sonntagsblatt, 14.6.2009). Darin steht:
„Das Bekenntnis zur Religionsfreiheit als
Grundrecht aller Personen verlangt, dass wir die
Ausübung anderer Religionen zulassen (nochmals
Anmerkung: geköpfte Hähne für die Voodoo-Götzen, geschlachtete Kinder für Kali
oder Durga sowie Harems für vier Ehefrauen und 100
Nebenfrauen) und dafür auch die Voraussetzungen schaffen (Anm.: z. B. hygienische Schlachtstätten für
die Hühner; Wohngeldaufstockung für köpfereiche
Familien) – in Einschätzung der jeweiligen Bedürfnisse und mit der Auflage,
dass die Bestimmungen unseres Rechtsstaates anerkannt
werden.“ (Anm.: wie ernst letzteres zu
nehmen ist, hat man ja gesehen, als das Schächtverbot
als zivilisatorische Errungenschaft des Abendlandes mit dem Hinweis auf das
Recht auf freie Religionsausübung höchstrichterlich mittels Ausnahmeregelungen
abgeschafft worden ist – Schande über Europa! Gandhi und unser militanter
Hindu-Freund, dessen Web-Seiten von den multikulturellen Verschwörern
stillgelegt worden sind, würden uns beipflichten.)
Der Leser möge selbst
entscheiden, ob die vier Bischöfe mit dieser Aussage das UNO-Prinzip der
Religionsfreiheit über ihre gottgegebene Pflicht zur Verbreitung des
Evangeliums unter allen Menschen und Völkern gestellt haben.
Was die modernen
Theologen bezwecken, geht aus mehreren Artikeln im Katholischen Sonntagsblatt,
Bozen, vom 21.6.2009 hervor. Darin wird zum Angriff auf die Sühnemystik geblasen, auf die
Verheißungen an Margareta Maria Alacoque und die Genugtuungslehre des Anselm von
Canterbury. Die Vorstellung, dass der Mensch durch
Sühne Gottes Zorn besänftigen wolle, sei Gottes und des Menschen unwürdig, fasst wieder der sattsam bekannte „pr“
Aussagen der Innsbrucker Theologieprofessoren Karl Rahner und Lothar Lies
zusammen. Damit kann P. Benno Mickocki gleich seinen
Rosenkranz-Sühnekreuzzug um den Frieden der Welt einpacken, was - entgegen der
Theorie der hl. Katharina von Siena (siehe
unser „Himmels-Abc“ und unser „Handbuch des einfachen Lebens“) - sogar bei
unserem verehrten geistlichen Freund P. Petrus Pavlicek
im Himmel einen Tränenstrom auslösen würde. Mit diesem und anderen Artikeln
wird die Herz-Jesu-Verehrung total verdreht. So schreibt ein anderer
Innsbrucker Theologieprofessor auf S. 6: „daher ist die Wehrhaftigkeit nicht
gegen einen äußeren Feind oder durch interne Sündenböcke aufzubauen …“ und
„daher müsse sich die traditionelle Weihe der Menschheit an das Herz Jesu von
Feindbildern lösen“. Sie versuchen auf Teufel komm raus, den Feind, den bösen
Feind, den Feind Gottes und der Menschen, hoffähig zu machen. Semper idem. Da
hilft nur noch eins: die Bibel lesen! Da ist auf fast jeder Seite von Feinden und
vom Bösen die Rede, die zu überwinden seien. Wer eigene oder fremde Schuld
anerkennt und dafür büßen will, der lasse sich von diesen Theologen nicht
irremachen: Er bringe weiterhin Sühneopfer, höre auf die Heiligen und bete ohne
Unterlaß!
P.S. 9.7.2009
Beim Abbüßen unserer
Sünden auf einem steilen Wanderweg fällt uns noch etwas ein, etwas
zum Totlachen. „pr“ zitierte im Kath. Sonntagsblatt vom
21.6.2009 den Innsbrucker Theologen Lothar Lies: „Manche Menschen haben bleibende Schäden aufgrund einer
falschen Sühnemystik davongetragen“ (in „Das durchbohrte Herz“, „Gottes Herz
für die Menschen“).
Frage: Warum sind denn Rosa von Lima (siehe Rubén Vargas Ugarte S. J.: La Flor de Lima, Santa Rosa, Ediciones Paulinas, Lima, Peru,
1986; ein spanisches Gedicht von ihr zu ihrem Schutzengel: E12RL11) , Petrus von Alcántara
(siehe die kurze Lebensbeschreibung durch
die hl. Teresa von Avila: ETIKA 12PA51) und viele andere
Büßer, Einsiedler usw. heilig geworden und genießen jetzt die Glorie des Paradieses??? Eben wegen
ihrer radikalen Buß- und Sühneaktionen. Aber die modernen Theologen hätten ihre
Hungerkuren und Geißelungen verhindert mit dem Hinweis, dass
die Menschenrechte der UNO eingehalten werden müssten.
P.S. 12.7.2009
Den hl. Franziskus würden diese Theologen nachträglich wegen Narrheit
einsperren, wenn sie zum Beispiel folgende Kapitel lesen würden: „Mortificazione dei sensi“ im Buch von P. Giambattista Montorsi:
Francesco di Assisi nei suoi
scritti e nelle antiche biografie. Edizioni Paoline,
1974, S. 215-219. Oder: „Su mortificación“ im Buch von Abate L. Garzend: La
Imitación de San Francisco de Asís, Editorial Vilamala, Barcelona, 1954, S.
293-303. Oder
die Kapitel: “Das Leben der Buße”, “Sühne und Genugtuung”, „Abtötung und
Selbstbeherrschung“, „Der Büßer von Assisi“ in dem Buch von P. Peter Morant OFMCAP: Unser Weg zu Gott – Das
Vollkommenheitsstreben im Geiste des hl. Franziskus: Thomas Verlag Zürich, 1965
(uns geschenkt von P. Petrus Pavlicek OFM), mit dem Satz auf S. 36:
„Eine erste Teilaufgabe der christlichen Buße ist
die Sühne, die Genugtuung, die selbstbegangenes und fremdes Unrecht vor Gott
wieder gut machen möchte.“
Natürlich gehören auch die drei Kinder von Fatima zu den
Sühneseelen mit dem glühenden Wunsch, Seelen zu retten vor dem Feuer der Hölle.
Der Benediktinerabt Dom Antoine Marie berichtet von einem der Kinder:
„Wenn die Gnade Gottes
in eine Seele Eingang gefunden hat, begnügt sich diese nicht damit, für die
eigenen Sünden Buße zu tun, sie will sich auch für die anderen opfern. Aus
diesem Grunde war Jacinta während
der langen und schmerzhaften Krankheit, an der sie schließlich am 20. Februar
1920 starb, durch die Gewissheit gestärkt, dass ihr Leiden zusammen mit dem unseres Erlösers Sünder
bekehren bzw. diesen die Verdammnis ersparen würde.“ (Rundbrief der Abtei Abbaye Saint Joseph de Clairval,
F-21150 Flavigny-sur-Ozerain, 26.7.2006)
Wie der Ochs vor der
Apotheke stehen die modernen Theologen vor den Martyriums- und
Holocaust-Wünschen einer hl. Theresia
vom Kinde Jesu, denn so etwas geht nicht in ihren Grind:
„L´amour de la mortification me fut aussi
donné.“ (S. 183) „Jésus … n´a
point besoin de nos œuvres, mais seulement
de notre amour.“ (S. 215) „Comme toi, mon
Époux Adoré, je voudrais être flagellée
et crucifiée … Comme St.
Jean, je voudrais être plongée dans l´huile
bouillante, je voudrais subir tous les supplices infligés aux martyrs
… comme Jeanne d´Arc, ma sœur chérie,
je voudrais sur le bûcher murmurer ton nom, o JÉSUS.“ (S. 220f) „Pour satisfaire la Justice
Divine, il fallait des victimes parfaites, mais à la loi de crainte (Gesetz der Furcht) a succédé
la loi d´Amour, et l´Amour m´a choisie
pour holocauste, moi, faible et imparfaite créature …“ (S. 223 in dem Buch: Sainte
Thérèse de l´Enfant Jésus et de la Sainte-Face: Histoire d´une âme. Manuscrits
autobiographiques. Les Éditions
di CERF, Paris, 1983)
Auch die hl. Bernadette von Lourdes litt gern
für die Sünder:
„O Jésus et Marie, faites enfin
que toute ma consolation en ce monde soit de vous aimer et de souffrir pour les
pécheurs.” (Carnet de notes intimes, 1873-1874, in: Sainte Bernadette: Lettres
et pages du carnet de notes. Les Éditions du Soleil Levant, Namur, Belgique, 1963,
S. 102)
Ähnlich dürfte es bei Anna Katharina Emerich sein. In dem
Buch über ihre „Visionen“, Paul Pattloch Verlag,
Aschaffenburg, 1980, heißt es auf dem Umschlag:
Anna Katharina war von tiefem Mitleiden für die
armen Seelen im Fegfeuer erfüllt, für die sie Schmerzen, Sorgen und Krankheit
litt und aufopferte, um ihnen zu helfen. Oftmals jammerte sie: „Es ist traurig,
wie jetzt so wenig den armen Seelen geholfen wird. Und ihr Elend ist doch so
groß, sie selber können sich ja gar nicht helfen. Wenn aber jemand für sie
betet, etwas für sie leidet, ein Almosen für sie spendet, das kommt ihnen
augenblicklich zugute. Sie sind dann so froh, so selig wie ein
Verschmachtender, dem ein frischer Trunk gereicht wird.“
Anmerkung ETIKA: Natürlich ist es nicht mit der göttlichen
Gerechtigkeit vereinbar, wenn jemand, der jetzt über diese Dinge spöttelt und
sie für negativ erklärt, später, wenn er selbst vielleicht im Fegefeuer leidet,
von solchen Sühneopfern profitieren soll. Dies belegen wir wie folgt:
Der heilige
Alphons von Liguori bemerkt, dass
das Erbarmen Gottes denen gilt, die ihn fürchten (vgl. Lk
1,50), d.h. „der Herr setzt denen gegenüber sein Erbarmen
ein, die fürchten, ihn zu beleidigen, und nicht denen gegenüber, die auf das
Erbarmen rechnen, um ihn noch mehr zu beleidigen“. (Der Weg des Heils,
1. Teil, 8. Meditation. Zitiert von Dom Antoine Marie o.s.b.
in dem Rundbrief der Abbaye Saint-Joseph de Clairval, F-21150 Flavigny-sur-Ozerain
vom 14. März 2001 über Sr. Faustina Kowalska). Dasselbe
der Wichtigkeit halber nochmals auf französisch:
Saint Alphonse de Liguori
note que la Miséricorde de Dieu s´étend sur ceux
qui le craignent (cf. Lc 1, 50), c´est-à-dire que “le
Seigneur use de Miséricorde
envers ceux qui craignent de l´offenser, mais non pas envers ceux
qui comptent sur sa Miséricorde
pour l´offenser davantage“ (La voie du salut, Ière partie, 8e méditation;
Abbaye Saint-Joseph de Clairval,
10 octobre 2000)
Die katholische Kirche
steht am Scheideweg. Gottesfurcht
oder keine Gottesfurcht. Wahrheit oder Lüge. Gott oder Antichrist.
Wozu beten wir (der Verfasser seit mehr als 12 Jahren) denn
die Sieben Vaterunser der hl. Birgitta von Schweden? Dort heißt es ja:
„… opfere ich Dir auf … zur Sühne für meine und
aller Menschen Jugendsünden, …zur Sühne für meine und aller Menschen Sünden des
Herzens …, … des Fleisches …, … des Geistes …, … zur Genugtuung für meine und
der Welt Sünden, für die Kranken und Sterbenden, für heiligmäßige Priester und
Laien …, für Starkmut im Glauben, für unser Vaterland
…, zur Sühnung der Sünden aller Menschen … und lösche mir und allen Armen Seelen die Flammen des Fegfeuers aus.“
Um einen warnenden
Schlußpunkt unter diese leidige Geschichte zu setzen, blicken wir in das
unfertige Manuskript des Romans „Die kommende Gerechtigkeit“ (Fortsetzung von
„Jedem nach seinen Taten“). Vicente F. Delmonte hat heute bei einer Wanderung folgende
Jenseitsszene erblickt:
Irina fragte: „Wer sind die, die da fliehen vor den
geflügelten Wesen mit Drachenzähnen und versuchen, sich in Erdlöchern und
Felsklüften zu verbergen?“
„Das sind moderne Theologen“, antwortete ihr
Führer. „Ihr größtes Verbrechen war, daß sie die Gottesfurcht im Volk und damit den halben Glauben abgeschafft
haben. Ihre Strafe ist, daß sie, weil sie Gott nicht gefürchtet haben, nun die
Dämonen fürchten müssen. Dies hat ihnen zwar den Glauben an die göttliche
Gerechtigkeit wiedergegeben – aber zu spät.“ Schaudernd wandte sich die Gruppe
ab.
Wir Christen aber beten
weiter mit dem hl. Franziskus:
Sondern erlöse uns von dem Bösen, dem vergangenen
mit der Reue, dem gegenwärtigen mit der Buße und der Bewahrung Deiner Gnaden,
und dem künftigen, indem wir, Allerheiligster, in Deiner Furcht verbleiben (im
Original der Chroniken der Minderen Brüder von 1603, Konstanz: verharren).