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APOKALYPSE

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Atomkatastrophe in Japan

8.6.2011

Gedicht

Nach dem Erdbeben vor der Küste Japans am 11.3.2011 ein Tsunami mit 10 Meter hohen Wellen sowie Explosionen in Atomkraftwerken mit schleichender Verstrahlung der Umwelt.

12.3.2011, Samstag. NWZ: Tod und Verwüstung in Japan. Beben der Stärke 8,9 (später korrigiert auf 9,0) löst Tsunami aus – Atomalarm wegen Kühlproblemen in Reaktor. Szenen wie im Krieg. Gewaltige Brände.

13.3.2011 Sonntag aktuell: Angst vor Atomkatastrophe. 1800 Tote. 10 000 Vermisste. - Erschreckende Fernsehbilder von der Flutwelle (Tsunami als Folge des Bebens), welche die Küstengebiete Nordostjapans verwüstet, z. B. Sendai

14.3.2011 NWZ: Furcht vor dem großen Knall. Kern schmilzt bei 1100 Grad. - Birenbach. Gleitschirmflieger stürzt in den Tod. Aussetzender Rucksackmotor. Frage von ETIKA: Wäre es nicht denkbar, dass Kamikaze-Terroristen sich mit Gleitschirm und Rucksackmotor auf europäische Atomkraftwerke stürzen? Es gibt keine absolute Sicherheit, die Anwohner von Atomkraftwerken leben immer in der Gefahr. Es könnte ja auch ein Flugzeug abstürzen.

15.3.2011 Südwestpresse:  Abwarten und Abwiegeln. Kritik an Ministerpräsident Kann. - Karikatur von Horst Haitzinger: Merkel im Bett mit Ehemann, dem die Haare zu berge stehen, weil der Todes-Wecker klingelt. Merkel sagt bezüglich Laufzeitverlängerung für deutsche Atomkraftwerke: Wenn´s zu schrillen aufgehört hat, können wir ja wieder weiterpennen!

16.3.2011 NWZ: Reaktoren außer Kontrolle. Japan vor nuklearer Katastrophe. Deutschland nimmt alte Meilen vom Netz. - Klaus Birk im Stadtanzeiger für Göppingen, Geislingen und Lorch: „Wütendes Mitgefühl“ für die Opfer der Atomkatastrophe in Japan: „Die Welt betet. Und die Welt hilft. … Und doch steigt Wut hoch ob dieser ewigen Sicherheitslügen … Das Dumme … Wir haben das alles zugelassen. Wir waren mal wieder zu bequem, wollten unsere Ruhe und eine gefüllte Steckdose haben. … Kann es sein, dass Dummheit blöd macht?“

17.3.2011 Südwestpresse: 440 000 in Notunterkünften. Helfer kämpfen gegen Schnee und Kälte. In der Erdbebenregion gehen Vorräte zur Neige. Immer noch werden Überlebende geborgen. Gute Schlagzeile von Bild: In diesem Schrott kocht die Atom-Hölle.

18.3.2011 NWZ: Kampf gegen Super-GAU. Verzweifelte Kühlungsversuche mit Wasserwerfern. – Karikatur von Horst Haitzinger: Der Tod. Ob Fukushima auch in Europa möglich ist??? „Nicht ob … nur wann!“

19.3.2011 NWZ: Yomiuri Shimbun: Höchste Tsunamiwelle erreichte 23 Meter. – Erdbeben eine Strafe Gottes? Das glaubt der Moskauer Geistliche Alexander Schumskij. Kinoregisseur Nikita Michalkow wies auf die „innere Gottlosigkeit“ der Japaner hin. Die ständige Ausbeutung der Umwelt habe dazu geführt, dass Gott den Japanern Erdbeben und Sturmflut geschickt habe. Der orthodoxe Theologe Sergej Chudijew: „Haben die Japaner Gottes Zorn verdient? Wenn ja, was erwartet dann Russland?“ (Südwestpresse/NWZ 19.3.2011, Stefan Scholl) Und was ist erst mit Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, USA usw.?

20.3.2011 Ein Atommeiler bzw. die Atomkraft „trägt den Kern der Selbstzerstörung in sich. Wir haben weder die Natur noch die technologischen Türme von Babylon im Griff“. (Pfarrer Hoesch, evangelische Kirche Salach, 20.3.2011, sinngemäß) „Jetzt entdecken wir plötzlich, dass Basel zu den zehn gefährdetsten Erdbebenregionen der Erde gehört. Und immer neue Kernkraftwerke sind rund um Deutschland gebaut worden und werden geplant.“ (Sonntag aktuell, Stuttgart, 20.3.2011, Adrian Zielcke: Die Hölle auf Erden)

25.3.2011 Si arrendono i primi eroi di Fukushima. Due tecnici ricoverati d´urgenza; reattore numero 1. “Molte le zone isolate, difficili i soccorsi”. (Avvenire, 25.3.2011)

26.3.2011 Im Meiler 3 wurden Strahlenwerte gemessen, die normale Werte um das 10 000-Fache übertrafen. „Die Situation bleibt höchst besorgniserregend“, sagte Ministerpräsident Naoto Kann. Er entschuldigte sich bei Bauern und Unternehmen in der Umgebung von Fukushima für die Schäden. (NWZ 26.3.2011) – Der deutsche Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sagte laut BDI-Protokoll am 14. März, „das am selben Tag von der Bundesregierung verkündete Aus für die Laufzeitverlängerung deutscher Atomkraftwerke sei ein Wahlkampfmanöver gewesen“. (NWZ 26.3.2011 dpa/dapd

29.3.2011 Reaktor 1 von Fukushima schon vom Erdbeben zerstört laut Nuklearingenieur Mitsuhiko Tanaka. Die Radioaktivität sei deshalb sofort lebensgefährlich gewesen. Dem Betreiber Tepco Vertuschung vorgeworfen. Reaktor war von Beginn an außer Kontrolle. Alle internationalen Experten sagen, es sei zum Verzweifeln. Das radioaktive Plutonium bleibt über tausende Jahre gefährlich. Leukämie. Regierung hat Kernschmelze in Reaktor 2 eingeräumt. (NWZ 29.3.2011 Olaf Jahn, dapd)

30.3.2011 Plutonium (Pu) ist chemisch ähnlich giftig wie Blei oder Quecksilber. Daneben ist es radioaktiv. Kommt Plutonium 239 mit Luft oder Wasser in Berührung, bildet es feinste Staubpartikel. Laut Katalyse-Institut erzeugen schon 0,001 bis 0,26 Milligramm Lungenkrebs. (NWZ 30.3.2011 fm)

31.3.2011 Reaktoren werden verpackt. Kunstharz soll Strahlen-Staub binden. (NWZ 31.3.2011)

1.4.2011 “Es gibt weltweit kein Atomkraftwerk, das gegen Flugzeugabstürze, Erdbeben und Terrorangriffe geschützt ist.” (Atomanlagenbauer Erich Görgens, Südwestpresse, Ulm, 1.4.2011, S. 3)

4.4.2011 Wasser mit Strahlung von mehr als 1000 Millisievert pro Stunde ins Meer geflossen. Jod 131 mit einer Strahlung doppelt so hoch wie der zulässige Grenzwert 40 km entfernt im Meer. Kampf ohne Ende. Riss am Kabelschacht des Turbinengebäudes von Reaktor 2. Versuche, das entdeckte Leck mit Beton und Kunststoff abzudichten, schlugen fehl. Zwei Tsunami-Tote bei Block 4 geborgen. Bisher mehr als 12 080 Tote und 15 552 Vermisste bei Naturkatastrophe. Es werde möglicherweise Monate dauern, bis die Lecks gestopft seien, sagte Regierungssprecher Yukio Edano. (NWZ 4.4.2011 dpa)

5.4.2011 Aus einem Leck strömt weiter stark verseuchtes Wasser in den Ozean. (NWZ 5.4.2011 dpa)

12.4.2011 Nach starkem Nachbeben der Stärke 7 im Gebiet um Fukushima wird die höchste Gefahrenstufe 7 wie in Tschernobyl ausgerufen (SWR4 12.4.2011)

20.4.2011: „Es wird keine totale Kernschmelze geben.“ Überschrift zu einem APA/dpa-Artikel: „Die japanische Regierung hält die Gefahr einer vollständigen Kernschmelze im Kernkraftwerk Fukushima 1 derzeit für gebannt.“ (Dolomiten 20.4.2011)

4/2011. Japan – Ausgießung einer Schale des Zorns? (IK-Nachrichten, 4/2011, www.pro-sancta-ecclesia.de )

17.5.2011  Der unbemerkte GAU. Kernschmelze in Fukushima begann gleich nach Beben. (Süddeutsche Zeitung) Insider von Tepco: Beben allein löste Katastrophe aus. Bislang gilt offiziell der Tsunami als Unglücksursache. (NWZ dapd)

25.5.2011 Japans dreifacher GAU. Nun hat der Betreiber zugegeben: Es kam in allen drei Reaktoren zur Kernschmelze. (NWZ, Martin Koelling)

5.6.2011 Rekordstrahlung. Im Reaktorgehäuse von Block 1 wurde eine Strahlendosis von bis zu 4000 Millisievert pro Stunde gemessen. (Sonntag aktuell, dpa )

 

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