ETIKA

ANTICHRIST

www.etika.com
1.1.2004

92A15

Der Antichrist in der Kirche (I):
Zerstörer der Tradition

www.jungefreiheit.de
www.einsicht.de

Jesus Christus: Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. (Matthäus 10,34)

1 Zerstörer der Tradition
2 Gründer der Weltreligion
3 Durcheinanderwerfer (über Papolatrie)
4 Spalter
3. Reformation: Eine Kirche

Zerstörer der Tradition
Der Feind inmitten der Kirche zerstört 2000 Jahre Tradition
Das II. Vatikanische Konzil: Sieg des Modernismus
Katholische Kirche nicht mehr identisch mit der vor-konziliaren Kirche
Die Kritik der Sedisvakantisten in der Zeitschrift "Einsicht" www.einsicht.de
heller_einsicht@hotmail.com

 

Eberhard Heller, Vorsitzender des 1966 gegründeten Freundeskreises der Una Voce e. V., Postfach 100540, D-80079 München, rechnet in einem Interview mit der politischen Wochenzeitung "Junge Freiheit" www.jungefreiheit.de  scharf mit der Konzils-Kirche ab, die seiner Aufassung trotz des Namens "römisch-katholische Kirche" nicht mehr mit der vor-konziliaren Kirche identisch ist. Das II. Vatikanische Konzil und seine Auswirkungen stellen einen Bruch mit der 2000-jährigen Tradition der Kirche dar, sagt Heller. Abgedruckt ist das Interview auch in der römisch-katholischen Zeitschrift "Einsicht", München, 33. Jahrgang, Nummer 6, Juli 2003, S. 187 – 192.

 

ETIKA entnimmt daraus eine Reihe von Argumenten, die allen Christen, nicht nur den Katholiken, zu denken geben sollten. Was die Vorbereitung der Weltreligion durch dunkle Kräfte im Vatikan sowie den Papstkult betrifft, so zitieren wir die entsprechenden Aussagen von Werner Olles auf anderen Seiten.

 

Alle Vorwürfe der Sedisvakantisten in einem Satz (S. 187):

 

"Diese Mutierung der Kirche Jesu Christi zur ,Konzils-Kirche´ ist bewirkt worden durch

·        die Verfälschung der Sakramentsriten oder deren Uminterpretation,

·        die Leugung von Dogmen

·        durch semantischen Betrug

·        durch Relativierung der moralischen Normen und

·        durch die Aufgabe des Absolutheitsanspruches der Kirche als Trägerin und Bewahrerin der geoffenbarten göttlichen Heilswahrheiten.

 

Das Kirchenvolk, so beklagt Heller (188), sei "im allgemeinen immer noch der Meinung, die ,Konzils-Kirche´  sei die wahre Kirche Christi. Der von der Hierarchie verfolgte Kurs werde von vielen nicht durchschaut. Und die jüngere Generation habe - auch wegen des Versagens der konservativ-orthodoxen Kräfte - "nichts anderes kennengelernt".

 

Nach dem Verweis auf die meßbaren Folgen des Verrats wie die vielen Kirchenaustritte, der dramatische Rückgang der Berufungen zum Priesteramt und Ordensleben sowie das Erlöschen der missionarischen Tätigkeit fasst der Una-Voce-Chef zusammen:

 

"Die römisch-kath. Kirche, so wie sie einmal als universelle Heilsinstitution bestanden hat, hat weitgehend aufgehört zu existieren." (188)

 

Auf die Frage von "Junge Freiheit" nach den Hauptfeinden der vorkonziliaren Kirche spricht  Eberhard Heller von einer "Revolution von oben" und verweist auf die "Einflüsse der Aufklärung und der Säkularisierung". Die Freimaurerei mit ihrem "Kampf gegen Thron und Altar" habe die Absicht gehabt, die Kirche zu unterwandern. Olles:

 

"Interessanterweise finden sich revolutionäre Ideen, die von den Illuminaten formuliert worden waren, in verschiedenen Konzils-Dekreten wieder. Die nachkonziliare Hierarchie ist zudem bereitwilligst und willfährig auf die Forderung des Judaismus (B´nai B´rith), eingegangen, angeblich antisemitische Elemente aus der Liturgie zu entfernen." (188)

 

Als "Endpunkt des moralischen Verfalls ohnegleichen"  bezeichnet der Una-Voce-Vorsitzende "die allgemeine Zustimmung zur Abtreibung, in deren Ausführung auch die ,Konzils-Kirche´in Deutschland - durch die Ausstellung des sog. Beratungsscheines, der zu nichts anderem diente, als straffrei abtreiben zu können (der auch als "Tötungs-Lizenz" apostrophiert wurde) bis vor kurzem involviert war." (188)

 

Wie wir wird Heller ständig „mit angeblichen oder wirklichen Privatoffenbarungen traktiert, in denen nach verschiedenen Katastrophen und Konflikten ein Wiedererblühen des geistig-religiösen Lebens prophezeit wird". Aber der Interviewte ist ebenso wenig optimistisch wie wir, sieht nur das "allgemeine geistige Desaster", "den Abfall, den Verrat dieser christlichen Gesellschaftsordnung" und teilt die schmerzliche Nachricht mit:

 

„Über 60 % der angeblichen Katholiken waren für die jetzige gesetzliche Regtelung des § 218. Jedes Jahr werden ca. 300.000 Kinder abgetrieben. Und ein Volk, das seine Kinder tötet, stirbt."

 

Der Verrat am eigenen Volk, besonders den Alten

Da fällt uns ein, wie unsäglich dumm das Argument jener ist, die behaupten, wir bräuchten die Einwanderer, damit sie die Wirtschaft in Schwung halten und später unsere Renten zahlen. Aber trotzdem glauben es die meisten Angehörigen dieses Volkes, das sich selbst dem Untergang preisgibt. Für die Alten ist auf einmal kein Geld mehr da, um ihnen die Opfer für ihre Kinder und das Vaterland - viele haben schwer im Krieg gelitten - zu vergelten, weil das Geld, das sie gespart haben, Fremden gegeben wurde, die kein Recht darauf haben. Denn dieses Land ist in Jahrhunderten von den Vorfahren der eigenen Bürger aufgebaut worden. Zivilisation und Kultur wurden fortentwickelt, und jetzt wird dies alles aufgegeben und verraten - um des Hirngespinstes der multikulturellen und multireligiösen Weltgesellschaft willen, die es nie geben wird, denn Gott wird dreinfunken. Die Bosheit des Teufels erkennt man daran, dass ausgerechnet die Kirche, jedenfalls die Amtskirche in der Form von Papst, katholischen und evangelischen Bischöfen und ihrem Umfeld, für dieses Selbstzerstörungswerk eingespannt wird. Und da sind wir bei den Visionen der Anna Katharina Emmerich.

 

"Einsicht"-Leser über den "Hauptirrtum des II. Vatikanums"
(in Nr. 7, 33. Jahrgang, September 2003, Seiten 222-227; aus Zeitgründen nur stichwortartig und zusammengefasst)

-         Schaffung eines Überbaus für eine Einheitsreligion; Anerkennung der "Strahlen der Wahrheit" in anderen Religionen; Dogma der Weltverbrüderung nach den Regeln der "Erklärung der Menschenrechte" (ein Ministerialrat a. D. F. O., der auch darauf aufmerksam macht, dass die Moslems keine Söhne Abrahams sind, wie dies Ministerpräsident Eduard Stoiber am 5.7.2003 in Tutzing behauptet hatte, denn Gott sagte: "Meinen Bund will ich mit Isaak schließen", Gen. 17,21; vgl. 21,12; auch weist er auf den britischen Premier Tony Blair hin, der am 17.7.2003 vor dem US-Kongress bezüglich des Irak-Kriegs erklärte: "Wir kämpfen nicht für das Christentum, sondern für die Freiheit".)

-         der Arianismus, also die Leugnung der ewigen Gottheit Jesu Christi; der Modernismus (G. K. verweist auf die Enzyklika "Pascendi dominici gregis" von Pius X., erschienen im Verax-Verlag, CH-7537 Müstair; erinnert an das Konklave von 1958, bei dem eine Gruppe meineidiger Kardinäle erreichte, daß Roncalli gewählt wurde, nachdem dieser zugesichert hatte, unverzüglich Montini zum Kardinal zu ernnen, damit dieser sein Nachfolger werden könne; macht darauf aufmerksam, daß die massenhafte Installierung der "Kanzel des Satans" (s. auch Offb. 13,14.15), des ach so faszinierenden Fernsehens in den Wohnungen der Katholiken zusammen mit den häretischen Neuerungen zum Zusammenbruch des katholischen Glaubens führte)

-         der in Fatima vorhergesagte Verlust des Glaubens und der Zusammenbruch sittlichen Verhaltens, besonders im Geschlechtlichen (J. L. lenkt den Blick darauf, daß sich nach dem 2. Vatikanum eine eigene Kommission zu 80 % für Zügellosigkeit entschied und meint: "Der Klerus war längst schon einem Lebensstil erlegen, der ihn hinderte, in der Heiligkeit Vorbild zu sein. ... die klerikale Arroganz ist die häßlichste"; wirft Johannes XXIII. vor, daß er die Freimaurer eine Loge im Vatikan errichten ließ; glaubt, dass Wojtylas Urteil bereitet ist, weil er sich in die Reihe der Diener von Götzen aller Welt stellte und falsche Religionen als Wege zum Heil nannte)

-         der Modernismus (Y. D. M. sieht in dem von den Reformern laut Abbé Georges de Nantes angestrebten MASDU - Mouvement d´Animation Spirituelle de la Démocratie Universelle - das Tier der Apokalypse).

 

Nun schreitet Schriftleiter Heller selbst in die Arena und nennt als Hauptirrtum des II. Vatikanums (228-231):

 

Extra Ecclesiam salus est

 

Er zitiert "Nostra Aetate" und "Lumen gentium" - siehe Weltreligion (Teil 2 dieser Serie, Link oben) - und geht dann auf die Liturgiereform ein:

 

"Zum Ausdruck kam die Relativierung des Glaubens bereits in der Fälschung der Wandlungsworte im sog. N.O.M., in dem durch das "für euch und für alle" Gottes Heil auf alle bezogen wird, ohne daß der einzelne sich um die Zueignung dieses Heils bemühen muß.  Das pro multis ist durch pro omnibus ersetzt worden.

 

Entscheidende Weglassungen im Weiheritus Pauls VI.

Ausführlich schildert Dr. Rama P. Coomaraswamy in den "SAKA-Informationen", April 1996, wie Paul VI. 1968 den althergebrachten Weiheritus geändert hat. Er behauptete, das neue Weihegebet aus einem Dokument "Die Apostolische Überlieferung Hippolyts von Rom" entnommen zu haben, das "noch in einem großen Teil der Weiheriten der koptischen und westsyrischen Liturgien verwendet wird". Doch hat der höchst fragwürdige Text aus dem dritten Jahrhundert mit den östlichen Riten fast nichts gemeinsam, schreibt Coomaraswamy. Jeder kann dies erkennen, weil das Weihegebet für die Bischöfe der Syrer von Antiochien (Sharfe, Libanon, 1952) dem Weihegebet Pauls VI. gegenübergestellt wird.

Aus Zeitmangel können wir hier nur wenige Sätze daraus bringen. Sie zeigen folgendes: Der nachkonziliare Bischof soll zum Beispiel "nicht lösen und binden, er soll ... niemanden des Amtes entheben und niemand exkommunizieren" (der "SAKA"-Artikel ist abgedruckt in "Einsicht", Juli 2003, 33. Jg., Nr. 6, S. 205-208).

 

Aus dem Weihegebet für Bischöfe in Antiochien

"Sende auf diesen Deinen Diener Deinen heiligen geistliche Atem herab, damit er sich um die ihm anvertraute Herde kümmern und sie hüten kann, damit er Priester salben, Diakone, Altäre und Kirchen weihen, Häuser segnen, Berufungen durchführen, schlichten, urteilen, retten, verkünden, lösen und binden, Geistliche in ihr Amt einsetzen, Geistliche aus ihrem Amt entlassen und die Exkommunikation aussprechen kann. ...
Schenke ihm Weisheit und Einsicht und laß ihn Deinen Willen verstehen, o Herr, damit er sündhafte Dinge erkennen und das Erhabene von Gerechtigkeit und Gericht erfahren kann. Schenke ihm diese Gewalt, um schwierige Probleme und alle Fesseln der Bosheit zu lösen." (S. 205)

 

Aus dem Weihegebet Pauls VI.

"Durch den Geist, der die Gnade des Hohenpriestertums schenkt, verleihe ihm die Gewalt, Sünden zu vergeben, wie Du es befohlen hast, Priester in ihr geistliches Amt einzuführenm wie Du es verfügt hast, und alle Fesseln zu lösen aufgrund der Autorität, die Du Deinen Aposteln übertragen hast..."

 

Der Autor verweist darauf, dass Hippolyt eine höchst rätselhafte Person war, wegen Auseinandersetzungen mit dem Papst Rom verließ, eine schismatische Kirche gründete und exkommuniziert wurde. Außerhalb der Kirche verfaßte er seine "Apostolische Überlieferung", vermutlich, um für seine schismatische Sekte ein Weiheformular zu haben. Kurz vor seinem Tod söhnte er sich mit Papst Pontianus aus, mit dem er in den Gruben von Sardinien Zwangsarbeit leistete. Beide starben den Märtertod und wurden heiliggesprochen.

Wegen einer weiteren Neuerung, der Auflegung des Evangelienbuchs auf den Kopf des Ordinanden nach der Handauflegung, bezweifeln die Traditionalisten von SAKA die Gültigkeit dieser Weihe.

Anmerkung: Aufgrund eines Missverständnisses wurden in der ersten Fassung die Namen Olles und Heller vertauscht. Wir bedauern den Irrtum.

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