ETIKA

DÄMONEN

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10.1.2003

92D59

Orks

Beowulf

In der Film-Trilogie “Der Herr der Ringe“ des angeblich gut katholischen Autors J. R. R. Tolkien treten furchtbare dunkle Mörderhorden auf, menschengroße und raubtiergleiche Ungeheuer, Werwölfen ähnelnd, von kannibalistischen Gelüsten getrieben. Sie stehen im Dienst des Zauberers Sauron und werden als Orks bezeichnet. Wenn sie daherstürmen, rufen sie Angst und Panik hervor. Bei Kindern und Jugendlichen verursachen sie Albträume.

Kürzlich wurde eine unveröffentlichte Arbeit Tolkiens gefunden, eine Übersetzung des „Beowulf“. Und auf einmal kommt man darauf, dass Orks und andere Gestalten der phantastischen Horrorwelt Tolkiens bereits in dem altenglischen Heldenepos „Beowulf“ vorkommen. Kurz gesagt: Tolkien hat abgeschrieben. Nicht nur Szenen aus der Apokalypse, dem Buch der Offenbarung in der Bibel, sondern auch aus dem germanischen Sagengut. Das kann er durchaus, war er doch Fachmann für alte Literatur. Nur sollte sich keiner der heute vielfach ungebildeten Jugendlichen einbilden, dass er solche Szenen nur in modernen Fantasy-Filmen findet.

Alles ist schon einmal da gewesen: in Märchen, in Sagen, in der Bibel und in anderen Büchern, in Wirklichkeit. Nur verstehen es die Filmemacher, mit der Macht der Bilder und Töne, die es früher so nicht gab, und mithilfe technischer Tricks aller Art ein konzentriertes, zwei- oder dreistündiges Opus zu schaffen und damit ein Millionenpublikum zu faszinieren, ja manchmal zu verhexen. Denn die Wirkung der Filme ist unglaublich, ja unheimlich.

Zu Beowulf. Prof. Dr. Martin Lehnert von der Humboldt-Universität zu Berlin hat in der Sammlung Göschen eine Auswahl mit Einführung, teilweiser Übersetzung, Anmerkungen und etymologischem Wörterbuch herausgegeben. Wir bringen eine Textprobe aus der 3. Auflage, Göschen Band 1135, Seite 27f, ab Zeile 99 bis 114:

So lebten die Gefolgsmannen in Freuden,
glücklich, bis dass einer begann,
Frevel auszuüben, ein höllischer Feind;
es wurde der grimmige Geist Grendel geheißen,
der berüchtigte Markgänger,, der die Moore bewohnte,
das Fenn und die (Moor-)Festung; die Stätte des Riesengeschlechts
bewohnte der unselige Mann eine lange Zeit,
seitdem ihn der Schöpfer verdammt hatte
in Kains Geschlecht – den Mord rächte
der ewige Herr, weil er Abel erschlagen hatte;
nicht erfreute er sich dieser feindseligen Tat, denn er (Gott) verbannte ihn weit weg,
der Herr, wegen dieses Verbrechens von der Menschheit.

(Seite 28, Zeile 111) Von da her erwachten alle Missgeburten (Unholde),
Riesen und Alben (Anmerkung etika.com = Elben) und böse Geister,
desgleichen Giganten, die gegen Gott kämpften (Anmerkung etika.com: Kämpfst du auch gegen Gott mit deinem Egoismus und deiner Genuss-Sucht und deiner Gottlosigkeit?)
lange Zeit; er gab ihnen Lohn dafür (Anmerkung: Anspielung auf ihre Vernichtung durch die Sintflut).

Auf altenglisch ab Zeile 111 (wobei wir ein zet-artiges Zeichen des besseren Verständnisses wegen durch „g“ ersetzen):

Þanon untydras ealle onwōcon,
eotenas ond ylfe ond orcnēas,
swylce gigantas, Þā wið gode wunnon,
lange Þrāge; hē him ðaes lēan forgeald.

Wörterbuch S. 116:

orc-nēas ma. Pl. böse Geister; lateinisch orcus Totengott, -reich. Germanisch orc Höllendämon + altenglisch nē(o) Toter, zu got. naus

(135) ylfe, sonst sächs. und kent elfe. Elfen, Alben. Althochdeutsch alp (in nhd. Alpdrücken). Vergleiche Etymologisches Wörterbuch von Kluge-Götze unter Alp und Elfe.

(Beowulf, Auswahl, von Prof. Dr. Martin Lehnert, Sammlung Göschen Band 1135, Walter de Gruyter & Co., Berlin 1959)

Es scheint, dass die mordenden Orks aus „Beowulf“ lebendig geworden sind, in Soldatenuniform ihr Unwesen treiben und in verschiedenen Weltgegenden, vor allem im Nahen Osten, die Bevölkerung terrorisieren. Wie das Böse sichtlich existiert, so werden auch die Worte Jesu Christi und die Prophezeiungen der Apokalypse in Erfüllung gehen. (Hölle – Dschehenna, Infierno)

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