ETIKA 0

RATGEBER

http://www.etika.com
9.2.2002

D92/
92F2
= R4

Soll man die Feinde immer lieben?

 

Wir sollen die Menschen lieben aus Liebe zu Gott.
Was wir nicht lieben sollen und dürfen:
- den Teufel und die Dämonen
- das Böse.

Franziskus erläutert uns das Gebot der Feindesliebe in seiner Auslegung des Vaterunsers:

Und vergib uns unsere Schuld..., wie auch wir vergeben unseren Schuldigern: und was wir nicht völlig vergeben, mach Du, Herr, daß wir es völlig vergeben, so daß wir die Feinde um Deinetwillen wahrhaft lieben, uns für sie bei dir ergeben einsetzen, niemandem Böses mit Bösem vergelten, sondern uns bemühen, in allen für Dich zu wirken. (ETIKA 11F16 )

Lieben heißt auch verzeihen. Aber wir brauchen nicht verzeihen, wenn der andere nicht bereut und sich nicht um Wiedergutmachung bemüht. Siehe ETIKA 41VZ1

Leider wird oft nur die halbe Wahrheit verkündet. Ständig hört man von der Ehebrecherin, der Jesus verziehen hat: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie. ... So verdamme ich dich auch nicht. Aber das, was folgt, wird nur selten in diesem Zusammenhang erwähnt: Geh hin und sündige hinfort nicht mehr. Das ist aber der Kern der Geschichte.

Ständig erzählt man uns von dem Jesus, der zu den Sündern ging. Aber er weilte nicht bei Sündern, weil es ihm dort gefiel, sondern weil er sie bekehren wollte, weil er sie herausreißen wollte aus ihrem sündigen Leben. Das ist der einzige Zweck, der den Umgang mit Sündern rechtfertigt. Nicht umsonst mahnt Paulus: Meidet das Böse in jeder Gestalt! (1. Thessalonicher 5,22) Trifft das nicht auch zum Beispiel auf Prostituierte zu und auf die Sexbilder in Zeitschriften, im Fernsehen und im Internet? Der Apostel Judas warnt uns: Verabscheut sogar das Gewand eines Menschen, welcher der Sünde verfallen ist.

Wir müssen scharf trennen:
- die Sünde sollen wir hassen: Haßt das Böse!,
Römer 12,9
- die Sünder sollen wir bekehren: Erbarmt euch derer, die zweifeln; rettet sie, entreißt sie dem Feuer. Der anderen aber erbarmt euch voll Furcht.

Vor dieser schweren Aufgabe stehen alle Christen. Wir sollen versuchen, alle Menschen zu lieben - soweit es geht. Auch wir wenden uns über ETIKA an alle Menschen, auch die Feinde. Wir wissen, daß es gute Menschen in allen Völkern, Religionen und politischen Lagern gibt, und wir erkennen jeden guten Willen an. Gott schaut in die Herzen - nicht aufs Parteibuch oder eine zeitweise irdische Verblendung.

Jesus mahnt: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er läßt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und läßt regnen über Gerechte und Ungerechte. (Matthäus 5, 44 und 45)

Menschen mit guten Herzen gibt es überall, auch unter Extremisten, Verschwörern, Verbrechern usw. Gewinnen wir alle für das Gute! Denn der Apostel verlangt: Überwinde das Böse mit Gutem! (Römer 12,21) Und Jesus sagt: Richtet nicht! (Matthäus 7,1) Das bedeutet auch: Richtet nicht jemanden wegen seiner religiösen oder politischen Überzeugungen, sondern verurteilt nur das böse Wort, die böse Tat. Gandhi klagt zu Recht: ",Hasse die Sünde und nicht den Sünder´ ist ein Gebot, das, so leicht es zu verstehen ist, doch nur selten verwirklicht wird, und deshalb breitet sich das Gift des Hasses über die ganze Welt aus." (Autobiographie, 1960, S. 248) Barmherzigkeit vor Gerechtigkeit!

Aber es gibt eine Grenze bei der Feindesliebe: Die liegt da, wo der andere anderen Böses antut. Dann ist es unsere Pflicht, den Schwächeren zu schützen. Und den Bösen vor sich selbst zu schützen. Deshalb das geheimnisvolle Wort des Apostels: ...soll dieser Mensch dem Satan übergeben werden zum Verderben des Fleisches, damit der Geist gerettet werde am Tage des Herrn (1. Korinther 5,5).

Im Überlebensprogramm 2001 wird deshalb versucht, allen diesen Forderungen gerecht zu werden und eine humanitäre Lösung für das akute Problem der brutalen Serientäter zu finden. Grausamen Mördern und Kinderschändern soll die Todesstrafe erspart werden, damit sie Gelegenheit zur Bekehrung und Buße haben; doch gleichzeitig ist der Schutz der Bevölkerung unbedingt zu gewährleisten. Unser Vorschlag: Isolationszonen. Siehe ETIKA 9A.

Siehe auch ETIKA 28B1 Handbuch des einfachen Lebens, Kap. 87 Achtung vor den Mitmenschen, Kap. 101 Rettung der Seelen

Siehe auch ETIKA 98B1 Francisco: Kinder retten die Welt, Kapitel: Wie löst Gott das Problem des Bösen?, D) Böse bekehren sich

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