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17.7.2010 |
Bischöfin Jepsen stolpert über Missbrauchsaffäre. Eine Zeugin
hatte Maria Jepsen von der Nordelbischen Kirche 1999 in Lübeck gewarnt, dass ein Pastor (jetzt im vorzeitigen Ruhestand) Kinder und
Jugendliche sexuell missbraucht. Davon wusste auch dessen Ahrensburger Kollege. Gegen diesen läuft
ein Disziplinarverfahren wegen sexueller Übergriffe auf eine 17- und
18-Jährige. Die 1992 als erste evangelisch-lutherische Bischöfin der Welt
gewählte Maria Jepsen ist eine Prophetin interreligiöser Beziehungen.
(Südwestpresse 17.7.2010) So wie Bischöfin Jepsen und die beteiligten Pastoren
kein Mitleid mit den gepeinigten Kindern hatten, wird Gott auch mit ihnen kein
Mitleid haben.
Für einen männlichen Eskortservice,
für Hotels, Restaurants und Kleidung
verwendete ein „beliebter Geistlicher“, der katholische Pfarrer Reverend Kevin Gray (63), im US-Bundesstaat Connecticut 1,3
Millionen Dollar, die er der Kirche gestohlen hatte. Außerdem ärgerte er sich
über die Haltung der Kirche gegenüber Schwulen. (Südwestpresse 8.7.2010.
Quellen: dpa und „Hartford Courant“)
Tragikomödie um Bischof Mixa.
Ratzinger für Versöhnung und Sichannehmen
Neue Vorwürfe gegen den
Augsburger Bischof Walter Mixa. Der SZ liegen sechs eidesstaatliche Erklärungen vor, in denen
berichtet wird, dass Walter Mixa
in seiner Zeit als Stadtpfarrer Heimkinder in Schrobenhausen geschlagen habe.
Das Bistum Augsburg weist die Vorwürfe weiterhin zurück, bezeichnet sie als
„Versuch der Diffamierung“ und behält sich rechtliche Schritte vor.
(Süddeutsche Zeitung, 1.4.2010, Stefan Mayr) Wer sagt die Wahrheit? (NWZ
3.4.2010, S. 4) Mixa ist aufgrund des Drucks noch im
April zurückgetreten.
Mixa drängt zurück ins Amt. Früherer Augsburger Bischof erwägt Klage gegen Rücktritt in Rom. Der
Augsburger Vorsitzende des Diözesanrats, Lelmut
Mangold, verwies darauf, dass Mixas
Widerruf (drei Tage später) Papst Benedikt XVI. vorgelegen habe. … In dieser
Frage gebe es kein Zurück mehr, weil ansonsten die Autorität päpstlicher Entscheidungen
beschädigt würde. (Südwestpresse 17.6.2010) Mixa
Opfer einer Verschwörung. Angebliches Opfer wusste
gar nichts. (Dolomiten 14.6.2010) Geistiger Amokläufer. Mixa
manövriert sich mit seinem Amoklauf nicht nur weiter ins Aus, er untergräbt
auch das schon angeschlagene Ansehen der katholischen Kirche. Solch ein
öffentliches Hauen und Stechen unter „Dienern Gottes“ hat man bisher nicht
gesehen. Mixa … spaltet die Kirche und das Bistum, wo
er einigen sollte …“ (Elisabeth Zoll in der Südwestpresse vom 17.6.2010) „Der
Augsburger Professor für Moraltheologie Klaus Arntz
sagte, sein Vertrauen in den Bischof sei wegen mehrerer Wortbrüche Mixas aufgebraucht gewesen. Weil in der katholischen Kirche
kaum einer den Mut habe, aufzustehen und seine Meinung zu sagen, sei es möglich
gewesen, dass Männer an die Spitze gelangen, die mit
ihrem Amt überfordert seien, sagte Arntz. Der
Augsburger Dekan Helmut Haug bestätigte, dass man
sich auf Walter Mixa nicht verlassen konnte. ,Wir
müssen manchmal auch zivilen Ungehorsam zeigen.´ Er forderte außerdem ein Ende
der ,Gutsherrenart´ von Priestern.“ (NWZ 19.6.2010) Unter dem Titel „Aufhören!
Aufhören!“ kommentiert Rainer Wehaus in der
lesenswerten Rubrik „Die Dinge der Woche“ in „Sonntag aktuell“, 20.6.2010:
„Unser Ex-Präsident hatte keine Lust auf weitere Erklärungen, Diskussionen und
Streitereien. Wo die richtige Politik anfängt, da hört Horst Köhler auf. Da ist
der Walter Mixa ein ganz anderes Kaliber. Gut, der
Mann hat sich zunächst einmal zum Rücktritt drängen lassen. Aber jetzt ist er
wieder da, lebt wie eh und je in seiner Wohnung im Augsburger Bischofspalais
und tut einfach so, als wäre er noch Bischof. … Allerdings hat der Papst längst
Mixas Rücktrittsgesuch angenommen, und der ist
bekanntlich unfehlbar. … Schluss. Aus. Ende. Amen.“
Wieder ein Bischof als homosexueller Angreifer entlarvt
Die Süddeutsche Zeitung enthüllte am
21.6.2010, S. 1 und 5: Bischof Walter Mixa sagte im
Urlaub zu einem jungen Priester: „Bleib hier, ich brauche deine Liebe.“ Der
Priester: „Ich bin doch nicht schwul.“ Mixa: „Ich
doch auch nicht!“ Der Priester: „Und was war gestern Abend?“
Wie aus dem Bericht weiter hervorgeht, fühlte sich der Priester von Mixa sexuell bedrängt. Nicht nur er, auch andere junge
Männer, die von Mixa abhängig waren. Dies alles soll
in einem drei Dutzend Seiten dicken Dossier stehen, das über den päpstlichen
Nuntius in Berlin an den Vatikan gegangen ist. Kirchenleute hatten laut SZ den
Verdacht, dass Mixa immer
wieder, vor allem in Eichstätt, den Kontakt zu jungen Männern gesucht haben
soll. Interessant in dem SZ-Artikel von Matthias Drobinski
und Stefan Mayr sind noch zwei Details: „In den konservativ-katholischen
Internetforen … hält sich hartnäckig die Geschichte von Walter Mixa, dem Opfer und Märtyrer … weil er unbequem konservativ
ist.“ Anmerkung ETIKA: Wenn ein homosexueller Bischof geschützt wird, weil er
konservativ ist, dann hört bei uns das Verständnis auf. Auf solche
konservativ-katholische Kreise pfeifen wir. Mit der wahren katholischen Kirche
haben sie nichts gemeinsam, und solche falschen Internet-Propheten, die nur
Verwirrung stiften und den Kinderschändern wertvolle Dienste leisten, werden
auch den Himmel nicht sehen. Das zweite Detail: Erzbischof Zollitsch
sei bereit, Bischof Mixa die Hand zu reichen und sich
mit ihm zu versöhnen. ETIKA: Das wundert uns überhaupt nicht. – Den „Dolomiten“
vom 22.6.2010 ist noch zu entnehmen, dass Mixa auch Stiftungsgelder für Waisenkinder an eine in Rom
lebende Person aus fragwürdigem Milieu gesandt haben soll. (dpa)
Versagen der Bischöfe. Elisabeth
Zoll liest der hohen Geistlichkeit in der Südwestpresse vom 22.6.2010 die
Leviten: „Was befähigte diesen Mann zu solch einem hohen Amt, wenn er schon als
Ortspfarrer junge Geistliche belästigt haben soll? Und wie ist es um das Innere
dieser moralischen Institution bestellt, wenn Pfarrer aus Angst in ihrer Kirche
schwiegen oder – schlimmer noch – überhört wurden? … Grund, sich über das
Kirchenvolk zu erheben, haben die Bischöfe nach diesem Versagen nicht mehr.“
Bravo, ein mutiges Wort einer Journalistin. Auf der Rückseite dieses Kommentars
wird daran erinnert, dass anno 1074 der
selbstherrliche Kölner Erzbischof Anno II. aus der Stadt gejagt wurde, genauer,
die Bevölkerung wollte ihn lynchen, er türmte und kam vier Tage später mit
einem Heer zurück, um blutige Vergeltung zu üben (ddp/ema)
Eine Art Verbannung. Der
Augsburger Diözesanrat forderte Mixa auf, das Bistum
zu verlassen und sich einen anderen Wohnsitz zu suchen. (Dolomiten 22.6.2010
dpa) Also kommen jetzt auch Kirchenkreise darauf, wie sinnvoll es ist, gewisse
Personen zu verbannen. Im ETIKA-Konzept müsste Mixa sofort in eine Toleranzzone ausgewiesen werden,
solange für die noch schwereren Vorwürfe keine Beweise vorliegen. Dann wäre
eine Isolationszone angebracht.
Ratzinger für Versöhnung und Sichannehmen. Papst Benedeikt XVI. sagte in
einer Privataudienz für Mixa, er hoffe auf Versöhnung
und auf ein „neues Sichannehmen in der Gesinnung der
Barmherzigkeit des Herrn“. (Dolomiten 2.7.2010 dpa) Dazu ein Foto von einem
strahlenden Mixa. Wieso strahlend? Nun: Laut „Sonntag
aktuell“ (4.7.2010, Quelle „Focus“) war er „sehr froh, dass
ich 50 Minuten lang mit dem Heiligen Vater freimütig und fröhlich habe sprechen
können“. 50 Minuten fröhlich mit dem Papst geplaudert! Die beiden müssen ja
dicke Freunde sein, wenn sie in einer so delikaten Situation zusammenhalten wie
Pech und Schwefel. Welche Unvorsichtigkeit der beiden! Wie der Südwestpresse zu
entnehmen ist, beklagte Ratzinger eine „oft maßlose Polemik“ gegen Mixa und rügte dabei die deutschen Bischöfe. (2.7.2010)
Wenn das nicht eine Rückendeckung für einen zweifelhaften Hirten ist!
Nachfolger Mixas in Augsburg wird der Sachse Konrad Zdarsa.
Dieser kennt den Papst seit 30 Jahren. Zdarsa: „Ich
habe ein Jahr lang gemeinsam mit Kardinal Ratzinger im Deutschen Kolleg in Rom
gelebt.“ (Südwestpresse 9.7.2010)
Das Franziskanerinnenkloster Maria Stern in Fünfstetten soll Mixa
aufnehmen. Die Nonnen befürchten, dass ihre Ruhe
gestört wird. Mixa bekommt 70 Prozent seines
bisherigen Bischofsgehalts als Rente, mehr als 5400 Euro brutto. (NWZ 23. Und 24.7.2010)
Wir sehen überhaupt nicht ein, warum die Ruhe eines Nonnenklosters durch einen
Mann gestört werden soll, noch dazu durch einen solchen wie Mixa.
Der Fall der verschwundenen Elisa Claps (16) erschien nach dem Leichenfund unter dem Dach einer
Kirche in Potenza zunächst weniger spektakulär als
angenommen. Die meisten Journalisten vermuteten, dass
sie von ihrem Freund ermordet und eingemauert worden ist. Der verdächtigte
Freund ärgerte sich über die ständigen Polizeiverhöre und wanderte nach England
aus. Er hatte die Manie, Mädchen Haarbüschel abzuschneiden. In England wurde
dann eine Nachbarin brutal ermordet; sie hatte ein Haarbüschel in der Hand.
Auffällig hatte sich am Mordtag auch der (inzwischen
verstorbene) Priester der Kirche in Potenza benommen.
Er war gegen Mittag für drei Tage weggefahren. (Bis hierher aus der Erinnerung
geschildert nach italienischen Presseberichten.) Die Stuttgarter Zeitung
berichtete am 27.3.2010 (S. 7, Paul Kreiner): „Eine unappetitliche Note erhält
der Fall dadurch, dass die Leiche zwar schon im
Januar entdeckt worden war, die beiden (erst seit kurzem anwesenden) Pfarrer
aber erst jetzt die Polizei riefen. „Was hatten die zu verheimlichen?“, fragte Elisas Familie. – Wie aus der „Repubblica“
vom 15.4.2010 hervorgeht, zerriß der Mörder sowohl bei Elisa Claps als auch beim englischen Opfer Heather Barnett die
Büstenhalter. Die britische Polizei ermittelt im Haus von Danilo Restivo. (S. 21)
Der Club der Gerechten archiviert in verschiedenen Ländern die Verbrechen von
Geistlichen christlicher Konfessionen und wird sie bei Gelegenheit vorlegen.