ETIKA 92SU3

SÜNDER

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20.7.2002

Emil Dimmler

Die Kinder der Welt in der Hölle des Diesseits  

Sabbatruhe
Dank an P. N. für das Buchgeschenk

Gehörst auch du dazu?
Unfrei sind sie, verkauft an ihre Lüste, Sklaven der Augenlust und der Fleischeslust und der Prahlerei mit Geld und Gut, wie eine Trift auf den Wogen umhergetrieben, ohne Halt, ohne Trost, ohne Glück.

Mein Gott, wie muß die Hölle des Jenseits furchtbar sein, wenn das Leben auf Erden ohne Gott schon so trostlos ist.

 

Zusammenfassung:

Die Kinder der Welt in der Hölle des Diesseits
Ohne Gott - ohne Hoffnung
Was sie Liebe nennen, ist Gier
Unser Leben ist ein Kriegsdienst
Unser Leben ist eine fortwährende Kreuzigung

Emil Dimmler
Sabbatruhe
Gedanken über mystisches Gnadenleben
Jos. Kösel´sche Buchhandlung Kempten, München 1917
Imprimatur Augustae Vindelic. 1. Septembris 1917.
Kapitel Altes Leben, S. 87- 96

 

(90) "Die Sünde, die Begierlichkeit, ist .. noch in unsern Gliedern, solange wir in diesem sterblichen Leibe weilen. Aber sie soll nicht als Königin über uns herrschen, sondern als gefesselte Sklavin zu unseren Füßen sich winden.

 

(92) Wir brauchen nicht einmal hinzuschauen auf die äußersten Auswirkungen der Sünde; wir können die Räuber und Mörder beiseite lassen und nur die Kinder der gottentfremdeten Welt betrachten ...

Welch erschreckendes Leben finden wir bei ihnen; man möchte es eher Tod als Leben nennen.

 

·                                Sie haben Augen und sehen nicht;

·                                sie haben Ohren und hören nicht;

·                                sie haben eine Nase und riechen nicht.

 

Wohl fassen ihre Sinne die Dinge dieser Welt, bisweilen rascher und schärfer, als es bei den Kindern des Lichtes der Fall ist. Wohl wissen sie mit dem Verstand zu errechnen, was ihnen zunächst Vorteil bringt. Wohl haben sie einen Willen, mit dem sie die Lust umarmen, die Unlust zurückzustoßen suchen.

 

Aber was darüber hinausgeht, verstehen sie nicht und können es nicht verstehen.

 

Ihre Augen sehen nichts von der höheren Welt, die das Leben statt des Scheines bietet.
Ihre Ohren hören nichts von der frohen Kunde vom Heil, die allein das Herz frei und froh zu machen vermag.
Nichts fassen sie vom Wohlgeruch eines gottgeeinten Lebens, (93) von dem Wohlgeschmack des Verkehrs mit Gott, von dem die ganze Seele umarmenden Gefühl des Friedens, den der Herr allein geben kann.

 

·        Unfrei sind sie, verkauft an ihre Lüste, Sklaven der Augenlust und der Fleischeslust und der Prahlerei mit Geld und Gut, wie eine Trift auf den Wogen umhergetrieben, ohne Halt, ohne Trost, ohne Glück.

 

Sie reden wohl von Glück, kennen es aber nicht. Frieden verheißen sie und können ihn nicht geben. Gerne sprechen sie von Liebe und wissen doch kaum etwas von ihr. Denn ihr Herz ist viel zu klein, als daß große Liebe darin wohnen könnte.

 

Was sie Liebe nennen, ist in Wirklichkeit oft nur Gier, nur Lust, nur Suchen des eigenen Vorteils, im besten Fall das mühsame Tasten eines Blinden, ein unklares Sehnen nach Liebe.

 

Das unsäglich traurige Los des Teufels kann nicht treffender beschrieben werden als mit den Worten einer Heiligen:

 

"Der Unglückliche! Er liebt nicht."

 

Ähnliches gilt von den Kindern der Welt. Ohne Gott und ohne Hoffnung und ohne Liebe sind sie in der Welt. Mein Gott, wie muß die Hölle des Jenseits furchtbar sein, wenn das Leben auf Erden ohne Gott schon so trostlos ist. Ein Leben auf Erden ohne Gott ist die Hölle des Diesseits.

 

(94) Dieser Hölle gehören wir alle an, soweit uns Gottes Gnade nicht herausreißt. ...

 

Aber nicht so ist dies gemeint, als ob nun jeder Kampf uns erspart würde. Frei sind wir vom Fluch der Sünde, aber nicht frei vom Kampf gegen die Sünde. Noch ist unsere Erlösung nicht vollendet. Nicht alles will Gott allein ohne unser Zutun wirken. Wir sollen mit ihm und durch ihn und in ihm an unserm Heile mitarbeiten. ...

 

(95) Darum ist unser Leben ein Kriegsdienst, solange wir auf Erden weilen... Wir haben fortwährend zu kämpfen gegen die Begierlichkeit und darauf zu achten, daß die Sünde nicht wieder auflebt. Wir müssen unsern alten Menschen, der in der Taufe an das Kreuz genagelt wurde, am Kreuz festhalten und ihn hindern, daß er sich nicht vom Kreuze löse. Die Kreuzigung, die in der Taufe vollzogen wurde, müssen wir durch das Leben hindurch fortsetzen und vollenden... So ist das (96) Leben hier auf Erden eine fortwährende Kreuzigung, ein nie unterbrochenes Hingeben der Seele, ein immerwährendes Opfer, dessen Duft ohne Unterlaß aufsteigt zu Gott dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste. Ist  das Leben eines jeden wahren Christen ein fortwährendes Sterben ..."

Index 92