ETIKA

Vierfachmord

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94M2009
0409DEF

Teuflisches Motiv der Karfreitagsmörder von Eislingen

26.5.2009-2.1.2011
Mit 3 Fotos. Kommentar am Anfang. Neues am Schluss. Frühere Fassungen ungültig

Presserundschau - tiefschürfend und sozialkritisch

ETIKA-Kommentar: Gott wird richten in Gerechtigkeit

Der Sohn, der seine Familie ausgelöscht hat, erhält nach dem Erwachsenenstrafrecht die Höchststrafe und muss „mindestens 15 Jahre hinter Gitter“ (Anmerkung: nicht ganz korrekt, oder haben wir uns verhört: 25 Jahre?, siehe Urteil am Schluss, aber wohl prophetisch, denn nach der Berufung könnte er tatsächlich nur 15 Jahre - häufige Haftdauer bei „lebenslänglich“ - oder gar nur 10 Jahre Jugendstrafe absitzen müssen) ; der Mittäter, der „aus reiner Freundschaft“ gehandelt hat, wird zu 10 Jahren Jugendstrafe verurteilt. „Die Frage nach dem Warum blieb unbeantwortet.“ Dies meldete SWR1 am 31.3.2010 um 12 Uhr, nachdem um 11 Uhr in Ulm die vom Gesetz vorgesehenen Höchststrafen über die Karfreitagsmörder von Eislingen verhängt worden waren. Dazu kommentiert ETIKA:

Einmal kommt alles an den Tag. Die Wahrheit lässt sich nicht ewig verschleiern. Auch wenn überall teuflische Kräfte am Werk sind, in Lüge und Tat, so werden sich doch die Wahrheit und die Gerechtigkeit durchsetzen. Das Gute siegt über das Böse, Gott mit den Engeln und Heiligen über die Mächte der Finsternis und deren Spießgesellen. Denn dies hat der Prozess gegen die Karfreitagsmörder gezeigt: Zwei Welten prallen ständig aufeinander: die Welt des Lichts und die Welt der Finsternis, die Wahrheit und die Lüge, die Perversion und Gottes Ordnung. Konkret stellen wir fest:

1.   Der Ausschluss der Presse mit Ausnahme weniger Journalisten hat das Recht des Volkes, die volle Wahrheit zu erfahren, in unerträglicher Weise beschnitten. Wir wünschen der Süddeutschen Zeitung mit ihrer Verfassungsklage Erfolg im Interesse der Pressefreiheit.

2.   Wie erst am Tag der Urteilsverkündung (warum nicht vorher?) aus der NWZ zu erfahren war, handelt es sich bei den Angeklagten um grausame Tierquäler, also Sadisten: „Einfach so stecken die Freunde eine Katze in einen Stoffbeutel und stechen mit Messern auf sie ein, bis sie tot ist. Legen einen Igel auf den glühenden Rost eines Grills. Töten eine Gans und filmen sich anschließend in der Pose von Westernhelden …“ (31.3.2010, S. 3, Dirk Hülser) Kein Erbarmen mit jenen, die keine Barmherzigkeit geübt haben, steht im Neuen Testament.

3.   Die Täter sind homosexuell, wie Frederik zugegeben hat (siehe Absatz „Mord aus Liebe“ ganz unten) und wie ihr (ebenfalls erst am Urteilstag veröffentlichter) teuflischer Code beweist: 5142, das heißt 5 Familienmitglieder, 1 überlebt, 4 müssen sterben, 2 bleiben als Helden auf dem Schlachtplatz zurück. Perverse Phantasien, unbarmherzig in die Tat umgesetzt. Erst diese abartige Beziehung ermöglichte die Tat. Das Konzept der homosexuellen Beziehung steht hier gegen das gottgewollte Konzept der Familie. Deshalb ist es gelinde gesagt unverständlich, warum dieses entscheidende Faktum im Prozess offen vernachlässigt wurde.

4.   Die Täter sind grausame Mörder, die vor nichts zurückschreckten, obwohl sie eine christliche Erziehung genossen hatten. Mit 18 Jahren darf man wählen und gilt als Erwachsener. Wenn man aber grausame Morde begeht, gilt man als unreifer Jugendlicher. Ist diese Unlogik noch zu überbieten? Dante zählt im „Inferno“ die Verräter an Verwandten zu den Erzverrätern, die mit den schlimmsten Höllenqualen bestraft werden. Diese werden auch in dem Roman „Jedem nach seinen Taten“ (vom Verfasser dieses Artikels, unter dem Pseudonym Vicente F. Delmonte) geschildert:  Jedem nach seinen Taten, zu bestellen online , auch bei www.amazon.de .

5.   Die Erfahrung lehrt, dass Gewaltverbrecher auch bei Verhängung der Höchststrafe (Dank dem Gericht!) nach relativ wenigen Jahren wieder freikommen und erneut auf die schutzlose Gesellschaft losgelassen werden. Das mehr im Geist der Toleranz als zum Schutz neuer Opfer gemachte Gesetz macht es möglich. Eine Gesellschaft aber, die gegenüber Perversen Toleranz walten lässt – natürlich sind auch die pädophilen Priester damit gemeint -, richtet sich selbst zugrunde, und das Blut der Unschuldigen, die auf dem Altar der Toleranz geopfert werden, schreit zum Himmel. - Ein Dank jedenfalls der Kripo, die ihr Bestes tut, um die Bevölkerung vor abnormen Straftätern zu schützen und die auch in diesem Fall pikante Details nicht verschwiegen hat. Dank auch allen mutigen, gerechten, an die Sicherheit der Bevölkerung denkenden Richtern.

6.    Anzeichen der Besserung sind den Presseberichten zufolge nur bei Frederik B. zu erkennen, doch werden dessen allnächtliche Albträume nie mehr verschwinden.

7.   Irdische Gerechtigkeit – wo? Dem Christen bleibt nur die Hoffnung auf das Jüngste Gericht. Gott wird richten in Gerechtigkeit, auch die Eislinger Karfreitagsmörder.

Meditation auf dem Eislinger Jakobsweg, zum Großteil geschrieben vormittags am 31.3.2010, vor der Urteilsverkündung. R. L.

Nachdruck des Kommentars mit der Quellenangabe etika.com gestattet, auch auszugsweise.

Die Suche nach dem Motiv

Der in Eislingen geborene Schriftsteller Rainer Lechner glaubt, das Mordmotiv des mutmaßlichen Vierfachmörders von Eislingen entdeckt zu haben.

„Für eine solch brutale Tat kommt nur ein perverses Gehirn in Frage“, meint er. Beim Studium vieler einschlägiger Mordfälle, solche des Kannibalismus inbegriffen, hat er die Beobachtung gemacht, dass außerordentlich viele grausame Taten auf das Konto einer bestimmten Tätergruppe gehen, die gefühl- und gnadenlos vorgeht. Weil die Gesetze der Neuen Weltordnung verbieten, das Gute gut und das Böse böse zu nennen, darf er nicht die nackte Wahrheit schreiben. Aber beim Jüngsten Gericht wird die ganze Wahrheit enthüllt werden.

Während Polizei, Medien und befragte Passanten in solchen Fällen üblicherweise die These beschwören, die Greueltat sei unerklärlich (Kripo: „noch nicht greifbar“, Bürgermeister und Jahrgangskollege F.: „unfassbar“) ist für Christen klar, dass es das personifizierte Böse gibt, dass es den Teufel gibt, dass es Kinder des Teufels gibt, dass es Menschen gibt, die von Dämonen besessen sind.

Aber der Autor des Buches Jedem nach seinen Taten, erschienen 2007 unter dem Pseudonym Vicente F. Delmonte, geht nicht so weit, etwas Derartiges zu behaupten.

Mögliches Mordmotiv 1:

Er hält ein eindeutiges, klares Mordmotiv für möglich: Falls der Täter h. sein sollte, könnte er von Familienmitgliedern deswegen des öfteren zurechtgewiesen worden sein. Daraus könnte sich Hass entwickelt haben und ein teuflischer Racheplan. Aufgrund der äußerst spärlichen, zurückhaltenden Berichterstattung in den Medien konnte sich der Amateurdetektiv, Bewunderer von Hercule Poirot und Miss Marple, nur auf Bruchstücke stützen:

Den ersten konkreten Hinweis lieferte die im 100. Jahrgang erscheinende Eislinger Zeitung (bei welcher der Autor seine inzwischen beendete journalistische Laufbahn begonnen hatte) in ihrer Ausgabe vom 15. April. Dort war zu lesen, dass der verhaftete 18jährige Sohn A. H. „über seine Wanderung über den Jakobsweg berichtete“. Und weiter: „Diesen hatte er zusammen mit einem Freund im Sommer letzten Jahres erwandert und für die Zeit nach dem Abitur im Jahr 2010 eine Reise auf Hannibals, wohlgemerkt auf denen des karthagischen Feldherrn, Spuren über die Alpen geplant.“

Einen zweiten Hinweis bekam der Verfasser, als sich eine Woche nach der Tat zwei männliche Jugendliche in schamloser Weise mit verschränkten Beinen auf einer Bank im Zentrum neben dem Kreisel vergnügten (obwohl Mütter mit kleinen Kindern vorbeigingen), ohne dass irgendein Vorbeigehender die Zivilcourage aufbrachte, die Polizei wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses zu benachrichtigen. Auch ein vor der Post aufgehängtes Plakat bestärkte den Autor, der sich mehr auf göttliche Eingebungen als auf offizielle Mitteilungen verlässt, dass er auf der richtigen Spur sei.

Am Abend des 17. April, nach der Nachricht auf SWR4 über die Pressekonferenz vom Mittag, entdeckte der Schriftsteller bei einem kurzen Besuch in einem Klein-Eislinger Internetcafé folgende interessante Eintragung unter www.wer-weiss-was.de , Shakespeare schwul?:

Gleichgeschlechtliche Liebe: Nicht nur Goethe, sondern große Persönlichkeiten, die in die Geschichte eingingen, waren homosexuell: … Hannibal, Hans-Peter Kerkeling

Das Sensationelle ist, dass diese beiden Namen unmittelbar hintereinander stehen (ein Zeichen von oben für den Amateurdetektiv). Der Fernsehstar Hape K. hat ein Buch geschrieben, das in Deutschland zu einem regelrechten Boom auf den Jakobsweg geführt hat. Ist das etwa Zufall: A. H. letztes Jahr auf den Spuren Kerkelings, nächstes Jahr auf den Spuren Hannibals?

Mögliches Mordmotiv 2:

Geldgier

Mögliches Mordmotiv 3:

Rache wegen irgendeines Vorfalls oder Verhaltens eines oder mehrerer Opfer (Vater?) in der Vergangenheit (Motiv 1 ausgeklammert)

Mögliches Mordmotiv 4:

Bild: „Eine Rolle so der Professor (Dr. Günther Klosinski, Ärztlicher Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Tübinger Uniklinik), könnten natürlich auch die vielen Filme mit Mord und Totschlag im Fernsehen spielen, die sich die Jugendlichen täglich ansehen.“ (Bild, 18.4.2009 Warum werden so viele Kinder Killer?)

Mögliches Mordmotiv 5:

Wahnsinn

Mögliches Mordmotiv 6

Dämonische Besessenheit.

Allgemeines Entsetzen

Vielleicht überlegt sich der allzu korrekte und seriöse Berichterstatter der Göppinger Tageszeitung NWZ, ob er folgende Überschrift noch einmal machen würde:

Eine Stadt sucht ihren Mörder – Eislingen ist geschockt nach dem Vierfachmord – dass der Sohn der Täter ist, glaubt niemand. (14.4.2009)

Nun, der Reporter ließ sich eben täuschen. Das kann passieren. Ganz entsetzlich aber für den Betrachter ist das am 16. April veröffentlichte großformatige Foto (danke für die Veröffentlichung; was die StZ dazu am 18.4. auf S. 19 schreibt, ist Nonsens, denn Toten kann eine Veröffentlichung ja nicht mehr schaden), vorne die zwei Töchter (24 und 22, eine davon, „Chrissi“, auf einem anderen Bild vom 15. April dekolletiert) mit der 55jährigen Mutter.

„Die Familie Häussler an Weihnachten 2008. Hinten der unter Mordverdacht stehende Andreas (18) und sein Vater, der Heilpraktiker Hansjürgen Häussler (57) …“

Dabei strahlt der Sohn seinen Vater an, legt den Arm um seine Schultern und denkt …

Der nackte Horror! Welche (mutmaßliche) Heuchelei! Oder gab es einen Krach nach dieser Weihnachtsfeier? Aufschlussreich und verwirrend zugleich für die kleinen grauen Zellen des Amateurdetektivs waren Auszüge aus dem letzten Weihnachtsrundbrief des Vaters, publiziert von der NWZ ebenfalls am 16.4.:

„Dafür war der Urlaub auf Mallorca im Mai eine regelrechte Wiedergutmachung (Frage ETIKA: für was???). Andreas und Frederik (ein Schulfreund) waren mit uns. … Wir besichtigten das Gebirge und Frederik machte mit mir eine Wanderung auf einen Berggipfel. … Mit unseren eigenen Kindern sind wir sehr gesegnet. Alle sind gesund und machen uns viel Freude.“

Erschaudern läßt die Kaltblütigkeit, mit welcher der Sohn und sein 19jähriger Freund vorgingen. Mit kleinkalibrigen Sportpistolen durchlöcherten sie am Gründonnerstag, wohl zwischen 21 Uhr und 22 Uhr, erst die beiden Schwestern, die im Dachgeschoß, auf einem Bett sitzend, fern sahen. Danach, etwa um 23 Uhr, besuchten die jungen Männer (laut SWR4 und Stuttgarter Zeitung) die Eltern in einer Gaststätte, hielten sich eine halbe Stunde bei ihnen auf, um sie nach ihrer Rückkehr (in Flur und Bad, welcher Stock?, bisher verschwiegen) am Karfreitag zwischen 0.30 Uhr und 1 Uhr ebenfalls umzubringen. Die Eltern trugen noch die Kleidung, die sie im Restaurant anhatten.

Wenn ein Polizeipsychologe „keine Killermentalität“ bei den Tätern erkennen kann (Stuttgarter Zeitung, 18.4.2009, S. 19), erstaunt uns dies natürlich nicht. Es genügt uns, wenn wir sie erkennen. Insgesamt gaben die Verbrecher 32 Schüsse oder mehr ab, wohl im Tötungsrausch. Zwei Kugeln landeten laut Stuttgarter Zeitung in einem Schrank.

Über den Vater können wir nichts sagen, machen uns aber unsere Gedanken. Ein Wort zur Physiognomie: rätselhaft. Laut Eislinger Zeitung leitete der 57jährige, aus Geislingen/Steige stammende und seit zwei Jahrzehnten in Eislingen lebende Heilpraktiker die Kinderkirche in der evangelischen Lutherkirchengemeinde (Klein-Eislingen im Süden ist evangelisch, Groß-Eislingen auf der Nordseite katholisch, wenigstens war es früher so), mit der er auch zum Beispiel bei der Weihnachtsfeier des Altenzentrums St. Elisabeth auftrat, er organisierte das CDU-Sommerfest und war auch sonst überaus rege; so war er als Gesprächspartner bei der ökumenischen Aktion „Hör mal, Paulus!“ am 22. April am Sauerbrunnen und Eislingen Süd vorgesehen. Den Vater trafen 8 bis 10 Kugeln.

Auf die Mutter Else (55), Englisch-Lehrerin, wurden 3 Schüsse abgefeuert. Sie kommt aus Amerika.

Die Kinder waren laut EZ vom 15.4. am Eislinger Vereinsleben aktiv beteiligt. Bei Anne Christine (Chrissi, 24) wurden 9 Schüsse gezählt, bei ihrer Schwester Annemarie (Mimi) 10. Sie hatten laut NWZ vom 14. April am evangelischen Lichtenstern-Gymnasium (mit Internat) der Landeskirche in Sachsenheim das Abitur abgelegt. Beide studierten an der Pädagogischen Hochschule in Schwäbisch Gmünd.

Der Sohn war Mitglied bei der Schützengilde. Dort hatte er mit seinem Freund (von weiteren Tätern wurde nichts gemeldet) im Oktober 20 Waffen und 1000 Schuss Munition aus dem Tresor gestohlen; sie besaßen auch Schalldämpfer, von denen die Schützengilde aber nichts weiß. Die Waffen hatten sie auf einem Dachboden in Eislingen versteckt, die Tatwaffen nebst der getragenen Kleidung in einem Müllsack in einem Erdloch im Wald vergraben (wo genau, in Süd oder Nord, möchte der Berichterstatter gerne wissen, nachdem er selbst im Frauenghau und in der Nähe des Schützenhauses vergeblich danach gesucht hat; er konnte ja nicht wissen, ob die Täter über Fahrräder oder Mopeds oder gar Autos verfügten, die Presse hat dies bisher verschwiegen).

Exkurs: Übrigens ist die Hetze gegen die Schützen wegen ihrer Schusswaffen ein zweischneidiges Schwert: Wenn nämlich weniger Pistolen und Gewehre zur Verfügung stehen, metzeln die Verbrecher ihre Opfer mit Messern, Schwertern, Schraubenziehern und dergleichen nieder. Wer möchte nicht lieber erschossen als erstochen oder erdrosselt werden! Wenn schon töten, dann bitte nicht grausam. Gilt auch für das Töten von Tieren (siehe ETIKA 6).

Für erfahrene Beobachter nicht überraschend ist die Tatsache, daß die beiden jungen Männer sozial engagiert waren und „als freundlich, aufgeschlossen und hilfsbereit“ galten. Alle Befragten lobten sie über den Schellen König. Die NWZ berichtete: „Andreas arbeitete wie seine ganze Familie in der Kinderkirche der evangelischen Luthergemeinde mit.“ In der Eislinger Ortsgruppe der DLRG war er seit sieben Jahren Mitglied und wurde wegen seines „sehr umgänglichen und freundlichen Wesens“ als Übungsleiter eingesetzt. Der Vorsitzende der Schützengilde erklärte: „Wir hätten allesamt die Hand für ihn ins Feuer gelegt“. Noch am Sonntag, 29. März, zwei Wochen vor dem Mord, hätten „Vater und Sohn gemeinsam auf dem Schießstand geschossen“. Immer laut NWZ vom 18.4.2009.

Freund F., ebenfalls aus gutem Hause, gestand am Donnerstag, 16. April, die Beteiligung an dem Vierfachmord. „Wir waren das zusammen.“ (Sonntag aktuell 19.4.2009 dpa)  Er war seit einem Jahr nicht mehr in der Schützengilde aktiv gewesen, so der Vorsitzende zur NWZ. Besonders zu denken gibt uns die Tatsache, daß er vor 3 Jahren das Trainee-Programm zum Jugendleiter in der Groß-Eislinger Christuskirchengemeinde mitgemacht hat. Pfarrer D. nannte ihn einen „netten, kontaktfreudigen Jungen“. Wir werden bei anderer Gelegenheit mehr zu diesem Thema sagen.

Zu lachen ist über die Dummheit, wie die beiden Täter die Polizei an der Nase herumführen wollten. Am Karfreitag um 10.42 Uhr ging bei der Polizei ein Notruf ein. Der Sohn behauptete, er habe seine Familie tot aufgefunden. Dabei hatten die beiden natürlich Schmauchspuren an ihren Händen. Ihr Alibi wurde als falsch entlarvt. Wie schnell verwickelt man sich doch in Widersprüche! Hatten die beiden Schüler des Göppinger Wirtschaftsgymnasiums, die dort gute Noten bekamen, tatsächlich geglaubt, sie könnten die ganze Welt für dumm verkaufen? Etwas scheint wirklich nicht zu stimmen, denn der Sohn beantragte einen Haftprüfungstermin (NWZ am 18.4.2009: „… will offenbar auf freien Fuß gesetzt werden“) und wollte sogar an der Beerdigung der Gemeuchelten teilnehmen. „Es gibt nichts, was es nicht gibt“, sagte der Göppinger Polizeisprecher R. B. zu Recht. Noch am 21.4. berichtete Dirk Hülser von der NWZ: „Der Sohn will auf freien Fuß. Tatverdächtiger beharrt auf Haftprüfungstermin und schweigt weiter.“ Spekuliert er gar auf den § 51, Unzurechnungsfähigkeit? Immerhin ist nicht sicher, daß er sein Erbe nicht antreten darf; das hängt von den Verwandten ab. Und vielleicht bekommt er es sogar schon in zehn Jahren, denn es ist zu befürchten, dass die zuständigen Stellen dem Trend der Zeit folgen und das Jugendstrafrecht anwenden.

Eislingen an der Fils, der konfessionell gespaltene Ort am Fuße des Kaiserberges Hohenstaufen, erst von den Nationalsozialisten zur Stadt erhoben, hat nunmehr nach dem Fund der Riesensaurier vor wenigen Jahren anscheinend ein neues Monster. Merkwürdig: erst der Saurierfriedhof, und jetzt ein vierfacher Meuchelmord in der nicht weit davon entfernten Friedhofstraße.

Sehr erschüttert uns die Inschrift über der Tür des Vierfamilienhauses: 20†C†M †B†09. Christus mansionem benedicat. Christus segne diese Wohnung! Wenn der oder die Täter vor diesem Segen keine Ehrfurcht hatten, wenn dieses Zeichen keinen Schutz mehr bietet (angebracht hat es wohl ein katholischer Mitbewohner, einer von den drei Partien, die von der vierfachen Hinrichtung ihren Angaben zufolge nichts mitbekommen haben), und wenn die Täter das wahnwitzige Verbrechen noch dazu in der Nacht zum Karfreitag vollbracht haben, dem heiligsten Tag für evangelische Christen, dann wissen Christen, welche Stunde geschlagen hat: Es ist Endzeit!

Aber Gott ist gerecht. Er vergilt jedem nach seinen Taten, zumindest im Jenseits. Was unbarmherzige Monster erwartet, ist in dem Roman von Vicente F. Delmonte: Jedem nach seinen Taten, 270 Seiten, 16.80 Euro (aber auch in der Eislinger Stadtbücherei auszuleihen) ausführlich zu lesen. Es handelt sich um eine abenteuerliche Reise durch Hölle und Himmel.

Trauerfeier ergreifend, aber auch die üblichen dummen Bemerkungen

Bei der Beerdigung am Samstag, 18.4.2009, blieb der Medienansturm aus. Das war zu erwarten, denn die Möglichkeit zur Berichterstattung war von vornherein sehr stark eingeschränkt worden, praktisch kaum gegeben. Weltweit wird die Pressefreiheit zunehmend eingeschränkt. Um 10 Uhr beginnt in der überfüllten Lutherkirche die Trauerfeier. Laut NWZ vom 20.4.: „550 finden Platz, weitere 150“ müssen draußen im Regen stehen bleiben. Die Pfarrerin, würdevoll, langsam und eindringlich redend, hält eine ergreifende Predigt, die an die Herzen rührt. Manche Zuhörerin schluchzt vor Erschütterung. Doch wie es heute in der Endzeit ist, mischt die Geistliche auch etliche unangebrachte, verwirrende und falsche Aussagen in ihre sonst zu lobenden Ausführungen. Hier Auszüge (nicht immer hundertprozentig wortgetreu, Notizen eines Gottesdienstbesuchers):

„Es ist viel geweint worden in diesen Tagen, und doch ist dies erst der Anfang. Wie ist so etwas möglich? Wie können Menschen einander so etwas zufügen? …

Wer bringt den kleinen Mädchen jetzt das Schwimmen bei? … (Anmerkung: Wir können nichts dafür, wir denken wie Miss Marple immer gleich ans Schlimmste.)

Hinter diesen Fragen lauern andere noch, unaussprechlich, um so bedrohlicher … gespenstischer Ausbruch blindwütiger Gewalt ..

Wenn so etwas möglich ist, was bleibt außer tiefer Sinnlosigkeit? … Nur eines sollen wir nicht: Antworten finden wollen. … (Die Rednerin verlangt,) der Unbeantwortbarkeit solcher Fragen standzuhalten. … Mit vermeintlich frommen Antworten werden wir der Familie H. nicht gerecht. (Anmerkung etika.com: kompletter Unsinn)

Ähnlich formuliert später der Dekan:

„Wir beten: Schockiert, ratlos stehen wir vor Dir. Das unfassbare Ereignis geht über unseren Verstand und unseren Glauben.“ (Anmerkung: So etwas darf ein Geistlicher nicht sagen.)

Dem dpa-Korrespondentenbericht, veröffentlicht in der Zeitung „Sonntag aktuell“ vom 19.4.2009, entnehmen wir noch folgende Sätze:

„In ihrer Predigt ging die Pfarrerin (Kathinka K.) aber auch auf die verdächtigen Jugendlichen ein. Auch die zwei mutmaßlichen Täter stünden für zwei geliebte Kinder, auch sie werde Gott nicht vergessen …“

Noch genauer zitiert die NWZ am 20. April:

„Wenn Eltern … ihre Kinder manchmal nicht mehr erreichen mit ihrer Liebe, und wenn große Kinder etwas tun, dass wir denken: Jetzt kann sie keiner mehr liebhaben, so behält Gott sie doch lieb, was immer sie getan haben.“

Dies müssen wir kommentieren: Glauben die Geistlichen heutzutage, sie befänden sich in einem luftleeren Raum, es gäbe nur Gutmenschen und das Böse sei ausgestorben? Ist es nicht denkbar, daß Verbrecher existieren, die sich durch solche Sätze ermuntert fühlen, weiter zu morden und Freveltaten zu verüben? Pfarrer sollten sich sehr gut überlegen, was sie sagen, denn sonst machen sie sich an weiteren Verbrechen mitschuldig, die möglicherweise ihrer leichtsinnigen Worte wegen begangen werden. Vielleicht schmoren sie dann unversehens im Höllenfeuer neben den verfluchten Übeltätern, in deren teuflischen Fratzen – natürlich haben viele Verbrecher ein zweites Gesicht – sie nur das Gute sehen wollten.

Auf dem Friedhof wurde zuerst der Sarg des Vaters hinabgelassen, dann jene der Töchter und schließlich der Sarg der Mutter. Der Kirchenchor begleitete mit himmlischen Weisen. Die Pfarrerin sang „Christ ist erstanden. Halleluja.“

Die aktuelle Botschaft an alle Anwesenden war der Schluß des Vaterunsers: Und führe uns  nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Gespräche an den Gräbern und im Waldheim

Sonntagvormittag, 19.4.2009, 9.15 – 9.30 h. Viele Kränze leuchten in der Sonne. Auf den Bändern etliche englische Aufschriften wie „As if we never said goodbye. Deine Realschulklasse“. Ja, Deutschland ist tot, zumindest total amerikanisiert; man braucht nur an die im Radio gespielte Musik zu denken, an die Kinofilme, an das Fernsehen, an das Wirtschaftssystem. Oder: „Always in your toughts(falsch geschrieben statt „thoughts“, wer kann auch schon richtig Englisch, wenn es schon bei Deutsch gewaltig hapert?). Your RM-Team“.

Ein Mann, der einen der mutmaßlichen Täter kannte, zu einer Frau: „Er hatte zwei Gesichter.“

Ein älterer Mann: „Man sollte ihn am .. (unanständiger Ausdruck) aufhängen und dann … (zu brutal). Die Eltern umbringen, so was!“

Eine ältere Frau, in deren Haus der Sohn-Täter ein- und ausging und die wußte, daß die Mutter aus Amerika kommt: „Er wollte nach Amerika auswandern.“ War das der Plan? Erben und in der Neuen Welt mit ihrer angeblich unbegrenzten Freiheit ein unbeschwertes Leben führen? Fern von allen, die einem Vorhaltungen machen und einen mit spöttischen Bemerkungen zur Weißglut reizen? Und selbst wenn dies nicht der Fall gewesen sein sollte, so hat der Betreffende wohl gespürt, dass er insgeheim verachtet wurde (man braucht nur in der Bibel bei Mose und Paulus nachzulesen, was darüber geschrieben steht.) Dies alles natürlich unter Vorbehalt. Die Polizei weiß mehr, hoffentlich. Und hoffentlich teilt sie es auch mit und kehrt nichts unter den Teppich. „Und er hat noch die Unverschämtheit, zur Beerdigung zu wollen. Man hätte ihn ja gelyncht.“ (Anmerkung ETIKA: Gottlob ist das gesunde Volksempfinden noch nicht ganz ausgestorben trotz aller Umerziehung.)

Auf dem Weiterweg – immer wieder lassen wir unsere Augen durch den Wald schweifen, ob wir nicht doch noch auf das inzwischen ausgehobene Versteck treffen; auf eine Grafik oder einen Landkartenausschnitt haben die Zeitungen mit Ausnahme der Stuttgarter Zeitung bisher sträflicherweise „verzichtet“ – betreten wir eine Wildbienenweide mit danebenstehendem Bienenhotel für einzelstehende Bienen. Eine tolle Idee.

10.30 Uhr. Im Waldheim der TSG belauschen wir ein Stammtischgespräch:

„Zehn Jahre sind die Höchststrafe, die ihn erwarten.“ Und:

Em Café hend se geschdern gsait, die boide seiad schwul.“

Der Wanderer schaltet sich ein, erzählt die Geschichte von Hannibal und Hape Kerkeling, die auf der Liste hintereinander stehen. „Und gestern Abend gab ich im Internet (unter google.de) die Stichworte Eislingen und Mordmotiv ein: An erster Stelle kam ein Beitrag:

Eislingen: Mordmotiv schwul? Könnte der Sohn schwul sein, und das der Hintergrund zur Tat sein? Kann ein Mensch aufgrund seiner Homosexualität in der Familie derartig unter Druck geraten, dass er nur noch extreme Auswege sieht? Erste Antwort: Klares Ja. (auch weitere Antworten gehen in diese Richtung)

Das heißt, in ganz Deutschland unterhalten sich die Leute darüber, ob die Täter homosexuell sind.“ (Anmerkung: Auch diese Seite von etika.com wurde übrigens auf der ersten Seite von Google angeführt.)

ETIKA-Analyse:

Wenn die Pfarrer nicht die Antwort auf das Warum dieses Furchtbaren geben, tun wir es: Es ist die Sünde, von der das ganze Übel kommt. Nennen wir die Sünde bei Namen, verabscheuen wir sie, sonst gehen wir zugrunde! Ohne Gehorsam gegenüber den Geboten Gottes auch keine Gottesliebe! Gott liebt nicht die Frevler, er wird sie strafen, wenn sie nicht rechtzeitig umkehren und Buße tun.

Ohne Glaube und Gottesfurcht weder Moral noch Mitleid. Die Gottlosigkeit wird Viele ins Verderben führen.

Wir machen uns auch Gedanken über die gegenwärtige explosionsartige Massenausbreitung der Homosexualität.

·       Eine mögliche These zur Erklärung wäre, dass viele Männer und noch mehr viele Jugendliche die ständige Bombardierung mit weiblichen sexuellen Reizen nicht verkraften.

·       Die erweckte Begierde bleibt ja in 99 von 100 Fällen ungestillt, denn die Frauen wollen in der Regel nur betrachtet und angebetet werden (umgekehrter Voyeurismus bzw. Exhibitionismus). Und sie denken gar nicht daran, mit jedem der ungezählten Männer, denen sie sich schamlos anbieten, ins Bett zu gehen.

·       Die Enttäuschten, in denen der Anblick weiter brennt (an anderer Stelle die Aussage einer Seherin über die Folgen für die Verursacherinnen), weichen dann aus auf den Ersatz Pornographie oder Homosexualität.

·       Ganz nebenbei erwähnt: Am gleichen heiligen Karfreitag (10.4.), an dem die Eltern gemeuchelt wurden, brachte das ZDF abends „Soko Kitzbühel“: Hauptdarstellerin Kommissarin Kofler verzauberte wieder mit ihrem freizügigen Dekolleté. Reich, Kolle und die 68er grinsen: Die ganze Welt ist sexualisiert. Da müssen ja welche durchdrehen. Beispiel: der Amokläufer von Winnenden. Warum wohl brachte er fast nur Frauen um?

Nun, was die Massenverführer angeht (auf die sich auch welche freuen, nämlich die höllischen Geister), so werden wir ihnen ein eigenes Buch widmen. Als Fortsetzung zu Jedem nach seinen Taten. Jedenfalls warnen wir nochmals alle: Gottlosigkeit bedeutet Untergang.

Wenn wir uns noch ein paar weitere gesellschaftskritische Bemerkungen erlauben dürfen (die im Fernsehen und sonstigen Medien gefeierten Gesellschaftskritiker sind meistens gar keine, sondern verteidigen die herrschende Unkultur und sägen nur an den letzten Pfeilern der Zivilisation, damit alles zusammenbricht):

Den Kindern wurde der Gehorsam ausgetrieben – allen Kräften der Finsternis von unten und oben ist dies in gemeinschaftlicher Anstrengung gelungen. Nur ein Stichwort: Klapsverbot. Infolge der systematisch erfolgten Umwertung aller Werte ist die heutige Erziehung meist ein Hohn auf die wahre Erziehung, wie sie nicht nur im Christentum, sondern etwa auch in der Antike, im Deutschen Idealismus oder in der Romantik verstanden wurde. Die Wahrheit wird heute mit Füßen getreten, ja gesetzlich verboten. „Die Lüge ist Gesetz der Gesellschaft.“ (Leo Tolstoi)

Nicht Gottesfurcht, Demut, Ehrlichkeit, Sittlichkeit, Pflichtgefühl, Weisheit, Barmherzigkeit, Gerechtigkeitsliebe und dergleichen Tugenden stehen bei der modernen Erziehung im Vordergrund. Es geht gewissen Leuten darum, neue Menschen zu schaffen, die gegen Gottes Ordnung rebellieren, einerseits mangels Glauben und Vernunft leicht manipulierbar sind, andererseits aber so egoistisch sind, hoffärtig, hab- und genußsüchtig, dass das friedliche Zusammenleben in Familien und Völkern scheitern muß und die Liebe als Grund, Kern und Ziel allen Lebens auf der Strecke bleiben muß. Ohne Liebe, ohne Barmherzigkeit und Gerechtigkeit wird es aber nie einen richtigen Frieden geben.

Herr, Vater im Himmel, Jesus Christus, Heiliger Geist, gib uns Deinen Frieden! Bewahre uns vor der Verführung durch das Böse und die Bösen! Lass uns unversehrt in Dein Reich voller Herrlichkeit eingehen, das Du uns bereitet hast! Alle Sünder rufen wir zu Umkehr, Reue und Buße auf. Beten wir so oft wie möglich:

Herr Jesus Christus, erbarme Dich meiner!

Fotos:

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Eislingen, Friedhofstraße. Hier geschah der vierfache Mord am Gründonnerstag und Karfreitag 2009. Foto: etika.com

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Gräber der vier Ermordeten am Tag nach der Beerdigung. Foto: etika.com

Zuletzt ein symbolisches Bild der Vereinzelung nach der weltweiten Zerstörung der Völker und Familien. Parallele Tierreich – Menschenreich.

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Bienenhotel für alleinstehende Bienen südöstlich von Eislingen Süd. Foto: etika.com

Nachbemerkung am 24.4.2009:

Was bleibt?

4 zerstörte Menschenleben. Möglicherweise waren Vater, Mutter und Töchter noch gar nicht so weit, um dem Herrgott gegenüberzutreten, möglicherweise war jemand in einer Todsünde befangen, hatte keine Zeit mehr zur Umkehr und ist deshalb zur ewigen Qual verdammt worden.

(Anmerkung. Tastatur von unseren Feinden sabotiert) Wie in dem Roman Der verzauberte Pilger von Nikolai Semjonowitsch Ljesskow

Der Moench erscheint nach seinem Tod dem schuldigen Vorreiter und spricht

Du hast mich ums Leben gebracht, ehe ich beichten konnte. (N. S. Ljesskow, Der Vorreiter, Steuben/Verlag Paul G. Esser, Berlin, 1947, Seite 10)

All dies lastet auf den Tätern, wird ihre (vermutliche) Qual im Jenseits vermehren. Doch schon auf Erden bohrt der Wurm des Gewissens Tag und Nacht in ihnen und lässt sie keine Ruhe mehr finden. Dies zur Warnung an alle, die Mordabsichten hegen.

Den Tätern, die ja so eifrig in ihrer Kirchengemeinde tätig waren, den vielen evangelischen Pfarrern von Eislingen sowie allen Lesern legen wir Worte aus dem Evangelischen Gesangbuch an Herz, und zwar aus Lied 76, von Sebald Heyden, um 1530:

O Mensch, bewein dein Sünde groß …

Auch laßt uns sein der Sünde feind …

O Menschenkind, betracht das recht, wie Gottes Zorn die Sünde schlägt, tu dich davor bewahren!

Als Lektüre sei dem Familienmörder die Geschichte empfohlen: „Das schlimmste Verbrechen der Welt“. In G. K. Chestertons Buch „Father Browns Geheimnis“. Band IV. Haffmans Verlag Zürich, 1999. S. 139–158.

Epilog, 26.8.2009

Der Vater als Schlüsselfigur - Süddeutsche Zeitung liefert letztes Mosaiksteinchen

Beobachter X bekam Besuch von einem alten Schulkameraden. Er hatte die dritte Seite der Süddeutschen Zeitung vom 3.8.2009 mitgebracht. Der lange Artikel von Bernd Dörries trägt die Überschrift „Eine ganz normale Familie“. Wie irreführend, dachte Beobachter X. Es war eben keine normale Familie. Doch der Bericht enthält einen Satz, der ihm das letzte Mosaiksteinchen zur Aufklärung des Falles lieferte. Das Gesicht des Vaters mit seinen … und … hatte ihm von Anbeginn an nicht gefallen. Und nun las er: „Hansjürgen H. lernt eigentlich Bankkaufmann in Geislingen, am Rande der Schwäbischen Alb, und als er fertig ist, macht er einen kleinen Sexladen auf. Geschäft für Ehe-Hygiene heißt das damals. Wenig später zieht er nach Eislingen um und beginnt eine Ausbildung zum Heilpraktiker. … Die Kinder dürfen nicht zum normalen Arzt gehen …, und sie dürfen keine Süßigkeiten essen. Der Vater aber raucht gern und viel. Er gilt als fleißiger Kirchgänger … „Dem Vater war das Bild einer heilen Familie sehr wichtig“, sagt Kathinka Korn. … Korn hat den Vater als einen erlebt, der immer so voller Energie war, dass er fast platzte. Der gerne im Vordergrund stand. …“ Dann las Beobachter X noch etwas von einem Familienkonto in der Schweiz „mit 200 000 Euro, für das die Kinder eine Vollmacht hatten. Aber eben nur alle zusammen, im Todesfall würde sie (die Summe) auf den oder die Überlebenden übertragen werden.“

Auffallend noch die Tatsache, daß Frederik B. früher angefahrene Tiere sammelte und versuchte, ihnen zu helfen. „Aber wenn er mit Andreas H. zusammen war, war er ein anderer.“ (Bernd Dörries, SZ 3.8.2009)

Beobachter X dachte nach. Für Hercule Poirot und Miss Marple wäre der Fall damit endgültig gelöst, war er sich sicher. Der laut Korn dominante Vater war die Schlüsselfigur. Beobachter X fragt sich, ob auch der Vater homosexuell gewesen ist? Wie sonderbar, dass dieser es für wichtig gefunden hatte, in seinem Weihnachtsrundbrief anzumerken, dass er allein mit dem Freund seines Sohnes, ohne den Sohn, auf den Berg in Mallorca gegangen war. Hatte der Vater den Freund belästigt, hatte jener seinem Sohn davon erzählt, war daraufhin (oder schon früher nach einem ähnlichen Vorfall) der Mordplan gefasst worden? Jedenfalls hatten die beiden nicht eine Spur von Respekt vor dem Vater, was verständlich wäre, doch steigerten sie sich auch in eine Verachtung der ganzen Familie hinein, die einer zeitgemäßen Gefühlsduselei mit armen Verbrechern keinen Raum lässt. Sicherlich wollten die beiden dann mit dem geerbten Geld nach Amerika auswandern, ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Wenn jemand eine Erklärung findet, die der Wahrscheinlichkeit näher kommt, so wären wir bass erstaunt.

„Bin gespannt, was beim Prozess herauskommt“, murmelte Beobachter X. „Aber wegen der weltweiten Privacy-Gesetze, die auch Perverse schützen sollen, darf ein Journalist ja kaum noch die Wahrheit schreiben.“

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit  (22.9.2009)

Wie befürchtet: Der Prozess wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Der Vorsitzende Richter am Landgericht Ulm erklärte: „Einige Tatteile wurden begangen, als die beiden noch keine 18 Jahre alt waren.“ (NWZ 1.8.2009, S. 3) Uns persönlich scheint diese Begründung an den Haaren herbeigezogen. Denn alle anderen Straftaten wie Diebstähle und Einbrüche waren ja Lappalien im Vergleich zu einem Vierfachmord. Das Gericht muss sich offenbar der neuen Gesetzgebung anpassen, die von den bundesdeutschen Liberalen (darunter verstehen wir alle herrschenden Parteien) im Einklang mit EU und UNO festgelegt worden ist. Eine angebliche Diskriminierung bestimmter Leute muss unter allen Umständen vermieden werden. Und so lautet die Schlagzeile der Lokalzeitung eben: „Habgier soll das Motiv sein“ (S. 3). Der Ausschluss der Öffentlichkeit (angeblich „zwingend vorgeschrieben“ aufgrund der Gesetzeslage) bestärkt uns in unserem Verdacht, dass etwas vertuscht werden soll, und wir bleiben bei unserer Theorie. Die Wahrheit wird am Ende siegen, und gegen das Jüngste Gericht ist ein irdisches Gericht fast nichts.

Die salbungsvollen Worte des Vaters und früheren Sex-Shop-Betreibers in seinem Weihnachts-Rundbrief machen auf den Berichterstatter persönlich den Eindruck der Heuchelei, und unwillkürlich denkt er an eine Passage in einer alten Zeitung, die er gerade gelesen hat:

Ein Teufel im Priestergewand. Erschütternd ist die Tatsache, daß der Pfarrer (Peter Bauer), wenn die von ihm Verführten gegen die schmutzigen Dinge Bedenken erhoben, wenn sie sich scheuten, die Ungeheuerlichkeiten zu begehen, zu denen sie der Wüstling im geistlichen Gewande aufforderte, diese Bedenken mit der Versicherung zerstreute, was sie in seiner Gegenwart täten, sei keine Sünde, das brauchten sie nicht zu beichten (!). Ja, er ging öfter so weit, den jungen Leuten, nachdem er sie körperlich und seelisch durch seine Gemeinheiten vergiftet hatte, zum Abschied den kirchlichen Segen zu geben, eine Blasphemie, wie sie abstoßender nicht ersonnen werden kann.“ (Prozeß vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Trier, Westdeutscher Beobachter, Amtliches Organ der NSDAP und sämtlicher Behörden / Ausgabe Köln (Stadt). 8. Mai 1937, S. 5; nachgedruckt für die Serie Zeitungszeugen, Nummer 32, 2009)

Wenn es im letzten Fall auch Zynismus und im ersten Fall Heuchelei war, so ist doch beides mit einer christlichen Lebensauffassung nicht vereinbar. Dem Teufel ist dann egal, ob einer behauptet, katholisch oder protestantisch zu sein.

Der Prozess in Ulm (I): Widersprüche und Merkwürdigkeiten (6.12.2009)

Die Fälle, in denen etwas verschwiegen werden soll (keine Angst, alles wird aufkommen beim Jüngsten Gericht), gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Nehmen wir den Fall Boffo. Da macht „Giornale“-Chefredakteur Vittorio Feltri schweren Herzens einen formellen Rückzieher – aber wohl nur aus Angst vor der J.k., wie „la Repubblica“ andeutet (5.12.2009, S. 11; vgl. „Corriere della Sera“ vom gleichen Tag, S. 9). Der biedere Leser fragt sich nur, warum die Justiz im Fall des „Avvenire“-Chefredakteurs überhaupt ein Faszikel (casellario giudiziario) angelegt hat, wenn nichts vorgefallen ist. Doch darüber, besonders die über alle Maßen aufschlussreiche Haltung des Vatikans, ein andermal.

Der in Logik geschulte, von der ersten Seite an argwöhnische Agatha-Christie-Leser macht sich bezüglich des derzeit in Ulm laufenden Prozesses gegen die (korrekterweise: mutmaßlichen) Vierfachmörder ähnliche Gedanken. Auch auf die Gefahr hin, uns zu wiederholen, wollen wir einige Widersprüche und Merkwürdigkeiten aufzeigen:

Auslosung der Presseplätze. „Die Pressevertreter wurden per Los ausgewählt.“ (Südwestpresse, Ulm, S. 5) Wenn dies wahr sein sollte, so kann man dem Gericht nur ein unverantwortliches Verhalten vorwerfen. Denn ein Recht auf ausführliche Berichterstattung haben doch wohl in erster Linie die örtlichen Leser, somit die Lokalzeitung, also die Göppinger NWZ bzw. die Mantelredaktion der Südwestpresse, die führende Nachrichtenagentur Deutsche Presse-Agentur dpa und unseres Erachtens auch das führende Regionalblatt Stuttgarter Zeitung. Auf den Gängen des Ulmer Landgerichts tummelten sich 50 Kamerateams aller Fernsehsender sowie Presseleute, wie der Südwestpresse vom 15.10.2009 zu entnehmen ist. Die Klage der Agenturen AP und ddp sowie der Süddeutschen Zeitung scheiterte vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, das kein besonderer Freund der Meinungsfreiheit zu sein scheint. Wie ist es zu erklären, dass das Los ausgerechnet die NWZ und vermutlich die dpa traf, aber nicht das gefürchtete Sensationsblatt „Bild“? So berichten nur neun Journalisten aus dem Gerichtssaal. Wie ging übrigens die Verlosung vor sich, gab es eventuell doch Ausnahmen?

Ausschluss der Öffentlichkeit. Obwohl die Täter bei Begehen des Vierfachmordes volljährig waren, findet der Prozess vor der Jugendkammer unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Dies sei zwingend vorgeschrieben, die Rechtslage sei eindeutig, sagte der Vorsitzende Richter: „Einige Tatteile wurden begangen, als die beiden noch keine 18 Jahre alt waren.“ (NWZ 1.8.2009) Die vorhergehenden Einbrüche sind unserer Meinung nach nur Bagatellen im Vergleich zu einem Vierfachmord. „Vertrackte juristische Stolperfallen machen diese Entscheidung unausweichlich“, meint der NWZ-Reporter. (16.10.2009) Wer hat denn solche Gesetze formuliert? Das wird sich nachprüfen lassen. Die Früchte der unseligen Ära Ehmke gedeihen prächtig. „Mit der Beschränkung will das Gericht die Persönlichkeitsrechte der beiden 19 Jahre alten Angeklagten schützen.“ (NWZ 16.10.2009) Hoffentlich vergisst es dabei nicht, die Persönlichkeitsrechte der ermordeten Schwestern zu schützen, wenn uns ein bisschen Ironie erlaubt wird.

Nur ein einziger Gutachter. Wenn sie einen solchen schwerwiegenden Fall zu behandeln haben, würden wohl viele Richter mehrere Gutachter zu Rate ziehen, nicht nur einen. Beim Vierfachmord von Eislingen hingegen darf ein und derselbe Psychiater das alleinige Gutachten für beide Tatverdächtige abgeben. Dr. P. W. hat für beide „die längsten Gutachten“ seiner Karriere angefertigt, sie umfassen jeweils 135 Seiten. (NWZ 5.11.2009) Wozu 270 Seiten, wenn der Gutachter selber einräumt, dass am Ende des Prozesses „durchaus auch festgestellt werden“ könnte, „dass wir nicht alles aufklären können“. Möglicherweise werde der Prozess ratlose Menschen zurücklassen. Wir meinen: Sein Gutachten sollte doch Licht ins Dunkel bringen, nicht … (lassen wir lieber weg). Wenn er es nicht kann, warum beauftragt das Gericht nicht einen anderen Psychiater? Deshalb fragte die NWZ auch einen Freiburger Kriminologen: „Ist es üblich, nur einen Gutachter für zwei Angeklagte einzusetzen?“ (7.11.2009) Der Experte will übrigens „den weiteren Fortgang des Verfahrens abwarten, bevor er endgültige Bewertungen … abgibt“. (NWZ 11.11.2009) Das spricht Bände, das heißt, er weiß nicht das, was das Gericht von ihm wissen will. Mehr Aussagen von P. W. unter Männerfreundschaft.

Motiv tiefschichtiger. Während die NWZ/Südwestpresse noch am 1.8.2009 auf Seite 3 die Schlagzeile brachte „Habgier soll das Motiv sein“ und die Staatsanwaltschaft vom „Mordmerkmal der Heimtücke“ ausgeht, scheint daran etwas nicht zu stimmen. Denn ständig liest man Sätze wie: siehe unter Andreas und sein Vater. Da wird doch etwas vertuscht, oder nicht? Habgier – oder Beziehungsprobleme? Was ist denn alles zu hören an den Verhandlungstagen, an denen nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch die ausgelosten neun Pressevertreter ausgeschlossen sind? Jedenfalls sollen die beiden die Einbrüche „aus Abenteuerlust“ (NWZ 16.10.2009) verübt haben. Aus dem Schützenhaus sollen sie 17 groß- und kleinkalibrige Kurz- und Langwaffen, darunter die Tatwaffen, und etwa 1700 Schuss Munition gestohlen haben. (Eislinger Zeitung 14.11.2009) „Sie entwendeten Zigaretten, obwohl sie nicht rauchten.“ (NWZ 16.10.2009) Ist das ein Grund, die Öffentlichkeit auszuschließen? Wenn man uns fragt: nein. Also, was steckt dahinter, was unter den Teppich gekehrt werden soll? „… nicht nur die Anwälte der 19-jährigen bezweifeln Geld als Motiv für den Vierfachmord. So sieht .. Hans Stefan, Verteidiger von Andreas, vielmehr Probleme in der Familie als Ursache für die Katastrophe, die Dominanz des Vaters soll dabei eine entscheidende Rolle gespielt haben.“ (NWZ 16.10.2009) „Die Motivlage bleibt aber weiterhin im Dunkeln“, konstatiert die NWZ auch noch am 5.11.2009.

Andreas. „Wie sich jemand so verstellen kann“, wundert sich H.-J. Sch., Vorsitzender der Schützengilde; „es ist erschreckend“. (NWZ 13.10.2009) Andreas sagte einem Sozialarbeiter und Gefängnismitarbeiter: „Ich hätte das für den Frederik auch getan.“ Es habe nie einen Plan gegeben, auch die Eltern seines Freundes umzubringen. (NWZ 17.10.2009) Andreas wird „in Hand- und Fußfesseln“ in den Gerichtssaal geführt, und zwar „mit versteinerter Miene“. (NWZ 16.10.2009) Andreas H. ist der jüngere …, doch er sieht einige Jahre älter aus als Frederik. Souveräner. Abgeklärter. Cooler.“ (Dirk Hülser, NWZ, 16.10.2009) Laut einer Pressemitteilung des Gericht sagte Frederik B., „A. H. habe sich in der Familie nicht wohl gefühlt und bereits 2008 den Gedanken zur Tötung seiner Familie entwickelt. Dem habe F. B. sich nicht entziehen können.“ (Eislinger Zeitung 14.11.2009)

Andreas und sein Vater. „In der komplexen Vater-Sohn-Beziehung und der Isolierung des Sohnes in der Familie liegt nach Ansicht des Verteidigers der Schlüssel zum Verbrechen.“ (NWZ 15.10.2009) Der Halbbruder des Ermordeten und Nebenklärer Georg Häußler: Schon möglich, dass der Vater Andreas auch mal mit dem Kochlöffel geschlagen habe. (NWZ 13.10.2009, S. 15) Wir vermuten anderes, können es aber nicht beweisen.

Frederik. „… ganz offensichtlich mit seinen Nerven am Ende“. (Dirk Hülser, NWZ, 13.10.2009) An Händen und Füßen gefesselt, „doch im Gegensatz (zum ersten Verhandlungstag) nicht an seinen Bewacher angekettet“. F. „wirkt verstört, ängstlich, erschüttert“. Redet leise. (NWZ 16.10.2009) Frederik behauptete am 4.11., er habe die Familie H. allein erschossen, weil dies sein Freund gewünscht habe. Doch „Mit dem Motiv tut er sich ganz arg schwer“, meinte sein Anwalt K. Sch. Die Staatsanwaltschaft verweist hingen auf die Schmauchspuren bei beiden Angeklagten (NWZ 5.11.2009) sowie auf ein ballistisches Gutachten des Bundeskriminalamtes (NWZ 6.11.2009). Im ersten Geständnis hatte Frederik ausgesagt: „Wir waren das zusammen.“ Auf die Schwestern wurde 19 Mal geschossen, auf die Eltern elfmal. (NWZ 6.11.2009)

Frederik und seine Eltern. Interessant ist es, das Verhältnis zwischen Frederik B. und seinen Eltern zu beobachten: „Die Eltern suchen seinen Blick, doch Frederik bewegt seinen Kopf nicht.“ (NWZ 13.10.2009, S. 15, Dirk Hülser) Zu den angeblichen Mordplänen gegen Frederiks Eltern: Diese „hatten bereits vor einigen Wochen … gesagt, ihr Sohn habe ihnen versichert, dass er nie vorhatte, sie zu töten.“ (17.10.2009) Ja, er wird ihnen das wohl nicht auf die Nase binden, wenn er es wirklich vorgehabt haben sollte; dieses war aus Anwaltskreisen durchgesickert, und die NWZ war am 15.10.2009 mit der Schlagzeile erschienen „Noch weitere Morde geplant?“ Zweiter Verhandlungstag: „Die Mutter verfolgt den Sohn mit ihrem Blick, doch der schaut zu Boden und hebt den Kopf nicht an.“ (NWZ 16.10.2009)

Frederiks Eltern erst Zuschauer, dann Zeugen. Sie wohnen der nichtöffentlichen Verhandlung bei, obwohl sie später als Zeugen aussagen müssen. Ist das nicht seltsam? Sie dürfen dann im Zeugenstand nichts „verwenden, was in der Verhandlung gesprochen wurde“. Ihre Teilnahme sorgte für Verwunderung unter einigen Prozessbeobachtern. (NWZ 31.10.2009)

Geld und Erbe. Laut Staatsanwältin Lutz wollten die beiden „an 256 000 Euro gelangen (immerhin eine halbe Millionen Mark, woher stammen sie?), die von Mutter Else Häußler auf einem Schweizer Bankkonto deponiert worden waren“. (NWZ 13.10.2009) Die Vollmacht für das Konto soll Andreas im Februar erhalten haben, doch brauchte er die Unterschriften der beiden Schwestern. (NWZ 15.10.2009) Falls Andreas wegen Mordes oder Totschlags verurteilt wird, ist er erbunwürdig. Eine entsprechende Feststellung wollen seine Verwandten abgeben, und falls sie es nicht tun, könnte dies der Staat tun als letzter in der Erbfolge. (NWZ 31.10.2009, S. 17) Eine Passantin aus Göppingen meinte in einer NWZ-Umfrage, dass das Geständnis Frederiks wohl eine „abgekartete Sache“ zwischen beiden sei. „Es wird gemutmaßt, dass Frederik B. die Tat auf sich nehme, damit Andreas Häussler das Erbe seiner Familien antreten könne und beide gemeinsam nach verbüßter Strafe dann das Geld zur Verfügung hätten.“ (6.11.2009) Ebenso das Elternhaus von Andreas mit einem „Verkehrswert von einigen hunderttausend Euro“. (NWZ 31.10.2009) Falls die Behauptung Frederiks stimmen sollte, er habe alleine geschossen, und wenn Andreas nicht wegen Mordes verurteilt wird, könnte er als Anstifter oder Mittäter verurteilt werden; auch eine mittelbare Täterschaft gibt es. (NWZ 12.11.2009)

Männerfreundschaft. Die beiden hätten sich ein „Schweigegelübde“ gegeben, erfährt man aus der NWZ. (16.10.2009) Frederiks Anwalt K. Sch. „glaubt, dass sein Mandant in einem Abhängigkeitsverhältnis zu Andreas gestanden hat.“ (NWZ 5.11.2009) „Klar“ ist etwas anderes als „offenbar“, und so geht schon aus der Formulierung hervor, dass sich der Verfasser des folgenden Satzes seiner Sache nicht ganz sicher ist: „Klar ist hingegen, dass der vor allem in der Boulevardpresse kolportierte Verdacht, die beiden Freunde seien homosexuell, offenbar nicht haltbar ist.“ (NWZ 6.11.2009) Noch mehr von dieser Sorte: Widersprüchlicher kann man sich kaum ausdrücken wie der Psychiater P. W. Die Eislinger Zeitung gibt ein paar Passagen aus dem Magazin „stern“ wieder, das uns leider nicht vorliegt. Wir zitieren deshalb aus der Eislinger Zeitung vom 11.11.2009:

„Wie der ,stern´ berichtet, bezeichnet Winckler sie als junge Männer, denen bis zur Tat ein Kompass, eine klare Richtung im Leben fehlte. (Anmerkung ETIKA: Wir dachten bisher, sie seien regelmäßig zu den evangelischen Gottesdiensten gegangen und hätten ihre soziale Ader in der Jugendarbeit und in Vereinen betätigt.) Es gebe keine Anzeichen dafür, dass einer der beiden extrem abhängig vom anderen oder ihm gar hörig war. Ebenfalls, so der Psychiater, sei nicht davon auszugehen, dass die jungen Männer eine homosexuelle Beziehung hatten. Winckler kommt laut ,stern´ zu unterschiedlichen Wertungen – je nachdem, welches Motiv bei den beiden vorlag: Sei Hass von A. H. auf seine Familie das Motiv für den Mord gewesen und ein ihm höriger F. habe mitgemacht, spricht sich Gutachter Winckler für die Anwendung von Jugendstrafrecht aus. Ein Vierfachmord aus diesen Gründen sei nur mit Reifeverzögerungen zu erklären. (Anmerkung ETIKA: Da lachen ja die Hühner: Wenn jeder mit Reifeverzögerungen einen Vierfachmord begeht …)  War Habgier … das Motiv gewesen, komme eher das härtere Erwachsenenstrafrecht in Betracht. … Jedenfalls sind die beiden … voll schuldfähig.“

Die Eislinger Zeitung betont, dass die beiden „ein als „innig“ bezeichnetes Verhältnis verbindet. (7.11.2009) Dieses wird nicht ewig dauern. Der Freiburger Kriminologe und Psychologe Helmut Kury hält es für durchaus möglich, „dass diese Loyalität auseinanderbricht und jeder versucht, seine Haut zu retten, und sie sich irgendwann gegenseitig belasten.“ (NWZ 7.11.2009) Dies ist nur eine Frage der Zeit, wie jeder weiß, der unseren Roman „Jedem nach seinen Taten“ gelesen hat. Wenn nicht jetzt vor Gericht oder später im Jenseits, dann vielleicht schon in einigen Jahren: „Falls die Angeklagten nach Jugendstrafrecht verurteilt werden, könnten sie schon nach sechs Jahren wieder frei sein.“ (NWZ 7.11.2009) Bei der Aufteilung der Beute sind sich schon nicht wenige Ganoven in die Haare geraten. Ein Lichtblick.

Der Prozess in Ulm (II): Sex und Perversionen

Die Lüge von der Volljährigkeit mit 18. Das Gericht schließt die zugelassenen neun Journalisten von der Verhandlung aus, sobald die beiden Angeklagten aussagen. Dies hat die Verteidigung durchgesetzt, obwohl beide Angeklagte aussagten, dass sie die Waffen „unabhängig“ von dem späteren Vierfachmord gestohlen hätten; es folgten damals Schießübungen im Wald, auch mit Schalldämpfer. (NWZ 26.11.2009) Also dürften die Angeklagten nicht behandelt werden, als seien sie Jugendliche, die ja vom Gesetz besonders geschützt sind.

Töten von Tieren als Vorstufe zum Töten von Menschen. Wir haben immer davor gewarnt: Wer grundlos oder „zum Spaß“ Tiere tötet, kann früher oder später auch für Menschen gefährlich werden. Denn die von Natur angelegten Hemmungen werden mit jeder sinnlosen Tötung abgebaut, und der Betreffende denkt und handelt pervers. Vom Gerichtssprecher W. F. war zu erfahren, dass Andreas H. über „vorsätzliche Tötung von Tieren“ berichtet hat. (NWZ 26.11.2009) Übung macht den Meister.

Der komische Vater.

Er wird von Zeugen einmal als „dominant und autoritär, aber nicht über die Maßen“ beschrieben, dann wieder als „herrschsüchtig“ (NWZ 9.12.2009) und „despotisch“ (NWZ 10.12.2009). Er verbot seiner Familie wegen der ihm nicht passenden Ausrichtung einer Tauffeier Kontakte zu engen Verwandten.  (NWZ 9.12.2009) Die Tochter – damals 14 - zog er einmal an den Haaren über den Tisch. (NWZ 10.12.2009) Mehr im nächsten Abschnitt.

Über Sex.

Beide Angeklagte haben (natürlich) eine „homosexuelle Komponente“ in ihrer Beziehung verneint. (NWZ 26.11.2009) Eine ehemalige Freundin von A. gab sexuelle Kontakte zu, als sie der Gutachter (!) danach fragte. (NWZ 10.12.2009) Größten Aufschluss vermittelt jedem Agatha-Christie-Fan die Tatsache, dass der Vorsitzende Richter Gerd Gugenhan eine Frage zum Vater als „unzulässig“ zurückwies, weil sie „pietätlos“ sei „und nichts zur Sache“ tue. Dabei handelt es sich unserer Ansicht nach beim Vater um den Schlüssel zum Ganzen. Der Vater hatte in den 70er Jahren in Geislingen/Steige einen Sexshop beim Bahnhof betrieben und (laut Andreas) „den Sohn zum 18. Geburtstag in ein Bordell ausgeführt“, (NWZ 16.12.2009), und zwar in Esslingen am Neckar (NWZ 17.12.2009) Was tat er sonst noch? Wir haben keine Beweise, nur Vermutungen.

Für uns der Knüller: Eine Nachbarin sah die Angeklagten in der Tatnacht mit nacktem Oberkörper am Fenster der Wohnung. (NWZ 17.12.2009) Wie Miss Marple und Hercule Poirot erinnern wir uns an Ähnliches. So verfolgten wir im Gerichtssaal in Hechingen einmal die Verhandlung gegen einen jungen Mörder, der nach der Tat …

Pervers.

Wem letzteres nicht genug ist, für den mehr: Andreas H. hat schon als Kind vorgehabt, seine Familie zu töten; dies bekannte er vor Gericht. (NWZ 3.12.2009) Obwohl die Mutter ihn als Prinzen behandelte. (9.12.2009) „Das Böse ist immer und überall“, lautet der Song einer österreichischen Rockgruppe.

Frederik B. schrieb seinem Anwalt: „Als ich schoss, hat Christin gesagt: „Hey, was soll der Scheiß?“ Darauf hat Andreas gesagt: „Ja, so ist die: arrogant bis zum Schluss.““ Zynischer geht´s  nicht mehr. Weiter schrieb Frederik: „Wir haben gedacht, das Leben ist wie ein Film.“ NWZ-Reporter Dirk Hülser zeichnet das Bild eines „intelligenten, aber unsicheren, ausgegrenzten und zutiefst reuigen jungen Mannes“. (NWZ 17.12.2009) Dazu passt aber gar nicht, was Frederik einer Internet-Freundin aus Luxemburg, die er beim Urlaub 2008 in Italien kennengelernt hatte, beim Chatten geschrieben hatte: „Hey, was hast du erwartet? Dass ich der kalte Killer bin, als der ich mich ausgebe? … Das kannst du nicht wollen, dass ich dir zeige, wie hart ich bin und zu was ich fähig bin. … Ich glaube nicht an eine gerechte Welt.“ (NWZ 22.12.2009) Pervers. Wer nicht an die Gerechtigkeit Gottes glaubt, wird sie schmerzhaft erfahren. Übrigens erkannte die Luxemburgerin die Wahrheit per Webcam, sie staunte nämlich wegen des „engen Kontakts“ zwischen Frederik und Andreas: „Ich habe dann gesagt: Ihr seid echt wie siamesische Zwillinge, das kann doch nicht gesund sein.“

Streit bei Wanderung.

Als Schlüsselerlebnis wird laut Dirk Hülser eine Schneewanderung zu einer Hütte im Allgäu vermutet; sie wird als möglicher Auslöser für den Mordplan genannt. Andreas war dagegen gewesen, im Nebel und im Finstern zu der 1750 Meter hohen Hütte aufzusteigen. (NWZ 9. und 16. 12.2009) Wenn das alles war: für uns eine Nebensächlichkeit.

Wer schoss? Es geht um 800 000 Euro.

Beide Angeklagte behaupteten, Frederik habe die 30 Schüsse abgegeben. Damit hätte Andreas noch die Hoffnung, das Erbe der Umgebrachten einheimsen zu können. Und Frederik könnte hoffen, dass Andreas mit ihm teilt. Doch während Frederik angab, Andreas sei hinter ihm gestanden, als er schoss, behauptete dieser, er habe sich während der Morde jeweils im anderen Stockwerk aufgehalten. (NWZ 3.12.2009) Warum wird eigentlich kein Lügendetektor eingesetzt? Denn dass zumindest einer lügt, ist offensichtlich. Immerhin soll sich der Wert des Nachlasses auf 800 000 Euro belaufen: zwei Häuser in Eislingen und Süßen, eine Wohnung, zwei Grundstücke, mehrere Konten sowie das 256 000-Euro-Depot der Mutterin der Schweiz. (NWZ 17.und 3.12.2009)

Um Minuten verpasst.

Der jüngere der beiden Freunde der ermordeten Töchter fuhr in der Tatnacht um 0.30 h zum Haus in der Friedhofstraße. Nur wenige Minuten später dürften die Eltern angekommen sein, auf die die Mörder der Töchter warteten. (NWZ 9.12.2009) Da alles still war und niemand auf machte, fuhr der Freund wieder weg.

Noch so eine verpasste Gelegenheit: Die Mutter von Frederik sah am Tatabend, wie die beiden Freunde einen großen Karton trugen. Sie wollte den beiden „hinterherfahren und schauen, was sie vorhaben. Doch der Vater habe abgewinkt“. In dem Karton war ein in der Realschule gestohlener Computer, den sie im Wald in einen Bach warfen, bevor sie die Schwestern töteten.

Allerlösungslehre gebiert gnadenlose Killer

Fernsehen mit schuldig am Vierfachmord (13.1.2009, TV-Kritik anhand des Filmes „Mörder auf Amrum“)

Weitere Prozessnotizen 2010

Der Vater wurde hinter der Wohnungstür aufgefunden, die Mutter im Durchgang vom Flur zum Bad, die Töchter auf einem Bett im oberen Stockwerk. – Schüsse ins Gesicht, in den Bauch, in die Arme, in den Hals. - Schmauchspuren müssen nicht von den tödlichen Schüssen stammen. – Anwalt Klaus Schulz: „Wenn Frederik nicht gestanden hätte, hätten die keinen einzigen Beweis gehabt.“ (Unseres Erachtens eine zynische Feststellung. Er soll sich als Christenmensch doch freuen, wenn die Wahrheit herauskommt.) (NWZ 21.1.2010 Dirk Hülser) „Porno-Hansi“ sei Häussler in Geislingen genannt worden, denn dort habe er seinerzeit den ersten Sex-Shop eröffnet. Nach dem Umzug nach Eislingen wandelte sich der Vater von Andreas, er war in der Kirchengemeinde aktiv, leitete die Kinderkirche und engagierte sich im CDU-Ortsverein. (NWZ 4.2.2010, S. 17) Wir wundern uns nicht, dass Pfarrerin Kathinka Korn von der Lutherkirche die Aussage verweigerte, obwohl sie nach langem Hin und Her doch noch eine Aussagegenehmigung des Oberkirchenrats in Stuttgart erhalten hatte. Aus der Eislinger Zeitung erfahren wir eine Neuigkeit sondergleichen: „Der evangelische Oberkirchenrat ist Dienstherr der Pfarrerinnen und Pfarrer. Er hatte schon einmal eine Aussagegenehmigung … abgelehnt. Nun allerdings stimmte er ihrer Aussage zu. Dazu erklärte Pressesprecher Christian Tsalos: „Ihr ist die Genehmigung für eine Aussage erteilt worden, mit dem Vorbehalt, dass das Beicht- und Dienstgeheimnis nicht verletzt wird.“ (EZ 24.2.2010, S. 5) In der evangelischen Kirche gibt es also ein Beichtgeheimnis, obwohl eigentlich kein Kirchenmitglied davon weiß, dass er bei einem Pfarrer beichten könnte! ETIKA fragt: Wer machte „Porno-Hansi“ zum Leiter der Kinderkirche?  – Das Landgericht Ulm hat Andreas Häussler auf dessen Antrag hin für erbunwürdig erklärt. (NWZ 24.3.2010) Den Wert des Erbes hat man inzwischen auf rund eine Million Euro hochgeschraubt. (Südwestpresse 26.3.2010, S. 3)

„Mord aus Liebe“ in Wirklichkeit … Freundesdienst

„Aus Liebe zu Andreas“ will Frederik B. die Morde begangen haben, so sein zweites Geständnis, das erheblich vom ersten abweicht. Der Mörder weiß nicht, was Liebe ist, sonst hätte er diesen heiligen Begriff nicht in den Mund genommen. Weil es sich unserer Meinung nach um den Dreh- und Angelpunkt des ganzen Geschehens handelt, zitieren wir nachstehend ausführlich den Bericht von Dirk Hülser in der NWZ vom 28.1.2010, S. 17:

„Aus Liebe zu Andreas“: Dieser Satz warf gestern wieder die Frage nach einer möglichen Homosexualität der beiden Freunde auf. So wurde von einem … Kripo-Beamten beichtet, Frederik habe ausgesagt, dass er und Andreas im Mallorca-Urlaub von dessen Vater Hans-Jürgen H. ertappt worden seien, wie sie gemeinsam im Bett lagen. „Wart ihr intim?“ hatte der Beamte im April von Frederik wissen wollen. Dieser habe genickt – was „intim für den 19-Jährigen bedeutet, wurde aber nie geklärt. Zudem habe Frederik behauptet, Andreas habe Freundinnen nur als „Alibi“ gehabt. Der 19-Jährige hatte ein homosexuelles Verhältnis bisher stets bestritten.“ (Dirk Hülser, NWZ, 28.1.2010, S. 17)

Wir erinnern uns, dass es am Anfang geheißen hatte, von Homosexualität könne nicht die Rede sein. Wer hat das damals gesagt? Kein Geringerer als … Und nun kommt noch so ein Hammer: Trotz diesem klaren, eindeutigen Bekenntnis wagt der Tübinger Psychiater Dr. Peter Winckler in der Verhandlung vom 2. März die unverfrorene Behauptung laut NWZ: „Niemals sei es in der Freundschaft jedoch um Homosexualität gegangen, „allerhöchstens mal Händchenhalten“ sei gewesen. Sie hätten aber eigene Rituale gepflegt …“ (NWZ 3.3.2010) Für wie dumm hält uns der Psychiater eigentlich? Wir machen Winckler und die anderen darauf aufmerksam, dass sie beim Jüngsten Gericht für jedes ihrer Worte Rechenschaft ablegen müssen. Vielleicht erinnert er sich dann an seinen eigenen Satz: „Dies (die Mordabfolge) weist auf eine Selbstbeherrschung der Täter hin, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt“, sagte Winckler. (NWZ 13.3.2010) Angeblich blickt er überhaupt nicht durch, denn in derselben Verhandlung erklärte er: „Die Frage nach dem Tatmotiv ist für mich komplett offen geblieben“. (NWZ 13.3.2010) Zehn Tage später verwendete Winckler bei der Suche nach dem möglichen Motiv den Begriff „Tyrannenmord“, als ob nur der Vater umgebracht worden wäre und nicht auch Mutter und Schwestern. Außer dem „Mord aus Freundschaft“ käme noch Habgier in Frage. Er sprach auch von einer „narzisstischen Mordlust“, die das Erleben von Macht beinhalte. Es könne sich aber auch einfach um ein „Morden aus Langeweile“ gehandelt haben. (NWZ 23.3.2010) Laut Staatsanwältin hatte Frederik „die Vorstellung, ein Band ewiger Freundschaft schmieden zu können.“ (Südwestpresse, 26.3.2010, S. 3, Dirk Hülser) Dies werden Horcherohren an einem gewissen Ort süffisant zur Kenntnis genommen haben und ihnen ein solches Band schmieden.

In dem Bericht von Dirk Hülser vom 3. März steht dann auch der seltsame, aber aufschlussreiche  Satz: „Diese enge Freundschaft ermöglichte letztlich auch die vier Morde.“ Und weiter heißt es: „Es war die vollkommene Beziehung, ein Freund fürs Leben“, sagte der 19-Jährige (Frederik).

Täter für Todesstrafe - Rückkehr in Gesellschaft unmöglich

„Wenn es nach ihm ginge, müsse er mit dem Tode bestraft werden“, befand Frederik gegenüber dem Gutachter. Die Gesellschaft erwarte von ihm, dass er sich therapieren lasse, er aber halte das für Unsinn. Eine Rückkehr in die menschliche Gesellschaft sei für ihn ohnehin unmöglich. Der Tübinger Psychiater  warnt davor, dass der 19-Jährige selbstmordgefährdet sei. (NWZ 3.3.2010, Dirk Hülser) Für Frederik stellte Winckler „eine ausgesprochen ungünstige Gefährlichkeitsprognose“. (NWZ 13.3.2010)

Beide haben geschossen

Der Eislinger Zeitung vom 31.3.2010, S. 3, entnehmen wir folgenden Absatz:

Ergänzend heißt es in einer von der Stuttgarter Zeitung zitierten Meldung der Deutschen Presse Agentur …: „Die Oberstaatsanwaltschaft warf beiden Angeklagten vor, geschossen zu haben. Der heute 20-jährige Frederik B. habe der Polizei gestanden, Andreas H. habe die Schwestern und den Vater allein erschossen.“ Er habe auf die Mutter gefeuert. Anmerkung: laut SWR-Fernsehen, 31.3.32010, weil die Pistole von Andreas Ladehemmung hatte.

Der Teufelscode der Unzertrennlichen

„Der tödliche Code“ - unter diesem Titel erscheint am Tag der Urteilsverkündung (31.3.2010, S. 3) in der NWZ und Südwestpresse eine Gesamtzusammenfassung des bisherigen Prozessverlaufs von Dirk Hülser folgender sensationelle Absatz, der alles über das Motiv aussagt. Warum war nichts früher darüber zu lesen? Wir zitieren die NWZ:

„5142. Das war ihr Code. Sie riefen ihn sich zu, auf dem Schulhof oder im Bus, das war ihr Zeichen, der Beweis ihrer Verbundenheit. Die Ziffern standen für ihren Geheimbund, den niemand trennen konnte. Und nur sie wussten, was sich hinter den Zahlen verbarg. 5142. Fünf Mitglieder hatte die Familie H. Und nur eines würde überleben. Vier von ihnen mussten in der Nacht zum Karfreitag 2009 in Eislingen sterben. Und jetzt gab es nur noch Andreas und Frederik – zwei, die niemals jemand würde trennen können. 5142 – ein tödlicher Code.“

Ein teuflischer Code, der das ganze perverse, unmenschliche Denken und Handeln der beiden Täter offenbart. 5+1 = 6. 4+2 = 6. Da fehlt natürlich nur noch Sex zur Teufelszahl 666. Man vergleiche die erschütternde Anklage des Dämons beim Jüngsten Gericht, aufnotiert von Luis von Granada.

Das Urteil

Das Urteil in Kurzform: Höchststrafe für beide Täter, für Andreas H. nach dem Erwachsenenstrafrecht also „lebenslange“ Haft, bei besonderer Schwere der Schuld, anschließende Sicherungsverwahrung vorbehalten; für Frederik B. 10 Jahre Jugendstrafe.

In der Stuttgarter Zeitung wandte sich Stefan Geiger zuvor gegen öffentlichen Druck auf das Gericht und schrieb: „Es gibt Taten, bei denen eine Strafe, die als mild erscheinen kann, kaum noch erträglich ist. Der Vierfachmord von Eislingen gehört dazu. Die Schuld eines Menschen ist aber nach anderen Kriterien zu messen.“ (StZ 26.3.2010, S. 21) Wir hatten immer gedacht, in einer Demokratie entscheide die Mehrheit. Das heißt, wenn die Mehrheit des Volkes strenge Strafen für Mord, Schändung von Kindern und so weiter fordert, wieso werden dann oft so extrem milde Urteile verhängt? Ist das noch demokratisch – oder nicht vielmehr Humanitätsduselei, die auf Kosten der künftigen Opfer und der Bevölkerung geht? Darf die Sicherheit der Bevölkerung nicht Vorrang haben?

dpa-Bericht über die Urteilsverkündung in der NWZ unter http://www.swp.de/goeppingen/nachrichten/suedwestumschau/art4319,425949.

Hier ein Auszug aus der Pressemitteilung des Landgerichts Ulm, wie sie die Eislinger Zeitung in ihrer Ausgabe vom 3. April auf Seite 3 abgedruckt hat:

Im Verfahren um den „Vierfachmord von Eislingen“ hat die 6. Große Jugendkammer des Landgerichts Ulm heute beide Angeklagte wegen zweifachen Doppelmords und Diebstahls mit Waffen schuldig gesprochen. Der Angeklagte B. (Anmerkung ETIKA: Frederik Begenat) wurde zu einer Jugendstrafe von zehn Jahren, der Sohn (Andreas) der getöteten Familie H. (Häussler) zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Bei H. hat die Kammer zudem die besondere Schwere der Schuld festgestellt und die Sicherungsverwahrung des Angeklagten vorbehalten. Über letztere wird abschließend am Ende von H.s Strafhaft zu entscheiden sein.

In der Hauptverhandlung, die zwischen dem 12. Oktober 2009 und dem 31. März 2010 insgesamt 20 Verhandlungstage dauerte, wurden 60 Zeugen, ein Waffensachverständiger, ein Gerichtsmediziner und ein psychiatrischer Sachverständiger vernommen. …

H. und B. hatten im Oktober 2008 bei einem akribisch geplanten Einbruch aus dem Stahlschrank eines Eislinger Schützenvereins u. a. 15 Gewehre, drei Pistolen und einen Revolver nebst Munition gestohlen.

In der Folgezeit entwickelte H. den Plan, seine Eltern und seine beiden Schwestern zu töten. Hauptmotiv war für H. das Vermögen der Eltern zu erben, das mit Grundbesitz, Kapitalanlagen sowie Lebensversicherungen ca. eine Million Euro umfasst. Er weihte seinen Freund B. in den Plan ein, der sich bereiterklärte, an den Morden mitzuwirken. Beide erwogen verschiedene Möglichkeiten, um den perfekten Mord zu begehen. Sie entschlossen sich schließlich am Gründonnerstag, 9. April 2009, zur Tat. Für die Pistolen hatten sie Schalldämpfer … gebastelt. …

Gegen 22.30 Uhr töteten sie die dann die Schwestern von H. im elterlichen Haus, die 22-jährige Annemarie mit mindestens neun und die 24-jährige Christin mit mindestens acht Schüssen aus zwei Pistolen.

Danach suchten sie zielgerichtet die Eltern von H. auf, die gemeinsam mit Freunden in ein Eislinger Lokal zu einer Musikveranstaltung gegangen waren. Beide gaben sich den Eltern gegenüber entspannt und gut gelaunt. Nach etwa einer halben Stunde gingen H. und B. zurück in die Wohnung von H., wo sie auf die Rückkehr der Eltern H. warteten. Als die Eltern gegen 0.30 Uhr in die Wohnung kamen, wurden auch sie erschossen: Der 57-jährige Vater, der sich gerade die Hausschuhe anzog, mit mindestens sieben Schüssen, die 55-jährige Mutter, die auf dem Weg zur Toilette war, mit drei Schüssen.

Wer bei den Taten geschossen hatte, ließ sich nach Ansicht der Kammer nicht sicher feststellen. Auch was die Angeklagten in der Folgezeit machten, wurde teilweise von den Angeklagten bis zuletzt verschleiert. Am nächsten Morgen spielten beide Angeklagte der Polizei die trauernden Entdecker der Bluttat vor. Allerdings gerieten sie noch am selben Tag in Tatverdacht, wurden vorläufig festgenommen und am nächsten Tag in Untersuchungshaft genommen.

Zentrale Frage des Prozesses waren die Motive der Angeklagten. H. gab hierzu an, er sei in der Familie isoliert gewesen und habe einem tyrannischen Vater entkommen wollen, dem der Rest der Familie bedingungslos gehorchte. Die Kammer hält dies für widerlegt. Auch das Bild des dominierenden Vaters fand die Kammer nicht bestätigt. (Anmerkung ETIKA: was weiß Kathinka Korn?)

Dass Habgier das Hauptmotiv von H. war, wird hingegen von verschiedenen Indizien gestützt. Unter anderem hatte H. vor der Tat auf einer Liste notiert, was nach dem Tod der gesamten Familie vordringlich zu erledigen sei. Wichtigste Punkte waren danach die Abklärung der genauen Vermögensverhältnisse sowie die Erfüllung verschiedener Wünsche. Auch seinen Freund B. hatte er aufgefordert, sich eine Liste mit Wünschen zu machen. Ob auch für B. das Erlangen des Erbes zentrales Motiv war oder ob für ihn handlungsleitend war, mit der Tötung der Familie seinem Freund einen „Gefallen“ zu tun, konnte die Kammer nicht sicher abgrenzen. Sie wertete das bei B. festgestellte Motivbündel als „sonstigen niedrigen Beweggrund“. Beide Angeklagte handelten zudem „heimtückisch“ i. S. v. § 211 StGB. …

Die Angeklagten H. und B. waren zum Zeitpunkte der Morde 18 ½ bzw. 19 Jahre alt, mithin Heranwachsende im Rechtssinne. Auf Heranwachsende ist Erwachsenenstrafrecht anzuwenden, es sei denn die Gesamtwürdigung der Persönlichkeit des Täters bei Berücksichtigung auch der Umweltbedingungen ergibt, dass er zur Zeit der Tat nach seiner sittlichen und geistigen Entwicklung noch einem Jugendlichen gleichstand. Hat ein Angeklagter dagegen bereits die einen jungen Erwachsenen kennzeichnende Ausformung erfahren, dann ist er nicht mehr einem Jugendlichen gleichzustellen und auf ihn ist allgemeines Strafrecht anzuwenden. Unter Anwendung dieser Gesichtspunkte erachtete die Kammer H. für nicht mehr einem Jugendlichen gleichstehend. Die Schwere der Schuld einerseits wie andererseits die in wesentlichen Teilen abgeschlossene Persönlichkeitsentwicklung und -züge sowie die potentielle (Anmerkung ETIKA: großes Lob, dass nicht das verhunzte „potenziell“ aufscheint, denn jedem, der Fremdsprachen gelernt hat, kommt bei dieser unglückseligen Rechtschreibreform das Grausen) Gefährlichkeit von H. waren für die Festsetzung der Rechtsfolgen ausschlaggebend. Bei B. führten verbleibende Zweifel an seinem Entwicklungsstand zur Anwendung von Jugendstrafrecht. Auch hier gebot die verwirklichte Schuld (Anm.: seltsame Konstruktion) die Verhängung der Höchststrafe von zehn Jahren Jugendstrafe. (Soweit die Pressemitteilung in der EZ)

Dirk Hülser kommentierte in der NWZ am 31.3.2010, „Rachegedanken sind fehl am Platz, denn wie alle Straftäter haben sie Vergebung und die Chance auf eine Rückkehr in die Gesellschaft verdient.“ Wirklich? Wie Massenmörder, Bestien, Vampire, von Mordlust Befallene? Hat Dirk Hülser noch nie etwas davon gehört, dass auch potentielle Opfer Menschenrechte haben, nämlich das Recht auf Schutz und Sicherheit? Und am 1.4. kritisiert derselbe Journalist dann die Verhängung der Höchststrafe: „Wie soll künftig ein Heranwachsender bestraft werden, der noch mehr Menschen auf dem Gewissen und aus purer Mordlust gehandelt hat?“ Die Antwort überlassen wir ausnahmsweise der Bild-Zeitung: „Es sind Verbrechen, die abscheulicher nicht sein könnten.“ (1.4.2010 BILD.de)

„Die Verteidigung von Andreas H. hat Revision beim Bundesgerichtshof angekündigt, unter anderem, weil der Gerichtspsychiater kein schlüssiges Tatmotiv gefunden und also fachlich nicht kompetent gewesen sei.“ (Stuttgarter Zeitung, 1.4.2010, Rüdiger Bäßler)

Weitere Details, die nach und nach durchsickern

SWR-Fernseh-Dokumentarfilm „betrifft Familienmord in Eislingen“, 31.3.2010, 20.15 – 21 h. 7-037-325. Ein sehr guter Film von Manfred Bölk, der viele Neuigkeiten enthält. Einige davon: Töchter sahen donnerstagabends wie immer Pro 7: Germany´s Next Topmodel – By Heidi Klum. - Bevor die Mutter (Anmerkung: vom Sohn, den sie verhätschelt hatte) erschossen wurde, tanzte sie ausgelassen in einem Lokal im Zentrum von Eislingen. Ihr Mann, in derselben Stimmung, zahlte den beiden Mördern noch den Eintritt. – Höchst aufschlussreich sind die Zettel, die die beiden, ebenso wie vier Experimentierhasen, im Wald vergraben haben. – Nach dem Vierfachmord fuhren die Täter ins Haus von Frederik. Beide duschten lange, um Schmauch- und Blutspuren zu entfernen. Sie schliefen im gleichen Bett (wenn wir uns nicht verhört haben, sah die Mutter die beiden im Bett, als sie um 4 Uhr aufstand). – Frederiks Eltern töteten sie nur deshalb nicht, weil es aufgefallen wäre, wenn gleich zwei Familien tot wären. - Um 9.30 h gingen sie zum Tatort, um die geplante Show abzuziehen. Während Frederik den still Leidenden markiert, regt sich Andreas künstlich auf und schreit: „Wer das getan hat, den bringe ich um!“ (Anmerkung: Das geht in Erfüllung, denn er hat sich und seinen Freund zugrundegerichtet und wird nie mehr ein unbefangenes Leben führen können, sondern vom Wurm des Gewissens gemartert werden.) – Nach der Show fahren die „Unzertrennlichen“ mit den Eltern von Frederik zu deren Haus; im Auto beten sie. – Die Vollmachten für die Schwarzgeldkonten in der Schweiz besaßen sowohl die Schwestern als auch Andreas. - Andreas war überall beliebt als „Sonnyboy“. Ein-DLRG-Mann: „Wenn er da war, ging die Sonne auf.“ Bei der Schützengilde galt Andreas als „Gute-Laune-Bär“. Ihm wurde das Heimfahren der Schützenkameraden und -kameradinnen anvertraut. – Nach dem Mord schrieben Freunde Botschaften: „Andi wir glauben an dich“. –– Andreas und Frederik trugen gleiche Kleider. - An Pfingsten 2008 wurden sie auf Mallorca vom Vater bei Zärtlichkeiten erwischt. – Mit dem Bordellbesuch in Esslingen wollte der Vater anscheinend seinen Sohn – so wird im Film angedeutet – von der homosexuellen Beziehung abbringen, die später auch als „kranke Beziehung zweier Schüler“ bezeichnet wird. – Die Jungen spielen Tötungsabsichten durch, Haus anzünden usw. – Von 31 Schüssen verfehlte nur einer das Ziel. - Der Todeskampf des Vaters dauerte eine Stunde. (Anmerkung: Warum hat uns das Dirk H. vorenthalten? Oder haben wir dies übersehen?)

Bild, 1.4.2010, online : „Die zwei Schüler sollen eine heimliche Liebesbeziehung gehabt haben. Andreas Vater erwischte die beiden angeblich einmal zusammen im Bett.“ … Der Kriminalpsychologe Christian Lüdke zu BILD.de: „Man spricht dabei … vom ,Folie-à-deux´ (Geistesstörung zu zweit). Eine starke Persönlichkeit steckt eine schwache Persönlichkeit mit ihrem Wahn sozusagen an. Das war auch bei Andreas und Frederik der Fall. … Andreas lebte nach dem Motto: Wenn ich nicht geliebt werde, will ich wenigstens gehasst werden.“

Stern online. Ein Freund der ermordeten Annemarie: „Der Prozess hat die Frage nach dem Warum nicht beantwortet. Das hätte ich mir aber gewünscht.“ (zitiert von der NWZ, 1.4.2010)

NWZ, 1.4.2010, S. 17, Iris Ruoss: Pfarrer Frieder Dehlinger von der (evangelischen) Christuskirche: „Spontan finde ich das Urteil klug.“ Die langen Haftstrafen ließen bei beiden Tätern noch ein Zeitfenster für eine Weiterentwicklung offen. „Bei Frederik deutlicher als bei Andreas“, meint Dehlinger, der beide aus der Jugendarbeit kennt. Ein so schweres Verbrechen erfordere eine deutliche und klare Strafe. Aus geistlicher Sicht meint er: „Vergebung setzt Reue voraus“, und die sei zumindest bei Andreas Häussler, den Medienberichten zufolge, nicht klar erkennbar gewesen. – Eugen Heilig, der zweite Vorsitzende des Eislinger Marketingvereins: „Ich finde die Strafen absolut gerechtfertigt.“ 9.4.2010: Das Urteil gegen Frederik B. ist rechtskräftig. (NWZ)

Stuttgarter Zeitung, 1.4.2010, S. 2, rub/StZ: „Es wird eine Revision beim Bundesgerichtshof geben…“ sagt der Verteidiger von Andreas H. Das Tatmotiv der Angeklagten sei unklar, der Gerichtspsychiater habe es nicht „heben“ können. … Nach Verbüßung der 25 Jahre wird über eine Sicherungsverwahrung (für A.) entschieden. … Frederik B. attestiert der Gerichtssachverständige eine leichte Form von Autismus, das Asperger-Syndrom (im Info-Kasten: Kontakt- und Kommunikationsstörung, sehr festgelegte Interessen, 1944 von Hans Asperger beschrieben). Die beiden Gymnasiasten lernten sich bereits in der Kinderkirche kennen … Sie brechen … ein und werden dabei niemals erwischt – das schweißt sie zusammen.  Aus Langeweile quälen sie Tiere. … Alle Merkwürdigkeiten um diesen Prozess sind … noch nicht beseitigt. Das Landgericht selbst hat seinen Beitrag dazu geleistet, indem es lediglich neun Medienvertreter … zuließ. Auch die Stuttgarter Zeitung hatte keine Möglichkeit, am Prozess teilzunehmen. … Geradezu bizarr mutet ein sich anbahnender Erbstreit … an. … verblutete der Vater und könnte deswegen länger gelebt haben als seine Frau. Wäre dem so, fiele das Erbe an die Familie der Frau. – Aus einem zweiten Bericht auf dieser Seite von Rüdiger Bäßler: Der Tübinger Psychiater Peter Winckler … wusste, zu welcher „monströsen Schauspielerei“ Andreas H. in der Lage war. … Die Annahme, dass es eine homoerotische Anziehung zwischen den Tätern gegeben hatte, konnte der Psychiater weder erhärten noch ausschließen. „Das gehört zur Blackbox dieses Falles“, sagte er. „Frederik machte … klar, dass er zu seinen sexuellen Wünschen nichts sagen werde.“ … Im Herbst 2008 … töteten die Mörder die Nachbarskatze der Familie H. … zutraulich … Vor Gericht begründete Frederik .., es sei darum gegangen auszuprobieren, ob man die „Emotionsdinger“ ausblenden könne … Eine andere Tiertötung … Video … Mit entblößten Oberkörpern posierten sie mit einer geschlachteten Gans, … den Kadaver obszön herumwirbelnd. … strahlende Gesichter … Bis heute ist ein Rätsel, was A. und F. … zwischen 0.30 Uhr … und 3.30 Uhr getan haben – da wurde im Zimmer von Frederik der Computer angeschaltet. Gegen 2 Uhr … eine Zeugin … passierte das Haus der Familie H. … (hatte) durch die Fenster zwei Gestalten mit nacktem Oberkörper  gesehen … Einen davon identifizierte sie als Andreas H. (Eben, das ist spannend! Danke, Rüdiger Bäßler, für diesen ausgezeichneten, inhaltsreichen Bericht mit dem tollen Titel Eine Blackbox, fest verschlossen. Der bisherige Höhepunkt der Berichterstattung neben dem SWR-Film. Noch ein Blick in die Literatur: Im Zoo der Tierquäler spielten riesige Raubkatzen mit einem Sack, in dem etwas zappelte … Leser des Romans „Jedem nach seinen Taten“ wissen Bescheid.)

Der Spiegel, 3.4.2010. Andreas … wird wegen der besonderen Schwere der Schuld kaum vor seinem 40. Lebensjahr wieder in Freiheit gelangen …

NWZ 12.11.2010, Ingrid Zeeb: Der Bundesgerichtshof Karlsruhe hat die Revision des Anwalts von Andreas H. als „offensichtlich unbegründet“ verworfen. Rechtsfehler seien nicht erkennbar.

NWZ 31.12.2010 Jahresrückblick, Dirk Hülser: Härter als Andreas Häussler war zuvor noch nie ein 18-Jähriger in Deutschland verurteilt worden. … Pfarrer Frieder Dehlinger fand den Richterspruch „klug“.

Weitere offene Frage

Frage an die Gesetzgeber des Deutschen Bundestages, der EU und der UNO: Wäre es auch dann zu dem Vierfachmord gekommen, wenn die beiden Freundinnen gehabt hätten oder nach der christlichen Lehre keusch bis zur Hochzeit gelebt hätten? Denkt nach, was Ihr mit gewissen Anti-Diskriminierungs-Gesetzen angerichtet habt und anrichtet, denn ihr werdet für jedes Gesetzeswort, das Ihr gebilligt habt, Rechenschaft ablegen müssen.

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