ETIKA

FEGFEUER

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Blicke in das Fegfeuer

Diverse Autoren
13.8.1999 - 25.2.2010

Gerechte Dauer des Fegefeuers in der Endzeit.

Frage: Wenn das Fegfeuer mit dem Jüngsten Gericht endet, werden ja die Menschen der Endzeit bevorzugt. Sie müssen nur kurze Zeit leiden. Das ist doch nicht gerecht, oder?

Antwort: Jemand hat in einer Vision die Mitteilung erhalten, dass das Leiden für die zuletzt Gestorbenen intensiver ausfällt: es wird zwar kurz sein, aber besonders schmerzhaft. Es gibt aber noch eine zweite, ebenso einfache Erklärung:

Das Jüngste Gericht könnte ja nach menschlichem Maßstab Milliarden Jahre dauern, bis nämlich die Leben aller Menschen vorgeführt und beurteilt werden. Jene Menschen, die zuletzt gestorben sind bzw. jetzt leben, könnten die Gerichtsverhandlung vom Fegefeuer aus verfolgen, wo sie nebenher ihre Sünden abbüßen, und zuletzt aufgerufen werden.

Dann wäre das Rätsel, warum die im Altertum und Mittelalter gestorbenen Menschen für dieselben Sünden vielleicht länger büßen müssen als etwa die im 20. Jahrhundert Gestorbenen, gelöst. Oder Gott hat noch eine andere Lösung parat. (ETIKA 25.2.2010)

Tröstungen im Fegefeuer.
Dom Antoine Marie o.s.b.: Rundbrief vom 13.4.1999 über Pfarrer Paul-Joseph Buguet, Abbaye Saint-Joseph de Clairval, F-21150 Flavigny-sur-Ozerain

Das Fegefeuer ist die unendliche Barmherzigkeit, die Gott für die bereithält, die im Stande der Gnade gestorben sind, die aber nicht in der Lage waren, bis ans Ende der Anforderungen der Liebe zu gehen. Sie sollten jetzt Gott von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen, aber sie können es nicht.

"Das Leiden, das daraus entspringt, ist Läuterung. Es ist eine Art Exil, eine Pein um der Liebe willen, aber ausschließlich sühnend und Genüge leistend." (Kardinal Journet, Vergebung der Sünde, 1966-67).

Die Flammen des Fegefeuers wirken wie Werkzeuge der göttlichen Gerechtigkeit, und sie treffen auf unbeschreibbare Weise die Seele in ihrem Innersten. Die Kirchenlehrer lehren, daß die Leiden des Fegefeuers über alles hinausgehen, was man sich hier auf Erden an schlimmster Pein vorstellen kann. Indessen sind sie nicht ohne Tröstungen. Die stärkste besteht in der Gewissheit, von Gott geliebt zu sein und Ihn nicht mehr durch die Sünde verlieren zu können.

Die Seelen im Fegefeuer können nichts tun, um ihre Qualen zu lindern. Aber "damit sie erlöst werden, sind ihnen die Fürbitten der Gläubigen auf Erde von Nutzen, das heißt: Darbringung der hl. Messe, Almosen und andere Werke der Barmherzigkeit, von Gläubigen für andere Gläubige verrichtet" (Konzil von Florenz). ... 2. Makkabäer 12,45. ...

Schon in ihren Anfängen hat die Kirche das Andenken an die Verstorbenen in Ehren gehalten und für sie Fürbitten und insbesondere das eucharistische Opfer dargebracht, damit sie geläutert werden und zur beseligenden Gottesschau gelangen.

Die Kirche empfiehlt auch Almosen, Ablässe und Bußwerke zugunsten der Verstorbenen.

Pfarrer Buguet schreibt: "Um das Fegefeuer abzukürzen, laßt uns Buße tun. In diesem Sinne kann man alles aufopfern, alle Mühen, allen Kummer, alles, was beunruhigt."

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