ETIKA
95F3

FEGEFEUER AUF ERDEN
Ich war in der Unterwelt

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6.2.2013

Dem Leiter unseres Kurses „Franziskanische Spiritualität“,  P. Dr. Wilhelm Egger OFMCap, gewidmet, welcher der ausgeblendeten furchtbaren Wahrheit seine erbauliche (und überaus empfehlenswerte) „Sonntagsbibel“ gegenüberstellte.

Denn das Predigen vom Kreuz ist eine Torheit, Tollheit, Verrücktheit, Irrsinn, Wahnsinn
 für Jene, die zugrunde gehen, die verloren gehen,
aber für uns, die wir gerettet werden, ist es die Kraft Gottes. (1. Korinther 1,18)

1. Blitzangriff aus dem Jenseits

·       Viele Krankheiten haben mich nacheinander überfallen, seit einem Dreivierteljahr.

·       Aus dem Nichts ein Multiples Myelom. Im Knochenmark sind Zellen entartet, die Antikörper produzieren. Diese haben alles durcheinander gebracht, Eiweiß abgesondert, in die Nieren gespült und die  Kanälchen verstopft bis auf ein Minimum. Nicht ernährungsbedingt. Angefangen hatte es mit Schaum im Urin im März 2012. Im Juli vier Tage im Krankenhaus G.

·       Wahnsinnige Rückenschmerzen, Lähmungen, heftige Schmerzen im rechten Knie.

·       Kann und will nicht mehr essen, trinken, gehen, stehen. Von 72 kg abgemagert auf 49,5; Skelett.

·       Luftmangel, Atemnot, Erstickungsangst, böses, heißes Blut, nachts viele Tode.

·       Arzt verschreibt mir gegen Schmerzen Opiat (Opium, Heroin), ohne es zu sagen. Verliere Verstand.

·       Notdialyse am letzten möglichen Tag im Krankenhaus B. mit dem dort angeblich noch nie gemessenen Kreatinin-Höchstwert von 17, ein Todesurteil.

·       Werde für 17 Tage in der Hämatologie aufgenommen. Knochenmark wird entnommen. In Röhre: MR. Druck von innen infolge Verstopfung, Kopfweh. Lange, heiße, unerträgliche Nächte mit viel Alarmsignalen des Tropfgeräts: Die kleinste Bewegung verursacht einen Piepston, der die Krankenpfleger herbeiruft. Liege fast immer bewegungslos auf dem Rücken. Wasser sammelt sich im Körper an, geschwollene Füße. Das Schlimmste: die Atemnot, der Mangel an frischer Luft. Mit wenigen Ausnahmen keine Nacht geschlafen, morgens total erschöpft. Mehr tot als lebendig.

·       Entlassung mit 62 kg. Habe dreimal so viel gegessen aus Angst vor dem Chemie-Cocktail. Darf keine Treppe mehr gehen, alles muss eben sein. Eine falsche Bewegung ohne Korsett, und die Wirbelsäule könnte brechen für immer. Wäre gelähmt. Knochen besonders brüchig wegen der Chemotherapie gegen das Kappa-Leichtketten Multiple Myelom (Melanoma Multiple), Stadium IIIB, ISS III. Und je Zyklus 8 x 10 ml Kortisonflaschen trinken.

·       Jeden zweiten Tag Dialyse. Diät.

2. Alles liegt in Gottes Hand, und der diesmal noch um seine Mühen gebrachte Tod befindet sich in Lauerstellung. Warum ich noch lebe? Weil Gott mir den Auftrag erteilt hat, diese Botschaft zu versenden. Die Nachricht, dass ich in der UNTERWELT war, im FEGEFEUER AUF ERDEN zur Warnung für Alle.

3. Kaum jemand wird verstehen, dass jemand freiwillig die Qualen des Fegefeuers auf sich nehmen will, um für seine Sünden oder gar für jene Anderer zu sühnen. Vergleiche dazu die betreffenden Stellen in meinen Gedichten, die furchtbare Aussage von P. Martin von Cochem und die Anmerkungen beim abschließenden Gedicht. Erst nach unerträglichen Leiden hat der HERR mich mit Hilfe der Engel, Ärzte und Krankenpflegerinnen und -pfleger von den Toten zum Leben erweckt, aber zu einem NEUEN LEBEN.

4. Nichts wird mehr, wie es vorher war. Ich kann und werde kein „normales“ Leben mehr führen. Schon wegen der Diät mit Kaliumverbot usw. Muss sorgfältig und vorsichtig auswählen; Speisen müssen frisch gekocht sein. Darf höchstens 1 Liter Flüssigkeit aufnehmen am Tag.

MYSTIK DES LEIDENS

Unvorstellbare Pein, Schmerzen und Wunder

5. Von GOTT durch viele Wunder gerettet. Auszüge aus dem dritten Heft der Aufzeichnungen der mysteriösen Krankheiten, die mich aus heiterem Himmel im März 2012 zuerst am H. getroffen haben, die mich nach vergeblichen Ernährungsumstellungen und Anwendung von Naturheilmethoden, den verschiedensten Therapien und Diagnosen der Ärzte, dem Studium der Fachliteratur und von Internettexten, Krankenhausaufenthalten in G., der verhängnisvollen Rauschgiftverabreichung, Fehldiagnosen und -therapien von Ärzten (Antibiotika gegen Harnwegsinfekt; ein anderer Arzt: „Es geht nicht mehr lang. Das Eiweiß verstopft die Nierenkanälchen“) an den Rand des Grabes in E. gebracht haben mit nicht mehr auszuhaltenden Rücken- und Knieschmerzen, die mich in letzter Stunde glücklicherweise zurück nach S. gebracht haben, wo das Personal des Krankenhauses B. um mein Leben kämpft. So darf ich noch die franziskanische Botschaft verkünden, auch damit Andere umkehren, ihr Leben umstellen, an Gott und das Evangelium glauben und ihre Seele retten.

6. Wenn ich Dich rufe, fliehen meine Feinde. (Komplet, Franziskus)
Meine Stärke und mein Ruhm ist der Herr, und Er hat mich gerettet. Deine Rechte, Herr, hat den Feind zerschmettert, und mit Deiner Hoheit Macht hast meine Gegner Du gestürzt. (Matutin, Advent, Franziskus, Handbuch des einfachen Lebens)

7. Ich war so gut wie tot; vergleiche die einschlägigen Stellen im Römerbrief des Paulus sowie im Offizium des Leidens des Franziskus von Assisi. Ich habe empfunden, dass ich viele Tode gestorben bin, unter entsetzlichen Schmerzen, doch nichts wünschte ich mir die ganzen Monate hindurch so sehr wie einen sanften oder schnellen Tod.

8. Aber er kam nicht. Statt dessen hat Gott mich auf undenkbare Weise geprüft und mich Tag und Nacht an die Grenzen des Lebens geführt, zwischen Himmel und Hölle, in die Region des Fege- oder Reinigungsfeuers oder Purgatoriums. Ein solches muss es natürlich entgegen der protestantischen Lehre geben, denn sonst wäre Gott ja nicht gerecht. Wie sieht es dort aus?

9. In wenigen Worten: Wurm des Gewissens, Tausende schreckliche Feinde, die Sünden der Vergangenheit, Horror, Nadelstiche, böse Hitze, Todesnot, Reue, Verzweiflung, Schmerzen an allen Gliedern und Sinnen, im ständigen Wechsel, Beklemmung, Platzangst, Panik, Druck von innen und außen. Jede Sekunde wie eine Ewigkeit. Gebet ohne Wirkung, Schutzengel abwesend, hilft nicht. Das Fegefeuer ist schlimmer als die Hölle, was die Stärke der Schmerzen betrifft; dort ist es erträglicher.

10. Nach der Strafe durch die GNADE GOTTES ERLÖSUNG.

11. Leser, tröste dich mit dem Tagestext am 12.12.12. im Handbuch des einfachen Lebens:

„Für einen Christen gibt es nur ein einziges Unglück: Gott zu beleidigen. Alles Übrige wie der Verlust des Reichtums, das Exil, die Todesgefahr erscheinen ihm nicht als Unglück, und das, was alle Anderen erschauern lässt, nämlich der Übergang von diesem in das andere Leben, ist für ihn sogar süßer als das Leben hier.“ (hl. Johannes Chrysostomus, zweiter Brief an den gefallenen Theodor)

12. Aus dem Tagebuch am 25.11.2012, 7. Tag im Krankenhaus B. Rückschau: Ich konnte und wollte nicht mehr essen und trinken, ich konnte nicht mehr gehen und stehen (seit der Fahrt nach R. am 24.10.2012), Teufel geißelten meinen Rücken im Juli und dann viele Wochen. Ein Wurm bohrte in meinem rechten Kniegelenk. Das Gespenst der Atemnot erstickte und erwürgte mich. Der Götze des Opiums wollte mich in den Wahnsinn treiben, vernebelte mein Gehirn, verzerrte meine Züge, bis ich mich selbst von dem Dämon befreite – mit Gottes und der Engel Hilfe.

13. Am selben Tag, 22.30 h. Mein Schutzengel: „Du wirst dies jetzt überleben, denn du sollst deine Erlebnisse aus dem irdischen Fegefeuer berichten, auf dass die Anderen sich entsetzen, das Böse unterlassen und Buße tun für ihre Sünden. Erinnere Alle an die Botschaft des hl. Franziskus von Assisi:

„Fürchtet und ehrt, lobt und preist den Herrn, dankt ihm und betet ihn an, den allmächtigen Gott, in der Dreifaltigkeit und in der Einheit, Vater und Sohn und Heiliger Geist, Schöpfer aller Dinge.

Tut Buße, bringt würdige Früchte der Buße, denn wisset, ihr werdet bald sterben. Gebt und euch wird gegeben werden. Vergebt und euch wird vergeben werden. Und wenn ihr den Menschen ihre Sünden nicht vergebt, wird der Herr euch eure Sünden nicht vergeben. Bekennt alle eure Sünden.

Selig jene, die in der Buße sterben, denn sie werden im Himmelreich sein.

Weh jenen, die nicht in der Buße sterben,  denn sie werden Kinder des Teufels sein, dessen Werke sie tun; und sie werden ins ewige Feuer kommen.

Hütet euch und enthaltet euch alles Bösen und verharrt im Guten bis zum Ende.“

(Nicht bestätigte Regel von 1221, Kap. XXI, Bild von Cimabue)

Dein Herz ist voller Mitleid, und du erträgst die Gedanken nicht, dass deine Brüder und Schwestern dieselben Strafen erwarten, wie du sie erlitten hast, und schlimmere. Also stehe auf und warne und rette die Seelen vor der zeitweiligen oder gar ewigen Verdammnis an den Orten der Finsternis.“

14. Dies hat mir mein Schutzengel am Ende des siebten Tages im Krankenhaus geoffenbart nach furchtbaren körperlichen und geistigen Höllennächten ohne Ende, so schien es, und nach sieben Monaten Kampf auf Leben und Tod mit den bösen Geistern und den von ihnen auf mich geschleuderten Krankheiten zu meinem ewigen Verderben und Ruin (vergleiche unten Literatur, Novarese, S. 255). - Wer diesen Bericht gelesen hat, nutze das Heilsangebot der Kirche, das ist die Gemeinschaft der Guten, die heilig werden sollen. –   Zeigt eure Freude, ihr Völker alle und jauchzet Gott mit Jubelklang. Denn erhaben ist der Herr und furchtbar, der große König über alle Welt. (Vesper, Franziskus)

15. Denn Gottes Zorn wird vom Himmel her offenbart über alles gottlose Wesen und alle Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten. (Römer 1,18)  Jede Krankheit, jeder Unfall, jedes Übel ist ein Zeichen, nach dessen Bedeutung wir suchen sollen.

16. In allen Situationen hilft das Gebet. Das Vaterunser. ‒ Das Ave Maria: Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir, du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus... Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen. – Unablässig: Jesus Christus.

17. Menschen ermutigen. Eine Ärztin: „Ich glaube, dass Sie eine starke Natur haben, Sie werden es schaffen.“ Dasselbe sagt eine andere Ärztin; sie spricht von zwei Wundern, die sie in meinem Fall erkennt, das eine körperlicher (hohen Kreatininwert überlebt), das andere seelischer Art (meine Entscheidungen, die ich als Opfer und Befreiung sehe).  (26.11.2012) ‒ Falls ich gesund werden sollte, will ich zuerst nach San Romedio pilgern.

18. Neunter Tag, 27.11.2012. Was ist heute nacht geschehen? Ich hatte um den Schlaf des Todes oder den Schlaf des Lebens gebetet. „Ich habe geschlafen und bin erwacht und mein Vater hat mich mit Ehren angenommen.“ (Non, Franziskus)

19. Erzähle einer Ärztin meine Theorie, von der mentalen Ursache, wie die eine Krankheit die andere nach sich zog, wie das Bence-Jones-Plasmozytom bzw. Multiple Myelom die Nieren attackiert, großteils zerstört und dabei vielleicht einen Teil seiner Kraft erschöpft hat. Die anderen Krankheiten nutzten die Schwäche des Körpers, überfielen mich virulent. Alles kam zusammen, wollte mich besiegen. Aber ich lebe noch aus der Kraft des Geistes, der Gnade. Ich lebe jetzt noch, weil Gott es will.

20. MR, Magnetresonanztomographie. In Röhre mehr als eine halbe Stunde, eng, heiß, Druck nimmt zu, laute Geräusche, Trommeln, Sirenen. - Wieder ein Hindernis überwunden. Dank und Lob sei Gott, dem Herrn. (27.11.2012)

21. Einen neuen Gruß will ich sagen: „Hoffnung und Heil!“

22. Die Fehler Anderer beeinflussen unser Leben leider viel zu stark. Wer vermag sich gegen Fachleute zu wehren? Traurig war es, dass der Hausarzt meinen Messungen mit Teststreifen nicht glaubte („Sie haben kein Eiweiß“) und aufgrund seiner eigenen Untersuchungen eine banale Infektion feststellte, die er mit Antibiotika behandelte, was vielleicht alles durcheinander gebracht hat. Schlimm aber war es, dass ein anderer Mediziner, der aufgrund der einen Monat zuvor auf elf Prozent abgesunkenen Nierenfunktion die Feststellung traf: „Es geht nicht mehr lang“ (zumal ich eine künstliche Lebensverlängerung mit Dialyse, Chemotherapie, Knochenmarktransplantation und Stammzellentherapie verweigern musste), mir, ohne mich aufzuklären, ein starkes Schmerzmittel verschrieb. Wehe dem, der es in S. versäumt, in der Apotheke für das erhaltene Medikament einen deutschen Beipackzettel ausdrucken zu lassen. So kam ich erst nach Wochen darauf, dass es sich um Opium (s. Kneipp, 1900, 69, sowie den ersten Teil meines Berichts) handelte, was ich dann sofort absetzte. Der zuerst genannte Arzt leitete meine Rettung ein, indem er mich warnte, dass die schlimmsten Schmerzen jene sind, wenn Knochen brechen. „Sie müssen nach B.! In die Hämatologie! Sofort!“

23. Die Hilfe Anderer geht auf Gottes Einwirkung zurück. Nur durch ein Wunder etlicher Ärzte-Engel wurde ich noch am späten Abend im Krankenhaus B. aufgenommen, denn nirgendwo war zunächst ein Bett frei. Ich wurde über die unmittelbare Lebensgefahr unterrichtet und sogleich einer rettenden Notdialyse unterzogen. Vergelt´s Gott allen beteiligten Ärzten der Abteilungen Hämatologie und Dialyse sowie den Krankenpflegerinnen und -pflegern sowie dem sonstigen Personal (siehe Leserbrief in den „Dolomiten“ vom 6.12.2012, S. 4). Die Ärzte leisteten in 17 Tagen Unglaubliches und vollbrachten eine Kette an Wundern – durch Gottes Einwirkung. Die Samariterinnen und Samariter der Hämatologie haben mich aufopfernd rund um die Uhr gepflegt und mir mit ihrer Fürsorge und Nächstenliebe Halt in den finstersten Stunden gegeben. Sie sind mir wie Engel Gottes erschienen.

24. Die Tortur im Liegen. Nacht für Nacht zu wenig Luft. Druck vom Darm her (hatte wochenlang nichts gegessen und nahm dann in zehn Tagen von 50 auf über 60 Kilogramm zu; die Portionen auch am Abend waren unmäßig, ich ass dreimal soviel wie mir guttat, auch aus Angst, die Medikamente nicht verkraften zu können; ich freute mich nur auf die zwei Tassen Malzkaffee am Morgen). Höllische Hitze. Nachbarn, die mit größter Barmherzigkeit behandelt wurden, röchelten genauso wie ich und konnten fast keine Nacht schlafen. Unbeschreiblich, unvergesslich, die schlimmste Hölle meines Lebens. Ich durfte mich wegen der Rückenverletzungen und des Katheters am rechten Hals, mit dem mir per Phlebo Medikamente und Chemikalien zugeführt wurden, kaum rühren. Kleinste Bewegungen lösten den Signalton aus, und der Pflege-Nachtdienst musste ihn unzählige Male abstellen bzw. nach dem Rechten schauen. Viel Wasser im Körper. Nacht für Nacht die flehendsten Gebete für mich und die Zukunft meiner Lieben, Nacht für Nacht kein erlösender Tod. Tagsüber erholte ich mich dann. Doch die Luft war immer knapp, und Besucher waren eine Last.

25. Ständiger Wechsel von Finsternis und Hoffnung. Am 29.11. ein Freudentag : darf aufstehen, darf selbst ins Bad und mich von der würgenden Verstopfung befreien, denn mit der „padella“ war es schwierig. Der „pappagallo“ (statt des Urinschlauchs) hingegen ist eine tolle Erfindung. Der Neurochirurg verordnet mir ein leichtes Korsett, das mich die nächste Zeit sehr einengt. … (gekürzt)

26. Im Reich der Schrecken, so lautet die nächste Eintragung im Tagebuch. Bin freiwillig hinab getaucht in eine unvorstellbare Welt der Finsternis, entsetzlicher Schmerzen und des Grauens. Nur Wunder Gottes und der Engel retteten mich vor den Fratzen der Dämonen und des bösen Todes (nicht zu verwechseln mit dem „Bruder Tod“, Gottes Todesengel im  Sonnengesang des Franziskus und in meinem Gedicht „Bruder Tod“).

27. Am zwölften Tag Krise mit unablässigem Todeskampf. Mit Gottes und der Engel Hilfe überstanden; sie erleuchteten die Ärztinnen, Ärzte und das Pflegepersonal mit dem Geist Gottes, das Richtige zu tun. – Als ich später dem Arzt, der mir mit drei Stichen Knochenmark aus der Wirbelsäule entnommen hatte, begegnete, sagte ich ihm: „Es ist eine Freude, die Gesichter der Ärzte zu sehen. Ihr bringt uns die Gesundheit.“

28. Später teilt mir die Ärztin – ich hätte nie geglaubt, dass mir die Ärzte und die kompetenten, stets hilfsbereiten Pflegerinnen und Pfleger, darunter viele aus dem Ausland, so viel Zeit und Aufmerksamkeit widmen – folgendes mit: Durch ein Wunder ist meine Wirbelsäule nicht schon früher gebrochen. Normalerweise wäre ich gelähmt. Die Gefahr ist aber noch genauso groß. Die Knochen dürfen sich nicht verschieben. Ohne meine starke Konstitution – ich bin jeden Vormittag gewandert seit vielen Jahren – wäre ich jetzt gelähmt.

29. Jesus, aus Liebe zu dir! (Gebet, fünf Finger abwechselnd, ich erfinde immer neue Gebete oder suche mir Sätze aus den Gebeten im Handbuch des einfachen Lebens)

30. Ein neues Leben. Am zwölften Tag meines segensreichen Aufenthaltes im Krankenhaus B. beschließe ich, mich nach unvorstellbaren Mysterien, Toden und Wundern künftig nur noch mit den

12 wesentlichen Dingen

zu beschäftigen, darüber zu reden und zu schreiben. Keine unnützen Worte mehr!

Sünden und Schrecken
Schmerzen und Strafen

Wunder und Bekehrung
Buße und Gnade

Glaube Hoffnung Liebe

GOTT

Das neue Leben: beten, sühnen, danken. Den Nächsten mit Liebe und Mitleid begegnen, warnen, helfen.
Sieh in die Tiefe. Zu den fernen Horizonten. Zum Himmel, Ort der ewigen Seligkeit.

31. Niemals zurück: JESUS ist der Meister des Unmöglichen. (Charles de Foucauld, Handbuch des einfachen Lebens, 1.12.) Die Wahrheit ist ein Kristall mit unendlichen Façetten.

32. Römer 6,6 Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, so daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. 7 Denn wer gestorben ist, der ist frei von der Sünde. 11 Lebt Gott in Jesus Christus. 13 Gebt euch selbst Gott hin, als solche, die tot waren und nun lebendig sind, und eure Glieder Gott als Waffen der Gerechtigkeit. 23 Denn der Sünde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn. 

Epheser 4,22 Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Wandel, der sich durch trügerische Begierden zugrunde richtet. 23 Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn 24 und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.

12FARB1.JPG33. KRANKHEIT DER BUSSE. Die Krankheit brachte mir den Tod aufgrund der Sünden des ersten Lebens, damit ich der Sünde absterbe (das wahre Christentum!) und das neue Leben Christi führe. Eins mit und in Gott. Gott ist einfach (Savonarola).

34. Alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. (1 Johannes 5,4)

Christus hat den Tod überwunden und erweckt auch uns vom Tod der Sünde, um uns Anteil zu geben an seinem GÖTTLICHEN LEBEN. Wie Christus die Seinen aus der Welt zu sich heraus gerufen hat, so sendet er uns wieder hinein in alle Welt als seine Zeugen. (Meditation des Luis von Granada, Sonntagmorgen, Handbuch des einfachen Lebens)

 

Das Evangelium leben wie Franziskus. In Gottes Gegenwart wandeln.

Der sicherste Weg  zum Heil:   GOTTESFURCHT

35. Sprecht zu Gott: Wie furchtbar sind Deine Werke, Herr. Die ganze Welt bete Dich an und lobsinge Dir, lobsinge Deinem Namen. Kommt her, hört zu Alle, die ihr Gott fürchtet, ich will erzählen, was er an meiner Seele getan hat. Lobet ihr Völker, unseren Herrn, und lasst seinen Ruhm weit erschallen. Und in ihm werden gesegnet sein alle Stämme der Erde; alle Völker werden ihn verherrlichen. Gelobt sei der Herr, der Gott seines Volkes, der allein Wunder tut. Und gelobt sei sein herrlicher Name ewiglich, und die ganze Erde sei erfüllt von seiner Herrlichkeit. So geschehe es. So geschehe es. (Terz an Sonn- und Festtagen sowie im Advent, Franziskus, Handbuch des einfachen Lebens).  Gott ist gut und gerecht.

36. 3. Dezember. 10. Dialyse funktioniert wieder einmal lange nicht. Erneut im Angesicht des Todes. Die Angst kehrt immer wieder zurück.

Bitte den Herrn um Verzeihung, dass du ihn beleidigt hast. Aus dem Schmerz über die Sünde wird die Buße geboren, die alle Sünden der Vergangenheit abwäscht. Bitte ihn um Kraft und Gnade, damit du ihn nie mehr beleidigst. Die Furcht vor Gott verhindert alle künftigen Sünden. (Meditation am Montagabend, Luis von Granada, Handbuch des einfachen Lebens)  -  Johannes 5,14 und Lukas 16,19-31.

In der Not entdecke ich wieder ein unablässiges Gebet: Für Gott . ‒ Nach 15 Tagen endlich Schlaf. Um 2 Uhr früh habe ich das Gefühl: Ich bin gesund.

37. Warum die Gerechten in diesem Leben von verschiedenen Nöten heimgesucht werden: Im Hause Gottes gibt es keine größere Ehre, als für ihn zu leiden. Unter allen guten Werken und Diensten, die der Heiland uns in dieser Welt erwiesen hat, war es hauptsächlich dieses Mittel, auf das er zum Zwecke unserer Besserung hingewiesen hat. Es gibt keinen anderen Edelstein auf der Welt, der die wahre Tugend besser sichtbar macht als das Ertragen von Leid und Mühsal aus Liebe zu Gott, denn der Beweis der wahren Liebe liegt in der wahren Geduld gegenüber dem Geliebten. Jeder Auserwählte bekommt die Last zugeteilt, die er mit seinen Kräften und seiner durch die Gnade erhaltenen Begabung zu tragen vermag. Alle Leiden und Mühen, die der Mensch um Christi und der Wahrheit willen erträgt, sind Kreuz. Wenn du für deine Sünden leidest, leidest du am Kreuz des guten Räubers; leidest du aber ohne Sünden und ohne Schuld, müßte dir dies ein noch größerer Trost sein, denn dies bedeutet, dass du am Kreuz des Heilandes leidest. (Bruder Luis von Granada, Meditation am Samstagmorgen, im Handbuch des einfachen Lebens 207f)

38. Das gelungene Leben. Die unaufhörlich auf uns herabschwebenden, heranstürmenden oder in uns entstehenden Probleme eines nach dem anderen richtig und gut lösen mit dem Verstand und mit Gottes Hilfe.

Luft rein + Wasser sauber + Nahrung giftfrei + Darm leer* Kopf klar + Beine flink + Glaube fest = Gesundheit.

* täglich zwei Esslöffel Olivenöl, oder/und nach Pfarrer Kneipp jede ½ h 1 Esslöffel Wasser (1900, S. 220)

39.

Fegefeuer auf Erden (künftig nur noch in dem Gedichtband „Empor aus der Scheinwelt“)

Ach ihr Alle, die ihr leidet,
Lasst euch nicht die Hoffnung stehlen!


Sühnet für der Menschen Sünden,
Duldet der Verbannung Qualen,

Himmelsglorie sollt ihr finden!

Als Anmerkung eine Feststellung des hl. Theodor: „Ich kenne keine Götter, ich kenne nur die Dämonen, die ihr verehrt. Mein Gott ist Christus, der einzige Sohn Gottes. Für ihn würde ich alle Qualen der Welt auf mich nehmen.“ (GBH 731) Auch Teresa von Avila würde, steht im 37. Kapitel ihres Lebens geschrieben, alle Qualen dieser Verbannung bis zum Ende der Welt ertragen, um den geringsten Grad himmlischer Glorie zu erhalten.

40. Hätte ich nicht täglich in meinem Handbuch des einfachen Lebens gelesen und Kraft aus den unzähligen tröstenden Gedanken und Gebeten geschöpft, wäre ich untergegangen. Ich habe noch Tausende Exemplare zu verschenken. Das Handbuch des einfachen Lebens liefert wertvolle geistige Nahrung. Auch der Gebetszettel für Ramona Maria del Remedio (Ramona la Catalana) hat geholfen, dass ich vom Tod ins Leben zurückgefunden habe.

 

Rainer Lechner AIHS    ETIKA 95F2  12/2012  www.etika.com

Rainer LECHNER: MULTIPLES MYELOM: ERSTER TEIL

Wir sind alle Glieder Christi

Deshalb veröffentliche ich auch Zuschriften, die an mich persönlich gegangen sind, aber Allen etwas nützen können. Denn wir hängen alle zusammen.

Römer 12,4 Denn wie wir an einem Leib viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder dieselbe Aufgabe haben, 5 so sind wir, die Vielen, ein Leib in Christus, als Einzelne aber sind wir Glieder, die zusammen gehören. 6 Wir haben unterschiedliche Gaben, je nach der uns verliehenen Gnade. Hat Einer die Gabe prophetischer Rede, so übe er sie dem Glauben gemäß.

1 Korinther 12,12 Denn wie der Leib einer ist und doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obwohl sie viele sind, doch ein Leib sind: so auch Christus. 26 Wenn darum ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit; wenn ein Glied geehrt wird, freuen sich alle anderen mit.

Epheser 4,25 Legt deshalb die Lüge ab und redet die Wahrheit, weil wir untereinander Glieder sind.

Epheser 5,30 Wir sind Glieder seines (Christi) Leibes.

Reaktionen:

“La tua fede illumina tutti noi.” (ST 24.12.2012) Dein Glaube erleuchtet uns alle.

„Ihr Bericht mit 40 Punkten (40 = Zahl der Buße) hat seine Wirkung nicht verfehlt. Wie wird erst das echte Fegfeuer sein, in dem es keinen Augenblick der Erholung gibt. Nur Schmerzen, ohne sterben zu können! Durch die Schilderung Ihrer Leiden sehe ich mich veranlasst, mir mehr Gewalt anzutun und nicht insgeheim zu hoffen, dass das Kreuz einmal leichter wird. Danke für die vielen Zitate. Im Zusammenhang mit Ihren Leiden wirken Sie viel mehr und spornen mich an, mehr in der Gegenwart Gottes zu leben. Ich wünsche Ihnen gute Genesung und tapfres Durchhalten, bis der (gute) Engel des Todes Sie heimruft.“ (D 12/2012)

Warnung vor unnützer Gesellschaft. Ein Freund zitiert den griechischen Schriftsteller Kostantinos Kavafis (1863-1933), griechisch und italienisch. Farla non puoi, la vita, come vorresti? Almeno questo tenta quanto più puoi : non la svilire (herabwürdigen) troppo nell´assiduo (ständig, eifrig) contatto con la gente, nell´assiduo gestire e nelle ciance (Geschwätz, Schwafelei, Tratsch laut Langenscheidts Taschenwörterbuch Italienisch)”. (I 21.12.2012)

Mueres para vivir. Du stirbst, um zu leben. Ein Freund (E 12/2012) schickt uns das Gedicht „A la Muerte“ von Don Pedro Calderón de la Barca, entnommen der Zeitschrift „El Centenario“, 22 de Mayo de 1881. Die letzte Strophe lautet:

¿De qué te sirve anhelar
Por tener y más tener,
Si eso en tu muerte ha de ser
Fiscal que te ha de acusar?
Todo acá se ha de quedar;
Y pues no hay más que adquirir
En la vida que el morir,
La tuya rige de modo,
Pues está en tu mano todo,
Que mueras para vivir.

Hilfe von oben. “Da kam ihr Brief mit den einzelnen Stationen Ihres ganz persönlichen Kreuzweges. Die Hilfe von oben ist deutlich spürbar. Christen ist eine Umwandlung durch die Gnade GOTTES gegeben; sind wir mit Jesus CHRISTUS gestorben, werden wir mit Ihm auferstehen.“ (A 2.1.2013)

„Ich bin erschüttert über ihren Bericht und frage mich, wie man als Mensch so etwas aushält und überlebt. Das ist nichts als Gnade! Gottes Liebe begleitet Sie, das lese ich ganz deutlich aus Ihre n Zeilen, sonst wären Sie längst im Jenseits. Jesus läßt Sie teilhaben an der Macht seiner Auferstehung, denn unser gott ist ein Gott des Lebens, nicht des Todes. So hat es Jesus gesagt. Mögen Sie die Sendboten der Liebe ständig spürbar umgeben. Liebe ist das ,Zauberwort´ des Evangeliums unseres Herrn Jesus Christus. Gott ist Liebe!!!“ (D 8.1.2013)

„Ihre segensreichen Bücher sind und werden für viele verdursteten Seelen eine frische Quelle sein! Ihre Artikel im Bezug auf den Umgang mit den Tieren waren für mich Balsam für meine wunde Seele. Ich bin praktizierende Katholikin, doch fällt es mir immer wieder schwer, sachlich zu bleiben angesichts der Überheblichkeit und Herzlosigkeit so vieler Christen im Bezug auf die Tiere.“ (CH 3.2.2013)

 

Literatur und weiterführende Texte:

Kranke finden Kraft im Glauben. Ein Apostel der Kranken.

Wir empfehlen das Buch von Mauro Anselmo: Luigi Novarese. Lo spirito che cura il corpo. Una biografia. Prefazione del Segretario di Stato di Sua Santità Benedetto XVI Card. Tarcisio Bertone. Edizioni Centro Volontari della Sofferenza, Silenziosi Operai della Croce, Via di Monte del Gallo, 105/111, I-00165 Roma. Luigi Novarese litt in seiner Kindheit an Knochentuberkulose und wurde auf unerklärliche Weise geheilt, nachdem ihn die Ärzte aufgegeben hatten. Fortan widmete er sich den Kranken, wurde Priester und gründete die Lega Sacerdotale Mariana, die Volontari della Sofferenza und die Silenziosi Operai della Croce. Novarese, der lange im Staatssekretariat des Vatikans unter Kardinal Montini, dem späteren Papst Paul VI., arbeitete, wurde als Apostel der Kranken bezeichnet. Er war bestrebt, den Kranken eine neue Welt zu öffnen, die Welt des Glaubens, die ihnen ihre Leiden erträglich machte, auch durch Aktivität. Kaum jemand hat so sorgfältig das Mysterium des Schmerzes, eines der Ärgernisse des Bösen (70), untersucht und Lösungen aufgezeigt wie Novarese. Nachstehend einige bezeichnende Stellen aus der hervorragenden Biographie, in die der begnadete Autor Mauro Anselmo sein Herzblut vergossen hat. (vgl. Journalisten Gewissen der Gesellschaft)

„Was ist der Sinn dieses Leidens, das mein Dasein zur Hölle macht?“ Der Kranke „kann ein Sämann der Hoffnung werden.“ (73)

„… die Welt des Glaubens. Jene der Christen, die an Wunder glauben …“ (76)

„… die Kranken Teil des mystischen Leibes Christi, der die Kirche ist …“ (170) „Das Kreuz ist die Kraft der Kranken. Der Kranke will handeln, etwas tun, er hat etwas zu sagen, einen neuen inneren Reichtum zu schenken.“ (171)

„Jesus ist sein Arzt. … eine Therapie des Geistes, der in ihm neue Energien aktiviert. Das Aufopfern des eigenen Schmerzes dient dem Aufbau des Guten.“ (172) Die überbordende Vitalität des kleinsten Gliedes des mystischen Leibes Christi nützt dem Wohlergehen und der Herrlichkeit des ganzen Organismus.“ (173)

„Sein (des Menschen) Leiden kann für das Wohl Anderer aufgeopfert werden.“ (203)

Am Beispiel des blinden, an Meningitis leidenden Cristiano befasst sich Novarese mit dem Ärgernis des Schmerzes Unschuldiger. „Dies richtet die Aufmerksamkeit auf den unzerstörbaren Fels des universalen Bösen, der die Guten zermalmt (Anmerkung: siehe dazu weiter unten: Gerecht auch gegenüber Satan), auf dessen feindliche Natur gegenüber dem Menschen, auf den Hilfeschrei Hiobs, der wie ein Blitz die Barriere der Jahrhunderte durchbohrt.“ „Riporta l´attenzione sul macigno indistruttibile del Male universale che stritola i buoni, sulla natura nemica e ostile all´uomo, sul grido di Giobbe che, come un fulmine, trafigge la barriera dei secoli …“ Giobbe 10,8; pag. 255)

Cristiano entdeckt mit Hilfe Novareses eine neue Art, mit seiner Krankheit zu leben: „Vicino alla Madonna si sta bene anche soffrendo.“ Wenn man der Jungfrau Maria nahe ist, fühlt man sich gut, auch wenn man leidet. (256f) Als Gegensatz dazu die heutige Scheinwelt: „Die unmenschliche Macht des Konsums, die sich im reichen Westen Geltung verschafft hat dank dem Großen Fernsehbruder, der den Menschen zur Ware herabstuft und ihm die Würde der Person nimmt.“ „Il potere disumano dei consumi affermatosi nel ricco Occidente grazie al Grande Fratello televisivo, che riduce l´uomo a merce e ne annienta la dignità di persona.” (259) Originell die Einteilung Novareses in “Die sieben Grade der inneren Stille (des inneren Schweigens)” („I sette gradi del silenzio interiore“ (275ff).

Auch Geisteskranken zündete Luigi Novarese ein Licht an ihrem Dunkel, trotz Widerständen von vielen Seiten. Der Autor kritisiert zu Recht den Unsinn des Gesetzes Nr. 180, inspiriert von dem Psychiater Basaglia. Die Folgen der Schließung der Irrenhäuser, ohne dass die Politiker für Alternativen sorgten, waren oft schrecklich: „Si rilevò un incubo da tristi tragedie familiari, aggressioni, ferimenti (Verletzungen), morti violenti …“ Novarese beklagte die starke Zunahme von Selbstmorden bei psychisch Kranken. (388)

Kernsätze des Buches stehen auf Seite 315: „Der Körper hielt ihn gefangen. Aber der Geist war bereit, die Berge zu erklettern.“ „Il corpo lo imprigionava. Ma lo spirito era pronto a scalare le montagne.“

An die Kranken der Welt richtete der von Verleumdungen nicht verschonte Luigi Novarese die Botschaft:

Kranker, fühle dich nicht nutzlos, du kannst etwas tun. Wenn der Körper unpässlich ist, so ist doch der Geist aktiv. Lass dich nicht einkerkern im Zimmer des Krankenhauses, dein Horizont ist das Unendliche. Der Sohn Gottes hat am Kreuz vor dir gelitten, und jetzt macht dich dein Kreuz als Kranker ihm ähnlich.“ „Ammalato, non sentirti inutile, tu puoi agire. Se il corpo è indisposto, lo spirito è attivo. Non lasciarti intrappolare nella stanza dell ´ospedale, il tuo orizonte è l´infinito. Il Figlio di Dio ha sofferto sulla croce prima di te, e ora la tua croce di ammalato ti rende simile a Lui.” (pag. 394) Ende der Rezension

Dienst am Glauben, 1/2013. (Die sehr empfehlenswerte, viermal jährlich erscheinende Zeitschrift ist für 15 Euro im Jahr bzw. 26 Schweizer Franken zu bestellen beim Tau-Hof, Moosweg 27, A-6094 Axams, Österreich.) Wir entnehmen ihr zwei Textstellen zu unserem Thema:

Betrachte den gekreuzigten Heiland:

„Betrachte doch ja ständig die Geheimnisse des Kreuzes und die Ängste der Mutter, da sie unter dem Kreuze stand.“

„Siehe Deinen Bräutigam, schöner als Menschensöhne, um Deines Heiles willen der niedrigste der Menschen geworden, verachtet, zerschlagen, am ganzen Körper vielfältig gegeißelt, in Kreuzesnöten … ihn schaue an und betrachte die unzähligen Mühsale und Strafleiden, die er um der Erlösung des Menschengeschlechtes willen auf sich genommen hat!

Schaue seine unaussprechliche Liebe, mit der er am Stamm des Kreuzes leiden und an ihm sterben wollte.

Da erinnerte er die Vorübergehenden:

„Ihr alle, die ihr des Weges zieht, sehet, ob ein Schmerz gleich meinem Schmerz!“

„Wenn du mit ihm leidest, wirst du mit ihm König sein.

Wenn du mit ihm Mitleid empfindest, wirst du mit ihm jubeln.

Wenn du mit ihm am Kreuz des Leidens stirbst, wirst du in der Herrlichkeit der Heiligen die himmlischen Wohnungen besitzen.

Wirst auf ewig teilhaben an der Glorie des himmlischen Reiches an Stelle irdischer, vergänglicher Dinge und wirst leben in Ewigkeit.“

(P. Fridolin Außersdorfer OFM: Betrachtung der Liebe Gottes, Mit Klara von Assisi (1194-1253) schauen wir in den „Spiegel ohne Makel“)

Umwandlung in Christus – „Kreuzeswissenschaft“ nach Edith Stein (und Johannes vom Kreuz: Lied von der Dunklen Nacht). Von Dr. Gabriele Waste

1.   Das Kreuz als Mittel zum Aufbrechen der menschlichen Triebstruktur und zur Vereinigung mit Gott.

2.   Die Läuterung der Sinneskräfte. 2.1 Die aktive Nacht als Kreuzesnachfolge. 2.2 Die passive Nacht als Gekreuzigtwerden.

3.   Die Läuterung der Geisteskräfte. 3.1. Das Eingehen in die aktive Nacht des Geistes. 3.2 Die passive Nacht des Geistes als dunkle Beschauung

4.   Das menschliche Personsein als geläutertes und vollendetes Sein bei Edith Stein.

Wer will, kann ein Gratis-Exemplar dieser Ausgabe von „Dienst am Glauben“ anfordern.

Diagnose: verloren wegen meiner Sünden

Der von evangelischer Seite herausgegebene Kalender „Il buon seme“ „nennt am 4. Januar 2013 das beim Namen, was fast alle so gern verschweigen oder überhören:

„Per me, che sono medico, una delle ragioni più convincenti della potenza della Bibbia è che fa una diagnosi molto precisa sul mio stato interiore. Il male nascosto che nessuna apparecchiatura d´indagine diagnostica moderna – radiografia, ecografia, TAC, RM ecc. – riusirebbe mai a rivelare, la Bibbia me l´ha mostrato. Essa dichiara senza possibilità d´errore ciò che io sono per natura: perduto a causa dei miei peccati, privo della vita di Dio.” Die Bibel enthüllt mir, was ich von Natur aus bin: verloren aufgrund meiner Sünden … „

Die Katholiken brauchen sich nicht zu wundern, wenn Protestanten zum Beispiel in Lateinamerika immer mehr Zulauf bekommen, weil sie eben das verkünden, was vielen der heutigen Katholiken nicht passt: dass der Christ die Sünde lassen und nicht nur beichten soll. Ja, und sogar vom Beichten kommt man immer mehr ab.

Gerecht auch gegenüber Satan. Zu der beunruhigenden Stelle im Novarese-Buch vom „unzerstörbaren Fels des universalen Bösen, der die Guten zermalmt“ (siehe oben), finden wir eine Erklärung in den „Offenbarungen an Barbara Weigand“ (Band 5, Juli 1900 – April 1904), Hrsg.: Barbara Weigand Gesellschaft e. V., Elsenfeld-Schippach, 1. Auflage 2002, S. 119, Nr. 382, Am 3. Dezember 1900: „Denn solange die Welt steht, wird das Reich Satans neben dem Reich Jesu Christi stehen, weil Er als gerechter Gott Satan Gelegenheit geben muß zu erkennen, daß Er Seine Geschöpfe gleich behandelt; die Menschen haben dieselbe Prüfung zu bestehen wie er. Und weil er plötzlich gestraft wurde, der Mensch aber eine ganze Lebenszeit vor sich hat zu wählen, so läßt Gott Satans Reich neben dem Seinigen, solange die Welt steht; somit ist er entschädigt. Glücklich derjenige, der dieses erfaßt; dieser wird nicht irre an Seiner Gerechtigkeit.“

Unablässiges Gebet für Kranke:

·       Heiland, heile!

Fürbitten:

·       Allmächtiger Gott, wir bitten Dich für …, der wegen seines Asthmas nicht mehr im Bett schlafen kann, sondern nachts in einem Sessel sitzen muss, damit er genügend Luft bekommt. Heiland, hilf ihm, dass er wieder im Bett schlafen kann! Leser: Wir bitten Dich, erhöre uns! Ramona la Catalana pregeu per nosaltres!