ETIKA

HÖLLE

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9.11.1999

95H13

Die Unheimlichen

F. M. Dostojewskij: Die Brüder Karamasoff, 6. Buch, III Aus den Gesprächen und Belehrungen des Staretz Sossima, i Von der Hölle und dem höllischen Feuer - eine mystische Betrachtung; übersetzt von E. K. Rahsin, Piper Verlag München 1925

Oh, auch in der Hölle gibt es solche, die stolz und grausam verbleiben, auch ungeachtet ihres zweifellosen Wissens und der unwiderlegbaren Wahrheit vor ihren Augen; es sind dies Unheimliche, die sich dem Satan und seinem stolzen Geiste mit Leib und Seele auf ewig verschworen haben.

Für diese ist die Hölle schon etwas Freiwilliges und Unersättliches; die sind bereits aus eigenem freien Willen Märtyrer.

Denn sie haben sich selbst verdammt, indem sie Gott und das Leben verdammten.

Von ihren bösen Stolz nähren sie sich, gleichwie ein Hungernder in der Wüste sein Blut aus dem eigenen Körper zu saugen begänne.

Aber sie bleiben unersättlich bis in alle Ewigkeit und weisen die Vergebung zurück und sie verfluchen Gott, der sie ruft.

Den lebendigen Gott vermögen sie sich nicht ohne Haß vorzustellen und sie verlangen, daß es keinen Gott des Lebens geben, daß Gott Sich selbst und Seine ganze Schöpfung vernichten solle.

Und sie werden brennen im Feuer ihres Zornes ewiglich, dürstend nach Tod und Nichtsein.

Aber sie werden den Tod nicht erlangen...

Hier ist die Niederschrift Alexei Fjodorowitsch Karamasoffs zu Ende.

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