ETIKA

Das Böse

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6.3.2005

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Hölle

Handbuch des einfachen Lebens, Kapitel 41 

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siehe Meditation des Luis von Granada für Freitagabend (dort die untere Hälfte lesen)

95H2B

"Wehe dem, der die Hölle jetzt für lächerlich hält und die Hölle erst an sich selbst erfahren muß, ehe er an sie glaubt." (Eusebius von Cäsarea)

In der Hölle ist "die völlige Aussichtslosigkeit" das "vollendete Grauen" (Adrienne von Speyer).
"Wissen die Leute, welche die Hölle verschweigen, was sie tun?" (das Neue Groschenblatt 4/1981)

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In diesem Punkt stimmen die evangelische und die katholische Lehre weitgehend überein. Der protestantische Prediger Friedrich Lisco nennt die Hölle den "Ort der Qual und Pein" im Totenreich, "wo die abgeschiedenen Seelen der Ungläubigen und Gottlosen es böse haben, so daß also das Schicksal der Verstorbenen ... ihrer Gemütsverfassung und sittlichen Beschaffenheit angemessen ist" (144).

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Und Erzbischöf Cölestin von Trient erklärt in seinem Fastenhirtenbrief vom 21.1.1934 unumwunden: "Es mögen nur hintreten vor den Heiland am Kreuz all die Sinnenmenschen, die Unkeuschen, die Sklaven des Geldes, welche die Gerechtigkeit und Liebe Gottes so oft schon mit Füßen getreten haben. Sie mögen den Gekreuzigten fragen, ob die Sünde etwas Böses ist. Er wird ihnen zur Antwort geben: "Deine Hände haben mich in diesen Zustand versetzt." Das Kreuz ist ... ein Beweis für die Gerechtigkeit des ewigen Feuers in der Hölle... Schaut auf den Heiland am Kreuze! Seht, wie er entstellt ist! Die Gerechtigkeit Gottes ließ sich nicht versöhnen, bevor nicht der gekreuzigte Gottmensch eine Sühne von unendlichem Ausmaß dargeboten hatte. In den Augen Gottes ist ja die Bosheit der Sünde unendlich. Wenn also eine Seele sich bis zu ihrem Ende widersetzt, wenn sie seine Barmherzigkeit nicht anruft und die Versöhnung, die durch den Erlöser bewirkt wurde, für sich nicht anwendet, was kann so eine Seele von der Gerechtigkeit Gottes anderes erwarten als eine Strafe von ewiger Dauer? Soll die Gerechtigkeit Gottes, die dem eingeborenen Sohne gegenüber unversöhnlich blieb, vor einem aufrührerischen Geschöpf Halt machen? Die Zeit für Gottes Barmherzigkeit ist dieses Leben, das zukünftige Leben ist die Zeit seiner Gerechtigkeit."

"Wenn die Seele vom Körper getrennt ist", zitiert Cölestin den Kirchenlehrer Thomas von Aquin, "so unterliegt sie nicht mehr dem Wandel der Gedanken und der Gesinnung; die Seele des Sünders hat beim Scheiden aus dieser Welt dem Herrn den Rücken gewandt und als ihr letztes Ziel das Geschöpf umarmt. Diese unglückselige Seele kann nie mehr daran denken, sich Gott zuzuwenden, sondern wird... ihn hassen... Es ist bloße Phantasie, wenn man die Seelen der Verdammten beschreibt, als ob sie die Barmherzigkeit Gottes anflehten und von derselben zurückgestoßen würden. Der Verdammte denkt alle Ewigkeit nie daran, sich an Gott zu wenden und ihn um Verzeihung anzuflehen."

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Dies bestätigt der Protestant Zinzendorf: "Von der Verdammten und Teufel Erlösung und Seligkeit kann ich in der Bibel nichts Deutliches finden, darum kann ich´s auch nicht glauben." (zit. F. Lisco 239)

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Dem widerspricht nicht, was Clemens Brentano in seinen Tagebüchern über die Visionen Anna Katharina Emmerichs festgehalten hat: "Weil die meisten Menschen, in das Zeitliche versenkt und zerstreut, es unterlassen, zum lieben Gott ernstlich zu beten, darum gehen die meisten ewig verloren, und ihre furchtbarste Gewissenspein wird die ganze Ewigkeit hindurch der Gedanke sein, daß sie so leicht hätten selig werden können, wenn sie nur gebetet hätten, und daß sie jetzt ewig von Gott getrennt und verstoßen sind, weil sie nicht gebetet haben, solange die Zeit der Gnade noch währte."

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Wer an der Existenz der Hölle zweifelt, dem mangelt es an Gerechtigkeitssinn.

95H2H

Wenn boshafte, grausame Menschen Millionen anderen Menschen die Hölle auf Erden bereiten, sie ausbeuten, quälen, foltern, vergewaltigen, ermorden –
warum soll es dann im Jenseits nur Honigkuchen, lebendiges Wasser und zwölfmal im Jahr Früchte von den Bäumen des Lebens (Offenbarung 22,1.2) für alle gleichermaßen geben? Glaubt den modernen Theologen nicht! Gott straft schrecklich und belohnt fürstlich.

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