ETIKA

HÖLLE

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6.12.1999

95H39

Warum dauern die Höllenstrafen ewig?

Egon von Petersdorff: Dämonologie, Christiana-Verlag Stein am Rhein, 2. Auflage 1982

Warum dauern die Höllenstrafen ewig?
Erster Band, Seite 74:

Das 4. Lateran-Konzil hat 1215 für die Ewigkeit der Hölle die dogmatische Lehrentscheidung definiert mit der Feststellung, daß bei der Auferstehung die Verdammten "gleich dem Teufel die ewige Strafe" erhalten werden (Anm. 399 Conc. Lateran. IV, 1215, cap. I "De fide catholica" (Denz. 429)). Die innere Begründung für dieses Dogma hat die thomistische Spekulation gegeben durch die Lehre von der Unwiderruflichkeit der Willensentscheidung bei der Engelsünde: für eine nicht wiedergutzumachende Sünde kann es keine Verzeihung geben und muß der angedrohte Strafzustand ein ewigdauernder bleiben. Das erfordert die göttliche Gerechtigkeit und diese "Gerechtigkeit widerspricht nicht der Barmherzigkeit" Gottes, wie der hl. Thomas ausführt (Anm. 400 St. Thomas, Sent. IV, dist. 46, qu. 2, a. 2, sol. 2).

Beide sind Tugenden, die mit Gottes Wesen und Willen identisch sind; daher kann es keinen Widerspruch zwischen ihnen geben.

Streifen wir kurz noch die ausführliche Schildung der Höllenstrafen durch Egon von Petersdorff (S. 74ff.):

  1. Strafe des Verlustes = poena damni, Verlust der beseligenden Anschauung Gottes
  2. Die positive Strafe = poena sensus, die Feuerstrafe, evtl. nach dem hl. Augustinus "ein körperhaftes Feuer" (Anm. 405 S. August., De Civ. Dei XXI. 10 (413 - 426). Die Daemonen außerhalb der Hölle sind "wie Fieberkranke", die auch in der Sonne frieren, erklärt treffend der hl. Beda (Anm. 413 S. Beda O.S.B., "De Jacobi Epistola", cap. 3 (vor 735)).

Egon von Petersdorff meint, daß es weder einen Aufschub noch eine Milderung oder Unterbrechung der Höllenstrafen gibt. Die angeblichen "Höllenferien", von denen einige Theologen sprächen, seien wohl nicht den Dämonen, sondern nur den verdammten Seelen zugedacht. Es gebe nur einen Gradunterschied der Strafen entsprechend dem Gradunterschied der Bosheit bei Begehung der Sünde.

Wir empfehlen alle Werke aus dem Christiana-Verlag, hier besonders:

Egon von Petersdorff

Päpstlicher Geheimkämmerer

Daemonologie

Erster Band

Daemonen im Weltenplan

Einführung von Prof. Dr. Ferdinand Holböck

Nachtrag und Ergänzung von Prof. Dr. Dr. Georg Siegmund

Zweiter Band

Daemonen am Werk

Kurzporträt des Autors von Prof. Dr. Gerhard Fittkau

Christiana-Verlag CH-8260 Stein am Rhein

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