ETIKA

KRIEG

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28.9.2002

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Bedingungen für einen gerechten Krieg

Katholische Moraltheologie

 

„Die katholische Moraltheologie hat die Frage, ob es überhaupt einen gerechten Krieg geben kann, immer bejaht und hat ... die Bedingungen ...herausgearbeitet.

 

1.    Es muß sich um die Verteidigung gegen einen ungerechten Angriff handeln, und zwar gegen ein schweres Unrecht durch zweifelsfreie formell moralische Schuld.

2.    Es müssen alle Versuche einer friedlichen Verständigung zum Zwecke der Klärung des Sachverhaltes und einer billigen gütlichen Einigung mit vollem Ernst gemacht worden und erschöpft sein.

3.    Das aus dem Krieg zu erwartende Wohl des Staates muß größer sein als das aus ihm zu erwartende Übel.

4.    Das dem Feinde zugefügte Übel darf das Maß seiner Schuld nicht übersteigen.

5.    Es muß vermieden werden, andere, nicht unmittelbar in die Kriegshandlung verwickelte Staaten oder die ganze Christenheit zu schädigen und schwer zu erschüttern.

6.    Die Kriegsführung muß die Schranken der Gerechtigkeit und Liebe einhalten.

7.    Es muß eine Kriegserklärung durch die gesetzlich befugte Obrigkeit "im Namen Gottes zur Vollstreckung seiner Gerichtsbarkeit" erfolgen.“

 

(Von der Einheit der Welt – Das Programm Pius´ XII. für eine internationale Friedensordnung. Aus seinen Briefen, Botschaften und Ansprachen zusammengestellt und erläutert von Karlheinz Schmidthüs. Herder-Bücherei. Freiburg, 1957, Seite 156f.)

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