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14.10.2016

98B42

Edgar Wallace

Rezensionen. Empfehlenswert. Auf in die nächste Buchhandlung oder in ein Antiquariat, www.zvab.com  !

Wallace, Edgar (1875-1932), britischer Kriminalschriftsteller, der Spielsucht ergeben, kommt immer gerade über die Runden, weil er Krimis am Fließband produziert. Oft schlampig geschrieben, aber auch Meisterwerke wie die fünf Bücher über die Vier Gerechten. Auch in anderen Büchern siegen gerecht denkende und handelnde Männer. Im Unterschied zu Agatha Christie werden Deutsche meist als normale Menschen behandelt, spielen oft sogar sympathische Rollen. Von seltenem Reiz sind die Afrikaromane. Unten ein paar kurze biographische Angaben. Deutsche Ausgaben im Goldmann Verlag München. Von uns gelesen:

Die vier Gerechten, die drei Gerechten usw.

The Just Men of Cordova — Die drei von Cordova: 1 (sehr gut)
The Three Just Men — Die drei Gerechten: 1
The Four Just Men — Die vier Gerechten: 1
The Law of the Four Just Men — Das Gesetz der Vier. Kurzgeschichten. 1
Again the Three — Das silberne Dreieck: 1

Andere Kriminalromane (wenn schon vor vielen Jahren gelesen, keine Benotung)

A Debt discharged — Die Schuld des Anderen: 3 (befriedigend)
Again the Ringer — Neues vom Hexer: 1-
Angel Esquire — Der Safe mit dem Rätselschloß: 1-2
Big Foot — Großfuß: 2-3. Zu wenige handelnde Personen. Schlussszene spannend, aber kurz.
Der rote Kreis: 3-
Double Dean — Der Doppelgänger: 2
Ein gerissener Kerl: 3+
Flat twoLouba der Spieler. Anfangs wenig sympathisch. Deutscher Titel unglücklich. 2-3
Hands up! – Hands up!: 2-3

Kate Plus Ten = La regina dei ladri. Erzieherische Wirkung.
Kennedy the Con. Man (1929) Die Diamantenbrosche (mit Mr. Reeder; Scherz 1983, Herder): 1
King Kong. (1932). Absoluter Klassiker. Note 1. Drehbuch von Merian C. Cooper (von ihm dürfte die Idee stammen) und Edgar Wallace, danach Buch von Delos W. Lovelace

Melody of Death — Die Melodie des Todes: 2-
Mr. Justice Maxell — Richter Maxells Verbrechen: 4+

Number Six. Geheimagent Nummer Sechs. Unglaubwürdig. 25 Ein Stier auf goldenem grund ist das familienwappen der Borgia. Note 3-4

On the Spot – Furia a Chicago. Garden Editoriale, 1998. Siehe Anmerkungen unten. Note 3
Penelope of the „Polyantha“ — Penelope von derPolyantha“: 1-2

Private Selby. Il Soldato Selby. Garden Editoriale, Milano, 1998. 1. Hälfte todlangweilig. Am schönsten ist die Geschichte einer großen Liebe. Deutschen Lesern dürfte die deutsche Invasion Englands mit Zeppelinen missfallen. Der Hass des 60-Millionen-Volkes gegen die Briten würde nie enden, heißt es, und wenn die Kaiser abdanken müssten – die Kaiserin leitete die missglückte Invasion – wäre „eine Republik in Mitteleuropa eine beständige Bedrohung des Weltfriedens“ (S. 214). Deutschland gilt den britischen Verwandten als Erzfeind. Zwei gute Zitate über die Liebe (169) und den Krieg (183, bei den Sprüchen, 38LS und 98LS). Note 3-4.

Red Aces – Mr. Reeder weiß Bescheid. 3 Kurzgeschichten. Mr. Reeder weiß Bescheid. Note 2. Die Diamantenbrosche. Note 2. Der Fall Joe Attymar. Zwischen sprunghaft und schludrig. Note 3-4.

Room Thirteen – Zimmer 13. S. 5 PARCERE SUBJECTIS = die Besiegten schonen. S. 94 Mr. Reeder: „Immer wenn ich ein Kaninchen in einem Käfig oder Stall sehe, kaufʾ ich es, bringʾs in den nächsten Wald und lasse es frei.“ Reeder für Alkoholverbot: siehe ETIKA 88LS1. Note 2+.

Terror Keep – John Flack. Am Ende ein großer Tag für Mr. Reeder, den Hüter des Gesetzes und Schrecken der Verbrecher (28). 2-

The Avenger – Der Rächer: 3-4

The Big Four Syndicate. Der Klub der Vier. Kurzgeschichte. In: Noch mehr Morde, Diogenes Verlag Zürich, 1963. Note 2

The Black Abbot – Der schwarze Abt. Auch Film. Spannend bis zum Schluss. Note 1

The Blue Hand. Die blaue Hand. Ohne Jahr. Auch Film. Note 1
The Brigand – Der Brigant: 2

The Case of Joe AttymarDer Fall Joe Attymar (1929; mit Mr. Reeder; Scherz 1983, Herder). Il caso di Joe Attymar.  Garden Editoriale, 1998. Mit: Controllo numero 2, di Edgar Wallace. Und: Le calunnie di Gylston, di Herbert Jenkins. 3-4
The Clue oft he Twisted Candle = Die gebogene Kerze. Albanischer Wucherer und Verschwörer. Note 3

The Clue of the New Pin = Das Geheimnis der Stecknadel. Note 2

The Clue of the Silver Key – Der leuchtende Schlüssel: 3-4. Massenprodukt.

The Coat of Arms – Feuer im Schloß: 1936 oder früher. Note 3. L´avventuriero. Mondadori Milano, dicembre 2015. Beim 2. Lesen Note 1-2.

The Daffodil Mystery – Das Geheimnis der gelben Narzissen. 1978. 3-4.

The Dark Eyes of London — Die toten Augen von London: 3-4
The Door with the Seven Locks — Die Tür mit den sieben Schlössern: Spannend bis zum Schluss. 1.
The Daughters of the Night – Töchter der Nacht. So wurden die Furien umschrieben, römische Göttinnen, die die Verbrecher bestrafen. Roman zu leicht und zu locker. Manfred Bomm macht es spannender. Note 4

The Face in the Night. Tauchnitz Edition, Leipzig, 1925. Note 1.  Kein Krimi kann spannender sein. – Das Gesicht im Dunkel. Wir verstehen nicht, warum wir die deutsche Fassung vor Jahren mit schludrig und 5 bewertet haben. Eine Verwechslung?
The Feathered Serpent — Gucumatz: 2 (gut); bei 2. Bewertung 15 Jahre später nur 3-4, da langatmig, durchsichtig

The Fellowship of the Frog – Der Frosch mit der Maske – Der Geheimbund des Frosches. Note 1-2

The Flying Squad – Überfallkommando: 4

The Golden Hades – Der golden Hades. Recht schwach, Note 4. Ein paar Klassen besser sind die angefügten Kurzgeschichten: Der Selbstmörder, 1. Doktor Kay, 1. Indizienbeweis, 2.

The Green Archer – Der grüne Bogenschütze: 3-

The Green RibbonTurfschwindel. 3-

The Green Rust — Der grüne Brand: 2-3
The Gunner — Hands up! - Il signore della notte, in E. Wallace, Mondadori Milano 2007, Note: 1

The Hand of Power – Im Banne des Unheimlichen. 1960. Action am Fließband, von London bis ins nördliche Eismeer. Deshalb Note 1-

The India-Rubber-Men. Das Gasthaus an der Themse. Scherz Verlag Bern 1983. Tosa-Verlag Wien 1996. Note: 1

The Joker – Der Joker. Spaßmacher, Spaßvogel. Die Hauptfigur ist uns zu lässig, deshalb nur Note 1-2.

The Lady of Ascot – Die Gräfin von Ascot. Wenig Handlung. Note 3
The Lone House Mystery.
Collins’ Clear-Type-Press, London and Glasgow. 1934. Note: 2

The Man who Bought London – Kerry kauft London. Verwerfliche Grundidee. Überraschung zum Schluss. Note 2-3

The Man who Knew – Der Mann, der alles wußte. Wie wir leidenschaftlicher Sammler von Zeitungsausschnitten. Note 1
The Man who was Nobody — Der Mann, der seinen Namen änderte: 1
The Man who Passed – Der Lügendetektor: 1
The Mind of Mr. J. G. Reeder Der sechste Sinn des Mr. Reeder: 1. Eine rundum gelungene Geschichte davon ist als „Polizei und Poesie“ abgedruckt in: „Die berühmtesten Detektive der Welt“, Otto Maier Verlag, Ravensburg, 1974.
The Missing Million – Cercasi un milione, in E. Wallace, Mondadori Milano 2007, Note: 2-3
The Mixer – Der Preller.
Gerechter bringt Gauner um ihre Beute. Wegen schwacher Anfangskapitel nur 1-
The Orator. Der Redner. Kurzgeschichten mit schweigendem Chefinspektor Rater. Fast alle Note 1

The Ringer — The Gaunt Stanger - Der Hexer — Il mago, in E. Wallace, Mondadori Milano 2007, Note: 1-2
The Secret House – Das geheimnisvolle Haus: 3

The Shadow Man – Der Mann im Hintergrund: 2
The Square Emerald – Der viereckige Smaragd. Scherz Verlag Bern, 1988. Note 2
The Squeaker – Der Zinker: 1

The Strange Countess – Die seltsame Gräfin: 4
The Terrible People — Die Bande des Schreckens: 2
The Three Oaks Mystery — Il mistero delle tre querce, in E. Wallace, Mondadori Milano 2007, Note 2
(The) Traitors Gate — Das Verrätertor: 2
The Valley of Ghosts = A. S., der Unsichtbare. Der Wucherer Albert Selim. Note 2

The Yellow Snake — Die gelbe Schlange. Chinese mit großen Plänen. Etwas durchsichtig, nichts Rätselhaftes. 2-3.

We Shall See. Mary Ferrera spielt System. In: Geheimagent Nummer Sechs. Note 1

White Face – Der Teufel von Tidal Basin. Deutscher Titel falsch und irreführend. Note 3

Afrika-Romane, so spannend wie Krimis (z. T. noch oben erwähnt?)

Sanders of the River - Sanders vom Strom. Übersetzt von Richard Küas (die Geschichten “Erziehung des Häuptlings” bis “Kriegshunde” aus: “Unter Buschniggern”). Note 1
The Keepers of the Kings Peace — Hüter des Friedens. -
Detective d´Africa. Garden Editoriale, 1998. Note 2
The River of Stars — Der Diamantenfluß: 1
Unter Buschniggern. Geschichten aus dem afrikanischen Urwald. Übersetzt von Richard Küas. Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin. Um 1930. Note: 1

Notizen zu einzelnen Werken, Zitate:

Again the Ringer — Neues vom Hexer: 1-
Begründung für 1-: Schade der Schluss mit dem Schwein
Seite 6: Infolge seines großen Reichtums waren ihm die Begriffe für Gut und Böse, für Erlaubt und unerlaubt etwas durcheinander geraten.
Seite 140: Um ein erfolgreicher Detektiv zu sein, braucht man im Grunde keinen überragenden Verstand, man muß aber die Fähigkeit haben, sich in die Seele und in den Zustand des Mannes zu versetzen, den man fangen will... überlegten, was sie an Stelle des Verbrechers tun würden, der sein Ziel erreichen will.
Seite 175: Auch berühmte und erfolgreiche Detektive sind schließlich nur Menschen und ärgern sich, wenn sie morgens um halb vier aus dem Bett geholt werden.

Angel Esquire — Der Safe mit dem Rätselschloß: 1-2
Wäre ausgezeichnet, wenn das Rätsel der spannenden Handlung entspräche.

Der rote Kreis,
in: Meistermorde: Herder Buchgemeinde Freiburg o. J., S. 7 – 163, Copyright 1983 Scherz Verlag. Note 3-, da oft naiv. Erpresserstory. Stilblüten:
S. 32 Er war ein reicher Mann, für den Geld der Sinn und Zweck des Lebens war.
43 Es gibt Menschen, die intensiv leben und intensiv leiden. Felix Marl gehörte zu denen, die die Schrecken einer Ewigkeit auf einen einzigen Tag konzentrieren können.

Double Dean Der Doppelgänger, Goldmann Verlag 1980. Note 2 wegen des Humors.
Seite 22 Männer seiner Art bleiben fast immer Herr der Situation, so unangenehm sie auch sein mag. (Witzig in Anbetracht der kommenden Ereignisse.)
88 Die Geschichte hat sich zu einer köstlichen Komödie entwickelt, die an Gogols „Der Revisor“ erinnert. Meisterhaft.
119, ab Kapitel 21 Verflachung. Charaktere wirken zu übertrieben.
149 Aber wenn er sich nicht in dieses wahnsinnige Abenteuer eingelassen hätte, würde er jemals alle ihre Fähigkeiten erkannt haben? Er bezweifelte es.
Schluß zu abrupt und zu kurz.

King Kong
131 (Denhams Theorie: ) „.wie Schönheit es immer wieder vermag, die Bestie zu bestricken, weich zu machen und dadurch schließlich ihren Untergang herbeizuführen“.

On the Spot – Furia a Chicago. Garden Editoriale, Milano. 1998. Bestsellers.
Erst am Schluss spannend. Schockierende Wahrheit über den Alltag der organisierten Kriminalität. Vorschau auf die Hölle. So wie es dort zugeht: Hass und Mord, so geht es heute schon in der Verbrecherwelt zu: brutal. Jeder gegen jeden. Raffgier, Konkurrenz ausschalten, dem Boss die schönsten Frauen. Aber alle Gauner leben in Angst: vor den Genossen, den Gegnern, der Polizei. Zitat des Gangsterbosses Antonio Perelli über den Krieg. S. 112 … gli occhi di Shaun erano il mutuo rimprovero all´amico che lo aveva ucciso. S. 166 Bandenchef: “Io non vedo un biglietto da dieci dollari da anni; questo è il modo migliore di vivere, non sapere che esistono dei biglietti di così piccolo taglio.” “ Noi suamo dei benefattori, o, se preferite, bestie nocive che mangiano altre bestie più nocive.” Gangster töten Gangster und ersparen dem Staat somit für Prozess und Hinrichtung 50 000 Dollar pro Kopf. 

The Daffodil Mystery – Das Geheimnis der gelben Narzissen. 1978. 3-4.
201 „Alle Verbrecher sind mehr oder weniger wahnsinnig“, sagte (Inspektor) Whiteside philosophisch.

The Gunner — Il signore della notte,
in: I Classici del Giallo 9, Edgar Wallace, Mondadori Milano 2007, Note: 1
Ein Meisterwerk, was Stil (kurze Sätze), Spannung (flotte Handlung mit Überraschungen) und den Sieg der Gerechtigkeit betrifft.
372:Haynes „sorrideva sempre di fronte alle aversità“
421 Haynes: „Prima di provare della compassione per un ex detenuto, verificate per quale ragione è stato arrestato.”

The Lone House Mystery. Collins’ Clear-Type-Press, London and Glasgow. 1934. Note: 2
Angekündigt als “thriller which gives us all we have learnt to expect of Edgar Wallace—murder, mystery, detection, excitement, and a little love”.
Äußerst angenehm das kleine, handliche Format 10 x 16 cm mit großer Schrift, etwa 12 Punkt, 25 Zeilen mit je 40 – 45 Buchstaben.
18 Wir schließen uns Superintendent Minter an, wenn er bemerkt: Blackmail is one of the crimes that makes me sick.“
19 Auch weiß der sympathische Gesetzeshüter, daß man einen Kriminellen nicht mit Geld von der schiefen Bahn weglocken kann. Und auch das hat er beobachtet, daß eine gewisse Sorte Männer – natürlich widerliche Typen –  eine unwiderstehliche Faszination auf eine gewisse Sorte Frauen ausübt – er kann es sich nur mit Hypnotismus erklären.
35 „Curiosity is my vice“ – gilt natürlich auch für Journalisten
72 Mit Frauen hat „Sooper“ dieselbe Erfahrung gemacht wie so mancher seiner Leidensgenossen:It’s funny that you can never get a woman to give a straight answer to a straight question“ – aber das soll auch im umgekehrten Fall vorkommen.

The Man who was nobody — Der Mann, der seinen Namen änderte: 1
Seite 21 Sie hatte die Gabe, den Charakter der Menschen von ihren Zügen abzulesen.
59 Marjorie: „Adel hat doch nur dann Wert, wenn er durch persönliche Tüchtigkeit erlangt wird.“
Leichte Kost. Entzückendes Ende, nicht dieser fade Realismus der meisten TV-Krimis

The Man Who Passed – Der Lügendetektor: 1
Teil 2 des Bandes „Der Mann im Hintergrund – The Shadow Man“. Wilhelm Goldmann Verlag, München, ohne Jahr. Mr. Reeder wird uns immer sympathischer, ausgenommen daß er Hühner züchtete (S. 64; Poirot züchtete Rosen, das ist uns sympathischer). Wenn Mr. Reeder ein gefährliches Abenteuer in Angriff nahm, machte er ein vergnügtes Gesicht (S. 47). Erstaunliche Parallelen ergeben sich zum Rezensenten:
64 „Tatsachen sammelte er, … weil er sie vielleicht irgendwann einmal brauchen kann“.
65 „Ich sehe eben überall immer nur das Schlechte“ (wie Miss Marple, wer war vorher, Agatha Christie oder Wallace?)
82 In den Abendzeitungen las Mr. Reeder „die Berichte über den Mord sorgfältig durch, denn Journalisten beobachten manchmal Dinge, die der Aufmerksamkeit der Polizei entgehen“.
83 Außer dieser wichtigen Erkenntnis hatte er „ein geradezu fabelhaftes Gedächtnis für alles .., was auch nur von ferne wie ein Verbrechen aussah“.
84 „Zur Hälfte verdankte er seine Erfolge der Fähigkeit, sich auf Grund noch so unscheinbarer Anhaltspunkte eine Geschichte auszudenken.“ Ja, wer Phantasie hat, dem wird es nie langweilig. Der Weise ist nie einsam.
Ein Gag gelang ihm auf S. 96, wo er den Gauner zu einem Dummchen sagen läßt: „Sie sind so wenig intelligent, daß Sie das durch ein hübsches Gesicht ausgleichen müssen.“ Also wieder ein besonderer Lesegenuß.

The Mind of Mr. J. G. Reeder Der sechste Sinn des Mr. Reeder: 1
Kurzgeschichten. Ein Genuß für Freunde der Gerechtigkeit. Mr. Reeder ist Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft von London und gefährlich wie eine grüne Mamba. Aus diesem Kapitel:
„Der Hang zur Neugier hat schon mehr hoffnungsvolle Karrieren vernichtet als Glücksspiel, Trunksucht oder das Lächeln schöner Frauen. Die ausgetretenen Pfade des Lebens sind immer noch die sichersten, und manch einer, der sie aus Abenteuerlust verlassen hat, wäre heilfroh, wenn es ihm gelänge, wieder zurückzufinden. (S. 98)
Jeder Verbrecher hat seine bestimmte Eigenart. Und die führt meistens zu seiner Entdeckung. Wie immer sich auch verkleiden mag und wie geschickt er von einer Rolle in die andere schlüpft, diese Eigenart behält er doch immer bei, und daran wird man ihn erkennen. Ganz besonders trifft dies auf Fälscher und Erpresser zu.“ (S. 117)

The Ringer — Der Hexer — Il mago: 1-2
Abzug unter anderem weil Täter zu früh erraten werden kann
Der Hexer ist der Schrecken der Schwerverbrecher, ähnlich wie die Vier Gerechten.
Seite 94: Keine Frau ist so unschuldig, dass sie nicht allmählich begriffe, mit welchen Lastern Männer und Frauen täglich in Berührung kommen – oder denen sie selbst frönen.
306 Un giorno sarebbe stato lo schiavo della terrible droga. Questa avrebbe distrutto in lui ogni energia, la volontà e la dignità.

The River of Stars — Der Diamantenfluß: 1
Seite 38f.: Wenige Menschen sind ganz schlecht, aber wenn man dieses Mannes Lebenslauf überdenkt, ist man geneigt, anzunehmen, dass der gute Same, den die Natur in ihn gepflanzt hatte, niemals aufgegangen war.
Seite 73: Gut und Böse waren zu gleichen Teilen in ihm, so dass er recht unzuverlässig war... Seele farblos, formlos und unstet.

The Shadow Man – Der Mann im Hintergrund. Wilhelm Goldmann Verlag, München, o. J., Note 2
Typisch für Mr. Reeder, eine Idealfigur auch nach unserem Geschmack, ist folgende Aufklärung von Seite 9: Wenn Mr. Reeder ins Theater ging, „dann suchte er sich meistens ein klassisches, möglichst romantisches Stück aus. Die modernen Inszenierungen sagten ihm wenig zu.“

The Terrible People — Die Bande des Schreckens. Wilhelm Goldmann Verlag, München, 1952. Note 2.
In der ersten Hälfte oft sprunghaft. Vieles wird nicht erklärt. Agatha Christie ist da penibler. Neue Erkenntnisse:
S. 150 (Wetter Long): „Seine liebste Waffe war, jemand zu überraschen. Seine erfolgreichste Methode bestand darin, etwas Unerwartetes zu sagen und dann die Wirkung auf sein Opfer zu beobachten.“
191 „sauve qui peut
207 Aus dem Leben gegriffen (kein Einzelfall): „Sie war in meinen Bruder verliebt und hatte mich nur geheiratet, damit das Kind … meinen Namen erhielt… sie wollte … mich vielleicht so gegen mich aufbringen, daß ich ihr keine meiner Liebesbezeugungen entgegenbringen sollte, die sie zu hassen zugab.“

The Traitors Gate Das Verrätertor, Goldmanns Taschen-Krimi Band 45, 1954. Note 2
Seite 25 „Gesellschaft zur Befreiung der orientalischen Frau“... Du kennst doch diese Art Unsinn – Rettet unsere braunen Schwestern vor den Schrecken der Polygamie!“
54 Colley zögerte. Er hatte sein ganzes Leben in solchem Schlamm und Schmutz zugebracht, daß alles Rechts- und Anstandsgefühl in ihm erstorben war. Ehre, Selbstachtung, Anstand und alle diese großen, reinen Tugenden waren für ihn Begriffe und Eigenschaften, die für ihn nicht galten.

Afrika-Romane

The Keepers of the Kings Peace — Hüter des Friedens: Note 2
amüsant und makaber zugleich. So war es früher. Man sieht die Briten als Kolonialisten einmal von einer anderen Seite. Ob viele Kolonialbeamte so gerecht waren wie Mr. Sanders?  Hoffen wir, dass die Zauberei heute Ausnahme ist.
Seite 70: Moskitos stechen besonders gern an den Hand- und Fußgelenken, weil die großen Blutgefäße und Arterien an diesen Stellen mehr an der Oberfläche der Haut liegen.
Seite 93: Eingeborene sind eigentlich nichts weiter als große Kinder. Wenn man ihre Schandtaten und Vergehen unter diesem Gesichtswinkel betrachtet, wird man finden, dass es eben Unarten sind. Sie tun Böses, sind leidenschaftlich und haben einen Hang, alle Dinge zu zerstören, um das Geheimnis zu entdecken, das dahinter steckt.

Unter Buschniggern. Geschichten aus dem afrikanischen Urwald. Note 1
Übersetzt von Richard Küas. Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin. Um 1930
Unglaublich amüsant. Wer etwas vom Schwarzen Kontinent wissen will, muß die Afrika-Romane von Edgar Wallace ebenso wie die betreffenden Romane von Karl May gelesen haben. Das Wesen des britischen Imperialismus hat der wackere Bezirksamtmann Sanders enthüllt. Wie weit man bei grausamen Wilden mit Humanitätsduselei kommt, hat Bezirksamtmann Hübschmann erfahren müssen. Sein Kopf wurde vor dem Zelt des Häuptlings aufgespießt.(S. 16)  Kein gutes Haar ließ Wallace an der Regierung Liberias, das von befreiten amerikanischen Sklaven, die 1821 hier angesiedelt wurden, gegründet worden ist. „Die Monrovialeute sind geborene Lügner und Diebe.“ (S. 54) Nur der Sträfling Bosambo kommt gut weg. Daß viele Schwarze an Geister glaubten, wird niemand bestreiten können, der über die heutige Lage informiert ist. Moralisieren ist heute verpönt, aber wir stehen auf der Seite des Autors, wenn er von Sanders schreibt: „Sein letzter Gedanke war, welches wohl das Ende eines Mädchens wäre, dessen Tanz Männer verrückt macht.“ (Seite 112) Auf eine Szene wollen wir in dem Buch „Die kommende Gerechtigkeit“ eingehen: Als Sanders auf den heißen Steinen tanzen mußte, sagte er zum Großen König: „Sei versichert, daß du eines Tages in der Hölle tanzen wirst.“. (S. 121) Hätte ein Deutscher folgenden Satz geschrieben, würde man ihm Rassismus vorwerfen: „Wer das Akasavavolk gründlich kennt, kennt an ihm hauptsächlich seine Faulheit – außer in der Blutrache oder im Ausfechten blutiger Fehden … oder im Ziegenstehlen; in allen diesen Dingen entwickelt es eine Energie und eine Betriebsamkeit, die wirklich unerklärlich ist.“ (S. 144) Vor allem geißelt Wallace die zahllosen Grausamkeiten, darunter Kannibalismus, und der Leser solidarisiert sich mit Bezirksamtmann Sanders, der für Gerechtigkeit sorgt. So hat das britische Empire auch eine gute Seite gehabt. Geheimbünde, die Ritualmorde begehen, gibt es 100 Jahre später leider immer noch, und das Verfluchen ist ebenfalls noch gang und gäbe. Ohne die Angst vor dem Verfluchtwerden gäbe es wohl nicht so viele schwarze Prostituierte. Aber wo ist die irdische Justiz, die da aufräumt? Man hört nichts von ihr, und so wird erst die göttliche Gerechtigkeit Frieden bzw. Strafe bringen. Einzigartig die Beschreibung der Affären und des Endes der schönen Hexe M’Lino; kein Mann konnte dem Zwang, den sie ausübte, widerstehen, und ein Häuptling hätte lieber sein Dorf abbrennen lassen, als sie aufzunehmen. Fairerweise verschweigen wir folgenden Absatz nicht: „In der guten alten Zeit, ehe die Engländer kamen, gab es viele Fehden, Stamm gegen Stamm, Volk wider Volk. Da gab es Schlachten, Raubzüge, Mord und Kreuzigungen in masse. Aber der Brite änderte das alles, es wurde Frieden im Lande.“ Siehe: Auch Engländer und Schwarze waren Rassisten  (19.1.2008)

Biographische Notizen

Das Buch „Unter Buschniggern“ enthält ein lesenswertes Vorwort von Ravi Ravendro, den wir sonst nur als Übersetzer kennen. Daraus ist zu entnehmen, daß Edgar Wallace nahe Greenwich als Findelkind entdeckt worden ist. Seine sanfte Adoptivmutter, Frau eines Fischträgers, las ihm Mordgeschichten aus den Sonntagszeitungen vor. Er übte von frühester Jugend an eine Vielzahl von Berufen aus: Zeitungsverkäufer, Helfer in einer Buchdruckerei (prozessiert mit zwölf Jahren gegen ungerechten Arbeitgeber), Koch, Kajütenjunge, Dieb von Lebensmitteln, um zu überleben, Milchausträger, Soldat, Dichter, Mitarbeiter von Zeitungen. In Südafrika, wo er Kipling und Mark Twain kennenlernt, wechselt er vom Militär zum Journalismus. Berichtet für englische Zeitungen vom Burenkrieg. Chefredakteur der „Rand Daily Mail“ in Johannesburg. Spekuliert und verliert. Als armer Mann nach London. Gerichtsreporter. Reist als Journalist nach Kanada, Madrid, Marokko. Weil er keinen Verleger findet, gründet er selbst einen Verlag, fällt aber auf die Schnauze. Dann Kriegsberichter für die „Birmingham Post“.

Von britischen Kolonialbeamten im äquatorialen Westafrika erfährt Edgar Wallace eine Unmenge über das Leben auf dem Schwarzen Erdteil, was sein Wissen, das er sich als Chefredakteur erworben hat, noch erweitert. Geisterglaube, Zauberei, Sklaverei und Grausamkeit bilden den Stoff für seine Afrika-Romane, und Sanders wird sein Held, der die Bösen straft und den Bedrängten hilft. Freilich auf seine Art, denn Menschenrechte gab es damals noch nicht und die Menschenfresser und Despoten schienen unverbesserlich. Wer weiß, ob die Lage heute, wo alles von Menschenrechten redet, im Urwald von Kongo, in Liberia und vielen anderen Ländern besser ist als damals. Wenn wir an die verhungernden und kranken Kinder, an die vielen Massaker (wer weiß, wie viele Massenmörder danach … , aber das darf man wieder nicht schreiben) und an die als Prostituierte nach Europa verschickten afrikanischen Frauen denken, bezweifeln wir dies. (23.1.2008)

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