ETIKA

Mons. von Segur

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Die Hölle

98B7D

Gott hat uns die Existenz der Hölle geoffenbart

13.8.2014

 

Die Hölle. Gibt es eine, was ist sie, wie entgeht man ihr?
Von Monsignore von Segur.
Autorisirte Uebersetzung. Zweite Auflage. Mainz, Verlag von Franz Kirchheim. 1880. S. 10-14

I.                   Gibt es wirklich eine Hölle?
Es gibt eine Hölle. Gott selbst hat uns das Vorhandensein derselben geoffenbart.

Die Stellen aus den Büchern des alten Testamentes, welche weiter oben angeführt sind, zeigen, daß der Glaubenssatz von dem Dasein einer Hölle schon den Patriarchen, Propheten und dem israelitischen Volke von Gott geoffenbart worden war. Es sind nicht allein die Zeugnisse und Aussprüche der Geschichte; es sind vielmehr und vorzüglich die Zeugnisse und Aussprüche Gottes, welche uns zum Glauben auffordern, welche sich unserem Gewissen und der unfehlbaren Autorität der geoffenbarten Wahrheiten aufdrängen.

Unser göttlicher Erlöser Jesus Christus hat diese furchtbare Wahrheit feierlich bestätigt. Vierzehnmal spricht er zu uns in seinen Evangelien von der Hölle.

Wir führen hier nicht alle seine Aussprüche an, sondern nur einige der wichtigsten. Vergiß nicht, lieber Leser, daß Gott selbst es ist, der hier redet, derselbe Gott, der auch gesagt hat:

„Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen (Mark. 13, 31.).“

Kurze Zeit nach seiner wunderbaren Verklärung auf dem Thabor sagte Jesus zu seinen Jüngern und der Volksmenge, die ihm folgte:

„Wenn dich deine Hand ärgert, (das heißt, Dasjenige, was dir am nothwendigsten ist,) so haue sie ab; es ist dir besser, verstümmelt in das ewige Leben einzugehen, als zwei Hände zu haben und in die Hölle zu kommen, in das unauslöschliche Feuer, wo ihr Wurm nicht stirbt, und das Feuer nicht erlischt!“

„Und wenn dein Fuß dich ärgert, so haue ihn ab; es ist dir besser, lahm in das ewige Leben einzugehen, als zwei Füße zu haben und in die Hölle geworfen zu werden, wo ihr Wurm nicht stirbt, und das Feuer nicht erlischt!

„Und wenn dein Auge dich ärgert, so reiß es heraus; es ist dir besser, einäugig in das Reich Gottes einzugehen, als zwei Augen zu haben, und in das ewige Feuer der Hölle geworfen zu werden, wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt (Mark. 9, 42-47. In gehennam ignis inextinguibilis)!“

Von Dem, was am Ende der Zeiten geschehen wird, sagt der göttliche Heiland:

„Der Menschensohn wird seine Engel aussenden und sie werden aus seinem Reiche alle Aergernisse sammeln, und jene, die da Unrecht thun; und sie werden sie in den Feuerofen werfen. Da wird Heulen und Zähneknirschen sein … Wer Ohren hat zu hören, der höre (Matth. 13, 41-43. In caminum ignis.).“

Bei der Schilderung des jüngsten Gerichtes verkündigt uns der Sohn Gottes im Voraus in bestimmten Worten den Urtheilsspruch, welchen er gegen die Verworfenen aussprechen wird:

„Weichet von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer!“

Und er fügt hinzu:

„Und diese werden in die ewige Pein gehen (Matth. 25, 41-46. In ignum aeternum … in supplicium aeternum.)!“

Ich frage nun, kann man sich klarer und bestimmter ausdrücken, als Jesus es hier thut?

Die Apostel, von ihrem göttlichen Meister beauftragt, seine Lehre zu verkündigen und zu erklären, sprechen nicht weniger klar und deutlich von den Flammen der Hölle, die nie erlöschen, sondern ewig brennen werden.

Wir führen hier nur einige ihrer Aussprüche an, und erinnern zuerst an jenen des heiligen Paulus, welcher den Thessalonichern das jüngste Gericht also verkündigt:

Der Herr Jesus Christus wird sich vom Himmel aus offenbaren mit den Engeln seiner Macht in Feuerflammen, da er Rache nimmt an denen, die Gott nicht kennen und die nicht gehorchen dem Evangelium unseres Herrn Jesu Christi, welche mit ewigem Untergange gestraft werden durch das Angesicht des Herrn und die Herrlichkeit seiner Kraft (II Thessal. 1, 7-9. In flamma ignispoenas dabunt in interitu aeternitas.).“

(Anmerkung ETIKA: Lutherbibel von 1897: und mit Feuerflammen, Rache zu geben über die, so Gott nicht erkennen, und über die, so nicht gehorsam sind dem Evangelium. Lutherbibel von 1987: in Feuerflammen, Vergeltung zu üben … Einheitsübersetzung von 1980: Dann übt er Vergeltung …)

Der heilige Apostel Petrus sagt, daß die Gottlosen die Strafe der gefallenen Engel theilen werden, deren Gott nicht geschont, sondern mit Ketten der Hölle sie in den Abgrund gezogen und der Pein übergeben, um sie zum Gerichte aufzubewahren. Er nennt sie „Kinder des Fluches“, denen das Dunkel der ewigen Finsterniß aufbewahrt ist (II Petri 2, 4. 14. 17.).

Der heilige Johannes spricht ebenfalls von der Hölle und ihrem nie verlöschenden Feuer. Von dem Antichristen und seinem falschen Propheten sagt er:

„Und der Teufel, der sie verführt hatte, ward geworfen in den Feuer- und Schwefelpfuhl, wo auch das Thier und der falsche Prophet gequält werden Tag und Nacht in alle Ewigkeit (Apok. 20, 9. 10. In stagnum ignis ardentis sulphurecruciabuntur die ac nocte in saecula saeculorum.)!“

Der heilige Apostel Judas zeigt uns, indem er von der Hölle spricht, „die Teufel und die Verworfenen mit ewigen Banden in der Finsterniß aufbehalten, wo sie die Strafe des ewigen Feuers leiden (Jud. 6, 7. Ignis aeterni poenam sustinentes.)!“

Im Verlaufe aller ihrer, vom heiligen Geist eingegebenen Briefe kommen die Apostel immer wieder auf die Furcht vor den Gerichten Gottes und den ewigen Strafen zurück, welche der unbußfertigen Sünder harren.

Darf man sich nun noch wundern, wenn uns die heilige Kirche nach so bestimmten Aussprüchen ihres göttlichen Stifters und seiner Apostel die Ewigkeit der Peinen und des Feuers der Hölle als eine ausdrückliche Glaubenslehre darstellt, so zwar, daß Jeder, der es wagt dieselbe zu läugnen, schon dadurch allein sich der Häresie schuldig macht.

Das Vorhandensein der Hölle ist also ein Glaubensartikel der katholischen Kirche (Anmerkung ETIKA: natürlich ebenso der evangelischen, orthodoxen, koptischen usw. Konfessionen), und wir sind von der Wahrheit desselben ebenso fest überzeugt, wie von dem Dasein Gottes.

Also, es gibt eine Hölle.

Ziehen wir aus dem Gesagten den Schluß: Das Zeugniß des ganzen Menschengeschlechtes und seiner ältesten Ueberlieferungen, das Zeugniß der menschlichen Natur, des gesunden Menschenverstandes, des Herzens und des Gewissens, und überdies das Zeugniß der unfehlbaren Lehre Gottes selbst und seiner Kirche vereinigen sich, um uns mit vollständiger Gewißheit zu beweisen, daß es eine Hölle gibt, eine Hölle, in welcher Feuer und Finsterniß herrschen, eine ewig dauernde Hölle, um die Gottlosen und die unbußfertigen Sünder zu bestrafen. Nun frage ich dich, lieber Leser, kann eine Wahrheit klarer und deutlicher bewiesen sein, als diese es ist?

(Anmerkung ETIKA: Wer das Vorhandensein der Hölle leugnet oder sie relativiert, ist weder Katholik noch Christ.)

 

Fortsetzung folgt

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