ETIKA

Francisco Delmonte

www.etika.com
26.4.2009

Das Phantom vom Nanga Parbat

Unvollständiger Entwurf; vorherige Fassungen ungültig

98B91A22

Reinhold Messner von A - Z

Auf den Spuren der Gerechtigkeit (Einleitung)

Das Phantom vom Nanga Parbat (Inhaltsverzeichnis)

Reinhold Messner von A – Z

Anarchismus

"Ich bin ein Anarchist. So weit das möglich ist, bestimme ich meine Grenzen und Gesetze selbst." (Stuttgarter Zeitung, 30.10.1982)

Bergsteigen

R. M. wird in der Presse meist  als Südtiroler Extrembergsteiger bezeichnet.

28.6.1970: R.M. durchsteigt mit Bruder Günther als erster die 4500 Meter hohe Rupalflanke des Nanga Parbat.

8.5.1978: Mit dem Nordtiroler Peter Habeler bezwingt er den Mount Everest im Alpinstil, das heißt ohne mitgeführten Sauerstoff.

1980: Als erster im Alleingang auf den Mount Everest.

1984 mit Hans Kammerlander aus Ahornach (Pustertal, Südtirol) erste Achttausender-Doppelüberschreitung über Gasherbrum I und II

Als erster Mensch besteigt R. M. alle 14 Achttausender (bis 1986). In China wurde später noch ein 15. Achttausender entdeckt, doch ist fraglich, ob dieser als eigener Berg gilt, wenn wir uns recht erinnern.

Eine Foto-Parodie von Hanspaul Menara, erschienen am 13.10.1990 im "Dolomiten"-Magazin: "Ich und die ewigen Berge. Ja, ich war oben. Und ich bin ein Held. Die höchsten, die schönsten und die schwierigsten Gipfel habe ich bezwungen, als erster Mensch. Ich habe mein Leben gewagt, aber ich wußte wofür. In großen, leuchtenden Lettern wird mein Name in die Geschichte eingehen. Gleichsam eingebrannt wird er sein in die Felsen jener großen Berge, und diese werden ihn hinübertragen in alle Zeiten. Denn die Berge sind ewig, und mein Ruhm wird es mit ihnen sein. Dabei habe ich schon längst begonnen zu vergehen. Meine Heldentaten werden schon morgen vergessen sein. Und die herrlichen Berge sind schon lange im Begriff, zu unansehnlichen Hügeln zu werden."

Bruder Günther „lebendig“

R. M. im „Stern“-Interview vom September 2002 mit Arno Luik über seine Lage, als er sich „tagelang auf Knien und Händen durch das Diamirtal“ schleppte, „mehr tot als lebendig“: Manchmal hatte ich das Gefühl, da läuft einer das Tal hinunter, der stirbt. War das ich? Meinen Bruder habe ich bis zuletzt hinter mir, vor mir, rechts oder links, vermutet, War er noch da? Ich habe dauernd nach meinem Bruder gerufen. Ich war allein, machtlos. Ich stand neben mir. Ich habe nach Günther wie ein waidwundes Tier gebrüllt. Der Trennungsschmerz dauerte Jahre.“ Frage von Arno Luik: „Er fehlt Ihnen noch heute?“ Messner: Ja, aber ich habe inzwischen engen Kontakt zu ihm. Mein Bruder ist lebendig, nicht nur als eine Vorstellung, sondern wirklich... als ich jetzt über ihn geschrieben habe, saß er neben mir. Er ist zu einem virtuellen Begleiter geworden. Beim Schreiben bin ich 30 Jahre zurück, bin zu ihm in diese Eishöhle auf 6000 Meter Höhe hineingekrochen... (nach weiteren interessanten Aussagen)  Ich habe von ihm Energie und viele Visionen übernommen... Ich habe tatsächlich Energie für zwei, viele Ideen, Lebenslust. ... Seit dem Tod meines Bruders lebe ich nach dem Motto: Ich tue nur noch das, was ich am liebsten tue.“ („Stern“, Arno Luik, ein sagenhaftes Interview)

Charakter

„... Ich bin ein Tatmensch, bin so gestrickt. Und ich gebe mich nur mit dem Bestmöglichen zufrieden. Ich stehe eindeutig zu meinem elitären Tun. Ich mache nichts Schlampiges, nichts Oberflächliches.“ Seit dem Tod seines Bruders Günther lebt Reinhold Messner sein Leben „mutiger, frecher“. (Diese Zitate sind dem Interview mit Arno Luik, „Stern“, September 2002, entnommen, abgedruckt in den „Dolomiten vom 28.9.2002)

Arno Luik zu R. M. im „Stern“-Interview: „Ein Menschenfresser seien Sie, hat Ihre ehemalige Frau Ursula Demeter gesagt.“ Messner: „Ich will es nicht bestreiten. Dass ich andere begeistere und ihre Motivation nutze, auch ausnutze, ihnen ihr Leben klaue – einige hat das berühmt gemacht.“ Weitere Aussage: „Es graust mir vor nichts.“ (Sept. 2002)

Ebenso Aussagen zum Thema Größenwahn im „Stern“-Interview.  Zum Beispiel: „Ich habe über 40 Bücher geschrieben. Leider gibt es niemanden auf der Welt, der auf die Bühne gehen kann, um mit mir auf gleicher Ebene über geschichtliche Themen, moralische Themen, geografische Themen, die das Bergsteigen betreffen, zu reden.“ Messner hat einmal erklärt: „Ich bin der Sonnenkönig.“ („Stern“, Sept. 2002)

Franziskus und Messner

Energie

Siehe unter den Stichworten Bruder Günther sowie Frauen sowie Tibet, Tantrismus

Everest

R. M. hat den höchsten Berg der Welt (8846 m, es gibt auch anderslautende Höhenangaben bis 8840 m) als erster im Alleingang bestiegen ohne künstlichen Sauerstoff. Siehe Bergsteigen.

Frauen, Ehe

Messner lehnt nach eigenen Angaben die Ehe ab. "Hochzeit hat keinen Sinn mehr, ich bevorzuge das Zusammenleben." Die Lebensgefährtin und die zwei Kinder des Bergsteigers leben in ... "Oft bin ich weg. Manchmal wissen nicht einmal sie, wo ich bin." Auf die Frage, ob das nicht egoistisch sei, sagt Messner: "Ich bin ein Egoist. Ich habe das Recht, mein Leben zu leben." (11.1.1999)

"Die Frauen - in meinem Beruf mitunter ein Problem. Vor allem dann, wenn die Frau eines Bergsteigers vom Ehrgeiz zerfressen ist. ... Bei Uschi war das nie der Fall. Sie hat nie gedrängt, eher gebremst. Aber irgendwann wurde sie müde - zu müde, um all die Ängste und Sorgen ertragen zu können. Da konnten auch die Erfolge nichts mehr retten. Also die Trennung - und irgendwann eine neue Liebe. Ich habe gern eine Frau um mich, wenn ich auf Reisen bin. ... Sie muß mein Leben akzeptieren, sich bis zu einem gewissen Punkt selbst aufgeben. Ich hatte das Glück, eine solche Frau zu finden. Sie heißt Sabine, sie teilt mit mir und ich teile mit ihr. ... sechs erfrorene Zehen ... Trotz dieses Handicaps bestieg ich siebzehnmal einen Achttausender. Ich denke, meine Besessenheit hat das möglich gemacht. Und mein Glaube.“ (Bunte 27.11.1986)

„Allein die Vorstellung, daß der Mensch, vor allem der Mann, ein Leben lang an eine Frau gebunden sein muß, ist ein ganz großer Blödsinn. Diese Geschichte ist ja nur 400 Jahre alt, und der sie erfunden hat, hat nur die menschliche Psyche nicht durchschaut. Deswegen gibt es heute in den industriellen Ländern die großen Probleme mit den Scheidungen." (Was, 12.10.1992)

Interview der Oberösterreichischen Nachrichten: Sie sind für außergewöhnliche Ideen bekannt. War da nicht einmal etwas mit "Sex auf dem Gipfel?" Messner: "Dieses Thema haben andere aufgeworfen. Was mich wirklich reizen würde, wäre mit einer Frau einen Achttausender zu besteigen. ... Wichtig wäre es, auch in Überlebenssituationen nebeneinander zu sein. ... Der Führungswechsel geht in der Notsituation nach meiner Theorie ganz ohne Sträuben vor sich. Auch bei mir gab es schon Augenblicke, wo ich mich unterordnete - und eine Minute später hatte ich wieder soviel Kraft, daß ich mein vorheriges Unterordnen nicht verstand. Ich habe oft darüber geschrieben: Ich bin der Ansicht, daß der andere um jene Kraft, die man selbst verliert, stärker wird. Es gibt ein "Wegnehmen" der Kraft. So schlimm die Nazizeit war, aber Hitler lebte bis 1939 - nach dieser Theorie - davon, daß er dem deutschen Volk Dinge "entzogen" hat. Je größer die Gruppe um einen ist, desto mehr kann man herausholen." (22.11.1983) Anmerkung: Diese Theorie entstammt dem frauenausbeutenden tibetischen Lamaismus; siehe das Buch "Der Schatten des Dalai Lama".

Arno Luik im „Stern“-Interview zu R. M.: „Sie können brutal sein. Wenn ich ins Tal komme, sagten Sie früher mal, muß eine Frau da sein. Ich brauche das.“ Messner: „Was hat Liebe mit Brutalität zu tun? Ich hatte immer starke Frauen, von der Mutter bis Sabine, meiner Lebensgefährtin. Soll ich als gestörter, unbefriedigter Mann herumlaufen?“ („Stern“, Sept. 2002)

Gegner

news“, österreichisches Nachrichtenmagazin: „Warum haben Sie so viele beharrliche Gegner?“ Messner: „Die Gründe für diese Kampagne liegen darin, daß ich seit dreißig Jahren den Leuten ein Leben vorlebe, das sie selber gerne möchten.“ („news“, Nr. 5, 29.1.2004)

Geld

"Andere sagten, Messner ... Time and Yeti is money." (Joa, NWZ, 17.10.1998)

Gott, Religion

Hat schon schlimmere Sachen gesagt als in der Ausgabe von "La Stampa", 10.1.1999: "Non sono cristiano né buddista, ma credo che ci sia un Creatore. La mia filosofia di vita è il rispetto della natura". Die "Dolomiten", das Tagblatt der Südtiroler, geben einige Zitate wieder: "Ich bin im weiteren Sinn ein Pantheist. Ich bin weder Christ noch Buddhist...“ „La Stampa“: „Aber ich glaube, daß es einen Schöpfer gibt. Meine Lebensphilosophie ist die Achtung vor der Natur“.

"Ich glaube allerdings nicht an einen Gott, der da außerhalb der Welt über den Gipfeln schwebt. Mein Gott ist die Natur in ihrer Gesamtheit, das sind die Berge und die Menschen." (Bunte 27.11.1986)

Gott sei man auf dem Everest nicht näher, sagte Messner. Doch treffe „das Stoffliche mit dem Nichtstofflichen zusammen“.

Siehe auch Stichwort Wahrheit: „Wenn es die Wahrheit gäbe, gäbe es auch Gott.“

Grenzerfahrung

Der Sportphilosoph von der Universität Oppeln, Volker Caysa, faßte Reinhold Messners Philosophie der Lebenskunst unter der Überschrift zusammen: „Nur die Grenze macht noch Sinn. Im Extrem-Sein im Sinne eigentlichenExistierens inszeniert er Naturerfahrungen als Selbsterfahrungen. Messner, der Mann der Grenzgänge...“ (Die „ersten Münchner Erfahrungstage“ an der TUM: Extremsport und Erfahrungssuche in der Natur. Ab 3.5.2003. www.tu-muenchen.de/infocenter/presse/tum_mit/tum5_02033/21-22.pdf) 

Irak
Als Mitglied des Europäischen Parlaments bereiste Reinhold Messner im Februar 2003 den von den Amerikanern eroberten Irak. www.heide-ruehle.de/dp_hr/artikel,10,2,10063.html

Justiz, Klagen, Entschädigung

„Im vergangenen Sommer hatte Messner angekündigt, wenn er die Leiche seines Bruders finde und damit seine Aussage beweisen könne, werde er von den beteiligten Verlagen Schadenersatz verlangen.“ (stern.de 25.1.2004)

news“, österreichisches Nachrichtenmagazin: „Haben Sie nicht vor, Ihre Widersacher zu verklagen?“ Messner: „Ich will mich doch nicht mit Betrügern herumstreiten. Mir geht es darum, daß endlich klar wird, wer die Rufmörder sind, und daß das alles eine Kampagne gegen mich war. Ich wurde 33 Jahren durch alle Gassen getrieben, zum Brudermörder, zum krankhaften Ehrgeizling, der den Bruder für irgendeine Bergtour opfert, abgestempelt. Das war eine harte Lehrzeit, aber es gehört eben auch zum Leben des Menschen, solches zu erfahren. Zum Glück habe ich den Knochen nicht selbst gefunden, sonst hätten mir die auch noch vorgeworfen, ich hätte mir mein eigenes Wadenbein herausgeschnitten und wäre mit einem Plastikbein zurückgekommen. ... Ich glaube, daß sich viele, die Opfer solcher Rufmordkampagnen geworden wären, schon umgebracht hätten. Aber ich habe gelernt, damit zu leben.“ („news“, Nr. 5, 29.1.2004)

„Abendzeitung“, München: „Wenn Hans Saler und Max von Kienlin, diese beiden Kolporteure (Anmerkung: laut Duden Verbreiter von Gerüchten) ihre Lügen nicht zurücknehmen, werde ich wieder vor Gericht gehen“, sagt Messner... Das heutige Urteil will Messner noch abwarten. „Aber dann verklage ich von Kienlin auf 250 000 Euro Schadenersatz, weil er immer noch seine Unwahrheiten verbreitet“, sagt Messner. Auch den beiden Münchner Verlagen A 1 und Herbig, die die Bücher Kienlins und Salers herausgebracht haben, droht Messner mit Klagen. („Abendzeitung“, 30.1.2004)

Christoph Franceschini und Arthur Oberhofer über die Pressekonferenz in München: „Eineinhalb Stunden prasselten auf den Südtiroler Extrembergsteiger Detailfragen nieder, die mehr als kritisch waren. ... Reinhold Messner wiegelte nicht ab, sondern beantwortete jede Frage, lieferte gegen jede These nicht nur eine logische Gegenthese, sondern ein halbes Dutzend... Zudem hätte er alle Beweise, daß die Herrligkoffer-Stiftung hinter der Kampagne gegen ihn stehe... Messner machte auch klar, daß es ihm nicht um Schadenersatzklagen geht. Auf die beiden Autoren Max von Kienlin und Hans Saler gemünzt: „Die beiden kleinen Fälscher sind arm wie Kirchenmäuse, da gibt´s nichts zu holen.“ Von den großen Zeitungen, die auf die Story aufgesprungen sind, erwarte er sich eine Kurskorrektur.“ („tageszeitung“, Bozen, 30.1.2004, Seite 2)

Lebensphasen
Reinhold Messner beim Raiffeisen-Marketingforum: Sein Leben finde in „großen Rhythmen, senkrechtem Denken und großen Ereignissen“ statt. Bisher könne er auf „fünf eigene Leben“ zurückblicken. (Anmerkung: Wir fassen zusammen : )  1. Klettern in senkrechter Wand. 2. Spezialist im Höhenbergsteigen. Mount Everest ohne Sauerstoffgerät. Es gehe darum, „jeden Tag aufs Neue ,mental´ Berge im Bewußtsein zu versetzen.“ Wir steigen nicht hinauf, um einen Gipfel zu erreichen, sondern um zurückzukommen zu den Menschen.   Mit 40 Jahren hat Messner alle 8000er bestiegen – zu jung, um „mit einer Flasche Bier vor dem Fernseher auf die Rente zu warten“. 3. Phase in der Lebensmitte: Expeditionen in die Antarktis und Arktis. R. M.: „Ich sage Ihnen, unsere globalisierte welt ist genauso chaotisch wie das brechende Packeis. Wer meint, er kann heute mit Abwarten – wirtschaftlich – überleben, der hat sich getäuscht!  Überleben tun die, die dem Chaos ihre Kreativität, Energie und Begeisterung entgegensetzen. Diejenigen, die abwarten, werden früher oder später untergehen.“ Der Sturz von der Hausmauer seines Schlosses „Juval“ und die dabei erfolgte Zertrümmerung des Fersenbeines leiten die „vierte Lebensphase“ ein und machen Messner ein paar Jahre lang  zum Invaliden“.  Eine Zeit, die Messner nutzt, um Mythen nachzulaufen, wie etwa der Yeti-Legende. Heute – in seiner fünften Lebensphase, ist Messner im Begriff, eine museale Struktur aufzubauen, ... , bei der es um die „Natur des Menschen am Rande der Existenz in seiner Begegnung mit dem Berg“ geht. (Raiffeisen-Notizen, Bozen, Nr. 2, Mai 2004)         

Lebensphilosophie
In einem Interview mit Radio Tirol (ORF, Datum unbekannt, spätestens 16.6.2004) sagte Reinhold Messner, es gehe ihm darum, das Leben voll zu leben, und dies könne er am besten, wenn das Leben schnell verloren gehen könnte. Dadurch könne er seine Möglichkeiten mit Vehemenz einsetzen: „Am Ende des Lebens kommt es nicht darauf an, was wir haben, sondern was wir getan haben.“ 

Museumsprojekte

An verschiedenen Orten der Alpen.
R. M. will den Kaiserberg bei Bozen zu einem Bergmuseum unfunktionieren, in dem die verschiedenen Weltreligionen vertreten sind. Er plant dort auch die Errichtung eines Himalaja-Tempels und will dort asiatische Kunstgegenstände ausstellen. (D 9.2.2000) Gegen den erbitterten Widerstand konservativer Kreise sowie der Heimat- und Naturschützer kann er dieses Vorhaben durchboxen dank der Unterstützung durch Landeshauptmann Dr. Luis Durnwalder.

Dies Projekt kommentieren Christoph und Florian von Ach in einem Leserbrief vom 15.2.2000: "Angereichert natürlich mit erlesensten Kostbarkeiten aus tibetischen Klöstern - die Tibeter haben ja keinen Bedarf mehr an ihren Kunstschätzen; was ihnen die Chinesen gelassen haben, wird Reinhold Messner schon sicher nach Europa bringen. Abgesehen vom Kulturimperialismus übelster Sorte, außer er stelle wirklich den billigen Kitsch zur Schau (was nicht anzunehmen ist, er wird sicher vom Land finanziert), den er uns schon in Schloß Juval vorführt, kennt seine Kultur schaffende Ader wohl kaum Grenzen. Vielleicht werden wir über die Alemagna (-Autobahn) bald von China aus schneller erreichbar sein."

Nanga Parbat

Bestiegen 1970 mit seinem Bruder Günther, der beim Abstieg tödlich verunglückt ist. Siehe den Psycho-Thriller Abgründe am Nanga Parbat

Ein Licht auf den entstandenen Streit wirft ein Schreiben seines damaligen Berggefährten Max-Engelhardt von Kienlin. Dieser verweist bezüglich des Begriffes Wahrheit auf den letzten Satz seines Epilogs in seinem Buch „Die Überschreitung“, wo er Pilatus zitiert, und meint: „Wir können ihr uns nur mit Mühen zu nähern versuchen.“ Messner gehe es nicht um die Wahrheit, „sondern um den Erhalt eines übermenschlichen Flairs, das er durch das Buch vermindert sieht, während er sich laufend selbst entzaubert. Sein mimosenhaftes Ehrgefühl, welches er, man kann es kaum glauben, durch den seltsamen Knochenfund vor fast 4 Jahren nun wiederhergestellt sieht, wird ja durch die beschriebenen Tatsachen oder auch Hypothesen eigentlich gar nicht verletzt. Die Vorwürfe sind bei genauer Betrachtung ganz anderer Natur.  Er hat keine Rücksicht auf seine früheren Helfer und Kameraden genommen und sie beschuldigt. Das hat alles ausgelöst. "Si tacuisses......" Hätte er sich ehrenhaft verhalten, müsste er jetzt nicht so verkrampft um seine Ehre ringen.“ (E-Mail vom 3.2.1904)

Naturschutz

Messner für Alemagna (Autobahn) und BBT (Brenner-Basis-Tunnel). „Nicht immer gegen alles sein.“ „Man kann eine Autobahn nicht mitten in den Bergen stecken lassen.“ (Südtirol 24h, 31.7.2004)

Politik

Kandidierte bei den  Europawahlen im Juni 1999 mit Erfolg für die Grünen und zog als Europarlamentarier nach Straßburg. Kandidiert bei den nächsten Wahlen nicht mehr, weil er sich ganz seinen Museumsprojekten widmen will.

„Ich war nie für die Grünen im Europaparlament“, sagte R. M. am 23.4.2009, nach 17 Uhr, im RAI Sender Bozen. Andrerseits bezeichnete er sich als grünen Denker. Auf die Frage angesprochen, warum er einst die in Südtirol herrschenden Kräfte angegriffen habe und jetzt für Landeshauptmann Luis Durnwalder sei, sagte er, auch (der linksgrüne Vordenker) Alexander Langer sei für Durnwalder gewesen. Er sei im übrigen gegen die Basisdemokratie (wegen der meinungsbildenden Tageszeitung „Dolomiten“), aber für die direkte Demokratie.

Bahro - Messner

Presse

R. M. attackiert oft Zeitungen und Journalisten, sieht viele als Gegner an, die nur Böses über ihn schreiben. „,Die ganze deutsche Journaille´, entschlüpfte es Messner,  habe sich hineinlegen lassen.“ („Südtirol 24 h“, Bozen, 30.1.2004)

Interview der Süddeutschen Zeitung, vermutlich Anfang Juli 2003. Frage: „Sehen Sie eine besondere journalistische Lust an der Demontage der Bergsteiger-Legende Reinhold Messner?“ Antwort: „Ja. Das ist sogar verständlich. Weil es ein Geschäft ist und Neidgefühle befriedigt.“

„Es waren nicht böse Medien und finstere Bergkameraden, sondern Reinhold Messner selbst, der mit einem Buch den Geist seines Bruders aus der Vergessenheit holte. Damals warf Messner den ersten Stein. Als müsse er die Selbstanklage endlich los werden, begann er zu beschuldigen, zu hadern, Vorwürfe zu erheben. Die Bergkameraden schlugen zurück – der Herr von Kienlin, der Hans Saler... Dessen Buch wurde zu einem „Angriff auf Messner“, und genau so kündigte die ff einen Vorabdruck auf ihrer Titelseite an. Seitdem gehören wir mit „Spiegel“ und „Süddeutscher“ zur unrühmlichen Dreifaltigkeit des Bösen in der Medienwelt, während „Bild“ und „Tageszeitung den Club der Seriösen bilden. Messner sei es nicht übel genommen, dass er dies so sieht: Die Wiedergabe der Vorwürfe in den Büchern hat ihn getroffen, an wundester Stelle. Nicht viel kann diesen Streitbaren treffen, der Tod des Bruders und sein eigenes Durchkommen treffen ihn. Deshalb gern und ohne Verlogenheit: Entschuldigung, Reinhold Messner! Verletzen war nicht unsere Absicht, unterstellen auch nicht. Was wir nicht können, ist Reinhold Messner von seinem Fluch, der vielleicht ein Segen ist, zu befreien: Nicht wir Medien haben Messner Vorwürfe gemacht, wir haben darüber berichtet; wir haben auch berichtet, daß er dagegen klagen wird, daß er sich wehrt und daß er eine andere Sicht der Dinge hat... Es wird auch jetzt keine Ruhe sein...“ (FF – Südtiroler Wochenmagazin, Bozen, Nr. 5, 29.1.2004, Seite 11)

Der Autor dieser Webseiten fügt hinzu, daß die meisten Medien Reinhold Messner bewunderten und grundsätzlich positiv zu ihm eingestellt waren (als nur ein Beispiel nennt er den ihm bekannten, leider verstorbenen Georg Kleemann von der Stuttgarter Zeitung) – solange, bis Messner seine Rundumschläge austeilte.

„Für mich ist dieses Thema (Anmerkung: Nanga Parbat, Günthers Tod) jetzt abgeschlossen, und das ist die letzte Pressekonferenz, die ich zu dieser Sache machen werde“, sagte Reinhold Messner. (Am Sitz des Münchner Piper-Verlages, „tageszeitung“, Bozen, 30.1.2004, Seite 2)

Bei einem langen Interview mit dem RAI Sender Bozen am 23.4.2009 versäumte er es nicht, seinen Intimfeind, die Tageszeitung „Dolomiten“ scharf zu attackieren. Es dürfe nicht sein, dass die Tageszeitung alles vorgibt. Von „hinterfotzigen Aussagen“ war die Rede. Doch zeigte er sich optimistisch: „Die Zeitungen verlieren langsam ihre Macht, den Gratiszeitungen gehört die Zukunft.“ Nicht umsonst seien die „christlichen Brüder“ mit einer Gratiszeitung auf den Markt gegangen. „Die beiden christlichen Brüder haben mehr Macht als die Volkspartei“, betonte er.

Schwächen

Kann nicht schwimmen (Geständnis in Frank Elstners SWR-Talkshow „Menschen der Woche“, Baden-Baden,  Ende Oktober 2003)

 

Südtirol, Heimat

"Ich glaube, daß kein Volk die Heimat so verraten hat wie die Südtiroler. Penso che nessun popolo hat tradito tanto la Heimat come gli altoatesini. ... sie reden von Vaterland bzw. Heimat, aber sie haben sie verraten, alle, alle, fast alle. ... ma la hanno tradita tutti, tutti, quasi tutti. Ich selbst bin mein Vaterland. (16.11.1981 Rai Uno, 1. Italienisches Fernsehen)

Parla Reinhold Messner: Quel nazista di Magnago. (L´Espresso 14.10.1984)

"Ich will Themen umsetzen, für die wir als Südtiroler prädestiniert sind. Durch unsere multikulturellen Erfahrungen sind wir vorbereitet für die Fragen, die wesentlich sind fürs friedliche Zusammenleben in der wachsenden europäischen Gemeinschaft. Die globaler werdende Welt ist eine Tatsache, der die Regionalisierung entgegengesetzt werden muß, auch als Möglichkeit, persönliche Identität zu finden. .. Was ich sehe, ist ein Europa der Regionen." (Südwestpresse 21.4.1999)

Messner verwendet nur italienische Ortsnamen, geboren in "Bressanone", wohnhaft in "Merano" und "Castelbello". Auf die Beschreibung Messners unter www.europarl.eu.int weist der Unionsabgeordnete Andreas Pöder hin. "Offenbar ist Messner geistig bereits aus Südtirol ausgewandert." (D 5.10.2000; inzwischen abgeändert – unklare Angabe von früher)

R. M. klagt Südtirol an, zwölf Seiten. "Das System der Autonomie ist eine Falle, wehe dem, der nicht zum System gehört." Das ganze Land hänge am Tropf der "Landesväter". Selbst Gott werde in diesem Land ein bisschen wie die "Partei" (SVP) angesehen Er fühle sich hier am falschen Ort. (D 9.10.2000).

Messner im "Spiegel": "Wandere aus". Er vergleicht Südtirol mit der DDR. Ins Auge gefasst habe er ein paar Plätze in Südamerika, in Argentinien, gegen die Anden hin, zwischen Patagonien und Bariloche. (Datum im Moment nicht verfügbar.)

 

Reinhold Messner plädierte in einem langen Gespräch mit dem RAI Sender Bozen für die „Multiculturità“ (bewusst italienische Form verwendet) in Südtirol. „Südtirol wird nie mehr ein deutschsprachiges Land sein und soll es auch nicht sein.“ (23.4.2009, 17.09 Uhr) Den Idealismus sieht er relativ kritisch, weil er ihn mit Egoismus gleichsetzt und als negatives Beispiel den verdienten Heimatpfleger Dr. Peter Ortner erwähnt. Anderseits: „Ich bin ehrlich und sage, ich bin Egoist.“ Der gewohnte Widerspruch in ihm.

 

Tibet, Tantrismus

Befreundet mit dem Dalai Lama

Bedenkliche Äußerungen zur Energieübernahme von anderen Menschen. Vergleiche die Erläuterungen über den Tantrismus, die das Ehepaar Trimondi in  www.trimondi.de und Büchern veröffentlicht hat.

 

Tod

„Wer ein Grenzgänger ist, oft allein in extremen Situationen ist, erfährt genügend über sich. Ich habe die Abgründe meiner Seele erlebt wie wenige andere. Ich bin am Nanga Parbat in eine Todessituation geraten. Ich war mit dem Sterben einverstanden. Ich kam zurück, als hätte ich meinen eigenen Tod überlebt. Aber ich habe meinen Bruder verloren und weiß nicht genau, wo er geblieben ist. Ich frage mich immer noch: Wo hat das mit den Halluzinationen angefangen, wo könnte Günther geblieben sein?“ (im „Stern“-Interview mit Arno Luik, Sept. 2002)

 

„Mir .. gehen die Ziele nicht aus, für sie setze ich alles ein, alles. Denn nur haarscharf zwischen Selbstverschwendung und Selbstzerstörung bin ich lebensfähig. Wenn ich keine Visionen mehr habe, bringe ich mich um.“ (im „Stern“-Interview, Sept. 2002)

 

Umweltschutz

"Mit der Werbung als Rekorderschließer aller Achttausender hat Reinhold Messner gewiß ein fürstliches Vermögen angehäuft, hat aber wie kein anderer dazu beigetragen, daß die letzten unberührten Flecken der Erde überrannt und verdreckt werden." (Lois Hackhofer, Bozen, Leserbrief in den "Dolomiten", 25.7.1989)

R. M. macht Werbung für Jagdgewehre und wird deshalb von Italiens Grünen attackiert. (Zeitungen 13. und 14.5.1999)

Die grüne Landtagsabgeordnete Alessandra Zendron bezeichnet Messner als Zubetonierer. Für das Bozner Gemeinderatsmitglied Rudi Benedikter (Projekt Bozen) ist Messner "einer, der als Umweltschützer kandidiert und dabei skrupellos für Autos, Flughäfen, Jagdgewehre, Plastikflaschen wirbt; einer, der sich nicht scheut, über das Grab der italienischen Grünen nach Europa zu kraxeln, um uns von dort seine privaten Hirngespinste aufzuzwingen". Es sei traurig, "daß Südtirols Bild in Europa nun von diesem arroganten Geschäftsmann und Möchtegernpolitiker mitgeprägt wird". (Dolomiten 18.6.1999)

Als einen "Berge-Vermarkter" (alpinista commerciante) bezeichnet Luigi Casanova, Präsident der von Messner mitgegründeten Naturschutzorganisation "Mountain wilderness Italia", Reinhold Messner. R. M.: "Habe heute meinen Austritt aus Mountain Wilderness erklärt, obwohl diese Bewegung mein Kind ist." Messner tritt für neue "Alemagna"-Staatsstraßen-Variante im Cadore ein. (D 21.9.2000)

Messner setzt sich für den Ausbau des Bozner Flughafens ein, der von den Umweltschützern erfolglos bekämpft wird. (1998)

Verletzungen

Erfrierungen der Zehen am Nanga Parbat 1970

Zog sich ein schweres Handicap zu, als er sich beim Sprung über eine Mauer seines Anwesens am Fuß verletzte

 

Wahrheit

Arno Luik vom „Stern“: „... sagen oder schreiben Sie doch einfach das: die Wahrheit über den Tod Ihres Bruders.“ Messner: „Ich spreche nie von der Wahrheit. Sie ist ein zu hoher Wert. Wenn es die Wahrheit gäbe, gäbe es auch Gott. Es gibt in diesem Fall nur Facts und Erinnerungen, so viele erinnerte Wahrheiten wie Teilnehmer an dieser Nanga-Parbat-Expedition.“ („Stern“, September 2002)

 

Wohnort

Er besitzt Schloß Juval bei Naturns in Südtirol

 

Yaks

Züchtet Yaks aus dem Himalaya in Sulden (Vinschgau)

 

Yeti

In seinem Buch „Yeti – Legende und Wahrheit“ entzaubert er den Mythos des Schneemenschen. Für ihn ist der Yeti ein Bär. Dies wurde erst jüngst bestätigt durch Forscher, die von einem Schneebären reden.

 

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