ETIKA

Nur eines schreckt
den Bösewicht

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6. Hölle

25.7.2013
Neues in rot

Ein Höllenspaziergang – Gedichte von Rainer Lechner
Einteilung der Hölle nach dem Roman von Vicente F. Delmonte:
Jedem nach seinen Taten,
Münster, 2007, sowie dem Fortsetzungsband: Die kommende Gerechtigkeit (geplant).
Nur eines schreckt den Bösewicht - Gesamter
Gedichtzyklus

Zur Rettung der Seelen. Mögen die Lebenden diese Warnungen ernst nehmen, rechtzeitig umkehren, Wiedergutmachung leisten, Buße tun und an das Evangelium unseres Herrn Jesu Christi glauben! Mögen alle sich abschrecken lassen, Böses zu tun! Der Autor will keineswegs behaupten, dass die in den Gedichten als Verdammte erwähnten Personen tatsächlich verdammt sind, denn dies können wir Sterblichen nicht wissen; sie dienen wegen irgendwelcher Laster nur als anschauliche Beispiele zwecks der für das Überleben der Menschheit so notwendigen Generalprävention. Schon um 1300 hat Dante unzählige Menschen in die Hölle sowie ins Fegfeuer versetzt. Die gesetzlich garantierte Freiheit der Kunst muss auch für diese Gedichte gelten.

6. HÖLLE: Vergewaltiger, Verführer

Tahrir

Ihr habt dem Greuel zugesehn,
die Hilferufe überhört.
Es ließ euch kalt der Opfer Flehn,
ihr Leiden hat euch nicht gestört.

Sodoms und Gomorrhas Rotten
eroberten den Platz Tahrir 1,
wüteten wie einst die Roten,
schlimmer noch als wilde Tier´.

Frauen wurden eingekreist,
geschändet mitten in der Mass´,
was deren Feigheit klar beweist;
die Frevler hatten ihren Spaß.

Doch vorgemerkt ist jeder Nam´
in der Engel großem Buch.
Es straft sie in der Höll´ die Flamm´,
die nie verlöscht ‒ als ew´ger Fluch.

Wer zugeschaut, ist auch dabei.
Denn nur wer Mitleid hat und Mut,
wem fremde Not nicht einerlei,
ist auch für den Himmel gut.

Anmerkung (16.7.2013, K. B. H.):

1 Sexuelle Gewalt bei Massenprotesten auf dem Tahrir-Platz im Herzen Kairos. In wenigen Tagen über 90 Frauen Opfer teils schwerster sexueller Angriffe. (Dolomiten, 11.7.2013, APA/dpa)

Kerkerelend

In eine Zelle eingesperrt
mit perversen Hominiden:
Schlimmeres ist auf der Erd´
keinem Mann beschieden.

„O holde Göttin Toleranz!“
Statt die Bösen abzustrafen,
zu brechen ihre Dominanz,
macht sich Iustitia zum Affen.

Sie duldet Rauschgift und die Schand´
in ihren eignen Mauern.
Da bleibt doch stehen der Verstand
bei Arbeitern und Bauern.

Ein Kerker, höllisch heiß und kalt,
ein Ort zum Ewigbleiben,
der folgt auf die Justizanstalt ‒
der Lohn für ruchlos´ Treiben.

Anmerkung: Dem Gedicht liegt ein Zeitungsartikel über sexuelle Übergriffe auf Jugendliche in österreichischen Strafvollzugsanstalten zugrunde. (Die Presse, APA, Dolomiten 10.7.2013)

Mittäter aus Humanitätsduselei

Die Antifolterkommission
verbietet unter strenger Drohung
der Sittenstrolche Kastration.
„Welche schreckliche Verrohung!

„Nicht bei uns in der EU!
Das erniedrigt ja die Täter. 1
Lasst die Armen doch in Ruh!“
Eine Lebensspanne später:

In Hölle sechs, da regnet´s Hieb´.
„Ich wollte mich kastrieren lassen,
um zu dämpfen meinen Trieb,
denn ich musste selbst mich hassen,

wenn mich Begierde überkam,
Gewalt ich antat vielen Frauen,
ohne Mitleid, ohne Scham;
konnte mir ja selbst nicht trauen.

Wär ich kastriert, dann wär ich frei
von Zwang und Fluch, die mich stets banden,
doch durch eure Duselei 2
konnt´ ich nur in der Hölle landen.“

„Hast noch nicht genug geschwatzt,
vermaledeiter alter Sünder?
Hast dein Leben selbst verpatzt,
Unhold, Schurke, Selbstverblender!

Uns kommt zu das größ ´re Recht,
diese Sünder zu bestrafen.“
Den Bonzen der EU wird schlecht.
„Was haben wir mit euch zu schaffen?“,

fragt einer von der Kommission.
Denn Furcht erregen die Gestalten,
alleine von der Größe schon,
die bei den Verdammten halten.

„Wir sind die Geister jener acht,
die ihr dem Schänder preisgegeben 3
und die trotz ihrer Leidensnacht
nicht verzweifelt sind am Leben.

Jetzt suchen wir Ersatz für sie,
denn unsre Lust ist es zu quälen.
Unser Hass erlischt ja nie
auf euch verfluchte Menschenseelen,

denn ihr seid Ursach´ unsrer Pein,
kredenztet uns den Leidensbecher.“
„Und wir“, mischt sich ein Andrer ein,
„sind der armen Frauen Rächer,

die den Glauben gaben auf,
die die Schand´ nicht überstanden,
verkürzten ihres Lebens Lauf,
weil sie keinen Sinn mehr fanden.“

Doppelt also das Plaisir
als Teufel und als Racheengel,
kombiniert aus Pflicht und Kür.
Kein Wunder, dass so viel Gedrängel.

Wer viel´ Seelen brachte mit
an einer langen Übelkette,
ist auch der Teufel Favorit
an dieser düstren Folterstätte.

Rainer Lechner, etika.com

A n m e r k u n g e n :

1 Die Südwestpresse berichtete am 23.2.2012: „Sexualstraftäter in Deutschland dürfen auf eigenen Wunsch chirurgisch kastriert werden. Das will der EU-Ausschuss zur Verhütung von Folter und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe (CPT) unterbinden. … Die Kastration soll den Testosteronspiegel senken und den abnormen Geschlechtstrieb stoppen … Der Eingriff könne zu schweren körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen führen, gibt das Komitee zu bedenken …Die Entfernung der Hoden bedeute Verstümmelung – bei inhaftierten Sexualstraftätern könne sie als erniedrigende Behandlung eingestuft werden.“ (Autorin: Patricia Dudeck)

2 Gemeint ist natürlich Humanitätsduselei

3 Die Bundesregierung verweist auf eine Studie von 1997, wonach nur 3 von 104 zwischen 1970 und 1980 kastrierten Sexualstraftätern rückfällig geworden sind. „Von 53 nicht kastrierten Strafttätern wurde damals fast jeder zweite rückfällig“, heißt es in der Südwestpresse weiter. Dies ist ein schlagender Beweis, welch furchtbare Folgen Frauen und Mädchen zu gewärtigen hätten, wenn die deutschen Bundesländer der Aufforderung des CPT nachkämen. Deshalb unsere Warnung als Gedicht.

Virtuell geküsst
von den Internet-Schlampen

Edel war dein holdes Antlitz,
deines Gottes Ebenbild. 1
Wie oft und schwer hast du gesündigt,
dass es die Schönheit nicht behielt?

Jetzt trägst du eine starre Maske,
die jedem einflößt Furcht und Grau´n.
Eingefurcht ist jedes Laster.
Niemand will dein Elend schau´n.

Von Kopf bis Fuß bist du verwandelt,
ein Ausbund aller Hässlichkeit. 2
Dein Angesicht ist voller Schande 3
und bleibet so in Ewigkeit.

Warfst die Perlen vor die Säue 4,
hast entblößt dich ohne Scham 5.
In Hölle sechs 6 rächt sich ein Jeder,
der dein Bild zu seh´n bekam.

Zum Bruch der Ehe mit den Augen 7,
zur Unzucht hast du viel´ verführt.
In Jung und Alt hast du entzündet
ganz frech die Lunte der Begierd´.

Hast am Bildschirm sie gefangen
mit Babels 8 virtuellem 9 Kuss.
Seid ihr gefolgt ins Reich der Qualen.
Vergebens warnte Tundalus 10.

 

A n m e r k u n g e n :

(1 ) 1. Mose 1,27 Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie einen Mann und ein Weib. (Die Bibel, Stuttgart, 1897. Wir wählen, wenn es uns möglich ist, am liebsten diese alte Ausgabe, weil die neuen Ausgaben mit einem Copyright belegt sind und wir Schwierigkeiten bei langen Zitaten vermeiden wollen. Es ist eine Unverschämtheit, dass Christen die offiziellen Bibelausgaben nicht für ihr Laienapostolat verwenden dürfen, weil die Amtskirchen über die beauftragten Verlage damit ihr Geld machen wollen. Was Jesus, die Apostel und Propheten dazu sagen, dass ihre Texte nicht von jedermann verwendet werden dürfen? Wir werden es beim Jüngsten Gericht vernehmen.)

(2 ) Vgl. P. Martin von Cochem: Von den vier letzten Dingen. Landshut, 1859, S. 33: „Wenn nun aber die Seele ihren Leib erblicken wird (bei der Auferstehung), so wird sie vor dessen Abscheulichkeit so erschrecken, daß sie lieber wieder in den Abgrund der Hölle fahren, als in diesen Leib eingehen wollte. Eines jeden Verdammten Leib wird zwar alle Glieder haben, sogar wenn ihm ein Glied gemangelt hätte, würde es ersetzt werden; aber diese unseligen Leiber werden so abscheulich, so stinkend und ungestaltet sein, daß sie mehr den Teufeln als den Menschen gleichen.“

(3 ) vgl. Psalm 69,8

(4 ) Matthäus 7,6 Ihr sollt das Heiligtum nicht den Hunden geben, und eure Perlen sollt ihr nicht vor die Säue werfen, auf daß sie dieselbigen nicht zertreten mit ihren Füßen, und sich wenden und euch zerreißen. Vgl. 1 Korinther 6,19 Oder wisset ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist, welchen ihr habt von Gott, und seid nicht euer selbst?

(5 ) Auch die sogenannten „Schlampen“ (sluts), die feministische Avantgarde, wollen nicht wahrhaben, dass die Menschheit ohne Moral vor die Hunde geht.

(6 ) Einteilung der Hölle nach dem Roman von Vicente F. Delmonte: Jedem nach seinen Taten. 2007. Im Buchhandel und Internet.

(7 ) Vgl. Matthäus 5,28 Ich aber sage euch: Wer ein Weib ansiehet, ihrer zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen. 29 Ärgert dich aber dein rechtes Auge, so reiß es aus und wirf´s von dir. Es ist dir besser, daß eins deiner Glieder verderbe, und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde.

(8 ) Babel = Babylon (vgl. Karl May). Offenbarung 17,5 Die große Babylon, die Mutter der Hurerei und aller Greuel auf Erden. 18,3 … von dem Wein des Zorns ihrer Hurerei haben alle Heiden getrunken, und die Könige auf Erden haben mit ihr Hurerei getrieben, und die Kaufleute auf Erden sind reich worden von ihrer großen Wollust. 19,2 … wahrhaftig und gerecht sind seine Gerichte, daß er die große Hure verurteilet hat, welche die Erde mit ihrer Hurerei verderbte.

(9 ) Das Fremdwort virtuell wird in Knaurs Lexikon, Berlin 1939, wie folgt erklärt: „1) Der Möglichkeit nach vorhanden, aber nicht wirksam; schlummernd; 2) optisch: Bild eines Gegenstandes, das nur durch rückwärtige Strahlverlängerung konstruierbar, nicht auf Schirm auffangbar ist. Gegensatz: reelles Bild.“

(10 ) vgl. Die Vision des irischen Ritters Tundalus. Rascher Verlag, Zürich, 1921, S. 29: Von der Strafe der … Hurer: „Mit den größten Schmerzen aber wurden sie an den Schamteilen gemartert! Denn diese, von Fäulnis zersetzt, sah man von Würmern wimmeln; und in die Schamteile der Männer und Frauen … krochen die fürchterlichsten Tiere hinein, so daß den allenthalben von den Martern Erschöpften keine Kraft ausreichte, alles das zu ertragen. Kein Geschlecht, kein Kleid blieb von diesen Qualen verschont!“

Herzenbrecher

Vielen Männern fehlt die Frau;
für sie ist es der Super-GAU.
Andre einen Harem haben
wie im Bienenstock die Waben.

Erzogen erst im Angelland,
dann Herrscher über Öl und Sand,
wohlig viele Scheichs beschauen
Haupt- und hundert Nebenfrauen.

Es ist ein richt´ger Frauenzoo.
Doch den gibt es auch anderswo.
Natürlich wollen wir nicht schonen
ob solcher Unart die Mormonen.

Polygamie: der Liebe Tod.
Im Jenseits wälzt sich drum im Kot,
wer verursacht solche Schmerzen,
hat gebrochen so viel´ Herzen.

Nur einer Frau und einem Mann
– so steht es klar in Gottes Plan –
ist bestimmt die große Liebe.
Zu beherrschen sind die Triebe.

Im VIP-Hotel

Wie grinsen da die Höllengeister,
wenn ein wirklich hohes Vieh,
ein auf Erden großer Meister,
wird gezwungen auf die Knie.

Weil er schmählich sich vergangen
im Hotel an einer Frau 1,
sitzt der Unhold bald gefangen.
Wie ist ihm im Magen flau!

Ein Alptraum ist die G´richtsverhandlung. 2
Sein Ruf für immer ruiniert!
Weil ausbleibt jede innre Wandlung,
wird in die Hölle er zitiert.

*

Im VIP-Hotel Sade-Eskapade,
Suite de Luxe Nummer sechs,
wartet eine fette Made
begierig auf den Flatrate-Sex.

Schon bald erscheint ein Zimmermädchen.
Er wirft sie mit Gewalt aufs Bett.
Da wandelt sich das süße Käthchen
in ein Gespenst ohn´ Blut und Fett.

Der Anblick ist fürwahr abscheulich,
nicht auszuhalten der Gestank
und die Stimme – ach wie greulich –,
die da schnarrt: „Nimm meinen Dank!

Werd´ verspottet deinetwegen
von meiner Gesellen Rott´.
Denn der Frau ward es zum Segen,
dass sie verschmäht dein Angebot.

Wolltest sie mit Geld bestechen
nach erfolgter Freveltat … 3

Doch um andre auch zu retten,
zeigte sie dich mutig an.
Hiermit warf sie ab die Ketten,
die ich ihr schon angetan.

Ihre Sünden – all´ vergeben,
und ich stand da wie ein Narr.
Alles hatte ich gegeben,
sie zu hol´n in unsre Schar.

Dieses wirst du freilich büßen
durch die ganze Ewigkeit.
Oh, wie wird´ ich dir versüßen
von jetzt an deine Leidenszeit.

Komm, du böser, feister Egel,
auf dein neues Luxusbett!
Statt der Federn hat es Nägel
genauso wie ein Fakirbrett.“

Wirft ihn auf die Stacheldecke,
wälzt ihn grausam hin und her,
rücklings, bäuchlings. „O verrecke!
Du bist schuld an dem Malheur!“

Der Halunke jammert, wimmert.
Doch da fällt ihm etwas ein,
und ein Hoffnungsstrahl ihm schimmert.
„Ich kann dir behilflich sein,

den Verlust bald auszugleichen.
Fange doch zehn andre Schuft´!
Kenne sehr gut meinesgleichen“,
er zu dem groben Teufel ruft.

„Will dir nennen ihre Namen,
ihre Schwächen auch zugleich,
nicht nur für gewisse Damen.
Doch funk dafür ins Himmelreich,

dass jene Frau, die all´s geschildert,
bei Gott erwirke durch ihr Flehn,
dass meine Strafe wird gemildert.
O könnte sie mich doch hier sehn!“

„Das verhindert ja ihr Engel.
Nie blickt sie in diese Kluft.
Unsre Sorgen, unsre Mängel
sind für die da oben Luft.

Über Lust- und Pädomolche
sind wir gegend informiert.
Alle diese Sittenstrolche
ein Brandmal, das wir riechen, ziert.

Doch für deinen bösen Willen
eine Paus´ verdienst, mich deucht,
ehe dich dann andre grillen.“
Hämisch grinsend er entfleucht.

Der Sünder ist erst wie belämmert.
Dann will er fliehn von diesem Ort.
Voll Angst er an die Wände hämmert.
Da tut sich auf ein´ schmale Pfort.

„Sex und tausend andre Sachen“
steht da auf einem bunten Schild.
Die Lebensgeister neu erwachen.
Es rast sein Blut. O welches Bild!

Ein Porno-Shop voll Utensilien;
im Käfig hockt ein Sexobjekt,
ganz jung mit dem Geruch von Lilien.
Genüsslich er die Finger schleckt.

Es wiederholt sich die Geschichte.
Der Leser ahnt des Teufels Plan.
Der passt auch nicht in dies Gedichte,
das wird ein eigener Roman.

Anmerkung: Auch dieses Gedicht soll nur als Gleichnis dienen, nicht als Anspielung auf eine lebende oder verstorbene Person.

1   Verborgene Quellenangaben 

2 Vergleiche den Kommentar in Sonntag aktuell, Stuttgart, vom 5.6.2011. Kolumnistin Ursula Ott wundert sich über die grassierende Unmoral. „Wo kommen wir denn hin, wenn wir uns nicht mehr über Recht und Unrecht Gedanken machen, sondern vor allem über die Frage: Wo komme ich mit welcher Schweinerei am besten durch?“

3 Verborgene Zeilen

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