ETIKA

Nur eines schreckt
den Bösewicht

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8. Hölle

29.6.2013
Neues rot

Ein Höllenspaziergang – Gedichte von Rainer Lechner
Einteilung der Hölle nach dem Roman von Vicente F. Delmonte:
Jedem nach seinen Taten, 2007 und 2103.
Nur eines schreckt den Bösewicht - Gesamter
Gedichtzyklus

Zur Rettung der Seelen. Mögen die Lebenden diese Warnungen ernst nehmen, rechtzeitig umkehren, Wiedergutmachung leisten, Buße tun und an das Evangelium unseres Herrn Jesu Christi glauben! Mögen alle sich abschrecken lassen, Böses zu tun! Der Autor will keineswegs behaupten, dass die in den Gedichten als Verdammte erwähnten Personen tatsächlich verdammt sind, denn dies können wir Sterblichen nicht wissen; sie dienen wegen irgendwelcher Laster nur als anschauliche Beispiele zwecks der für das Überleben der Menschheit so notwendigen Generalprävention. Schon um 1300 hat Dante unzählige Menschen in die Hölle sowie ins Fegfeuer versetzt. Die gesetzlich garantierte Freiheit der Kunst muss auch für diese Gedichte gelten.

8. HÖLLE: Grausame, Massenverführer, Götzendiener
4. Abteilung: Kinderschänder, -händler, -entführer

Richter Tunichtgut

Ein Mann missbraucht sein Enkelkind.
Neun Jahre lang treibt er die Sünd´.
Geständig und nicht vorbestraft,
bekommt er nur Bewährungshaft 1,
läuft also weiter frei herum.
Wer Anstand hat, bleibt sprachlos, stumm.

Zum Glück gibt´s die Gerechtigkeit,
die herrschet in der Ewigkeit.
Die Lebenszeit verrinnt so schnell,
und bald schon seh´n wir in der Höll
den Unhold in des Feuers Glut
mitsamt dem Richter Tunichtgut.

Wer dem Verbrechen Nachsicht übt,
dem Teufel seine Seele gibt,
erleidet als Kompliz 2 die Qual,
die er verdient, im Flammental.

Anmerkungen

1 Vgl. Dolomiten vom 28.6.2013: Bewährungsstrafe für Missbrauch von Enkelin, E. Der Staatsanwalt hatte drei Jahre Gefängnis gefordert.

2 „Wer dem Verbrechen Nachsicht übt, wird sein Komplize.“ (Voltaire, französischer Philosoph, 1694-1778)

 

Von Verdammten verabscheut

Selbst hartgesottenen Verbrechern,
Tyrannen, Mafiosi, Schächern,
wird die Qual manchmal gemindert.
Nichts die Racheengel hindert,

irgend jemand zu verschonen
und für manches zu belohnen,
ihn zum Beispiel einzuspannen,
seine Bosheit einzuplanen

zwecks Bestrafung andrer Leute.
Diesmal stürzt sich eine Meute
Krimineller auf ein Pärchen
von rund fünfundzwanzig Jährchen.

„Bin eine verfluchte Seele
und zu Recht hier in der Hölle.
Hab gemordet“, sagt der Eine.
Aber ihr! Für solche Schweine

ist noch jede Straf´ zu niedrig.
Nichts auf der Welt ist derart liedrig. 1
Ein Kind gezeugt, um´s zu missbrauchen! 2
Lasst alle Höllenöfen rauchen!

Ihr verdient die schlimmsten Qualen,
und im Namen von uns Allen
verspreche ich euch Kinderschändern,
dass ihr bis zu der Hölle Rändern

nirgendwo ein Plätzchen findet,
wo man euch nicht voll Abscheu schindet.
Jedes Wesen wird euch hassen
und niemals mehr in Ruhe lassen.“

Furcht, Entsetzen packt die beiden,
denn jetzt beginnen ihre Leiden.
Abgrundtief sind sie verachtet,
werden nur als Dreck betrachtet.

Erpicht ist jeder in der Hölle
leicht verständlich
, auf die Schnelle
den noch Schlecht´ren heimzuzahlen,
was er selbst erlitt an Qualen.

Jeder sucht die zwei zu fassen,
um an ihnen auszulassen
seine Wut und seinen Ärger
über seinen ew´gen Kerker.

Die Dämonen sehn´s mit Freude,
wie Andre quälen ihre Beute
in allen Bulgen und Verliesen.
Tundalus und Dante grüßen. 3

R. L., etika.com

A n m e r k u n g e n :

1 Offenbar ein Schwabe, Dialektausdruck für niederträchtig, gemein

2 Ein Mann (27) und eine Frau (26) haben in Nordrhein-Westfalen ein Kind gezeugt, um es zu missbrauchen, was auch geschah. Die irdischen Strafen: acht und fünf Jahre Gefängnis. (Südwestpresse 13.3.2012)

3 Details in der Vision des irischen Ritters Tundalus, in Dantes Inferno, bei P. Martin von Cochem: Von den vier letzten Dingen, sowie in dem Roman von Vicente F. Delmonte: Jedem nach seinen Taten.

Nachdruck bis April 2012 bei Quellenangabe etika.com jedermann honorarfrei gestattet

Wir warnen die Pädophilen vor Störaktionen. Unsere Internetpräsenz wird laufend von Geheimdiensten etlicher Länder sowie Polizeidienststellen überwacht. Ebenso warnen wir vor Attentaten. Die Engel werden nicht untätig bleiben. Die Polizei wird die Alibis bestimmter Personen überprüfen, bes. s. W.l. und p. A.b. Eine(r ) der Beteiligten wird bereuen, um der Hölle zu entgehen, und alles wird auffliegen; die staatliche Justiz wird alle verurteilen, und alle Anständigen werden ihre Namen erfahren. Unsere Besucherfrequenz wird sich aufgrund der Presseberichte vertausendfachen. Unser Rat: Kehrt um, bereut, tut lebenslang Buße, um eure Seelen zu retten! (Guami, 17.3.2012)

 

Entschädigung für Kindermörder

Ein Alptraum plagt den Kindesmörder 1,
wenn ausgelöscht das Zellenlicht.
Er sieht voll Angst und voller Schrecken
dem kleinen Jungen ins Gesicht.

Empört beschwert er sich beim Richter:
„Mit Folter wurde mir gedroht,
damit ich das Versteck verrate.
Mein Gleichgewicht kam aus dem Lot.

Ich habe Alpträum´ im Gefängnis,
und auch das Essen schmeckt mir nicht.
Und denk ich an die Polizisten,
wird ich nervös und krieg die Gicht!“

Der Richter zeigt sich gar verständig:
„Auch die EU will Toleranz.
Die Polizei sollte man stoppen,
sonst gibt dies einen Rattenschwanz.

Der Rechtsstaat schütze auch den Mörder.
Da ist ein Leben sekundär.
Man konnte es ja doch nicht retten.
Der Tötungsakt war schon vorher.

Da scheinen mir wohl angemessen,
dreitausend Euro Schadensgeld,
die der so schwer geplagte Mörder
vom Steuerzahler nun erhält.“

Lasst uns jetzt die Szene wechseln
und einmal in die Zukunft schau´n

natürlich alles nur erdichtet,
da wir dem Rechtsstaat nicht ganz trau´n.

In bestimmten Perioden
wird den Sündern angetan,
was sie selber einst verbrochen

alles nach Iustitiae Plan.

So wird nun der Kindsentführer
von Dämonen oft erwürgt.
Was wir hiermit offen schreiben,
damit den Wandel es bewirkt.

Daneben sind die Höllenstrafen,
wie Dante sie und Tundalus
im einzelnen beschrieben haben,
freilich ein absolutes Muss.

Um nur ein Beispiel hier zu nennen:
Blicke auf den Strom von Blut,
darinnen jeder Mörder siedet 2

die Folge seiner Gier und Wut.

Grässlich dampft aus tiefen Gründen
der Gestank 3 des Frevlerbads.
In ihm sogar Juristen kochen;
auch Schreibtischmörder finden Platz.

Weil sie das Notwehrrecht gebrochen
und, ohne Mitleid für ein Kind,
die Mörderrechte höher stellten,
sie jetzt des Täters Partner sind.

Dieser durfte noch studieren
in der Justizvollzugsanstalt,
ist wohl auch der Rechte Doktor.
Rechtsverdreher, dreimal halt!

Ein Schandurteil, das schrieben manche 4,
und in der Tat, der Kommissar,
wollte nur ein Leben retten,
stand unter Zeitdruck, das ist wahr.

Um ein kleines Kind zu schützen,
ist jede Maßnahme legal.
Diese Abwägung der Güter
ist im Rechtsstaat ganz normal.

Dass der Menschenrechtsgerichtshof
strafen lässt die Polizei,
verstehen Kinderfreunde nicht.
Gott, nicht allen all´s verzeih!

Auch Du, Jesus, liebst die Kinder,
und Du wirst halten das Gericht.
Wir beten um gerechte Urteil´.
Verschone nicht die Bösewicht´!

Wache der Barmherzigkeit, Guami, etika.com, 6.8.2011

1 Südwestpresse, 5.8.2011: 3000 Euro für Kindesmörder Magnus Gäfgen. Dankenswerterweise ausführlicher Bericht auf S. 3 von Christoph Schmidt-Lunau. Kommentar von L. T.: Sieg für den Rechtsstaat. Stuttgarter Zeitung: Wegen der Androhung von Folter in einem Polizeiverhör spricht das Landgericht Frankfurt dem 36-Jährigen 3000 Euro zu.

2 Dante Alighieri´s Göttliche Komödie. Uebersetzt und erläutert von Karl Streckfuß. Neu herausgegeben von Dr. Rudolf Pfleiderer. Verlag von Philipp Reclam jun., Leipzig. 1876. Hölle, 12. Gesang. Vergil: 46-48 „Doch blick in´s Thal; schon naht der Strom von Blut, In welchem Jeder siedet, der dort oben Dem Nächsten durch Gewaltthat wehe thut.“

3 aaO 11. Gesang, 4f

4 Bild, 5.8.2011: Schand-Urteil. In was für einem Land leben wir? Herrr Richter, warum geben Sie diesem Mörder auch noch Geld?

Auferstehung der Vier Gerechten

Verurteilt wegen Selbstjustiz:
Der Himmel pfeift auf dies Indiz.
Was unten war Gesetzesbruch,
steht golden in dem Lebensbuch.

In der Vier Gerechten Stil *
trieb er an Iustitiae Mühl´.
Entführte in ein andres Land,
unterstützt von Freundeshand,

einen vorbestraften Mann,
der ihm das Schlimmste angetan.
Die Tochter hatte er missbraucht.
Sie hat ihr Leben ausgehaucht;

der Mädchenschänder hatt´ das Kind
mit einer Spritz betäubt geschwind.
Freigesprochen vom Gericht,
gelangt er doch zur Ruhe nicht.

Der brave Vater schleppt ihn fort
zur Straf an einen andren Ort.
Es kommt dann wieder zum Prozess. **
Sein Ruf ist hin; schuld die Exzess´.

Doch wird gerächt die große Schand
erst nach dem Tod, in jenem Land,
das Mörder, Schänder lehrt das Grau´n
in der bösen Geister Klau´n.

* Edgar Wallace: Die Vier Gerechten, Das Gesetz der Vier, Die Drei Gerechten, Die Drei von Cordova, Das silberne Dreieck usw., Goldmann Verlag, München

** verborgene Anmerkung

Doppelt schwer

Sechs Jahre Haft bekam ein Mann,
der seine Töchter hat missbraucht.
Gnade heischend gab er an:
„Ich wurde selber einst missbraucht.“ *

Was auf der Erde Mild´rungsgrund,
gilt beim höchsten Richter nicht.
Dieser nach der Todesstund´
zu dem Missetäter spricht:

„Du hast selbst gespürt den Schmerz,
lagst nieder an der Seelenwund´.
Hattest du denn gar kein Herz?
Tat ich es denn nicht oftmals kund?

Wer übet kein´ Barmherzigkeit,
erfährt sie auch im Jenseits nicht.
Du kanntest dieses bittre Leid,
das jedem Kind das Herze bricht.

Hast dennoch deiner Lust gefrönt,
geschändet meiner Kinder Leib.
Hast Träum´ zerstört und mich verhöhnt.
Für immer in der Hölle bleib!

Vollstrecker der Gerechtigkeit,
straft doppelt diesen bösen Mann,
der selber sich vermaledeit!
Abscheulich war, was er getan.“

* Verborgene Anmerkung

Rainer Lechner, etika.com

 

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