ETIKA

Nur eines schreckt
den Bösewicht

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98LP2H9

8. Hölle, 9. Abteilung

23.2.2015

Ein Höllenspaziergang – Gedicht von Rainer Lechner
Einteilung der Hölle nach dem Roman von Vicente F. Delmonte:
Jedem nach seinen Taten,
Münster, 2007, sowie dem Fortsetzungsband: Die kommende Gerechtigkeit (geplant).
Nur eines schreckt den Bösewicht - Gesamter
Gedichtzyklus

Zur Rettung der Seelen. Mögen die Lebenden diese Warnungen ernst nehmen, rechtzeitig umkehren, Wiedergutmachung leisten, Buße tun und an das Evangelium unseres Herrn Jesu Christi glauben! Mögen alle sich abschrecken lassen, Böses zu tun! Der Autor will keineswegs behaupten, dass die in den Gedichten als Verdammte erwähnten Personen tatsächlich verdammt sind, denn dies können wir Sterblichen nicht wissen; sie dienen wegen irgendwelcher Laster nur als anschauliche Beispiele zwecks der für das Überleben der Menschheit so notwendigen Generalprävention. Schon um 1300 hat Dante unzählige Menschen in die Hölle sowie ins Fegfeuer versetzt. Die gesetzlich garantierte Freiheit der Kunst muss auch für diese Gedichte gelten.

8. HÖLLE: Grausame, Massenverführer, Götzendiener
9. Abteilung. G
rausame Mörder, Ritualmörder, Satanisten, Organräuber

Der Grausamen Strafe

Der Kopten Blut zum Himmel schreit. 1
Die Racheengel stehn bereit,
Zu strafen jede Grausamkeit,
Erst hier, dann in der Hölle Glut.
Es siedet dort im Strom von Blut 2,
Wer Gottes Kind Gewalt antut.

1 Zeitungen vom 16. und 17. Februar 2015: IS Libyen köpft 21 koptische Christen, Gastarbeiter aus Ägypten
2 Dantes Inferno, 12. Gesang

Wache der Barmherzigkeit – Guardia de la Misericordia

Sinai-Hyänen

Schreie steigen auf zum Himmel.
Augenzeugen gibt es nicht.
Sonst nur der Kamel´ Gebimmel.
Die Schlange in dem Sande kriecht.

Menschen, die aus fernen Landen
vor dem Hunger sind gefloh´n,
werden Opfer wilder Banden,
verschmachten in der Wüstensonn´.

Ohne Leber, ohne Nieren,
allein gelassen – welch ein Graus!–,
hilflos, scharf beäugt von Tieren,
hauchen sie ihr Leben aus.

Mit blut´gen Schätzen schwer beladen,
zieht die Karawan´ dahin.
Vom Raube leben sie: Nomaden
und Kundige der Medizin. (1)

Plötzlich wechseln diese Szenen.
Statt Sinai die Hölle acht.
Um die menschlichen Hyänen
wird es nunmehr selber Nacht.

Gerechterweise sie empfangen,
was sie den Armen angetan.
Ungeheu´r mit Bohrern, Zangen
trennen ab ihre Organ´.

Rainer Lechner, etika.com

Anmerkung:

(1)        Die NWZ veröffentlichte am 21.11.2011 einen erschütternden Bericht der dpa-Korrespondentin Sara Lemel: „Flüchtlingen Organe geraubt. Korrupte ägyptische Ärzte lassen Opfer nach dem Eingriff sterben“. Der ägyptischen Organisation „New Generation Foundation for Human Rights“ und der italienischen „EveryOne Group“ zufolge liefern Beduinen auf der Halbinsel Sinai Flüchtlinge, zum Beispiel aus dem Sudan, Äthiopien und Eritrea, an die Mediziner aus. Diese entnehmen ihnen Nieren, Leber und andere Organe. Die brutalen Eingriffe überleben die Flüchtlinge in der Regel nicht, heißt es in dem Artikel. Die Ärzte verkaufen die Organe ab 20 000 Dollar. Zusatz von ETIKA: Und reiche Europäer und Nordamerikaner lassen sich die Organe einpflanzen. Darauf liegt kein Segen, im Gegenteil. (Guami 18.12.2011)

 

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