ETIKA

GEDICHTE

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98LP38

Schütze, rette, richte!

18.4.2013

Die Ohnmacht ist es, die uns drückt;
sie lähmt den guten Willen.
Von Übeln überrollt, erstickt,
leiden qualvoll wir im Stillen.

Man liefert Kinder Schändern aus!
Dies Elend wächst auf Erden täglich:
für Gott den Himmelsherrn ein Graus ―
für unsre Herzen unerträglich.

Auch Frankreichs Christen sind geschockt;
sie wehren sich verzweifelt.
Von Frevlern, böse und verstockt,
werden schamlos sie verteufelt. 1

Hat keine Wirkung mehr der Fluch,
welcher soll die Ordnung wahren,
aus dem fünften Mose-Buch? 2
Und wo sind die Engelscharen?

Es sticht ins Herz uns wie ein Dorn,
wie diese Pest trifft viele Länder.
Wann, o Herr, entbrennt dein Zorn
gegen alle Waisenschänder? 3

Wann straft Jene Dein Gesetz,
die sich am eignen Blut vergangen? 4
Und das Menschenhändlernetz? 5
So viele Opfer hält´s gefangen!

Hörst Du unsren Flehruf nicht,
unsre Bücher 6 und Gedichte 7 ?
Wo ist Der, der die Ketten bricht?
Komm, Herr, schütze, rette, richte!

Anmerkungen

1 Vgl. Avvenire, 18.4.2013, die ganze Seite 13. Cardinale André Vingt-Trois, l´arcivescovo di Parigi: „L´invasione organizzata e militante della teoria del gender …“ Vgl. Le Figaro, 13.4.2013, Mariage pour tous

2 5. Mose 28

3 2. Mose 22

4 3. Mose 18

5 2. Mose 21,16

6 Jedem nach seinen Taten, 2007 und 2013; Kinder retten die Welt, Aktionsbuch zum Schutz der Schwächsten, 1991

7 Empor aus der Scheinwelt, 1913

Rainer Lechner, etika.com, Guami